Die CB1000R endlich beim Händler. Erster Blitztest von 1000PS im Wienerwald.
Honda CB1000R Verkaufsstart
Gut Ding braucht
eine ganze Weile
Prominente verschanzen sich immer dort, wo man es
nicht vermuten würde.
Langem Warten ist durchaus Positives abzugewinnen. Man übt sich
nicht nur in Geduld, kann nach dem Unsinn des Lebens oder Primzahlen
über 10hoch7 suchen, sondern auch die Vorfreude auf das herbeigesehnte
Ereignis wird noch gesteigert, das Glück und die Erleichterung bei
seinem Eintreten verstärkt. Vergleichbar mit der Zeitspanne zwischen der
Bestellung und dem Erhalt eines 800 Gramm Porterhouse.
Doch wie beim Essen gibt es
bei allem anderen einen Punkt, der, falls überschritten, zum Gegenteil
führt. "Jetzt brauch' ich das Steak nimmer. Jetzt hab' ich keinen
Durst mehr." Es gibt sicher einige CB1000R Kunden, die diesem Punkt schon
recht nahe gekommen sind. Schließlich wurde der lang erwartete
Nachfolger der CB 900 F Hornet schon Anfang November vorgestellt und die
Lieferbarkeit mit Mai 2008 angesetzt. Jetzt sind wir über Mitte Juni hinaus. Doch es liegen noch mindestens 3 Monate genüßliches
Motorradfahren vor uns und wenn man bedenkt, daß wir sie für den ersten
Blitztest nur für 2
Stunden in unseren schmutzigen Griffeln hatten und danach zufriedener waren, als nach einem ganzen Tag in
der Playboy Villa, dann kann man sich vorstellen, wieviel Spaß dieses
Motorrad bringt.
Diese herrlich blauen Farbtupfer, dezent und doch
auffällig. Im "R" des Logos, am Federbein...
...und an beiden Enden der Gabel.
Honda CB1000R - Das erste Video
Die erste CB1000R, die einzige.
Da mußten wir natürlich besonders gut aufpassen, deshalb auch
die Zurückhaltung auf den ersten Testkilometern. Man muß es mit
dem Wheelisieren nicht gleich übertreiben, 400 Meter reichen
für's erste.
Wer sich das Video auf seinen Computer downloaden möchte,
klickt mit der rechten Maustaste
hier und wählt "Ziel speichern unter".
Schnitt: Volli
Videodreh: kot, arlo
Sorgte das unerwartet scharfe Äußere der CB1000R noch für durchwegs
positive Resonanz, so war man sich bei der Leistungsangabe - die
ebenfalls auf sich warten ließ - von 125 PS einig: Das ist zu wenig!
Doch die reine Spitzenleistung interessiert bei Honda schon lange keinen
Ingenieur mehr, sondern einzig und allein die optimale Verwertung jedes
einzelnen Pferdchens und die Abrufbarkeit der Kraft in im Alltag
sinnvollen Drehzahlbereichen. Bei der CB1000R wurde dieses Credo wieder
in perfekter Weise umgesetzt.
Blindverkostet würde man dem modifizierten Aggregat aus der
Fireblade locker 150 PS zutrauen, so massiv schiebt es von unten an
und hält den Druck bis zum Gangwechsel unnachgiebig aufrecht. Die Kraft
aus dem Drehzahlkeller schießt dich auch aus den Kurven wie der
Korbschläger den Ball beim Pelota, oder entzieht dem Vorderrad
kurzerhand den Bodenkontakt. Durch die überraschend schlanke Taille und
den dadurch möglichen, engen Knieschluß fühlt sich die 1000er an wie
eine 600er. Honda hat es bereits geschafft, der Fireblade das Handling
der "alten" CBR600RR zu verleihen und bei der nackten Version dürfte das
nicht anders sein.
1000PS hat kurzerhand die CBR600RR gegen eine CB1000R getauscht (kein
leichter Abschied) und kann diese hoffentlich in Kürze in Empfang
nehmen. Auf dem Hungaroring beim letzten Speedweekend
wird sie ihre Qualitäten auf der Rennstrecke unter Beweis stellen und
noch andere Schandtaten von NastyNils, kot und arlo über sich ergehen
lassen müssen. Wer seine CB nicht schon längst vorbestellt hat, der
sollte jetzt schnell zum Händler um Probe zu fahren, denn inzwischen
sind auch andere auf den Geschmack gekommen und man will ja nicht noch
ein Jahr warten.
Im digitalen Zeitalter. Geschwindigkeit ist
Nebensache.
Zu erkennen am Logo oder am freien Blick auf die
wunderbare Felge nebst Auspuffkante.
Was auf der Hornet noch wie ein Versuch aussah, hat auf der CB1000R
seine Form gefunden.
Irgendwann wird auch sie im Museum stehen. Nach
Millionen von Kilometern am Hinterrad.