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Ein Supersport-Motorrad wollten die Bayern bauen. Vom weißen Blatt
Papier weg in nur vier Jahren, und das natürlich als künftige Messlatte
für den geschätzten Mitbewerb. Ambitioniert, sagten die einen.
Größenwahn nannten es andere. Jetzt fehlen angesichts der fertigen
Boden-Boden-Rakete zum Kampfpreis vielen die Worte. (Nicht zuletzt
einigen vom Wechselkurs gebeutelten Japanern.)
Hoch hinaus wollte BMW mit der S 1000 RR und der publizierte
Vergleichstest unserer sportlich ambitionierten Belegschaft zeigte
bereits eindrucksvoll, dass nicht nur die Lufthoheit über dem Stammtisch
im Sturm eingenommen wurde. Wenn die Bayern das Radl allerdings mit
Blinkern und Nummerntaferl ausliefern, muss man auch nachforschen, wie
sich schnöder Alltag mit 193 PS erfahren lässt.
Hoch hinaus also. Das schreit nach einer kleinen Ausfahrt ins
Gebirge. Problemlos gestaltete sich die Anreise; subjektiv waren wir
noch nie so schnell hinter dem Semmering. Dank ABS (diese beiden Worte
richteten sich an Asphaltfreunde, für Enduristen lautet die Einleitung
des Satzes „Trotz ABS“) ist das Fahren auch auf Naturstraßen erträglich,
so sie keine tiefen, losen Schotterstellen aufweisen. Auch Auswaschungen
quer zur Fahrbahn sind wenig erbaulich, die ratlosen Gesichter der mit
glücklich-schmerzverzerrter Mine an der Landmarke des Alpenvereines
eintrudelnden Mountainbiker machen die erlittenen Gesäßprellungen
allerdings mehr als nur wett.
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