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60 PS und trotzdem kein Stress? Die Qualitäten der FE 570 Enduro hat
die Husaberg auch im modifizierten Fahrwerk der FS
570 nicht verloren. Der mächtige Motor ist zwar bärenstark, aber auch hier
butterweich zu dosieren. Aus den Kurven hat man viel Gefühl fürs Hinterrad und
kann früh ans Gas gehen. Die Husaberg verdient zwar Respekt, aber es ist nicht
nötig, sich wegen ihr in die Hosen zu machen. Noch besser als im Gelände kann man
die Handlingvorteile des Gesamtkonzeptes auskosten. In der Wechselkurve lässt
sich die 570er spürbar leichter als jede vergleichbare Supermoto dirigieren.
Insgesamt erfordert die Berg durch den fein abgestimmten Motor und das tolle
Handling wenig Kraft. Selbst Rookies können auf der Supermotostrecke problemlos
30 Minuten ohne Pause ihre Kreise ziehen.
Es waren aber auch Profis vor Ort. Einige Magazine schickten ihre
spezialisierten Rennfahrer zum Supermototest und wieder einmal zeigte sich, dass
alle das gleiche wollen. Denn auch die Profis waren beim Tracktest von der Berg
angetan und attestierten ihr tadellose Rennsporttauglichkeit. Das Fahrwerk zum
Beispiel konnte sich den ganzen Tag über nie erholen, blieb aber trotzdem straff
und stabil. Die Vorderbremse war für viele von uns übrigens ein wenig zu viel
des Guten. Sie bremst so wie sie aussieht: Mächtig! Der Motor hatte für alle
genug Leistung, Tuningmaßnahmen sind realistisch betrachtet überflüssig. Die Husaberg bietet sehr viel auf der Rennstrecke, aber nicht alles. Eine
Anti-Hopping-Kupplung fehlt leider. Für die alten Hasen war das kein Problem,
sie beherrschen das Spiel von Bremse, Kupplung und Gasgriff perfekt.
Technikverwöhnte Weichlinge sind in der Bremszone dann manchmal überfordert. Für
weitere ca. 1.000 Euro gibt es jedoch Abhilfe im Zubehörprogramm.
Alltagstauglichkeit ist ein dehnbarer Begriff und die Husaberg wird bestimmt
nicht alle Supermotofreunde im Stadtverkehr glücklich machen. In der Praxis
fehlt ein Zündschloss, ein kleiner Stauraum und die legale Typisierung mit
voller Leistung. Rein fahrtechnisch spricht natürlich nichts gegen den Einsatz
der Husaberg für den täglichen Weg zur Arbeit. Die Husaberg hat einen
Elektrostarter, keine technischen Macken wie man es von bissigen Exoten gewohnt
ist und lässt sich bestimmt auch im Stadtverkehr sehr
stressfrei dirigieren. Für längere Strecken taugt die Husaberg FS 570 aber keinesfalls. Dann wird die
Sitzbank zu hart, die Vibrationen zu heftig und das Ölvolumen des Motors zu
klein. Das Aggregat ist für harte, aber kurze Einsätze der Spitzenleistung
ausgelegt. Auf einer Supermotostrecke ist der Motor zwar immer wieder mal unter
Volllast, kann sich aber in den Bremszonen oder in den Kurven etwas erholen.
Auch ohne es ausprobiert zu haben, vermute ich, dass die Husaberg tägliche
Vollgaseinsätze auf der Autobahn mittelfristig nicht schadlos übersteht. Wer
also hauptsächlich auf öffentlichen Strassen unterwegs ist, greift besser zu
einer SMC 690 von KTM. Die ist zwar nicht ganz so handlich und man ist auf ihr
auch nicht mehr der ganz große Held wie im Sattel der Husaberg.
Für Puristen ist die Husaberg aber eine echte Bedrohung, besser gesagt für deren
Konto. Denn sie bringt bärenstarke Leistung, zuverlässig und einfach zu fahren
in die Garage des Kenners. Den Ausflug zur Supermotostrecke kann man problemlos
auf Achse in Angriff nehmen. Bei kurvigen Hausstrecken gibt es im Moment auch
keinen Gegner der ein solches Handling gepaart mit solcher Leistung bietet.
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