Brutalo fatalo. Motorräder wie alte italienische Sportwagen. Molto potente.
Moto Morini 9 1/2 - Corsaro 1200
Junges Gemüse, über 70 Jahre alt.
Didi Brandl, Geschäftsführer von BLM, lädt die 1000PS Elite Truppe
zum Megastore nach Bruck, um die Moto Morini Modelle 9 1/5 und Corsaro
1200 zu testen. Eine Einladung, die die beiden Halbprofis kot (bekannt
aus zahlreichen Rollerberichten) und arlo (bekannt aus vielen Moped und
Fahrradberichten) nicht ablehnen können. In Bruck angekommen wurden die beiden
rassigen Italienerinnen gleich unsanft unter die Lupe genommen.
Die 9 1/2 wirkt auf den ersten Blick sehr klassisch,
hauptverantwortlich dafür sind die Aluminium Speichenräder und die
Pirelli Phantom Sport Pneus, welche auch auf den Classic
Modellen von Ducati aufgezogen werden. Weitere Eyecatcher der 9 1/2 sind
der nackte Gitterrohrrahmen, die ovale Schwinge, die mächtigen Holme der
Up Side Down Gabel sowie das dezentral montierte Paioli Federbein.
Lässt nur optisch die alte Oma
raushängen.
Die 9 1/2 ist ein richtiger Underdog, wirkt sie optisch gediegen und dezent, täuscht das voll und ganz über ihre
inneren Werte hinweg. 117 PS und 198 kg (trocken) sind eine klare Ansage, die den
Old School
Look während der Fahrt schnell vergessen lässt. Die 9 1/2 fährt sich
wie ein alter italienischer Sportwagen, (obwohl wir noch nie alte
italienische Sportwagen, geschweige denn neue gefahren sind) stark, rau
und ohne elektrische Spielereien. Dieser subjektive Eindruck läßt die 9 1/2
sehr schnell und sportlich wirken.
Der Motor zieht mit 102 NM
mächtig durch und hat über den ganzen Drehzahlbereich, bei einem
herrlich kernigen Sound, ausreichend Kraft zur Verfügung. Etwas ungewohnt ist
lediglich die starke Motorbremswirkung. Dreht man den Hahn allzu schnell
zu, führt das zu unmenschlichen Schmerzen bei männlichen Fahrern. Den
gleichen Effekt kann bei unsachgemäßer Anwendung auch die Bremsanlage
herbeiführen. Die beiden 4 Kolben Bremszangen von Brembo bringen in
jeder Situation die 320 Bremsscheiben ohne Probleme und vor allem mit
einem Fingerzug zum Stehen. Das Hinterrad wird von einer Einkolbenzange
und einer 220er Scheibe im Zaum gehalten.
Klare Klassische Linien machen die 9 1/2
zum Wolf im Schafspelz
Die Sitzposition für Fahrer ist aufgrund des Komfortsitzes und
des breiten Lenkers sehr entspannt. Auch der oder die Sozia sitzt auf
der 9 1/2 sehr entspannt. Somit eignet sich die Morini als Tourenbike, unterstützt wird diese Eigenschaft durch den großen 21 Liter
Tank. Wie die Sitzposition ist auch das Fahrwerk auf Komfort und längere
Touren getrimmt. Diesen Fakt werden etwas beherztere Angaser in
schnellen Kurven bekritteln, da die 9 1/2 dort
an die Grenzen ihres Fahrwerks stößt.
Moto Morini Video
Moto Morini 9 1/2 und Corsaro 1200 werden von kot und arlo durch
die traumhafte Obersteiermark getrieben. Genau die richtige
Location für die beiden hübschen Italienerinnen. Infos gibt's
von Didi Brandl.
Wer sich das Video auf seinen Computer downloaden möchte, klickt mit
der rechten Maustaste
hier und wählt "Ziel speichern unter".
Schnitt: volli
Videodreh: volli
Die Corsaro 1200 liefert auf den ersten Blick einen komplett anderen
Eindruck als ihre Schwester. Scharfe Kanten an Tank und Heck lassen
die Corsaro sehr bullig rüberkommen. Die Termignoni Anlage (bei den
Modellen Competizione und Veloce) und der rote Gitterrohrrahmen lassen
keine Zweifel - dieses Motorrad will nix verbergen, sondern noch bevor
der Zündschlüssel überhaupt eingesteckt ist, seine Gegner einschüchtern.
Die Doppelscheinwerfer prägen sie Gesichtszüge des Piraten, ohne daß man
eine Sekunde an britische Nakedbikes denken würde. Hier wurde das Thema
gänzlich anders interpretiert.
Der Look hält aber - im Gegensatz zu anderen Nakeds - was er verspricht.
140 PS und 123 NM sind nix für Warmduscher und verlangen nach einem
erfahrenen Fahrer. Die aggressive, Supermoto ähnliche Sitzposition beseitigt dann auch die letzten Zweifel, die Corsaro 1200 ist ein
brutaler Naked
Racer, mit dem nicht zu spaßen ist. Zu unvermittelt, zu brutal wird hier
die Kraft auf die Straße losgelassen, als daß man diesen Höllenhund
irgendeinem unerfahrenen Gassigeher mit gutem Gewissen in die Hand geben
würde.
Wirkt und ist sehr böse. Den roten Rahmen muß man nicht
kommentieren, nur anstarren.
Im Fahrbetrieb zeigt die Corsaro gleich was Sache ist. Reißt man
im Einser oder Zweier den Gashahn zu schnell auf, hebt sich ruckartig
und ohne
Verzögerung das Vorderrad Richtung Sonne. Wie auch bei der 9 1/2 hat man
über das gesamte Drehzahlband mehr als ausreichend Kraft zur Verfügung.
Das Fahrwerk ist vorne (Marzocchi) sowie hinten (Sachs), in Zug- und
Druckstufe als auch Vorspannung einstellbar, und auf schnelle motivierte
Kurvenwetzerei ausgelegt. Wem das nicht genug ist, der sollte sich für
die Corsaro 1200 Veloce mit Öhlins Federbein entscheiden.
Etwas
ungewohnt verhält sich die Kupplung der Corsaro. Beim Einkuppeln
verhindert die Anti Hopping Kupplung ein zu schnelles eingreifen der
Motorbremswirkung, was sich in einem etwas ruppig anfühlenden
Kupplungshebel äußert. Die aufrechte Sitzposition in Kombination mit dem sportlichen Sitz
lässt ausschweifende Touren und Autobahnfahrten über 150 km/h nur für
besonders hartgesottene Fahrer zu. Ein Sozius ist zwar vorhanden, dient
aber nur dazu, die frisch Eroberte vom Eisgeschäft nach Hause zu
bringen.
Wunderschöne Details an allen Ecken
und Enden
Die schonungslosen Reporter von 1000PS interessierten sich natürlich
besonders für die Verbesserungen zum alten Modell. Wer sich schon länger mit dem
Thema Moto Morini auseinandersetzt, dem dürfte bekannt sein, dass die älteren
Modelle die eine oder andere Macke hatten. 2008 hat man sich bei Morini
dieser Macken angenommen und sie ausgemerzt, Probleme wie schlechtes
Startverhalten oder Unstimmigkeiten mit der Zündung gehören somit der
Vergangenheit an. Zudem gibt Moto Morini auf alle Modelle 3 Jahre
Herstellergarantie ohne Kilometerbegrenzung.
Die Morini Modelle sind Motorräder für Menschen, denen Emotionen
beim Fahren und ein individuelles Motorrad mehr geben als Zahlen und
Fakten, denen der Spaß am Fahren wichtiger ist als Rundenzeiten und
Beschleunigungswerte. Die Morinis sind keine sterilen Bikes, denen man
jede Form von Eigenleben entfernt hat, diese Bikes leben - und wie!
Moto Morini 9 1/2
Motor:
87° V2 4 Ventile
Hubraum:
1187 ccm
Leistung:
86 kw / 117 PS @ 8.500
Drehmoment:
102 Nm @ 6.700
Kühlung:
wassergekühlt
Antrieb:
6 Gang
Rahmen:
Verlicchi Stahlrohrrahmen
Federung vorne:
50mm Marzocchi USD Gabel
Federung hinten:
Paioli voll einstellbar
Bremse vorne:
4 Kolben Brembo, 2 x 320 mm Scheibe
Bremse hinten:
1 Kolben Brembo, 1 x 220 mm Scheibe
Reifen vorne:
120/70-17
Reifen hinten:
180/55-17
Tankinhalt
21 Liter
Sitzhöhe:
810 mm
Länge x Breite x Höhe:
2170 x 865 x 1120
Gewicht:
198 (Fahrfertig, ohne Sprit)
Farben
Schwarz/silber - Rahmen silber
Rot/silber - Rahmen silber
Schwarz/rot - Rahmen schwarz
Schwarz/silber - Rahmen schwarz
Schwarz/rot - Rahmen roter
Preis
11.995 €
Moto Morini Corsaro 1200
Motor:
87° V2 4 Ventile
Hubraum:
1187 ccm
Leistung:
103 kw / 140 PS @ 8.500 bzw.121 PS bei Avio
Drehmoment:
123 Nm @ 6.500 bzw.109 NM bei Avio
Kühlung:
wassergekühlt
Antrieb:
6 Gang
Rahmen:
Verlicchi Stahlrohrrahmen
Federung vorne:
50mm Marzocchi USD Gabel voll einstellbar
Federung hinten:
Sachs (bzw. Öhlins bei Veloce) voll einstellbar
Bremse vorne:
4 Kolben Brembo, 2 x 320 mm Scheibe
Bremse hinten:
1 Kolben Brembo, 1 x 220 mm Scheibe
Reifen vorne:
120/70-17
Reifen hinten:
180/55-17
Tankinhalt
21 Liter
Länge x Breite x Höhe:
2070 x 810 x 1080
Sitzhöhe:
830 mm
Gewicht:
198 (Fahrfertig, ohne Sprit)
Farben
Schwarz/silber - Rahmen silber
Rot/silber - Rahmen silber
Schwarz/rot - Rahmen schwarz
Schwarz/silber - Rahmen schwarz
Schwarz/rot - Rahmen roter