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Ich war am Boden zerstört, als sich die vermeintliche Yamaha R6
Präsentation als YZF-R125 Test herausstellte. Ich fühlte mich damals
geehrt, stolz und glücklich an meiner ersten Supersport-Präsentation
teilnehmen zu dürfen, vom Chef persönlich dazu auserkoren. Doch als ich
in der Hotellobby die 125er auf dem Podest sah, im Zimmer technische
Datenblätter und Fotos der selben auf dem Bett verstreut herumlagen und
mir langsam dämmerte, dass ich so wie an jedem verdammten Tag im Büro
auch diesmal erniedrigt und verarscht worden war, starb der Glaube an
Gerechtigkeit und Nächstenliebe in mir. Ich wollte nur noch töten.
Heute würde mich so eine hinterfotzige Aktion nicht mehr ganz so hart
treffen. Das hat einerseits den Grund, dass ich bis jetzt zu keiner
Supersport-Präsentation fahren durfte und ich mich mittlerweile damit
abgefunden habe, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch
niemals an einer teilzunehmen. Andererseits wurde ich vor 2 Jahren quasi
zu meinem Glück gezwungen, sonst hätte ich nie erfahren, wozu eine 125er
im Stande ist.
Die hier vorgestellten Modelle verfügen über eine maximale
Motorleistung von 15 PS und bringen ein Leergewicht von ca. 120
Kilogramm auf die Waage. Das ist zusammengerechnet und durchdividiert
nicht gerade viel, reicht aber für überraschend viel Spaß. Glaubt mir,
ich weiß das, sonst hätte ich mir damals das Leben genommen. Auch nicht
schämen muss man sich für das Aussehen der kleinen Flitzer. Yamaha,
Aprilia und Derbi schicken äußerst scharfe Achtel ins Rennen, nur Honda
gibt sich mit der CBR 125 etwas weniger angriffslustig, verlangt aber
dafür den mit Abstand kleinsten Preis. |