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Trixi |
Kawasaki VN 1700 |
12.05.2009 |
Druck
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Neue Eisen zum Gleiten von Kawasaki: Die VN1700 gibt’s als Classic, Classic Tourer oder Voyager.
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Kawasaki
1700er Cruiser |
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Trittbrett-Fahrer |
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Kawasaki will die Schwereisen-Abteilung nicht
mehr kampflos den Amerikanern überlassen. Man liefert eine frische,
mächtige Cruiserin in drei Variationen: als Puristin, die nach
Customizing schreit, als seitlich bekofferte, mit Windschild bewehrte
Tourerin und als voll ausgestattete Luxus-Dampferin, deren Lichter-Front
und Stauraum so manchen vierrädrigen Roadster vor Neid erblassen lassen
könnte.
Entschleunigung ist angesagt. Auf öffentlichen Straßen. Nicht, weil wir langsam(er und) älter werden, sondern weil die Sheriffs immer
unerbittlicher einschreiten, schon lächerliche 5 km/h überm Limit in
sofort zahlbare „Gutscheine“ ummünzen. Mit scharfer Performance steht
man mittlerweile immer und überall beidbeinig im Kriminal. Aber deshalb
gleich auf den Genuss einspurigen Reitens durch die Landschaft
verzichten? Nein! Dann eher schon umsteigen auf was Gemütlicheres. Und
feststellen, dass auch das was kann. Unter anderem, dass man mit einem
Cruiser einfach nicht (gar so) schnell ausschaut, wie man sein könnte.
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Dabei war Schwereisernes eine Zeit lang so was von out, und mit Ende des
vorigen Jahrtausends war so ziemlich Ende der Cruiser-Durchsage.Nur das
Häuflein der aufrechten US-V2-Fans ließ sich nicht beirren und cruiste
die Amis zu 32 Prozent Marktanteil im Segment. Aber jetzt, jetzt kehren
sie zurück, die Trümmer, langsam aber stetig. Seit 2005 ziehen
Cruisermodell-Absätze wieder an, im Vorjahr lagen die Stückzahlen schon
über jenen von vor zehn Jahren. Mit diesem Aufwärts-Trend geht Kawasaki und erweiterte die Cruiser-Palette. Zwischen die Mitte – VN900 - und die Spitze – VN2000 –
stellen die japanischen Grünen eine brandneue VN1700-Baureihe (löst die
1600er ab). Warum? Peter Huber, Chef der Kawa-Importeursgesellschaft
Moto sagt: „Mit der Verbreiterung des Modellangebots wollen wir unser
Volumen in diesem Segment steigern.“ Der Marktanteil in Österreich war
mit der Verschärfung der Abgasgesetze auf die Euro III-Norm ab
Produktionsjahr 2006 und der daraus resultierenden
Nicht-mehr-Zulassungsfähigkeit der Vergaser-Modelle von 7 auf 3,7
Prozent zurückgegangen.
Die neue VN1700 fährt in drei Modell-Varianten an den sofortigen
Marktstart. Von unten nach oben: als „Classic“ für die
Cruiser-Puristenklasse nach klassischer Manier mit hohem
Customizing-Potenzial, als „Classic Tourer“ für die Touristenklasse,
fürs komfortable Verreisen allein oder zu zweit, als „Voyager“ in der
Luxusklasse mit sattem (Gepäck-)Raum plus Beschallung aus bis zu vier
Lautsprechern. Letztere stellt dür Kawasaki eine Premiere dar, sie ist
der erste voll verkleidete Cruiser des Hauses. Auf die gemütliche Tour
ausgerichtet sind sie alle drei: Jede bekommt ausladende Trittbretter
mit auf den Weg, die Voyager und die Classic Tourer auch für Fahrer und
Beifahrer. |
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Die Endrohre der Classic sitzen
rechtsseitig übereinander. Hier musste ja kein Platz für einen Koffer
geschaffen werden |
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Auf dem Lenker der Classic ist alles normal und vieles
Chrom. |
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Abgesehen von der unterschiedlichen Interpretation haben alle drei
1700er eine gemeinsame Basis. Der Motor ist neu. Er basiert auf dem
1600er und dem 2000er-Aggregat. Der Achtventiler ist kompakt und
versehen mit aller aktuellen Technik, die Kawasaki derzeit bietet,
darunter ETV, der elektronischen Drosselklappensteuerung (Electronic
Throttle Valve System). Das machte zum Beispiel den Einbau eines
Tempomaten möglich. Im Gegensatz zum alten 1600er hat der neue 1700er
eine oben- und nicht eine untenliegende Nockenwelle. Außerdem gibt’s
einen hydraulischen Ventilspielausgleich, was den Service-Aufwand
verkleinert, weiters einen Ruckdämpfer auf der Kurbelwelle, damit’s den
V2 nicht herbeutelt und die Kraftübertragung weicher erfolgt. Der Effekt ist außer höherer Laufkultur auch höheres Drehmoment – um 15
Prozent – und mehr Leistung – um 20 Prozent – als bei der VN1600. Wobei
der Motor in der Classic 74 PS bei 5.000 U/min. und maximal 135 Nm bei
2.750 U/min. bringt, hingegen in der Classic Tourer sowie der Voyager 73
PS und maximal 136 Nm, bei jeweils gleichen Drehzahlen. Erzielt wurde
dieser kleine, aber feine Unterschied durch unterschiedliche Kennfelder
und Auspuff-Layouts. Begründet wird er seitens Kawasaki mit stärkerer
Leistungs-Orientierung für die Classic, mit stärkerer
Drehmoment-Orientierung für die Classic Tourer und die Voyager.
Kombiniert ist der neue Motor mit einem 6-Gang-Getriebe, wobei der 6.
Gang als Overdrive ausgelegt ist. Neu ist auch das Rahmen-Design. Es
kommt mit weniger Gussteilen aus, ist leichter und um 40 Prozent
steifer. Ebenfalls neu gestaltet wurde die Fahrwerksgeometrie. Der
Radstand ist mit 1,665 Metern um fünf Millimeter kürzer als bei der
VN1600 und um 35 Millimeter kürzer als bei der VN2000. Damit wurde auch
die Distanz (Fahrer-)Sitz – Lenker verkürzt. |
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Klassik trifft Moderne. Weil der Tacho auf dem Tank
sitzt, bleibt viel Platz für ein Navi. |
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Dieser Zahnriemen ist aus Kohlefaser – 40 Prozent
reißfester als herkömmliche Materialien. |
Am Vorderrad packen Doppelkolbensättel an der 300
mm-Doppelscheibe zu. |
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Als Vorderradaufhängung ist eine Teleskopgabel verbaut. Mit je nach
Modell-Interpretation unterschiedlichen Standrohr-Maßen: 43 mm bei der Classic und der Classic Tourer, 45 mm bei der Voyager. Innerlich sind
sich die Gabeln jedoch alle gleich. Dem klassischen Cruiser-Stil und
–Look verpflichtet ist die Hinterradfederung: Es sind Stereo-Federbeine,
die allerdings luftunterstützt und ohne Umlenkung arbeiten. Als
Sekundärantrieb kommt ein Zahnriemen zum Einsatz, dieser ist allerdings
nicht wie bei VN900 und VN2000 aus Kevlar, sondern aus Kohlefaser, was
die Reißfestigkeit um 40 Prozent erhöht.
Auf mächtigen Cruisern kommt im Allgemeinen ein fetter Hinterhuf optisch
gut rüber, was aber die Wendigkeit und Agilität nicht gerade fördert. Da
haben sich die Kawasaki-Leute bei der VN1700 ziemlich zurückgehalten.
Vorne tragen die 16-Zoll-Räder einen 130er, hinten einen 170er-Gummi.
Sattes Gewicht bringen die Drillinge allemal auf die Waage. 345 Kilo
sind’s im Fall der Classic, die Classic Tourer erhöht auf 378 Kilo, die
Voyager liegt an der 400-Kilo-Marke. Das muss zuverlässig eingefangen
werden können. Und das besorgen vorne zwei 300er-Scheiben, hinten eine
300er-Disc, an denen jeweils Doppelkolben-Schwimmsättel zupacken. Ein
Extra hat die Voyager serienmäßig: K-ACT, Kawasaki Advanced Coactive
Braking Technology, ein kombiniertes Bremssystem à la Kawasaki, ABS
inklusive.Ab da scheiden sich die Eigenschaften: Die Classic kommt im
Auslieferungszustand ganz ohne Verkleidung und Transportbehältnisse auf
die Straße. Sie hat auch als einzige im Trio die abgeschrägten Endrohre
rechtsseitig übereinandergeschmiegt montiert. Bei der Classic Tourer und
der Voyager wurde das Prinzip „eines rechts, eines links“ angewandt,
wegen der Koffer. In den Endschalldämpfern sitzt trotzdem jeweils ein
Zwei-Stufen-Katalysator.
Getrennt voneinander sitzen Pilot und Sozius auf allen drei
VN1700-Varianten, Ersterer (oder Erstere) auf einem ausladend breiten,
Popo-gerecht geformten Sattel. Auf dem Extra-Polster in Reihe zwei
dürfte man auch nicht schlecht seine/ihre vier Buchstaben parken können,
er wirkt Sitzfleisch-freundlich. Auf eine Bequemlichkeit müssen
Classic-Beifahrer im Gegensatz zu Classic Tourer und Voyager-Passagiere
verzichten: aufs Trittbrett in Reihe zwei. Hier gibt’s nur schnöde
Fußrasten. So wenig die Classic an Serien-Ausstattung mitbekommt, so
viel gibt’s im Optionen-Katalog: Windschild, Schutzbügel, Sissybar,
Gepäckträger, Satteltaschen, Zusatzscheinwerfer, Gel-Sitzbank, Zierbügel
für den vorderen Kotflügel, GPS-Halterung und Drehzahlmesser bietet
Kawasaki als Werks-Zubehör an. |
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Großes Schaufenster nach vorne, viel Holz gibt's aber
nur hinter der Hütte. |
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Die Classic Tourer rechtfertigt ihre 33 Mehr-Kilo mit Seitenkoffern,
höhenverstellbarer Windschutzscheibe, justierbarem Zusatz-Windschild
(zur Vermeidung von Windpfeifen durch den Spalt zwischen Scheinwerfer
und Haupt-Scheibe), seitliche Windabweiser und Schutzbügel, weiters mit
einer Sissybar inklusive Haltegriffen und breiter, gut gepolsterter
Rückenlehne. Die Instrumente sitzen – wie auch bei der Classic - auf dem
Tank, eingebettet in eine großzügig dimensionierte voll verchromte
Blende, in die auch das Zündschloss integriert ist. Dazu gehört ein
riesiger, analog anzeigender Tacho, alle nötigen Kontrollleuchten und
diverse LCD-Anzeigen, auch welche in einem Mäusekino-Fensterl darunter.
Das kann man noch mit allerlei Zubehör aufrüsten, als da ist:
Heizgriffe, Heck-Gepäckträger, Zusatzscheinwerfer, Gel-Sitzbank,
Zierbügel für die Seitenkoffer, GPS-Halterung und Drehzahlmesser.
Die Voyager offeriert Reisemotorrad-gerechte Vollausstattung - mit
Seitenkoffern, 50-Liter-Topcase (Platz für zwei Integral-Helme) mit
integrierter Beifahrer-Rückenlehne und LED-Rücklichtband, Staufächern in
der ausladenden und Front-Verkleidung samt hohem (und breitem)
Windschild, einstellbarer Belüftung (es ist vorstellbar, dass es im
Sommer hinter dem Ganzkörper-Windschutz ganz schön heiß werden kann) -
sowie Schutzbügeln vorne und hinten.
Die weiteren Serien-Zugaben lesen sich wie die Ausstattungsliste eines
Autos: das bereits erwähnte Integral-Bremssystem mit ABS,
35-Watt-Nebelscheinwerfer, Multifunktionsinstrument mit analogen Uhren
(für Spritstand, Tacho, Drehzahlmesser, Wassertemperatur), großes
Mäusekino, also Bordcomputer mit Durchschnittsverbrauchs-, Gang-, Uhrzeit,- Gesamtkilometer- und (zwei) Tageskilometer-, Verbrauchs- und
Spritstand-Anzeigen. Die Audio-Anlage besteht aus einem Verstärker, der
auf 4 x 20 Watt ausgelegt ist – was für Innenstadtgassen-Beschallung
mehr als ausreicht -, einem Radio und zwei Frontboxen (für zwei
Heckboxen sind Anschlüsse vorgesehen). Dazu gibt’s iPod-Anschluss und:
eine Tempo-abhängige Lautstärkeregelung. Außerdem sind die Höhen und
Bässe mittels Schalter am linken Lenkerende einstellbar. |
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Angedeuteter Hang-Off. Für das Schlachtschiff nicht
mehr als als wenn sich eine Fliege auf die Scheibe setzt. |
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Radiocontrol in der linken, Cruisecontrol in der rechten Hand. |
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Was passt besser zu einem Cruiser als eine Cruise Control, zu deutsch:
Tempomat? Die Voyager hat einen und die Classic Tourer auch. Der
funktioniert ab dem 3. Gang, ab 47 und bis zu 137 km/h (mit der Toleranz
sollte sich das auf die erlaubten 130 auf der Autobahn ausgehen).
Bedient wird die Tempo-Kontrolle via Armatur am rechten Lenker.
Funktionieren tut’s ähnlich wie beim Auto: Bremsen und Kuppeln
unterbricht die Funktion, dann muss man den Gashahn ganz zumachen auf
dem Schalter RES/+ drücken und weiter geht’s auf dem gespeicherten
Speed-Level.
Das ist schon sehr viel, aber es geht noch mehr an Zubehör: Sitzheizung,
Heizgriffe, ein kleineres Windschild, Halterungen für Navigationssystem
und MP3-Player, zusätzliche Side-Rails für die Seitenkoffer und ein
Lautsprecher-Set, das – siehe oben - für den Einbau ins Topcase
vorgesehen ist.
Gut präpariert und detailreich vorinformiert geht’s an die Praxis. Den
ersten Wendigkeitstest absolvieren wir im Zentrum von Langenlois. Zum
Einstieg wähle ich die leichteste, die Classic. Und die wedelt
erstaunlich leichtfüßig um die engen Gassenecken. Wobei kurz geratenen
Menschen die Modifikation der Ergonomie – die angesprochene Verkürzung
der Sitz-Lenker-Distanz – sehr entgegenkommt. Der Fahrersattel wartet
mit Fauteuil-Qualitäten auf. Die Sitzschale kann man als – körperlich –
halbe Portion nicht ausfüllen, da hätten auch zwei dünne Leute Platz.
Zur Umgänglichkeit der Classic gesellt sich auch gleich ein
Erfolgserlebnis: Mit den Trittbrettern, vielmehr den an der Unterseite
angebrachten Stipfeln, sitzt man nicht früh, sondern sofort auf, gleich
im ersten Kreisverkehr. Sie hat schließlich mit 720 mm die niedrigste
Sitzhöhe im Terzett.Auf den verwinkelten Straßen zwischen Langenlois und Weißenkirchen wirkt
die Classic subjektiv zunehmend gewichtsärmer. Die auf dem Papier sich
mager ausnehmenden 74 PS wirken gar nicht mager, zumal das mächtige
Drehmoment für konstanten Schub sorgt. Die daraus resultierende
Schaltfaulheit hat gar nichts damit zu tun, dass die Gänge nicht sauber
einrasten würden. Es ist einfach nicht nötig, im – wie von Kawasaki
gewohnt – exakt zu bedienenden Getriebe umzurühren.
Ganz enge Haarnadel-Kurven gehen locker im Zweier, bergab und bergauf.
Der Antrieb spricht in jeder Drehzahllage sauber und fein an, setzt
Gasgeben gerade richtig in Vortrieb um und schmurgelt satt vor sich hin,
vibriert kaum, zeigt trotzdem, dass er „lebt“, man kriegt schon noch was
mit vom mächtigen Herzschlag des Langhubers. Das Fahrwerk bügelt brav
die Straße glatt, haut auch Untergewichtigen nicht unnötig ins Kreuz. Am
Bremshebel muss man wohl kräftig ziehen, die Ankerwirkung ist jedoch
prompt und zuverlässig. Der Sound ist – gesetzeskonform – nicht mächtig,
trotzdem ein bissl dreckig, wie sich’s für einen Cruiser gehört.
Die Classic Tourer hat ein bissl was von einer Yacht. Einer nicht ganz
kurzen und schmalen. Doch dank der guten Ergonomie fühlt man sich auch
als kleiner Mensch nicht deplatziert oder gar verloren. Klar, am Stand
lässt sie keinen Zweifel an einer gewissen Behäbigkeit aufkommen. Doch
in Vorwärtsbewegung gesetzt kommt sie vom Stand weg flott in Fahrt und
man muss sich nicht übermäßig körperlich ins Zeug legen, um in einer
feinen & eleganten Linie scharfe Ecken zu umrunden. Der Leistungs- und
Drehmoment-Unterschied zur Classic ist nicht spürbar, außer man hat ein
Prinzessin-auf-der-Erbse-Gen. Was schon spürbar ist, das ist das
Mehrgewicht. Und so früh wie die unbekofferte Schwester setzt sie auch
nicht auf. Ob das an 20 Millimetern mehr Sattelhöhe liegt? Vom Fahrtwind
kriegt man nicht viel ab. Vom Sound schon. Der ist ein wenig anders als
bei der Classic, mehr Dampfer-artig. |
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Wie im alten Ami-Schlitten, den wir nie hatten. |
Große Augen in großem Kopf. |
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International verständlich: Zündschloßbeschriftung und V-2 Bollern. |
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Ein echtes Schiff ist die Voyager. Man schaut, eingebettet ins Motorrad
und dank Windschild und Frontverkleidung völlig entkoppelt vom Luftzug,
durch die große Scheibe auf die vorbeiziehende Welt. Verzerrfrei
übrigens. Assoziationen wie „Kapitän der Landstraße“ schießen einem
durch den Kopf. Man bleibt dabei völlig locker & entspannt.
Beim Rangieren legt sie sich ordentlich ins Zeug. Wohl ist ihre Sitzhöhe
auch 750 Millimetern niedrig, aber Gewicht und Breite fordern auch von
großen & starken Menschen eine kurze Eingangs-Meditationsphase: „Wie
pack ma’s denn.“ Doch so wie Elefanten blitzschnell aus dem Stand
losgaloppieren haut auch die dicke Kawasaki anstandslos aus dem Stand ab
und wedelt durchs Landstraßengeläuf. Gewichtsflagge zeigt sie auch beim
Bremsen, das kombinierte Ankersystem legt der 400-Kilo-Dame aber ebenso
kräftige wie wirkungsvolle Zügel an. Und wenn das ABS zuarbeitet, so tut
es das unauffällig und überhaupt nicht abrupt. Zu übersehen ist sie
nicht. Zu überhören – wenn man das will – auch nicht. Das
Auspuffgeräusch ist dank der eingebauten Soundmaschine locker
überbietbar. Rockiges kommt besonders gut. Symphonisches genauso. Was
wann ist eine Frage des Gemüts und des Geschmacks.
Wirklich bunt ist die Farbpalette der VN1700-Schwestern nicht. Um es
gleich festzuhalten: Grün spielt’s nicht. In keiner Schattierung. Für
die Classic gibt’s ausschließlich klassisches Schwarz. Ähnliches gilt
für die Classic Tourer. Hier hat man die Option auf Zweifarb-Lackierung,
in Rot & Beige, gegen € 300,-- Aufpreis). Zur Voyager gehört die
Farbbezeichnung Grau. Aber nur auf dem Papier. In Wahrheit tritt sie im
Farbton „Champagner“ auf. So soll es sein: Schließlich hätten von dem
edlen Saft jede Menge Flaschen Platz in den Koffern.
Bei aller Mächtigkeit der 1700er-Sisters ist ihr Revier nicht unbedingt
die Autobahn. Das ist zu fad. Alleine schon, weil der Landschaftsblick
von den breiten Asphaltbändern aus meistens nix hergibt. Am schönsten
ist es auf mehr oder weniger sanft geschwungenen Landstraßen dahinzugleiten. Da verfällt man in eine Art kontemplativer Fortbewegung,
die den Sinnen Raum lässt, zu genießen. Eine schon etwas
anspruchsvollere Übung dürften steile, enge Päss-Straßen sein.
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Technische Daten VN 1700 Classic/Tourer/Voyager |
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Motorbauart |
2-Zylinder, 4-Takt-Motor, V 55° |
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Hubraum |
1.700 ccm |
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Bohrung x Hub |
102 x 104 mm |
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Leistung (homologiert) |
C*: 55 kW (74 PS), T**, V***:
54 kW (73 PS), @ 5.000 U/min |
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Max. Drehmoment |
C*: 135 Nm; T**, V***: 136 Nm,
@ 2.750 U/min |
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Kompresssion |
9,5:1 |
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Starter |
E-Starter |
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Lichtmaschine |
46,8 Ampere, wassergekühlt |
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Getriebe |
6 Gänge, 6. als Overdrive |
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Gemischaufbereitung |
elektron. Einspritzung, Ø 42 mm
x 2 |
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Schmierung |
Druckumlauf, Semi-Trockensumpf |
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Steuerung |
8 V / SOHC |
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Sekundärtrieb |
Carbon-Zahnriemen |
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Kühlung |
Flüssigkeit |
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Kupplung |
Mehrscheiben, Ölbad,
hydraulisch |
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Rahmen |
Stahl-Doppelschleifenrahmen |
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Schwinge |
Stahl-Zweiarmschwinge |
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Lenker |
Rohrlenker |
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Federung vorne |
Telegabel Ø C*, T**: 43 mm,
V***: 45 mm |
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Federung hinten |
Stereo-Federbeine,
luftunterstützt, Zugstufe einstellbar |
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Federweg v / h |
140/80 mm |
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Bremse vorne |
Doppelscheibe, 300 mm,
Doppelkolben-Schwimmsattel |
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Bremse hinten |
Monoscheibe, 300 mm,
Doppelkolben-Schwimmsattel |
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Bereifung v / h |
130/90 B 16; 170/70 B 16 |
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Enddämpfer |
zwei Endrohre, Katalysator |
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Steuerkopfwinkel |
C*: 30° |
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Nachlauf |
C*, T**: 169 mm, V***: 177 mm |
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Radstand |
1.665 mm |
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Bodenfreiheit minimal |
140 mm |
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Sitzhöhe |
C*: 720 mm, T**: 730 mm, V***:
750 mm |
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Tankinhalt |
20 Liter |
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Gewicht (fahrfertig) |
C*: 345 kg, T**: 378 kg, V*:
400 kg |
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Preis: Classic € 15.199,--,
Classic Tourer € 17.699,--, Voyager € 21.999,--
* C = Classic, ** T = Classic Tourer, *** V = Voyager
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Fotos: Kawasaki |
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| 1000ps Data Recording |
Kawasaki VN 1700 |
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| Kaufkraft: |
ein Kauf heuer kommt für 28,57 % der Bewerter in Frage
ein Kauf später kommt für 14,29 % der Bewerter in Frage
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| Kaufkraft: |
ein Kauf heuer kommt für 26,92 % der Bewerter in Frage
ein Kauf später kommt für 15,38 % der Bewerter in Frage
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| Kaufkraft: |
ein Kauf heuer kommt für 12,00 % der Bewerter in Frage
ein Kauf später kommt für 28,00 % der Bewerter in Frage
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| 1000ps Userbewertung: Kawasaki VN 1700 von
Trixi |
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