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Zeitzeugen |
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Der Schweizer Präzisionsfanatiker Fritz Walter Egli entwickelte in den
späten 1960er Jahren auf Basis einer schütteren Vincent Black Shadow
sein Prinzip des Einrohr-Rahmens aus vernickeltem Präzisionsstahl, weil
er es leid war, mit zwar relativ kräftigen Renntriebwerken aber auf
unhaltbaren Fahrwerken die berüchtigten Bergrennen auszureiten.
Der
gelernte Feinmechaniker Egli zeichnete sich schon damals auch dadurch
aus, dass er immer hungrig auf der Suche nach technischen Innovationen
war. Ein weiteres Indiz des erfinderartigen Talents des mittlerweile
70-jährigen stellt die immer präsente, fast klobig wirkende Allianz zum
vorderen Rad dar, die patentierte EGLI-Telegabel mit zwei zusätzlichen
Verbindungsachsen, verantwortlich im Sinne allzeit bereiter Stabilität.
Der Schriftzug in erhabenen Buchstaben auf den Standrohren beweist
erhaben ihre Urheberschaft. Genau solch eine heilige Allianz ging diese
EGLI-Laverda italienischen Geblüts anstelle der ursprünglich vorhandenen
Marzocchi-Gabel ein.
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Nur eine von elf in dieser Art gebauten
schweizerisch geprägten Laverdas, die Anfang der 1970er Jahre ihre
Hoch-Zeit in europäischen Rennen fand. Philippe Coulon aus dem Bereich
der französischsprachigen Schweiz herrschte als Schweizer Meister und
Teilnehmer der 500er GP-Szene in dieser Zeit auch mit diesen seltenen
Maschinen, von denen nur etwa 400 Stück gebaut wurden. Ausgestattet als
Sondermodell mit der Bezeichnung SFC brachte Laverda mit speziellen
Motorteilen wie erleichterten Kurbelwellen und speziellen
SFC-Zylinderköpfen Ruhm und Ehr ihren Reitern. Sogar Egli selbst
bestritt einige seiner erfolgreichen Langstreckenrennen um den begehrten
Europa-Pokal mit diesen hochblütigen italienischen Rennern.
Anstelle der
typischen feuerroten Lackierung der Schweizer Egli-Kräder fanden die
SFC-Typen im knalligen Orange ihre Verbreitung. Ansonsten fungierten
hochwertigste Rennkomponenten wie Bremsanlagen von AP Lockheed an den
Zwei-Zylinder-Maschinen. Neueste Reifen-Technik von Pirelli in Form der
Sport Demon-Ausführung entspricht dem technologischen
Fortschrittsgedanken des rührigen Schweizers an den wertvollen
Hochschulterfelgen von Akront. So schwergewichtig diese
fahrwerksseitigen Ingredienzien auftreten, so leichtbauartig widmet man
sich im Hause Egli dem weiteren Körperbau. Aus Aluminium der Tank, wie
sie die Mannen bereits in den rennaktiven Zeiten entwickelten, dazu der
ewig bekannte Zentralrohrrahmen ihres Erfinders, fahrwerksseitig
unterstützt von Koni-Federbeinen mit dreifach verstellbarer Zugstufe.
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Grundbau |
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Dem gezielten Motor-Tuning gehört bis zum heutigen Tage die zweite
Leidenschaft des Schweizers aus Bettwill. Deshalb finden sich unter dem
steifen Zentral-Rohrrahmen auch immer wahre Prachtpakete von Triebwerken
ein! In diesem Falle agiert die rare italienische Schönheit mit dem
750ccm-Zweizylinder Triebwerk, das mit 70 PS bei 7500 U/min und einem
Leichtgewicht von knapp über 200 kg fahrfertig immer noch Tränen in die
Augen ihres Besitzers treiben kann. Nachdem ihr jetziger Besitzer, dem
Iserlohner Michael Glover, Anfang 2002 die Maschine zum Kauf angeboten
wurde, ließ dessen Kaufentscheidung nicht lange auf sich warten.
Ende
der 1980er Jahre hatte der damalige Stuttgarter Laverda-Händler dieses
Exemplar aus Frankreich beziehen können. Nachdem ihr erster Käufer in
Deutschland viele Jahre in Freuden mit der seltenen Laverda verbringen
durfte, suchte seine Witwe nach dessen Tod wissende und wahrhaft gute
Hände für die rare Schönheit. Michael erlangte dadurch den Status, eine
von noch zwei in Deutschland existierenden Egli-Laverdas zu besitzen.
Damit gilt die These, dass sich der Wert solch einer Maschine aus der in
den Raum gerufenen Zahl bestimmt.
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Wer da wirklich begierig ist, willigt wohl auf nahezu jede genannte
Summe eine. Heutige Zeitgenossen lassen sich solch eine Rarität also so
einiges kosten. Der Iserlohner gibt den Wert dieser Kostbarkeit mit
ungefähr 38.000 Euro an. Einfach nur, um einen Anhaltspunkt zu geben.
Zumindest die fortschreitende Zeit wird ihm da immer mehr eine
Unabhängigkeit von jeglichen Haltbarkeitsdaten bescheren. Und damit den
Wert der Laverda kontinuierlich steigern.
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Technische Daten EGLI® - LAVERDA |
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Typ: EVL
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Fahrwerk:
Zentralrohrrahmen, Rahmen und Schwinge vernickelt
- EGLI®-Racing-Gabel 35 mm, Federweg 135 mm
- KONI Stereofederbeine, Zugstufe 3-fach verstellbar, Federweg 110 mm,
Radstand 1490mm
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Bremsanlage:
- Vorne: AP LOCKHEED 2 Kolben Bremszangen mit Brembo
Bremsscheiben 280 mm
- Hinten: AP LOCKHEED 2 Kolben Bremszange mit Brembo
Bremsscheibe 280 mm
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Räder + Reifen:
AKRONT Hochschulterfelgen
- Vorne: 2,15“ x 18” mit Pirelli 100/90 -18 V SPORT DEMON
- Hinten: 2,15“ x 18” mit Pirelli 120/90 -18 V SPORT DEMON |
Motor:
Basis LAVERDA 750 Bohrung x Hub: 80,0 x74 mm, 10,5:1
Kurbelwelle SFC erleichtert, Pleuel poliert, Zylinderkopf SFC E (1976),
Einlassventil Ø 41,5, Auslassventil Ø 35,5, Nockenwelle Typ C6
DMC Kennfeldzündung, DYNA Zündspule, ca. 70 PS/ 7500U/min |
Auspuffanlage:
2in1 LAVERDA SFC |
Vergaser:
Dell’Orto PHF 36 |
Karosserie:
EGLI® - Alu Tank Typ EVL, Alu - Höckersitzbank, EGLI® -Verkleidung |
Instrumente:
Kröber Drehzahlmesser, SMITH Tacho |
Leergewicht: 210 kg |
Wert: 38.000 €
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Es handelt sich um eine von ca. 11 originalen EGLI LAVERDAS! |
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Interessante Links:
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Text/Fotos: Sabine Welte |