Yamaha lässt nach gut acht Jahren Pause eine Legende wieder auferstehen.
Yamaha XT 660Z Tenere
Action zu jeder Zeit, kein Problem für
die Tenere.
Hobbies gibt es viele, jeder hat zumindest eines. Manche Hobbies
begleiten uns fast übers ganze Leben, andere enden damit, dass der
soeben um einige tausend €uro erworbene Modellhubschrauber nach einem 4
Sekunden Flug in Nachbars neuem Mercedes bruchlandet. Motorradfahren und
Reisen heben sich aber von anderen Freizeitbeschäftigungen ab, erstens
sind beide etwas finanzintensiver als etwa Bierdeckelsammeln, und
zweitens erlebt man auch bei kaum einem anderen Hobby in kurzer Zeit
so viel und so intensiv wie bei diesen beiden (ausgenommen Preisschnapsen).
Yamaha versucht nun mit der neuen XT 660Z Tenere, Motorradfahrer in das
Universum von Weltreisenden zu führen und Weltreisenden das
Motorradfahren näher zu bringen.
From dusk till dawn. Tagelange Etappen
nimmt die Tenere mit Gelassenheit.
Ein Motorrad erzählt seine Geschichte
1983 stellte Yamaha die erste Tenere der Öffentlichkeit vor. Ein
Motorrad, gebaut für abenteuerlustige Weltenbummler und die, die es gerne
sein wollten. Die verkaufstreibenden Tugenden der damaligen XT600Z
waren enorme Belastbarkeit von Motor und Fahrwerk, sowie der hohe
Langstreckenkomfort. Neben zahlreichen Weltenbummlern wurde die Tenere
bzw. Super Tenere
auch einige Male erfolgreich bei der Rallye Paris Dakar eingesetzt.
Im Jahr 2008 kommt die Tenere nach gut 8 Jahren Pause in der
mittlerweile dritten Generation erneut auf den Markt. Yamaha bricht beim
neuen Modell nicht mit der Tenere Tradition und verspricht hohen
Fahrspass mit Zuverlässigkeit und Komfort.
Bei der Neuauflage der Tenere wurde Wert darauf gelegt ein Motorrad zu
bauen, mit dem man sowohl in der Stadt als auch in den tiefsten
Steinwüsten Marokkos auf seinen Fahrspaß kommt. Und genau dort wurde die
neue Tenere von uns ausprobiert.
Der erste Kontakt
Die Tenere lässt vom ersten Moment an keine Zweifel offen, dieses
Motorrad wurde konzipiert um die Welt, oder zumindest einen Teil von
ihr, zu entdecken. Rundum mit Kunststoff Protektoren versehen, gibt sie
klar zu verstehen, dass eine Weltumrundung nicht an Ihr scheitern wird.
Und tatsächlich, bei der Präsentation in den Steinwüsten Marokkos legte
ein polnischer Journalist die Tenere bei 70 Sachen ganz grob nieder, an
der Tenere konnte man keine gravierenden Schäden entdecken, lediglich
ein paar kleinere Kratzer an den Protektoren. Kein verbogener Lenker
oder zerstörter Spiegel, kein eingedellter Tank oder Endtopf,
"lediglich" eine gebrochene Hand am polnischen Kollegen.
Neben all
den für eine große Reise sinnvollen Teilen, wie den Protektoren oder dem
Windschild, das auch noch bei einem Topspeed von 175 Km/h einen
hervorragenden Schutz vor Wind, Regen und Staub bietet, wurde nicht auf
die Optik vergessen. Eine wunderschöne schwarze Aluschwinge, schwarze
Speichenräder und ein fesches Heck mit LED Leuchten verleihen dem
Motorrad einen attraktiven Auftritt. Ungewohnt mag für viele noch die
gewagte Front sein - mal sehen wie das Bild der Tenere auf unseren
Strassen im echten Leben
ankommt.
Gaswheely im Einser geht problemlos
Auch wenn es für das potentielle Tenere Klientel wenig bis gar nicht
ausschlaggebend ist, beschert mir das erhobene Vorderrad ein Lächeln im
Gesicht.
Brutale Einzylinderpower darf man sich aber vom 48 PS und 58 NM starken 660ccm
Aggregat bei einem Trockengewicht von 183 Kg nicht erwarten. Auf lange
Gewalttouren getrimmt wurde scheinbar auch der Drehmomentverlauf der XT
660Z. Schön gleichmäßig ohne Löcher oder plötzliche Spitzen,
überfordert der Motor nicht und verzeiht sehr viel.
Für Fahrer, die dann doch gerne etwas mehr hätten, legt Yamaha einen
netten Accessoires Katalog bei, in dem sich hübsche Akrapovic Töpfe
finden, welche die Leistung bei einem wirklich herzerwärmenden Sound
steigern.
Wirklich Mühe gegeben haben sich die Entwickler beim Thema
Spritverbrauch. Mit dem 23 Liter fassenden Tank wird eine Reichweite von
460 Km angegeben, was laut tagelangen Berechnungen von Mag. KOT einen
Durchschnittsverbrauch von 5 Liter/100km ergibt.
Hü Hott - Gaswheely im ersten Gang
funktioniert ohne Probleme.
Yamaha XT 660Z Tenere Video
Arlo wurde aus seinem bäuerlichen
Schweinestall direkt
zur Präsentation nach Tiznit, Marokko geschickt. Kein Moslem
wollte ihm die Hand geben, aber ins Land gelassen haben sie ihn
trotzdem.
Dort angekommen
wurde die Wiederauferstehung einer Legende gefeiert.
Aus Jugendschutzgründen NICHT im Video:
Auch seinem Ruf als Herzensbrecher wurde Arlo wieder gerecht. Er
versuchte sich als Kamelmelker und wunderte sich sofort über
viel Zuneigung der Kamel-"Kuh". Die Kuh entpuppte sich als Bulle
und träumt nun täglich vom weißen Freund aus den Alpen.
Wer sich das Video auf
seinen Computer downloaden möchte, klickt mit der rechten
Maustaste hier und wählt "Ziel speichern unter".
Schnitt: KarolettaLambretta
Videodreh: arlo
Ein gutmütiger Kompromiss - so gibt sich das Fahrwerk der Tenere. Hier mussten die Yamaha Konstrukteure einen Kompromiss
eingehen, da das Fahrwerk sowohl auf asphaltierten Strassen als auch im
Gelände sicher und komfortabel funktionieren soll. Dieser
Kompromiss macht sich aber nur teilweise in Extremsituationen durch ein
durchschlagendes Federbein, oder eine etwas schwammige Fahrweise bei
sehr schnellen Kurvenfahrten bemerkbar. Für normales Reisetempo ist das
Fahrwerk der Tenere gerade richtig dimensioniert und im Sattel freut man
sich über Fahrkomfort. Mit Bravur schlägt sich die Bremsanlage der Yamaha. Milder Druck
des Zeigefingers auf den Bremshebel reicht aus, um die gut 200Kg der Tenere zum Stehen zu bringen. Verantwortlich dafür sind zwei 298mm
Bremscheiben, die von Brembo Doppelkolben-Bremssätteln im Zaum gehalten
werden. Das Hinterrad wird von einer 245mm Bremsscheibe und einer einkolbigen Brembo Bremssattel zum
Stehen gebracht.
Wie immer bei tollen Reiseenduros wird die Sitzhöhe die
Zielgruppe doch deutlich einschränken. Die Wildnis verlangt nach
Federweg und der Federweg verlangt nach Sitzhöhe. 895 mm beträgt diese und man liegt damit auf dem Niveau von anderen "Wüstenschiffen".
Somit wird die Tenere vermutlich hauptsächlich von großen und starken
Männern gelenkt werden. An sämtlichen Bedienelementen wäre es jedenfalls
nicht gescheitert, hier hätten auch Anfänger oder Frauen sofort an der
Leichtgängigkeit und Exaktheit ihre Freude gehabt.
Gebaut um den kleinen Bauernbuben arlo,
die große weite Welt zu zeigen.
Yamaha lässt mit der Tenere nach langer Pause eine Legende wieder
Auferstehen. Man merkt, dass bei der Entwicklung viel Erfahrung und
Herzblut in die Tenere geflossen ist. Selbst Reisemuffel beginnen im
Sattel der Tenere ihre Urlaubspläne umzukrempeln. Gut möglich, dass der
berühmte Satz "...ich hol nur schnell Zigaretten..." in einer Weltreise
endet.
Yamaha XT 660Z Tenere - Zubehör
Hauptständer - sinnvoll wenn man in der Pampa Reifen flicken muss.
Da lacht das Herz - Akrapovic bringt zusätzliche Leistung und einen
herrlichen Sound.
Massiver Motorschutz, für den etwas härteren Geländeeinsatz.
Schutz für den Scheinwerfer.
Für den Weg ins Büro oder um die Welt.
Ich besitze nicht mal so viel um die Boxen zu füllen.