Alles anders, alles besser. Ein Rennreifen, der auch im Regen funktioniert. Qualifier II.
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Dunlop Qualifier II |
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Zweiter Anlauf |
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Man hat nicht oft das Vergnügen, mit Marco
Simoncelli gemeinsam auf der Rennstrecke zu fahren. Noch seltener
wird man sich darüber freuen können, ihn überholt zu haben. Ich kann es,
denn ich habe es gleich mehrfach getan. Das ist nicht ausschließlich auf
den Leistungsvorteil zurückzuführen, denn ich hatte auf der R1 nicht mal
doppelt soviel PS zur Verfügung, wie er auf seiner Aprilia Dorsoduro.
Wie man sieht, kochen Weltmeister eben auch nur mit Wasser.
Zugegeben, es war nicht leicht und nur mit
dem vollen Vertrauen in das eigene Können, wie in das Material zu
schaffen. An dieser Stelle vielen Dank an mich selbst, an Yamaha und
besonders an Dunlop. Ohne den konstanten Grip, die hohe Stabilität und
die messerscharfe Präzision des neuen Qualifier II hätte ich diesen
Erfolg niemals erreicht.
Qualifier II. Bei diesem Namen werden bei
dem einen oder anderen ernüchternde Gedanken hochkommen. Es ist leider
so: Wenn jemand einen Echten wie Joey Dunlop in der Krone seines
Stammbaums sitzen hat, fehlt es ihm sicher nicht an Glaubwürdigkeit bei
der Vermarktung seiner sportlichen Produkte, vielleicht aber etwas an
Gefühl bei der Benennung selbiger. Denn der Dunlop Qualifier war vom
sagenumwobenen Qualifier in der MotoGP so weit entfernt wie ein Golf GTI
von einem Formel-Rennwagen. Für den sportlichen Einsatz: ja. Für die
Rennstrecke: eher weniger. Als Reisebegleitung: sehr bedingt. |
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Sensation im Anmarsch? Nein, kot im Anmarsch.
Simoncelli kann ihn nicht mehr lange halten. |
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Der schmale Einsatzbereich des Qualifier wurde beim II um ein ganzes
Stück breiter. Am Performance-Ende knüpft seine Leistungsfähigkeit
nun an die des Qualifier RR an, am Sport-Touring-Ende ist der
universelle Roadsmart sein direkter Nachbar. Daß sich die beiden sehr
nahe stehen, ist bedingt durch die neue Entwicklungsweise, dessen erstes
Kind eben jener Roadsmart war. Nach derselben Methodik, deren Prinzip
die Einbeziehung aller Anforderungen an ein bestimmtes Produkt ist,
wurde auch der Qualifier II und die beiden Motocross Reifen Geomax MX31
und MX51 kreiert. Die Multi-Tread Technologie, die einen optimalen Grip
bei einer Schräglage zwischen 35 und 55 Grad gewährleistet, bei gleich
bleibender Stabilität und ohne Einbußen auf die Laufleistung, kommt
ebenso zum Einsatz, wie eine neue Art einer extrem flexiblen Silica-Art. |
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Kleiner Tipp von mir:
Weltmeister immer außen nehmen. |
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Leistungsdiagramm des Qualifier II im Vergleich zu
Roadsmart und Qualifier II.
Von oben im Uhrzeigersinn: Road Handling (Fahrverhalten Straße), Track
Handling (Fahrverhalten Rennstrecke), Dry Grip (Trockengrip), Stability
(Stabilität), Wet Handling (Fahrverhalten auf nasser Fahrbahn), Wet Grip
(Nassgrip), Mileage (Laufleistung) |
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Die Mischungen mit den vielsagenden Namen „Silica A“ und „Silica B“
sind in der Mitte bzw. an den Seiten zu finden. Nicht weniger wichtig
als der Gummi an sich ist das Profil. Ich war ja ehrlich gesagt schon an
einem Punkt angelangt, wo ich dem Profilmuster auf Sportreifen eine rein
modische Funktion zugesprochen hätte. Es muß sexy aussehen, was fährt
ist aber immer noch der Gummi auf der Karkasse. Schwerer Irrtum. Mit dem
Verhältnis zwischen Positiv- und Negativprofil kann man nicht nur die
Wasserverdrängung, sondern auch die Bewegungen des Gummimantels und
somit seine Erwärmung und den Grip an verschiedenen Stellen entscheidend
beeinflussen. Beim Qualifier II ist der Positivanteil an den Seiten viel
höher als in der Mitte, bei mittlerer Schräglage konnte die
Kontaktfläche zum Asphalt sogar um 8% gesteigert werden. Wenn sich jetzt
ein hauptberuflicher Hausstreckenracer fragt, was denn die mittlere
Schräglage sei: Das ist die Lage, in der du dich in 99% deiner
Arbeitszeit befindest, wenn du eben nicht geradeaus fährst. Macht also
durchaus Sinn. |
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Gestestet wurden die Reifen zuerst auf einer
ganz besonderen Teststrecke, die selbst dann unter Wasser steht, wenn es
nicht regnet. Sie wird nämlich ständig bewässert, sodaß sich ein
millimeterdünner Film über den Asphalt legt. Auf nasser Strecke
schwimmst du im Bereich der verdichteten Motorraddynamik. Jedes richtige
Manöver bringt dir ein Vielfaches und jedes falsche bringt dir ebenfalls
ein Vielfaches - an Stürzen. Auf einmal bist du wieder so steif, wie
damals auf der GS500 in der ersten Fahrstunde und du kannst nichts
dagegen machen, außer viele, viele Runden zu drehen und dich irgendwann
daran zu gewöhnen, daß das 200+ Kilo Monster unter dir ständig in
Bewegung ist- und zwar nicht nur nach vorn.
Bei diesen Verhältnissen gingen die Leistungen
der verschiedenen Reifen besonders stark auseinander. Jeder Tropen
Wasser vergrößert den Blick auf jene Unterschiede im Material, die sich
auf trockener Strecke erst in unmittelbarer Nähe zum Limit offenbaren
und das zu erreichen dem Fahrer ein Vielfaches abverlangt. Auf der
Nassstrecke kann man sogar Aussagen treffen, wenn man nicht fahren kann.
Wie immer hatte uns Dunlop nämlich auch die Konkurrenzmodelle zur
Verfügung gestellt, um den Qualifier II nicht nur für sich, sondern im
Vergleich zu anderen beurteilen zu können. Nun war es nicht so, daß ein
Reifen rutscht und der andere nicht. Alle rutschten irgendwann. Der
Qualifier II gab sich allerdings wesentlich berechenbarer, kündigte ein
Fehlverhalten - und das war es in den meisten Fällen - des Fahrers
rechtzeitig an und ließ eine deutlich schnellere Rundenzeit zu. Dunlops
eigener Testfahrer fuhr sogar ganze 4 Sekunden gegenüber dem besten
Mitbewerber heraus und fixierte eine Zeit von 1:15.33. Die Mitbewerber
schienen übrigens schlicht mit A, B und C auf der Zeitentabelle auf. Man
will niemanden schlecht machen, nur zeigen, daß man besser ist. |
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Eher steif. Auf nassem, rutschigem Untergrund verfällt
der Motorradfahrer
in die Embryonalstellung seines Motorradlebens. |
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Wie ein Fisch im Wasser fühl ich mich im Trockenen. |
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Wer mit offenen Karten spielt, der hat nicht nur nichts zu verbergen,
der hat auch nichts zu verlieren. Weil er weiß, DASS er nicht
verliert. Wenn uns Dunlop auf seiner hauseigenen Testtrecke in Mireval/Frankreich
gleich 3 Konkurrenzprodukte, die ganz normal beim Händler erworben
wurden, zum direkten Vergleich hinstellt, dann kann das zwei Dinge
bedeuten: Sie sind entweder sehr von sich überzeugt, oder sehr gut
vorbereitet, oder beides. Auf den Modellen Yamaha R1, Suzuki GSX-R 1000
und Triumph Street Triple waren jeweils 3 verschiedene Reifen aufgezogen
und die wurden im wahrsten Sinne des Wortes aufgearbeitet. 20 Minuten
raus, volles Programm. Wenn man dann zum Luftholen in die Boxengasse
einbog wurden sofort die Motorräder (gleiches Modelle, anderer Reifen)
getauscht und es wurde 20 Minuten weiter gefeuert. So ging das weiter,
bis wir alle Modelle durchgetestet hatten. Dunlop hat keine Gnade mit
den Journalisten. Gut so. Etwas störend war nur ein etwas langsamer,
junger Fahrer auf der Strecke, Marco Simoncelli, der sehr zu kämpfen
hatte. Aber er ist noch jung, er hat noch Zeit. |
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In der Hitze des Gefechts funktionierte der Reifen also so, wie
er funktionieren muß. Man verschwendet einfach keinen Gedanken an ihn,
konzentriert sich auf den Streckenverlauf und auf den Gegner. Bestens
für das eine oder andere Rennstreckentraining. In der Bremszone blieb
das Vehikel sehr stabil, beim Rausbeschleunigen hatte ich ein sehr gutes
Gefühl für die Haftgrenze und daß den ganzen Tag über niemand in der
Horizontalen landete, ist ebenfalls sehr positiv zu bewerten und äußert
ungewöhnlich. Am zweiten Tag stand noch eine kleine Ausfahrt von knapp
100 Kilometer auf dem Programm. Unspektakuläre Straßen, teils schlechter
Asphalt, niedrige Temperaturen. Perfekte Verhältnisse, weil sie das
genaue Gegenteil zum Tag davor darstellten. Hier zeigte sich, daß der
Reifen sehr schnell Betriebstemperatur erreicht und man nicht im
Schneckentempo fahren muß, nur weil der Morgen etwas frisch ist. Man
kann ihm Kühlen einen kühlen Kopf bewahren. Ein Reifen auf einem
sportlich derart hohen Niveau, der es mit
Regen, Hitze und Kälte aufnehmen kann. Was braucht man eigentlich sonst
noch?
Die Haltung von Dunlop hat mich wieder beeindruckt, besonders der
Satz: „Wir haben großen Respekt vor unseren Mitbewerbern. Denn am
Ende des Tages machen sie nichts anders, als wir.“ Nur durch den
beinharten Wettbewerb war eine derart rasante und progressive
Entwicklung der Motorradreifen in den letzten 10 bis 15 Jahren möglich.
Zu Reifen, die praktisch keine Schwäche mehr haben und eine so breite
Leistungsspanne haben, muß man eigentlich
nicht mehr viel sagen. Man sollte sie einfach nur fahren. |
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Lieferbare Dimensionen |
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Vorn |
Hinten |
| 130/70 ZR 16 (61W) TL |
160/60 ZR 17 (69W) TL |
| 120/60 ZR 17 (55W) TL |
170/60 ZR 17 (72W) TL |
| 120/70 ZR 17 (58W) TL |
180/55 ZR 17 (73W) TL |
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190/50 ZR 17 (73W) TL |
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190/55 ZR 17 (75W) TL |
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200/50 ZR 17 (75W) TL |
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Interessante Links:
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Text: kot
Fotos: kot, Dunlop |
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