Neues von Felix Bergmeister. Über seine Erlebnisse in Afrika und der Aufbruch in
Richtung nach Hause.
Weltreisestory Teil. 16
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Ein Sommer jenseits von Afrika
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Von den vielen ansprechenden Plätzen dieser Welt, welche man im Laufe
einer Reise um den Globus zu sehen bekommt, gibt es einige die einem gut
gefallen oder faszinieren und wieder andere die einen nie mehr
loslassen.
So geht es wohl den meisten von uns, die sich auf Reisen fern der
Heimat begeben und dieser Umstand ist in keiner Weise verwunderlich. Das
menschliche Gemüt kann auf seine Art und Weise recht sentimental sein
und obwohl es oft einen gegensätzlichen Eindruck zu erwecken vermag,
auch erstaunlich einfach gestrickt. An Orten, an denen es einem gefällt,
erfreut man sich des Lebens ganz allgemein und widmet dem Moment, sowie
den kleinen Geschenken des Alltags etwas mehr Beachtung.
Als Weltreisender mit dem Motorrad kommt man darüber hinaus in den
Genuss solche Plätze aus eigener Kraft zu erfahren und für sich selbst
neu zu entdecken.
Dabei entwickelt man mitunter ein besonderes Verhältnis zu ihnen. So wie
ich zu Süd Afrika...
Die jüngste Demokratie der Welt existiert in ihrer heutigen Form
seit 1994. Damals beendete die Wahl Nelson Mandelas zum Präsidenten, die
seit der frühen 70er Jahre andauernde Politik der Apartheid Ära und das
neue, demokratische Süd Afrika feierte seine Gründung.
Ursprünglich war das heutige Süd Afrika von den San ( Buschmännern) und
Khoi-Khoi (Hottentotten) besiedelt. Im elften Jahrhundert begann vom
Nordosten her der Zuzug der Bantu Stämme, die sich vom äquatorialen Raum
kommend, langsam entlang der Ostküste anzusiedeln begannen. Mitte des 15
Jahrhunderts hatten sie bereits fast die gesamte Osthälfte des
Subkontinents besiedelt.
Während der Portugiesische Entdecker Vasco da Gama das Kap von Afrika
bereits 1498 umrundete und dabei den Seeweg nach Indien entdeckte,
ließen sich erst 1652 die ersten Europäischen Siedler am Kap der guten
Hoffnung nieder. Unter Jan van Riebeck gründeten sie eine kleine
Versorgungsstation für Schiffe der Dutch East India Company, die auf
ihrem Weg nach Indien Wasser und Lebensmittel tankten.
Aus dieser Station wurde bald eine Kolonie mit dem Namen Kaapstadt, die
Stadt am Kap. Die Siedler kamen vorwiegend aus dem Zentraleuropäischen
Raum und entwickelten bald ihre eigene Sprache. Afrikaans war
ursprünglich eine Mischung aus Holländisch, Deutsch und Englisch, doch
im Laufe der Jahrhunderte kamen, mitunter auch durch die importierten
Sklaven, immer mehr Afrikanische und fremde Ausdrücke dazu.
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Durch die neu gegründete Industrie erfuhr die Kolonie bald einen starken
Aufschwung und zu jener Zeit wurden immer mehr Sklaven aus Westafrika,
aber auch aus Indien importiert. Der Grundriss im unteren Bild zeigt die
1679 erbaute Slavelodge von Cape Town, im Prinzip ein Gefängnis, das um
die 300 Sklaven beherbergte.
Im Laufe der nächsten 150 Jahre kamen mehr Siedler nach Süd Afrika, doch
besonders am Kap war der Siedlungsraum beschränkt. Die Kolonien breiten
sich darauf weiter nach Osten aus und drangen tief in den Lebensraum der
Bantu Stämme vor. Im ersten Bantu Krieg 1779 wurden die Farmer, auf
Afrikaans Buren genannt, angegriffen und von den Kriegern der Xhosa
aufgehalten.
Weitere Expeditionen der Buren kamen vorerst nicht zu Stande. Die Briten
besetzten das Kap 1806 und unter |
ihrer Kontrolle wurde 1834 auch die Sklaverei abgeschafft. Die Buren
zogen sich darauf zurück gegen Norden und gründeten die Freistaaten
Orange and Transvaal. Frieden war dadurch natürlich keineswegs
hergestellt.
Als 1867 Diamantenvorkommen in Kimberly und 1886 Gold bei Johannesburg
entdeckt wurden, verstärkten sich die Spannungen zwischen Engländern und
Buren immer mehr und führten schließlich zu dem, von 1899 bis 1902
andauernden, Anglo – Buren Krieg. Die Briten verfolgten während der fast
zwei Jahre andauernden Kämpfe eine Politik der verbrannten Erde und auf
Seiten der Siedler kamen mehr als 26 000 Frauen und Kinder ums Leben,
teilweise in den ersten Konzentrationslagern der Welt.
1910 wurde das Vereinigte Süd Afrika ausgerufen und 1948 kam mit
breiter Mehrheit die African National Party an die Macht. Nicht
Weißen war es verboten am politischen und wirtschaftlichen Geschehen
teilzunehmen und die großteils menschenrechtswidrigen Gesetze wurden mit
grausamer Härte durchgesetzt.
1960 kam es zum Massaker von Sharpville und 1976 erschossen
Ordnungskräfte schwarze Schulkinder in Soweto.
Anfang der 60er Jahre wurden viele, fast ausschließlich schwarze,
Oppositionelle und Freiheitskämpfer als Hochverräter verhaftet und zu
langjährigen Haftstrafen auf Robben Island verurteilt. Unter ihnen auch
Nelson Mandela.
Zu Beginn der 70er Jahre schuf die Regierung dann das sogenannten
Homeland Gesetz, wohl das menschenrechtsverachtendste der Apartheid
Ära. Gesetzlich wurden damit die als „Black Homelands“ ausgerufenen
Gebiete zu eigenständigen Staaten erklärt und Schwarze mussten, von da
an, dort leben. In Wirklichkeit hatten diese Homelands aber mit
eigenständigen Staaten wenig zu tun, vielmehr wiesen sie den Charakter
von Ghettos auf. Um ihrer Arbeit wie gewohnt nachzugehen, mussten die
Einwohner die Homelands verlassen und als Ausländer in Süd Afrika
einreisen.
Damit wurden die Schwarzen Einwohner de facto zu Gastarbeitern in ihrem
eigenen Land und da sie auf diese Weise keinerlei politische Rechte
besaßen, konnten sie nach Gutdünken der Behörden deportiert werden.
Die Vereinten Nationen belegten Süd Afrika darauf hin mit Sanktionen und
das Auge der Weltöffentlichkeit war mit Besorgnis auf die Entwicklungen
gerichtet.
Die Wende kam dann 1989 mit Präsident de Klerk und seinem Programm zur
Auflösung der Apartheid.
Einer der wichtigsten Schritte davon war die Begnadigung der politischen
Häftlinge am 11 Februar 1990. Unter ihnen war auch Nelson Mandela, der
1994 zum Präsidenten wurde.
Als am 26. April 1994 die neue Republik Süd Afrika ausgerufen wurde,
blickte die Welt teils mit hoffnungsvoller Spannung, teils aber auch mit
Besorgnis auf die Geburtsstunde des neuen Staates. Zu viel Schlimmes war
in den letzten Jahrzehnten passiert und die Frage war, ob es Nelson
Mandela gelingen würde den Staat nahtlos vom alten politischen
System zu übernehmen und dabei friedlich in die gemeinsame Freiheit und
Unabhängigkeit zu führen. In zu vielen anderen Staaten Afrikas hatte die
Unabhängigkeit zu gewaltsamen Machtübernahmen und verheerenden
Bürgerkriegen geführt.
In der um Mitternacht abgehaltenen Zeremonie gelang es Süd Afrika auf
eindrucksvolle Art und Weise die ganze Welt zu verblüffen. Feierlich
und respektvoll wurde die alte Süd Afrikanische Flagge eingeholt und
dazu zum letzten Mal die alte Nationalhymne gesungen. Anschließend wurde
die neue Flagge gehisst und Süd Afrikas neue Bundeshymne, Nkosi
Sikelele Africa (Gott schütze Afrika) zum ersten Mal offiziell
angestimmt.
Nelson Mandela mahnte in seiner darauf folgenden Rede dazu wie wichtig
es sei die Sünden der Vergangenheit zu vergeben, aber sie gleichzeitig
als mahnendes Beispiel nicht zu vergessen. Damit schuf er die friedliche
Grundlage für einen neuen Staat, der in seiner Entwicklung weltweit
einzigartig ist.
Von da an hat seine Vision beeindruckend Geschichte geschrieben. Heute
befindet sich Süd Afrika unter den 25 stärksten Industrienationen der
Welt und erwirtschaftet 25 Prozent des gesamten Afrikanischen
Wirtschaftsvolumens. Das Land ist reich an Rohstoffen und gilt als
der weltgrößte Zulieferer von Aluminium Silikaten, Platin und Gold.
Durch die strategisch günstige Lage zwischen zwei Weltmeeren, stellt Süd
Afrika zudem einen bedeutenden Schnittpunkt im Seehandel dar und ist für
viele Länder Europas, Asiens und Nordamerikas wichtiger Lieferant für
Uran und Chrom.
Internationale Investitionen trugen ständig zum Wachstum des
Exportvolumens bei und die Regierung verfolgte vorrangig Maßnahmen um
ideale Rahmenbedingungen für eine globale Wirtschaftorientierung zu
schaffen. Diese Maßnahmen schufen auf der einen Seite sehr schnell,
relativ verlässliche Einnamequellen für den jungen Staat, sie brachten
aber auch eine Reihe negativer Auswirkungen. Durch die fast vollständige
Liberalisierung des Handels wurde Süd Afrika, als kaufkräftige und
aufstrebende Wirtschaftsnation, zu einem attraktiven Absatzmarkt für
Anbieter aus Fernost. Die darauf folgende, relativ unkontrollierte
Einfuhr von Billigprodukten überschwemmte den Markt und viele der
heimischen Güter verloren ihre Konkurrenzfähigkeit. Das wiederum führte
zu einem Sterben der heimischen Produktion, gekoppelt mit dem Wegfall
von Arbeitsplätzen.
Momentan beträgt die Arbeitslosenrate inakzeptable 40 Prozent und
die damit einhergehende Armut und Landflucht in die Großstädte stellt,
neben den hohen Belastungen für das Gesundheits- und Sozialsystem, auch
ein größer werdendes sicherheitstechnisches Problem dar. Die
Kriminalität ist weiterhin zu hoch.
Das Land wird auch noch in den nächsten Jahren einen rauen Kurs der
Reformpolitik vor sich haben, der allerdings durch richtige
Entscheidungen zu meistern sein wird. In erster Linie wird es
entscheidend sein, die nationale Wirtschaft mit ihren eigenen Produkten
wieder verstärkt ins Rennen zu bringen. Die Grundvoraussetzungen dazu
sind absolut gegeben. Süd Afrika besitzt neben den für die Industrie
notwendigen Rohstoffen auch das Know How, diese am eigenen Sektor
einzusetzen.
Anders als beispielsweise Europa, Nord Amerika und immer mehr auch
China, ist Süd Afrikas Wirtschaft relativ unabhängig. Der Staat könnte
durch geschickte Import- und Exportregelungen den eigenen Markt wieder
verstärkt beleben, auf diese Weise der Industrie zu einem Aufschwung
verhelfen und schließlich neue Arbeitsplätze schaffen.
Zusätzlich wird es wichtig sein die internationale Orientierung nicht
aufzugeben und die Rahmenbedingungen für ausländische Investments
weiterhin zu verbessern. Die Fußballweltmeisterschaften 2010 sind
ein guter Schritt in diese Richtung und werden maßgeblich dazu beitragen
den Bekanntheitsgrad des Staates als Tourismusdestination und
Wirtschaftsstandort zu erhöhen.
Setzt Süd Afrika seine Reformpolitik fort und gelingt es dem Staat
weiterhin die Einnahmen aus internationalen Investitionen und
Rohstoffexportgeschäften sinnvoll zu investieren, und so die
Rahmenbedingungen für heimische Unternehmen und Arbeitskräfte zu
verbessern, hat das Land das Potential zu einem weltweiten Model für
positiv gesteuerte Globalisierungspolitik und postmoderne
Re-Industrialisierung zu werden.
Worin jedoch, meiner Meinung nach, das größte Potential der
Regenbogennation liegt, ist die Art und Weise mit der sich viele Bürger
mit ihrer jungen Republik identifizieren.
Ein Großteil der jungen Leute, relativ unabhängig von Bildungsniveau und
Hautfarbe, empfindet es als großes Privileg in einem Staat der
politischen Freiheit und wirtschaftlichen Möglichkeiten zu leben, für
dessen Entstehung Menschen wie Nelson Mandela lange gekämpft und schwer
gelitten hatten. Zusätzlich sind sehr viele Jugendliche aktiv darum
bemüht die gemeinsame Zukunft des Landes mitzugestalten und engagieren
sich in Projekten, wie zum Beispiel zur Eindämmung von Kriminalität oder
Aufklärung über die Gefahren von HIV.
Rein subjektiv gesehen, halte ich das für eine ausgezeichnete
Entwicklungsbasis für die Zukunft, und es bleibt zu hoffen, dass auch
die politischen Entscheidungsträger Süd Afrikas dieses unglaublich
kostbare Potential Mandelas Erbes erkennen und pflegen, bevor es
vielleicht für immer verloren geht.
Dass es keinesfalls selbstverständlich ist in einer Demokratie zu
leben, wird deutlich wenn man einen Blick über die Grenze in das
benachbarte Simbabwe wirft. Die nach Ostern abgehaltenen
„demokratischen“ Präsidentenwahlen sind freilich noch nicht ausgezählt
und mittlerweile erhärtet sich der Verdacht, dass rund 40 000 Stimmen
für Robert Mugabe von bereits Verstorbenen stammen dürften! Außerdem
ließ Altdespot Mugabe kurzerhand den aussichtsreichsten
Oppositionskandidaten verhaften, und stellte ihn unter die Anklage,
ein Staatsfeind und Landesverräter zu sein. Die für Ende Juni
geplanten demokratischen Neuwahlen dürften daher nie zu Stande kommen.
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Neben den vielen Gesprächen mit Menschen verschiedener Religionen und
Hautfarben, die mir ihre Zeit schenkten und mich an ihrem Leben
teilhaben ließen, und ohne deren freundliche Unterstützung ich nie
tiefere Einblicke in das Land jenseits von Afrika bekommen hätte,
widmete ich mich selbstverständlich auch der Erforschung der
landschaftlichen Schönheiten des Subkontinents.
Während sich das Reisen mit dem Motorrad ausgezeichnet dazu eignet
ganze Kontinente zu erforschen, so erfolgt die wohl ursprünglichste
und intimste Art und Weise ein Land kennen zu lernen immer noch per
pedes apostolorum, also zu Fuß.
Die niedrige Geschwindigkeit macht es beinahe notwendig sich unmittelbar
mit der Umgebung auseinander zusetzen und jede kurze Rast bietet sich
dazu an näher auf die Umwelt einzugehen. |
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Selbstverständlich fällt Laufen auch unter diese Kategorie und besonders
die Disziplin des Langstreckenlaufs eignet sich hervorragend um Plätze
zu erkunden und näher zu erforschen. Ich habe dies zum Anlass genommen,
neben meinen Ausfahrten mit dem Motorrad, auch an ein paar ausgewählten
Laufveranstaltungen in Süd Afrika teilzunehmen. Dadurch kam ich in den
Genuss mein tägliches Lauftraining auf die mitunter schönsten Strecken
des Landes verlagern zu können.
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Sowohl bei Sonne ... |
... als auch bei Regen. |
Von Cape Town aus blieb es mir und meiner jeweiligen Laune
überlassen, welchen der umliegenden Gipfel ich bezwingen wollte. Zur
Auswahl stand der alles überragende Tafelberg mit seinen zerklüfteten
Schluchten und Anstiegen, die im wahrsten Sinne des Wortes
atemberaubende Bergläufe versprachen, sowie der etwas kleinere Lionshead,
der gleich neben dem Tablemountain frech in die Landschaft ragt und
einen geradezu herausfordert, bereits vor dem Frühstück hinaufzulaufen
und einen morgendlichen Blick über die noch verschlafene Metropole zu
werfen.
Wie auch immer ich mich entschied, die Laufausflüge wurden meist zu
unvergesslichen Erlebnissen und oft plante ich während des
Morgentrainings schon meinen Abendlauf.
Solcherart motiviert ließ ich es mir natürlich nicht nehmen an Cape
Towns Hausmarathon teilzunehmen. Der Two |
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Two Oceans Finish |
Oceans Marathon ist nicht nur laut Veranstalter einer der schönsten
Ultraläufe der Welt. Auf einer Streckenlänge von 56 Kilometern läuft man
vom Indischen Ozean zum Atlantischen und überquert dabei die malerischen
Bergstrassen der Umgebung. Insgesamt weist die Strecke etwas mehr als
600 Höhenmeter auf und wird unter der Sonne Süd Afrikas zu einem
schweißtreibenden Lauferlebnis.
Ich bewältigte den Lauf dann in genau 4 Stunden und 30 Minuten und war
mit einem durchgehenden Kilometerschnitt von unter 5 Minuten sehr
zufrieden.
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Natürlich stellte ich mich auch Süd Afrikas bekanntestem und
härtestem Rennen, dem Comrades Marathon. Der Comrades führt über 89
Kilometer von Durban nach Pietermaritzburg und wird jährlich abwechselnd
entweder als „up run“ oder als „down run“ gelaufen. Die
Strecke bleibt zwar immer gleich lang, die ansteigenden Höhenmeter
unterscheiden sich jedoch sehr.
Ich hatte natürlich das spezielle Vergnügen meinen ersten Comrades
Marathon als „up run“ zu bestreiten und vom am Meer liegenden Durban
hinauf nach Pietermaritzburg zu laufen. Der Streckenverlauf führt
zunächst durch die hügelige Landschaft des Zululandes, die den
bezeichnenden Namen „1000 Hills“ trägt und endet, nach etwas mehr als
zwei Marathondistanzen sowie 1650 absolvierten Höhenmetern, schließlich
in der hübschen Kleinstadt von Pietermaritzburg. Aufgrund der vielen
Kurven ist die Strasse sonst natürlich auch eine beliebte
Motorradstrecke.
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Comrades finish |
Obwohl ich mein Motorrad selbstverständlich nicht zur Hilfe nahm
finishte ich den Bewerb in 8 Stunden und war mit einem Schnitt von 5 :
30 Minuten pro Kilometer recht glücklich. |
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Neben unzähligen schönen Momenten konfrontiert einen jede Reise
natürlich genauso mit weniger freundlichen Dingen....so wie an jenem Tag
im Mai.
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Xenophobic Violence - Süd Afrika im Schatten der
Gewalt |
Das Wetter in Cape Town war angenehm warm und überraschend windstill für
einen Herbsttag. Ich kam gerade von meinem morgendlichen Trainingslauf
zurück und meine Stimmung war perfekt. Ein ruhiges Wochenende lag vor
mir und ich hatte an jenem Freitag im Wesentlichen noch zwei Dinge vor.
Zuerst wollte ich gemütlich an der Waterfront einkaufen gehen und sehen,
ob ich nicht vielleicht eine Reserve Batterie für meine Digitalkamera
bekommen könnte und später, gegen Abend, hatte ich vor nach
Bluebergstrand zu fahren um mit meinen Freunden eine kleine Barbeque
Party zu veranstalten. Da klingelte das Telefon. Es war eine
Freundin, die sich mit anderen freiwilligen Helfern gerade in einem
Gemeinschaftszentrum am Rande eines Townships eingefunden hatte um den
vertriebenen und flüchtenden Menschen, die dort verzweifelt Zuflucht
suchten, zu helfen.
Da ich Französisch spreche brauchten sie mich dringend als Übersetzer
und zu dem Zeitpunkt hatten sich bereits mehr als 400 Flüchtlinge in der
kleinen Halle eingefunden. Viele davon waren politische Flüchtlinge aus
dem Kongo und sprachen daher kaum ein Wort Englisch. Es war also das
passiert, was hier in Cape Town noch gestern kaum jemand für möglich
gehalten hatte. Die Welle von gewaltsamen Attacken gegen Ausländer hatte
sich von den Townships in Johannesburg innerhalb einer Woche über fast
das ganze Land bis ans Kap ausgebreitet.
Bis vorgestern war Cape Town das friedvolle Model für das Zusammenleben
von Menschen aller Kulturen und Religionen gewesen und heute fliehen die
Menschen zu Tausenden aus den Townships der ganzen Stadt und suchen
Schutz vor raubenden Schlägern.
Gegen Mittag erreichte ich eilig das Gemeinschaftszentrum am Rande
des Townships von Du Noon und mir bot sich sofort ein Bild aus Leid und
Verzweiflung. |
Das Elend, welches sich einem offenbart wenn Menschen auf der Flucht
sind, ist leider überall gleich. Hastig mitgenommenes Hab und Gut liegt
kreuz und quer verstreut in der Gegend herum, schwangere Frauen sitzen
am Boden und weinen während sich Menschen um Wasser und Lebensmittel
anstellen. Einzig die Kinder flüchten in ihre eigene Welt von
Unbeschwertheit und beschäftigen sich in all der Tristesse zumeist mit
einem Ballspiel.
Salut mes amis, ca va? Meine Frage blieb unbeantwortet und die
Männer wendeten sich von mir ab. Erst so langsam, als wir durch unseren
Einsatz etwas Ordnung in den Ablauf gebracht hatten, begannen sich die
Menschen uns anzuvertrauen.
Jean, ein etwa 35 jähriger Kongolese aus Kinshasa machte den Anfang. Er
sagte:“ Alles was wir hatten, haben sie zerstört. Unsere Hütte wurde
einfach angezündet und wir konnten gerade noch flüchten. Wären wir nicht
sofort aufgewacht, wären wir jetzt tot." Dabei deutete er auf seine
Frau und zwei Kinder.
Wie viele andere aus seiner Heimat musste er vor Kabilas Terror aus der
DRC flüchten und endete schließlich als Asylant im Sinne der UNHCR in
Süd Afrika. In aller Verzweiflung machte er seine Lage deutlich und
sprach dabei für viele: “Was sollen wir tun? Gehen wir zurück in den
Kongo werden wir getötet, gehen wir zurück in die Townships so verbrennt
man unsere Hütten!“ Angesichts des tragischen Schicksals dieser
Flüchtlinge vermochten wir als freiwillige Helfer wohl nur einen kleinen
Teil zur Linderung des Leids beitragen. Doch gerade in solchen Situation
ist jeder spontane Beitrag sehr wichtig. Es war wunderschön zu sehen,
wie viele Freiwillige aus der Umgebung die Menschen mit selbst zur
Verfügung gestellten Nahrungsmitteln, Zahnbürsten, Decken und Kleidung
versorgten und ihnen ganz deutlich das Gefühl |
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gaben in Cape Town willkommen zu sein. Innerhalb von 3 Stunden gelang es
mit vereinten Kräften die anwesenden Menschen auf Listen zu
registrieren, in einer Telefonzelle einen behelfsmäßigen Waschraum für
Mütter mit Kleinkindern einzurichten sowie eine improvisierte
Verpflegungsstation aufzubauen.
Die meisten der Menschen hatten seit dem Vortag nichts mehr gegessen.
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Mit dem Einbruch der Dunkelheit war zumindest der Hunger besiegt und
für einen kurzen Moment kehrte auch ein wenig zuversichtlichere Stimmung
im Lager ein. Leider nicht für sehr lange. Mehr als zweihundert Menschen
waren neu angekommen und verlangten Einlass. Sie fuhren am Morgen in die
Arbeit und in ihrer Abwesendheit wurden einfach ihre Hütten
niedergebrannt. Viele erfuhren diese Neuigkeiten von Nachbarn per SMS,
mit dem „guten Rat“ nie mehr wieder zu kommen.
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Zusätzlich bereitete uns die hereinbrechende Nacht noch andere Sorgen.
Wie sicher war das Gemeinschaftszentrum in dem wir uns alle aufhielten,
bzw. wer sorgte sich morgen und danach um die Sicherheit und
unmittelbare Zukunft der Menschen?
Die Fragen, die uns in jener Nacht beschäftigten, sollten noch länger
unbeantwortet bleiben. Am nächsten Tag traf zwar die Polizei mit
Autobussen der Stadtverwaltung ein und brachte die Menschen in sichere
Flüchtlingslager, die Situation und die damit verbundene humanitäre
Katastrophe ist jedoch weiterhin allgegenwärtig und in keiner Weise
gelöst.
Was war geschehen, und vor allem, warum ist es geschehen ? Um das
zu beantworten ist es wichtig einen Rückblick auf die politische und
soziale Entwicklung des neuen Süd Afrikas zu werfen. Während der mehr
als 30 Jahre andauernden Politik der Apartheid und besonders im Verlauf
der blutigen Unruhen der frühen 90er Jahre boten fast alle umliegenden
Staaten Asyl für politische Flüchtlinge aus Süd Afrika. Darunter waren
Nelson Mandela und viele andere, die das demokratische Süd Afrika
aufgebaut haben.
Die politische und soziale Situation hat sich seit der Wende auf sehr
positive Weise entwickelt. Der Staat besitzt eine der liberalsten
Konstitutionen der Erde und sieht es als seine Pflicht an Menschen
Zuflucht zu bieten, die politisch verfolgt werden.
Als stärkste Industrienation Afrikas und als Rechtstaat im eigentlichen
Sinne ist die Republik Süd Afrikas oft auch der einzige
Anlaufpunkt für Flüchtlinge aus den krisengeschüttelten Ländern der
Umgebung wie Simbabwe und der DRC.
Auf diesem Prinzip der brüderlichen und nachbarschaftlichen
Verbundenheit beruht auch die Integration von Flüchtlingen in Süd
Afrika. Flüchtlinge und Einwanderer werden umgehend in die
Gemeinschaften aufgenommen und leben und arbeiten unter den bereits
ansässigen Menschen.
Damit ist das Integrationssystem des neuen Süd Afrika weltweit
einzigartig. Es gab bis jetzt keine Flüchtlingslager und Ghettos im
eigentlichen und negativen Sinn. Die Menschen unterschiedlichster
Herkunft und Religion lebten als Nachbarn meist friedlich nebeneinander
und Sprachbarrieren wurden durch das multikulturelle Zusammenleben
schnell beseitigt.
Das galt sowohl für die Townships(Armenviertel) als auch für
mittelständische urbane und suburbane Lebensgemeinschaften.
In den Armenvierteln der Großstädte manifestierte sich jedoch
schon seit geraumer Zeit eine andere Realität. Absolute Armut hält
beinahe 50% der Einwohner Süd Afrikas in den Townships gefangen
und raubt ihnen den letzten Funken Hoffung auf ein normales Leben. Dort
wo die ausländerfeindlichen Attacken ihren Ursprung gefunden haben wird
der Nährboden für Hass und Gewalt sehr schnell deutlich sichtbar. Die
überbevölkerten Townships von Alexandra und Rhamaphosa gleichen einem
Armenhaus im Elendsviertel und so gut wie alle die dort leben, wissen
nicht ob sie am nächsten Tag zu essen haben werden oder nicht.
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Armut und Verzweiflung sind seit jeher der schlimmste Nährboden für
Hass. Dazu geht Gewalt meist den Weg des geringsten Widerstandes.
Wer immer in Alexandra den ersten Stein geworfen hat war sich vielleicht
dessen nicht voll bewusst, doch er hat damit ein Ventil geöffnet,
welches Verzweiflung und Angst in blinde Gewalt umwandelte, die sich
darauf am schwächsten Teil der Gesellschaft entladen hat. Im
gegenwärtigen Fall an den Flüchtlingen, Asylsuchenden und Ausländern.
Verschärfend in dieser Situation wirkte sich die Neigung der Menschen
zum Handeln im Kollektiv aus, ein Charakteristikum für traditionelle
afrikanische Gemeinschaftsformen, welches nicht unwesentlich zur
schnellen Ausbreitung der Unruhen beigetragen hat.
In einer Dorf oder Stammesstruktur wurde und wird immer vom Chef für
alle entschieden. Das Individuum hat mit seinen Interessen stets hinter
die Interessen der Gruppe zu treten und der ältere, mächtigere oder
stärkere Anführer verkörpert das Gesetz. In Gabon ist es beispielsweise
üblich, dass im Zweifel über eine rechtliche Streitigkeit der Ältere der
beiden Parteien Recht bekommt. Das Prinzip solcher Rechtsprechungen
beruht auf überliefertem Stammesrecht, von dem Teile, ähnlich des
Römischen Rechts in Europa, in gegenwärtige Gesetzgebungen und
Umgangsformen aufgenommen wurden. Genauso folgen die Menschen natürlich
dem Vorbild des Anführers. Was er macht, wird in keiner Weise in Frage
gestellt. Diese Verhaltensweise ist allerdings keinesfalls als rein
Afrikanisch anzusehen...
Der obengenannte Ansatz kann natürlich niemals den einzelnen Gewalttäter
in seiner Schuld entlasten, er hilft vielmehr zu verstehen warum auf
einmal Tausende Menschen bereit waren, ihnen unbekannte Opfer zu töten
oder sie zu vertreiben.
Unter Berücksichtigung dieser ökosozialen Hintergründe wird jedoch auch
deutlich, dass die Ursachen der erfolgten Gewalttaten nicht von heute
auf morgen entstanden sind.
Das volle Ausmaß der größten humanitären Katastrophe im neuen Süd
Afrika war wohl von niemanden wirklich absehbar. Warnende Anzeichen wie
grassierende Armut, überbevölkerte Townships und ausufernde Kriminalität
sind aber seit langem erkennbar gewesen und wurden teilweise nicht
ausreichend adressiert.
Für Süd Afrika und auch den Rest der Welt wird es nun wichtig sein die
Ereignisse der letzten Tage und Wochen als Alarmsignal auf höchster
Stufe zu erkennen und von nun an vor allem rechtzeitig und angemessen zu
handeln. Armut und den dazugehörende Teufelskreis aus Verbrechen,
Drogen, Gewalt und HIV gibt es überall auf der Welt. Das darf nicht
toleriert und als Problem von Randgruppen oder Entwicklungsländern
angesehen werden.
Illegale und kriminelle Einwanderer dürfen nicht mit politischen
Flüchtlingen verwechselt werden und Asylsuchende müssen unter Mithilfe
aller wieder in die Gemeinschaften integriert werden.
Geschätzte 3 Millionen Menschen flüchteten aus Simbabwe über die Grenze
nach Süd Afrika. Die Tatsache, dass sich viele der Menschen, aus Angst
vor erneuter Verfolgung und Mangel an Information, vor den Behörden
versteckt hielten machte die Situation nicht einfacher. In den meisten
Fällen würde ihnen ein offizieller Flüchtlingsstatus zustehen.
Hier wird es, neben gezielter Aufklärung, wichtig sein die Entwicklungen
im Nachbarland nicht passiv zu verfolgen, sondern mit allem politischen
Einsatz für korrekte und demokratische Neuwahlen zu sorgen. Solange Süd
Afrika Toleranz für Robert Mugabes Regime zeigt, wird die Opposition nie
in die Position kommen Simbabwe zu regieren. Nicht einmal wenn die
Wahlen eigentlich gewonnen werden, wie es bereits einmal in diesem Jahr
der Fall war. Unter diesen Voraussetzungen wir niemand freiwillig zurück
nach Simbabwe gehen und Süd Afrika wird weiterhin durch die humanitären
Folgen belastet ohne sinnvoll zu einer Änderung der Situation
beizutragen.
Ein weiterer wichtiger Schlüssel zur Reform liegt in Süd Afrikas
Wirtschaft. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern besitzt das Land die
Rohstoffe und das Know How sie auch am eigenen Sektor einzusetzen. Die
Industrie muss durch Importregelungen mit ihren heimischen Produkten am
eigenen Markt wieder überlebensfähig gemacht werden.
Das Sterben vieler Produktionsstätten führte bereits zu einer
Arbeitslosenrate von inakzeptablen 40% und der damit einhergehende
Wegfall vieler Konsumgüter ist ein weiterer logischer Schritt in die
Abhängigkeit vom Import aus dem fernen Osten.
Süd Afrika erwirtschaftet nicht nur mehr als 25 Prozent des gesamten
Afrikanischen Wirtschaftsvolumens, es hat auch eine immer wichtiger
werdende ökonomische Vorbildrolle für den ganzen Kontinent. Die rapiden,
weltweiten Anstiege von Nahrungsmittelpreisen stellen speziell für
Afrika eine scharfe Bedrohung dar und momentan ist zu befürchten, dass
selbst in Süd Afrika die jüngsten Warnungen der Ernährungs- und
Agrarkonferenz in Rom bald Realität werden könnten.
UNO Generalsekretär Ban Ki Moon verlautbarte am Ernährungsgipfel in Rom,
dass die weltweite Nahrungsmittelproduktion bis 2030 um 50% ansteigen
müsse um den künftigen Bedarf zu decken.
Wie zu erwarten war, werden jene Länder, deren Märkte sich in zu große
Abhängigkeit von Importprodukten begeben haben die drohende und teils
bereits imminente Ernährungskrise besonders stark spüren. Ein Blick auf
die politische Weltkarte unterstreicht dies mit unmissverständlicher
Deutlichkeit. Der Preis für ein Barrel Rohöl kletterte bereits auf über
130 US Dollar und weitere Anstiege sind aufgrund der instabilen Lage im
Nahen und Mittleren Osten jederzeit möglich. Die Weltbank quantifizierte
den globalen Preisanstieg für Lebensmittel innerhalb der letzten drei
Jahre mit 83 Prozent.
Die extremen Anstiege in den Treibstoff und Transportkosten heben
allerdings nicht nur weltweit die Preise von Nahrungsmitteln, sie haben
auch eine wesentliche Auswirkung auf ihre Erzeugung. Um dem wachsenden
Bedarf an biologischen Treibstoffen nachzukommen werden immer mehr
landwirtschaftliche Flächen zum Anbau entsprechender Agrarprodukte
verwendet. Die dadurch reduzierte Verfügbarkeit von Nutzflächen für den
nachhaltigen Anbau anderer Produkte führt bereits zu
Lebensmittelknappheiten und hebt die Preise weiter.
Der in Rom prognostizierte Preisanstieg für alleine den Zeitraum 2008
beläuft sich auf 43%!
Europa und der Westen werden die Auswirkungen dieser Krise
aufgrund des allgemeinen Wohlstandes etwas gedämpfter spüren. Für
Entwicklungsländer können und werden die drohenden Preisanstiege jedoch
eine existenzbedrohende Gefahr darstellen.
Ein libanesischer Bekannter von mir betreibt ein kleines
Lebensmittelgeschäft in Cape Town.
Dort bezahle ich für einen Leib Brot nun 12 ZAR anstatt von 6,5. Der
Preisanstieg von fast 100 Prozent erfolgte innerhalb eines Monats.
Ähnlich verhält es sich mit vielen anderen Grundnahrungsmitteln und
außerdem selbstverständlich Treibstoff.
Für jene Menschen, die ohnehin bereits an der Armutsgrenze leben
bedeutet die Differenz von 6 Rand, also rund 50 Euro Cent, jedoch den
Unterschied ob sie zu essen haben oder nicht.
Die jüngsten Ereignisse in Süd Afrika forderten mehr als 60
Menschenleben und jede dieser Gewalttaten, sowie das Leid, das sie
über weite Teile einer ganzen Nation gebracht haben ist unfassbar und
unentschuldbar. Doch seien wir vorsichtig und lassen wir uns nicht dazu
verleiten das Geschehene als rein lokale Problematik einzustufen.
Armut und Hoffnungslosigkeit sind in Zeiten zunehmender Globalisierung
ein internationales Problem geworden und ihre Bekämpfung ist eine
Aufgabe die für alle Staaten Priorität haben muss. Nur so kann
eine Katastrophe, wie sie hier gerade geschehen ist, in Zukunft woanders
verhindert werden!
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Die Vision und die Opfer von Menschen wie Nelson Mandela, Steve Biko und
Bischof Desmond Tutu dürfen nicht in Vergessenheit geraten und nie zuvor
hatten die Worte aus Mandelas Rede zur Gründung der Nation eine solch
notwendige Bedeutung wie heute.
>Never ,never and never again shall it be that people in this
beautiful land will again experience the oppression of one by another……<
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Die
Vorbereitung zur nächsten Etappe und der Verlauf der weiteren Reise |
Aufgrund reger weltpolitischer Entwicklungen sowie auswärtiger
Interventionen im Nahen und Mittleren Osten, die zumindest vorübergehend
nicht zur Demokratie - dafür aber zu Instabilitäten - führten, waren die
Routenoptionen meiner Rückreise relativ eingeschränkt und die allgemeine
politische Großwetterlage sehr gespannt.
Eine der wichtigsten bürokratischen Änderungen, die mich bei der
Vorbereitung meiner nächsten Etappe betreffen sollte, war eine
Gesetzesnovelle der Russischen Föderation bezüglich ihrer Visa Erteilung
im Ausland. Seit Sommer 2007 ist eine Ausstellung des Sichtvermerks
grundsätzlich nur mehr an der, für das Heimatland des Betroffenen,
zuständigen konsularischen Vertretung möglich.
Als Ausnahmen können fremde Staatsbürger mit dauerhaftem Wohnsitz im
Ausland gelten, sowie Personen, in deren Fall die Erteilung des
Sichtvermerks einem international anerkannten Zweck dient bzw. im Sinne
der Russischen Föderation liegt.
Außerdem werden Russische Visa mit längerem Gültigkeitszeitraum
prinzipiell nicht für Inhaber sogenannter Not oder Temporärpässe
ausgestellt. Theoretisch können Ausnahmen bestehen, aber nur sofern die
Gültigkeit des Passes jene des Visums um mindestens 6 Monate überdauert.
Mein Temporärpass aus Los Angeles wurde in der Botschaft von Cape Town
nicht akzeptiert und das Ziel, ein für 90 Tage gültiges Russlandvisum
für die geplante Rückreise über Vladivostok nach Europa zu beantragen,
sollte mich in den kommenden Monaten vor einige interessante und
spannende Planungsaufgaben stellen.
Zunächst brauchte ich einen neuen Pass. Das Ansuchen um einen
Reisepass mit 10 jähriger Gültigkeit ist außerhalb von Österreich jedoch
nicht ganz einfach. Hierzu muss neben dem längeren Aufenthalt im Ausland
auch ein ausreichender Bedarf vorliegen. Ferner müssen, so wie auch in
Österreich, Staatsbürgerschaftsnachweis und Geburtsurkunde im Konsulat
persönlich vorgelegt werden.
Durch meine Mission für UNICEF, sowie den Einreisestempeln von rund 30
Ländern im alten Pass, stand zwar meine Reiseabsicht und der
darausfolgende Bedarf eines neuen Reisepasses ausreichend fest, die
Ausstellung dauert aber zwischen 6 und 9 Wochen und die notwendigen
Papiere mussten erst aus Österreich kommen.
Zusätzlich war es nun wichtig mein Touristenvisum für Süd Afrika in eine
temporäre Aufenthaltsbewilligung umzuwandeln. Dieses Ansuchen hat eine
Bearbeitungszeit von etwa 6 Wochen und muss beim zuständigen Department
des Innenministerium vorgebracht werden. In der Regel wird diesem
Ansuchen stattgegeben, ein Anspruch darauf besteht jedoch nicht.
Ich war zum Glück erfolgreich und bereits;) nach 2 Monaten hielt ich
meine Bewilligung für 6 Monate in der Hand. Selbstverständlich ist
dieses Permit mit einer Nummer und einem Datum versehen und genau diese
Daten sind für das Ansuchen um andere Bewilligungen wie Visa und
Reisepässe zwingend notwendig. Auf ihnen beruht die Grundlage für die
betreffende Behörde, ob und wie lange man sich legal im Land befindet.
Nach weiteren 6 Wochen bekam ich meinen neuen Reisepass aus
Österreich.
Mit einem brandneuen Reisedokument, einer Aufenthaltsgenehmigung für 6
Monate sowie einem Empfehlungsschreiben von UNICEF machte ich mich nun
daran die Russen zu überzeugen mir ein Visum zu erteilen. Diese Aufgabe
sollte sich jedoch nicht als ganz einfach erweisen.
Auch mit einem Residence Permit für Süd Afrika, so bemerkte der Konsul
scharfsinnig, war ich natürlich kein Süd Afrikaner und das müsste man
bedenken. Außerdem konnte ein Visum für Humanitäre Zwecke und einer
Gültigkeit von zumindest 3 Monaten, nur mit Einladungsschreiben des
Außenministeriums in Moskau erteilt werden.
Obwohl ich bereits ein Einladungsschreiben von UNICEF Russland hatte,
müsste dieses trotzdem zuerst im Original an das zuständige Ministerium
in Russland gesendet werden. Dieses würde das Ansuchen dann innerhalb
von 10 Arbeitstagen prüfen und im Fall einer positiven Entscheidung ein
Telex nach Cape Town schicken. Sobald dieses Telex im Konsulat ankommt,
so versicherte mir der Beamte, würde ich aufgrund der
Außergewöhnlichkeit meines Anliegens das Visum erhalten.
Er gab außerdem zu bedenken, dass es aufgrund der schlechten Strassen
gar nicht möglich wäre ein Motorrad durch Sibirien zu fahren und ich
verrückt sein müsse. Darauf schüttelten wir uns die Hand und zwei Wochen
später bekam ich schließlich meinen Sichtvermerk. Als ich darauf fragte
wie viel ich denn bezahlen müsste, antwortete der Konsul:“ Gar nichts,
wir entschuldigen uns für die Verzögerung und wünschen ihnen viel Glück
bei ihrem Abenteuer“. Damit war meine Weiterreise gesichert, ich bekam
90 Tage Aufenthalt mit zwei mögliche Einreisen.
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Nach Überwindung der bürokratischen Hürden erwartete mich nun der
eigentliche organisatorische Schwerpunkt der Weiterreise. Ich musste
meinen Flug sowie den Transport des Motorrades nach Korea fixieren, was
aber ohne definitive Zusage des Russlandvisums bisher nicht möglich war.
Das Motorrad kam bereits aus Los Angeles mit deutlicher Verspätung in
Cape Town an und brauchte statt 38 Tagen schließlich 64.
Solche Verzögerungen sind im internationalen Schiffsverkehr immer
möglich und je früher man ein fixes Datum für den Transport angeben
kann, desto eher kann der Frachtagent Linien auswählen die den Zielhafen
möglichst direkt anlaufen. Im Endeffekt hatte ich genau ein Monat vor
meiner letztmöglichen Abreise das Visum im Reisepass und konnte noch
Seefracht auf einer relativ direkten Linie nach Busan/Korea buchen. Das
Motorrad sollte nun 30 Tage unterwegs sein und um den 1. Juli in |
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Zurück in Süd Africa |
Korea ankommen. Meinen eigenen Flug nach Seoul konnte ich schließlich
gerade noch für den 22. Juni buchen, einen Tag vor Ablauf meiner
Aufenthaltsgenehmigung in Süd Afrika.
Solche Verzögerungen sind im internationalen Schiffsverkehr immer
möglich und je früher man ein fixes Datum für den Transport angeben
kann, desto eher kann der Frachtagent Linien auswählen die den Zielhafen
möglichst direkt anlaufen. Im Endeffekt hatte ich genau ein Monat vor
meiner letztmöglichen Abreise das Visum im Reisepass und konnte noch
Seefracht auf einer relativ direkten Linie nach Busan/Korea buchen. Das
Motorrad sollte nun 30 Tage unterwegs sein und um den 1. Juli in Korea
ankommen.
Meinen eigenen Flug nach Seoul konnte ich schließlich gerade noch für
den 22. Juni buchen, einen Tag vor Ablauf meiner Aufenthaltsgenehmigung
in Süd Afrika. |
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Auf dem Weg nach Korea |
Um mit dem Motorrad über den fernen Osten nach Russland einzureisen,
stellt Korea einen guten Ausgangspunkt dar. Das Land ist kulturell
hochinteressant und stellt zudem noch einen hervorragenden
Verkehrsknotenpunkt dar. Neben zahlreichen Flug und Schiffsverbindungen
betreibt Korea auch eine Fährverbindung mit Russland. Diese Autofähre
verkehrt einmal wöchentlich und ist eine gute Möglichkeit mit seinem
Motorrad gemeinsam in Russland einzureisen.
Nachdem das Bike hoffentlich einigermaßen zeitgerecht in Korea
angekommen ist, werde ich mit der Autofähre nach Russland übersetzen und
in Vladivostok die letzte große Etappe meiner Weltumrundung beginnen.
Vom Pazifischen Ozean zurück nach Europa, oder rund 15000 Kilometer von
Ost nach West.
Die von mir geplante Route folgt zu einem großen Teil dem Verlauf der
Transsibirischen Eisenbahn. Ursprünglich wurde neben der Bahn eine
Strasse angelegt die dem Bau und der Reparatur der Schienen dienen
sollte. Die Strasse existiert immer noch und die Bemühungen der
Russischen Regierung sie vollständig zu asphaltieren werden
voraussichtlich irgendwann in den nächsten Jahren zum Abschluss
kommen. Diese Strecke führt über rund 8000 Kilometer durch einsame und
karge Sibirische Tundra und etwa 1800 Kilometer davon sind Erdpiste, die
abhängig von der Wetterlage, mitunter auch schwierig zu befahren sein
kann. Nach insgesamt etwa 12000 Kilometern werde ich, so Gott will,
schließlich den Ural erreichen, das Tor zu Europa.
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Ich möchte nun mit einem sehr herzlichen Gruß verbleiben
und allen meinen Freunden, Interessierten und Lesern einen angenehmen
Sommerbeginn wünschen.
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Vor nicht allzu langer Zeit stieß ich zufällig auf die Zeilen des
folgenden Gedichtes und möchte sie nun gerne meinem sommerlichen Gruß
beifügen.
I’D PICK MORE DAISIES…..
If I had my life to live over again. I’d try to make more mistakes the
next time. I would relax. I would limber up. I would be silier than I
have been this trip.
I know of a very few things I would take seriously.
I would take more trips. I would climb more mountains, swim more rivers
and watch more sunsets. I would do more walking and looking. I would eat
more ice cream and less beans.
I would have more actual problems and fewer imaginary ones.
You see, I am one of those people who lives prophilactically and
sensibly and sanely hour after hour, day after day. Oh, I’ve had my
moments and if I had it to do over again, I’d have more of them.
In fact, I’d try to have nothing else. Just moments, one after another
instead of living so many years ahead each day.
I have been one of those people who never go anywhere without a
thermometer, a hot water bottle, aspirin, a raincoat and a parachute.
If I had it to do over again, I would go places, do things and travel
lighter than I have.
If I had my life over, I would start bare footed earlier in the spring
and stay that way later in the fall. I would go to more dances, I
wouldn’t make such good grades, except by accident.
I would ride on more merry go rounds. I’d pick more daisies…
Nadine Stair, im Alter von 85 Jahren.....
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Interessante Links: |
Text & Fotos:
Felix Bergmeister
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