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Trixi |
Vespa 125 S |
28.08.2008 15:56:00 |
Druck
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Ewige Jugend gepachtet scheinen die Vespas zu haben. Eine der jüngsten, die 125S, schaut den alten aus den Siebzigern und Achtzigern verblüffend ähnlich.
Vespa 125 S
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Kult oder Ikone, das ist hier keine Frage
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Sie ist aber trotz Retro-Look ganz heutig & jung. Besonders
fesch ist sie in Rot. Besonders frech kann man trotz nur knapp mehr als
zehn PS Leistung im Stadtverkehr die Nase vorn behalten und
Lenkraddreher ziemlich alt ausschauen lassen.
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Was man mit einer Vespa alles anstellen kann, das hat man uns in
etlichen Kino-Kassenschlagern anschaulich vorgeführt. Zum Beispiel wie
in „Quadrophenia“ nach Brighton glühen und sich als straight gestylter
Mod mit wild zerzausten Rockern um die Wette klopfen. Oder – das ist
eher was für romantisch veranlagte Gemüter – wie in „Ein Herz und eine
Krone“ à la Gregory Peck und Audrey Hepburn durch Rom kurven,
zwischendurch zum Friseur gehen, zur „Bocca della Verità“ fahren (um
dort die Hand reinzuhalten) und so weiter. Beides Filme, die – um das
Wort wieder einmal zu bemühen – selbst Kult sind und mitgeholfen haben,
die Vespa zum Kult – und zur Roller Ikone schlechthin - zu stilisieren.
Egal, ob mit 50 oder (mittlerweile) 300 ccm.
Wir aber, wir sind weder in Brighton noch in Rom, wir vespisieren in
Wien. Parallelen gibt’s oder vielmehr gab’s zwar – in Bezug auf die
Filme – hier schon: Klopfereien zwischen Mods und anderen Partien hat’s
in den Achtzigern auch gegeben. Friseure gibt’s bei uns ebenfalls sonder
Zahl. Aber es ist halt heutzutage ein bissl blöd, mit der Vespa zum
Hairstyling zu fahren, weil Helmpflicht. Damals, da gab’s die ja noch
nicht. Da hat eine Frisur, wenn sie ordentlich mit Haarspray anbetoniert
wurde, den Fahrtwind eine Weile ausgehalten. Aber jetzt: Helm auf =
Frisur hin.
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10,3 PS sind nicht die Welt, aber bei nur 120 Kilo
Fahrzeug-Gewicht ziemlich stark. |
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Die Vespa 125S schaut ihren Vorgängerinnen aus den
70ern und 80ern stark ähnlich. |
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Also nehmen wir die Vespa, Kult oder Ikone her oder hin, für das, was
man neudeutsch als Commuting bezeichnet, sprich wir bewegen sie im
Alltag, vornehmlich auf Stadt-Terrain. Und das sportlich. Schließlich
ist es die S, und dieses S steht für Sport, erkennbar ist die S am
eckigen Scheinwerfer. Ein Retro-Stil-Element, das nahtlos ans klassische
Outfit der Vorgängerinnen aus den 70ern und 80ern anknüpft. Doch nicht
nur in Bezug auf dieses Detail. Auch die aufgeklebten Gummistreifen
statt der mit Plastik beschichteten Trittbretter und die offenen
Handschuh- respektive Staufächer in der Schürze sind eine Hommage an
frühere Zeiten.
Unsere – knallig rote – Test-Vespa lief in einem verschärften
Zehn-Tage-Programm: täglich mehrmals zwischen zu Hause, zwei
urlaubshalber verlassenen und zu hütenden Wohnungen (Katzen füttern
sowie Blumen gießen) und einer Langzeit-Veranstaltung auf der Donauinsel
hin und her. Das Dreieck Penzing – Leopoldstadt – Donaustadt absolvierte
die Kleine bis zu drei Mal pro Tag. Immer hat ja einer was vergessen,
immer braucht irgendjemand was zu essen oder es steht sonst eine (Boten-)Fahrt
an.
Einige Eindrücke gleich vorweggenommen: Der Anblick der hübschen
Roten macht auch beim x-ten Mal anschauen noch Freude. Seien es die weiß
unterlegten und chromumrandeten Instrumente, sei es das ganze zarte Figürl, sei es das freundliche G’schau. Mucken machte sie gar keine. Und
als Säuferin kann man sie keinesfalls bezeichnen. In zehn Tagen nur
einmal bei der Tankstelle zum Sprit-Auffüllen vorbeischauen ist
schwerstens in Ordnung. Auch wenn sie ausschließlich im Solo-Betrieb
unterwegs war. Auf der Sportsitzbank hätten ohnehin nur die Schlanksten
in der zweiten Reihe Platz nehmen können. |
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Fesch verchromt verblendet ist der Endtopf. Manchmal
muss man den halt polieren. |
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Sonst haben wir ihr nichts geschenkt. Beim ersten Anfahren vermittelt
sie nämlich den Eindruck: „Die geht ja gar nix!“ Der Response aufs Gas
ist zwar prompt, der Antritt jedoch subjektiv nicht. Also dreht man das
Gas sofort auf vollen Anschlag. Da stellt sich dann doch schnell heraus,
dass der erste Eindruck ein wenig trügt. Denn die anderen, die Autos,
sind nach dem Ampelstart ganz schnell ganz klein im Rückspiegel. Diese
Flinkheit verdankt die Kleine wohl ihrem zarten Gewicht, 120 Kilo sind
ja wirklich nicht viel.
Gas bis zum Anschlag ist nicht nur an der Ampel, auch auf der
Stadtautobahn angesagt. Trotzdem wird es kaum passieren, dass die fixen
Tangenten-Fotografen aufblitzen: Die Tacho-Nadel bleibt bei 91 km/h
stehen. Da dürfte nach Abzug der Messtoleranz kaum mehr als der erlaubte
Achtziger übrigbleiben. Trotzdem reicht das für zügiges Vorankommen. |
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Ohne (Plastik-)Klappe kommen die Staufächer aus – so
wie es früher eben war. Der Taschenhaken derpackt verlässlich auch
gewichtigere Einkaufssackerl. |
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Das mit der Zügigkeit erfordert ein wenig Eingewöhnungszeit. Vor allem,
wenn man vornehmlich mit Großrad-Einspurern unterwegs ist. Angesichts
der Kinderwagenradeln – vorne 11-, hinten 10-Zöller – darf man sich
naturgemäß keine überragenden Geradeauslauf-Qualitäten erwarten. Das
bissl Einstands-Eiern hört sich aber schnell auf, und mit der Neigung
zur Kippeligkeit kann man auch bald gut leben. Draufbleiben ist alles,
dann gehen sich auch schöne Schräglagen aus. Als Haupttreffer stellt
sich dafür eine unnachahmliche Wendigkeit heraus. So zirkelten und
tänzelten wir im Stau schöne, enge Kreise um Blechkäfige und
Begrenzungspoller.
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Rot oder Weiß – beide Farben kommen gut. In Schwarz
kann man sie auch haben. |
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Gar nicht bösartig ist das Fahrwerk. Auch nicht auf Kopfsteinpflaster.
Wohl melden die Federelemente jeden Mugl, heftig ins Kreuz treten tut
sie aber kaum. Ein wenig mehr Biss hätten wir uns von den Bremsen
gewünscht. Nicht, dass sie den Dienst verweigert hätten, doch man muss
schon fest am Hebel ziehen, der Druckpunkt für den vorderen Anker ist
einigermaßen soft, der für den hinteren Stopper fast nicht auszumachen.
Aber: sie ist eine Sportlerin und keine Hochleistungsathletin.
Rechtzeitig stehen geblieben sind wir allemal immer.
Hochleistung darf man sich auch vom Stauraum nicht erwarten. Den
Integralhelm muss man mitnehmen. Immerhin passt unter die Sitzbank ein
kleines Picknick-Set. Im Optionenprogramm gibt’s zum Ausgleich einen –
verchromten – Gepäckträger und ein durchaus putziges 32-Liter-Topcase.
Damit das Ganze nicht zu hecklastig wird, zumindest optisch, bietet der
Zubehör-Katalog ein Windschild. Wenn’s dann regnet, bleibt auch der
Oberkörper einigermaßen trocken und nicht nur die Knie. Was serienmäßig
dran ist, sind ein Kickstarter sowie zum Haupt- auch ein Seitenständer.
Gemeinhin wird man sie jedoch auf Zweiteren hieven (was ultraleicht
vonstatten geht). Sie steht dann ganz einfach stabiler, weil der
Seitenständer von selber einklappt. Wäre schade, wenn sie schon beim
leisesten Windhauch zu Boden geht und Kratzer & Beulen kassiert. Das
wäre der bekannt stabilen Werthaltung schwer abträglich. |
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Freundliche Nasenlöcher, eckiger Scheinwerfer,
großzügige Chrom-Zutaten. |
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Für die Kunst der individuellen Inszenierung gibt’s
eine Reihe von Deko-Sets. |
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Vespa 125S –
Technische Daten |
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Motorbauart |
Einzylinder-Viertakt, 2V, SOHC |
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Hubraum |
124 ccm |
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Bohrung x Hub |
57 x 48,6 mm |
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Leistung (homologiert) |
7,6 kW (10,3 PS) @ 8.000 U/min |
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Max. Drehmoment |
9,6 Nm @ 7.250 U/min |
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Starter / Batterie |
Elektrisch, Kick |
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Getriebe |
CVT |
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Kupplung |
Zentrifugal |
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Kühlung |
Luft |
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Rahmen |
Stahlblech |
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Federung vorne |
Mono-Federbein an Einarmschwinge |
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Federung hinten |
Mono-Federbein, Vorspannung einstellbar |
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Bremse vorne |
1 x 200 mm-Scheibe |
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Bremse hinten |
1 x 110 mm-Trommel |
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Bereifung vorne / hinten |
110/70 11; 120/70 10 |
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Radstand |
1.280 mm |
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Länge/Breite |
1.800/740 mm |
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Sitzhöhe |
785 mm |
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Tankinhalt |
8,6 Liter |
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Eigengewicht fahrfertig |
120 kg |
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Top-Speed |
91 km/h |
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| Aktuelle Produktangebote |
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| Gebrauchte Motorräder |
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Text: Trixi Keckeis
Fotos: Trixi Keckeis, Piaggio |
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| 1000ps Data Recording |
Vespa 125 S |
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online seit : 1367 Tagen |
gelesen: 41493 mal |
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| 1000ps Userbewertung für Bike: VESPA 125 Super |
Optischer Eindruck: |
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Technischer Eindruck: |
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Gesamteindruck: |
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| Kaufkraft: |
ein Kauf heuer kommt für 14,29 % der Bewerter in Frage
ein Kauf später kommt für 50,00 % der Bewerter in Frage
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| 1000ps Userbewertung: Vespa 125 S von
Trixi |
Photos: |
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Text: |
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