Die Schwiegermutter wird in Estoril von einer Motocross degradiert. Frust wird mit Gin Tonic neutralisiert.
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Mother in Law in
Portugal |
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Die Schwiegermutter streichelt eine Fazer und erleidet eine peinlich schwere
Niederlage im Motodromo von Estoril, sichert sich in Portugal aber zumindest
unangefochten den Titel „King of Gin Tonic“. Portugal ist berühmt für
zwei Dinge:
Den wunderschönen, erbarmungslosen Circuit de Estoril und das
motorradverrückteste Volk what ever gibt. Wer nach Portugal reist, um andere
Biker herauszufordern oder sogar durchzureissen, sollte im Reisbüro schnell auf
Rimini umbuchen, zumal unsere portugiesischen Kollegen meist mit leichtem Hoserl
und nacktem Oberkörper on Track 100 mal mehr riskieren als der Holzpuppenspieler
(Gepetto) mit seiner R1 am Fotzinger (Hausberg der Eisenstädter) und jeder 15
Jährige dem Autor ca. 20 sec am Pannonia abnimmt. |
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Anreise:
Nachdem ich meine Fazer zwecks „kleinerer“ Modifikationen zum göttlichen Horvath
in die Motorbox gestellt hatte und auf den Wetterbericht fürs Wochenende
schaute, war eines klar: ein motorradfreies Weekend ist unmöglich, somit ab nach
Portugal via München. Das erste Mal gönnte ich mir den Luxus mit der deutschen
Präzisionsfluglinie zu reisen, was sich als schwerer Fehler herausstellte. In
Lissabon um 22 Uhr 30 angekommen wartete ich 1 Stunde vergebens auf meine
Lederkombi, die ich in einem Golfbag extra verstaute. Offensichtlich hat die
Lufthansa aufgrund des Leichenverwesungsgeruches (vergleichbar als hätten 10
Affen bei 50 Grad um die Wette gewichst) meine Kombinesch in München
kontrolliert gesprengt. |
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Orschlecha. Das Geschrei von 3 Japanern und einer Chinesin, die offensichtlich
auch vergeblich auf Ihre Koffer mit den Sexspielzeugen und den eingeschweissten,
gebrauchten Collegeunterhosen warteten, trug auch nicht gerade zur guten Laune
bei. Um 0.30 dann endlich Check In in Carcavelos, einem gottverlassenen Dorf mit
einem einzigen Hotel. Carcavelos wurde letztes Jahr weltberümt, als 500
Jugendliche gleichzeitig alle Leute am Strand inklusive Polizisten abwuschten
und abbrockten. Das Zimmer im Pria Mar (2 einhalb Sterne) sah aus wie in „Saw
Teil 1“ und bestand aus einem Feldbett und einer WC-Anlage, bei der speziell in
der Früh aufgrund der eingebauten U-Röhre von allen Hotelgästen am Stock, sowohl
geruchsmäßig, als auch akustisch genau eruierbar war, was sie sich am Vortag
kulinarisch angetan haben.
An Schlaf war trotz Ohropaxen, Eisbärenpyjama und Ocean 13 Sonnebrillen nicht
zu denken, zumal ungefähr alle 2 Minuten ein Portugiese mit 2 Kilo seine
aufgebohrte Supersportlerin auf der vierspurigen Strasse in der Nacht durchriss.
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1.Tag:
Nachdem mein Ersuchen nach einem anderen Zimmer mit „everitting full“
beantwortete
wurde, begab ich mich auf die Suche nach einer ordentlichen Motorradvermietung.
Nach
zweistündiger erfolgloser Suche war klar, dass ich auf normalem Wege keine
ordentliche
Gerätschaft bekommen würde (außer einem alten zu Tode gewetzen 1100er
Tuttelbären).
Dann das Unfassbare: Neben dem Hotel befand sich eine kleine Werkstätte, wo
gerade ein
Alter auf einer KTM (wahrscheinlich der einzigen in Portugal) umherschraubte.
Als ich dem
Oiden mitteilte, dass ich eine Nachwuchshoffnung aus Austria bin, schrie er mich
verzückt an:
I love Heisse Kindergarten. Es stellte sich heraus, dass er nicht pädophil
veranlagt war, sondern
ein glühender Fan von Heinz Kinigadner ist, kurzum, innerhalb einer Stunde
besorgte mir der
Alte von einem amico für drei Tage eine Fazer mit Tourenverbau um schlanke 160
Euro
inklusive Vollkasko (ein Geschenk!). Schön, dass außer dem Adi und dem Arni auch
ein
anderer Österreicher im Ausland bekannt ist. Beim Wegfahren vermerkte der
lässige
Vermieter noch lautstark: Not in the redlight district!!!! Versteht sich von
selbst, dass der
Autor natürlich nicht in der Puffzone von Lissabon war (stimmt!!!).
Nach 5 Minuten war klar, dass der Vermieter den eingebauten Schaltblitz
gemeint
hatte. Der Blitz (aktiviert bei 9 einhalb Jausend) ging mir die gesamte Fahrt
die 3 Tage
ziemlich am Orsch, nur deswegen nicht die volle Leistung des wunderbaren R1
Triebwerks
(150 PS bei 11.500 Touren) abzurufen wäre lächer gewesen!
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Nachdem ich nur mit meinem Ersatz-Plüschlederjackerl unterwegs war, ging ich es
die ersten
zwei Stunden gemächlich an, von Carvavelos an der wunderbaren Küstenstrasse
vorbei an
Estoril zum westlichsten Punkt von Europa, dem Capo de Roca.
Die Strecke säumen
alle paar
Kilometer unglaubliche Festungen aus der Seefahrerzeit und eine zerklüftete
Steilküste, dass
einem schlecht wird. Bombastische Strände (allen voran Praia de Guincho) und
neuester
Asphalt, wo die Fazer mit ihrem genialen Fahrwerk (leider eine
Klasse besser als meine neue Schwiegermutter zhaus) voll dabei ist. |
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Einzig die Graberei des
Vorderrades ab 10000 Touren, ähnlich einem geisteskranken Leichenschänder,
trüben ein wenig
das Gesamtbild der Fazer.
Vorsicht ist geboten bei den sich zwecks Verkehrsberuhigung alle 2 Kilometer
installierten
Ampeln, die ohne Vorwarnung für 5 sec auf Rot springen, was ich nach 10 maligem
Runterzangeln genervt ignorierte und voll durchriss. Die Fahrt erinnert an die
Strecke von
Laguna Seca, da neben und oft auf der Strasse Vertrauen erweckende Sanddünen
liegen,
sodass man relativ leicht am Gesicht liegt.
Bei der Mittagspause in der Windmühle von Don Quixote erfuhr ich von einem
Portugiesen,
dass an einigen Ampeln Radars installiert wurden, für den Fall, dass das
EU-Abkommen zur
Exekution von Verkehrsstrafen in Portugal bereits vollzogen wird, kann ich mich
endlich
nach Pattaya absetzen oder einen Überbrückungskredit aufnehmen. |
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Nach Besichtigung des Boca Infernos in Cascais- ein Felsen wo man aus 100 Meter
Höhe in
eine Riesenmumu auf den reissenden Atlantik runterschaut , folgte der Höhepunkt
des
heutigen Tages: Das Sintra Gebirge ist wie aus dem Märchen 1000 Jungfrauen
und eine
Nacht: ein dschungelartiger Wald mit Zorro-Kurven ohne Verkehr, gesäumt von
uralten
Mauern (wahrscheinlich, dass man die Biker nicht stundenlang im Wald suchen
muss). Trotzdem ich mich mit Händen und Füssen wehrte, musste ich eine Reihe schmalbrüstiger you tube Video Supersportler passieren lassen (mehr Riskus geht
nimmer!!!)
Hin und wieder kreuzten bös dreinschauende Kapuzinermönche mit vollbeladenen
Körben
aus den zahlreichen Klöstern in Sintra die Strasse, ein gruseliges Schauspiel.
Unbedingt besichtigt werden muss der Palacio in Sintra. Dagegen macht sich das
Schloss
Neuschwanstein wie das Horrstadion aus. Einzig und allein die amerikanischen
Touristinnen ,
die dich über 50 m „oooh myyy god, its so amazing“ zubrüllen, lassen den Autor
nach 10 minütigem Fotografieren für den
Reisebericht die Flucht ergreifen.
Die Rückfahrt nach Estoril in der Abendsonne des Sintra Gebirges, vorbei an den
ehrwürdigen
Hallen des Autodromo de Estoril, ist bereist schon kitschig schön, würde mir der
stark
vibrierende Tourenverbau (vollkommen unnötig) der Fazer nicht ständig die
Cochones
massieren.
Nach einem kurzen, jedoch wiederum opulenten Mahl in Estoril Stadt, die vor
allem für heruntergekommene Casinozocker und Heiratssschwindler geeignet ist, zog ich mich
todmüde in meine Folterkammer zum männerstärkenden Einzelschlaf zurück, zumal
ich am
2.Tag Großes vorhatte.
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2.Tag:
Nachdem meine Füße in der Früh von der vielen Fresserei angeschwollen waren wie
die
Gehwarzen einer 70 jährigen mit Reisethrombose, entschloss ich mich zu einem
Strandlauf
(wahrscheinlich um das Unvermeidliche hinauszuzögern). An diesem Tag fanden im
Autodromo von Estoril die Nationalen Meisterschaften in der Superstock 600 und
1000 statt
und ich wollte die Gelegenheit nutzen, um zu Mittag bei der 40 minütigen
Freigabe für das
Fussvolk zumindest ein paar Runden um den heiligen Gral zu drehen. Für den
Eintritt
waren € 10 und für die ImKreisumherlutscherei weitere 40€ zu berappen), nicht
gerade ein
Geschenk wenn man bedenkt dass ich gerade einmal 6 Runden (inklusive einer
Aufwärmrunde) rumgenudelt bin.
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Die Besichtigung des Motor Homes ließ mich sogar die
Popohaare aufstellen. Stationiert hatte
sich der Faro Motor Racing Club, deren Leading Captain ein 65 jähriger Faroaner
mit weissem
Haar und dem klingenden Namen Germano auf einer uralten umgebauten FZR 1000 war.
Germano hatte keinen einzigen Zahn in der zweiten Reihe und war mit der
härtesten weissen
Ducati Kombi I have ever seen verkleidet, dagegen schaut der Holzpuppenspieler
mit seiner
R1 wie ein topbezahltes 16 jähriges Model aus.
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Eine fast hinnige Lederkombinesch konnte ich gegen einen weiteren Erlag von € 30
leihweise erstehen (hätte ich mir angesichts meiner immer stärker werdenden Skepsis an
sich sparen können). Kurzfristig beruhigte ich mich wieder, als ich ein gelbe TDM, eine
Varadero und eine Motocross (na wort nur) an den Start gehen sah. Nachdem ich die Fazer bereits
Vertrauen erweckend ins Herz geschlossen hatte, ging ich es aus meiner Sicht
recht beherzt an, wobei ich als einer der ersten on Track ging und mich zumindest in der
Aufwärmrunde keiner überholte. Auf der Graden dann der erste Teilerfolg. Mit geschätzten 240
(traute mich nicht am Tacho schauen) überholte ich den Enduristen und den Motocrosser und
träumte bereits ca. 500 m vor der ersten Rechtskurve bremsend von meiner
Motorsportkarriere, wäre nicht ein ca.45 Grad nach rechts gehender Knick nach der dritten Kurve, den ich
angesichts der unheimlichen Curbs dermaßen langsam von links außen anfuhr, dass mich der
Motocrosser voll am Nagel innen mit einem Geschwindigkeitsüberschuss wie ein
turbinenbestücktes Bike, stehen ließ, dass ich augenblicklich zu weinen beginnen
wollte. |
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Als ich mich wieder auf der Start Ziel Geraden einigermaßen erfangen hatte, sah
ich kurz
auf der rechten Seite einen Speed Tripulator mit zwei hochgezogenen Löchern, wie
die
Austrittsöffnungen eines kalbenden Pferdes und eine 916 er an mir vorbei reissen,
dass ich das Reisserte bekam (keine Ahnung woher die zwei
gekommen sind). Auf jeder Fall glaub ich mich zu entsinnen, dass sich einer
angesichts
meiner Streckenführung nach hinten gedreht und mir den Vogel gezeigt hat). Na guat, ein
paar Runden später beendete ich das Trauerspiel. Ein Streckenwachler rief mir
trostspendend
zu: Not easy not easy,,,,,.und beim Vorbeirucheln an der Box beobachteten mich
die Leut
vom Racing Club, als hätte ich den Superwirt des Ebolavirus in mir.
Dieses Erlebnis war ungefähr so notwendig wie dass sie der Prostituierten im
Film
„Erbarmungslos“ nicht nur das Gesicht, sondern auch die Titten
zerschnitten
haben (Zitat von Clint Eastwood: Was, auch die Titten?) - ungefähr so kam ich mir
vor.
Ich fuhr nach Rückgabe der Kombinesch im Schritttempo nach Cascais und
nagelte mich am Strandboulevard mit Gin Tonic and Wild Wodka Red Bull (5 cl
Wodka ,5
Tropfen Red Bull) bis zur Bewusstlosigkeit um. Auch ein kurzer
Annäherungsversuch einer
Durchgeknallten, besoffenenen schwedischen Nymphentouristin, die sich in ihrem
Hammer
offenbar irgendjemandem am Strand drüberstülpen wollte, verbesserte meine Laune
nur
unwesentlich. Ich war so fett, dass ich die Fazer stehen lassen musste und
irgendwann in
meinem Hotelzimmer in einem atomisierten Zustand zu Mittag aufwachte. |
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Fazit des 2.Tages:
Der Rausch war bitter notwendig, denn am Ende des Tages war klar, dass ich mit
dieser
halbsteifen Performance um keinen Preis die Ballkönigin von Estoril vögeln
würde,
Sieger sehen anders aus, aber zumindest den Preis „King of Gin Tonic“ machte mir
an
diesem Abend keiner streitig.
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3.Tag:
Mit diesem Resthammer hatte ich meinen Vorsatz, an die Algarve (2 Stunden am
Banderl
nach Faro) hinunterzublasen und mir die Best of Algahbre (heisst auf
portugiesisch: gib (mir)
alles ) zu geben, schnell begraben, somit musste ich mich mit der Besichtigung
von Lissabon
begnügen. Ein mit den 7 Hügeln und den alten Tramways durschnittlicher Mix aus
San
Francisco und den Keys (bemerkenswert die zwei Brücken: Vasco da Gama –geht 15
km auf
eine Halbinsel mit Weltstränden für Windsurfer und die 24th of April, die
ausschaut wie die
Golden Gate Bridge). Weltklasse sind die Aussichtspunkte mit den Cafes und den
abgefahrensten Reggae und Funkfreaks und Mörderhasen mit einem Blick weit
über den Atlantik.
An dieser Stelle muss angemerkt werden, dass die
Portugiesinnen wenig
fesch sind , der bremsende Notar hätte mit Sicherheit seinen Doppelten
verschenkt ,
um zu Pettinghandlungen zu kommen und den Mausi hätte man –das letzte Mal in der
Redlightzone gesichtet - bei der Polizei wieder als vermisst melden müssen.
Der Vollhammer hatte jedoch ein Gutes. Ich muss im Juli die Algarve nochmals
bereisen, somit freut Euch auf den 2.Teil , Mother in Law wird , sofern kein schwerer
Sturz dazwischen
kommt, unverzüglich berichten
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Interessante Links:
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Text: mother_in_law
Fotos: mother_in_law
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