1000PS

ArloForumadmin Hypermotard 11 EVO/SP 02.12.2009 Druck
Ducatis Hypermotard EVO und EVO SP. Ein paar Buchstaben, ein riesen Unterschied.

Ducati Hypermotard EVO 1100 und EVO 1100 SP

Schaf im Wolfspelz und Wolf im Wolfspelz

Ducati Hypermotard EVO SP
Als Ducati vor 2 Jahren die erste Hypermotard vor die wütende Pressemeute stellte, wussten die Herrschaften nicht so recht, in welches Genre sie dieses Motorrad stecken sollten. Für ein klassisches Naked Bike war die Hyper zu agil und zu sportlich. Auch in der Kategorie der Supermotos war die Duc Fehl am Platz, dafür war sie einfach zu stark, etwas zu schwer und natürlich, wie es sich für eine Ducati gehört, zu edel. Apropos edel, rein optisch gesehen hat sich an der Hypermotard (Gott sei dank) nur wenig getan. Erst auf den zweiten Blick fallen jene kleinen Änderungen auf, die das Motorrad noch hochwertiger wirken lassen. So etwa die Abdeckungen am Endtopf, die nun bei der EVO aus Carbon sind, oder die neuen Bedienelemente und der kompakte Tacho, welche von der Streetfighter stammen, stechen dem geschulten Ducatisti ins Auge.

Doch die EVO differenziert sich stärker von ihrer Vorgängerin, als es der erste Blick erahnen läßt. Sprach man bei der ersten Generation der Hypermotard noch von einem aggressiven, bissigen Raubtier, das eine geschulte Hand zur Zähmung benötige, ist die nächste EVOlutionsstufe der Hyper zwar stärker und leichter, aber deutlich einfacher zu fahren. Während die Brembo Bremsanlage der ersten Hyper Generation in etwa so brachial wie ein F20 Bomber bei der Landung auf einem Flugzeugträger verzögerte, so ist die Bremsanlage der neuen EVOlutionstufe deutlich sanfter und humaner abgestimmt. Die Bremserei der EVO lässt sich nun besser dosieren und gibt somit auch ungeübten Fahrern ein sicheres Fahrgefühl ohne sie zu überfordern. All jene, die nach diesem Satz nun der alten Hyper als echtes Männermotorrad nachheulen, mögen bitte ein paar Absätze nach unten zur Hypermotard EVO SP scrollen.

Ducati Hypermotard EVO SP

Nein, Reifendruck O.K. Gewicht des Fahrers nicht O.K.


Die neue Hypermotard - kein Männermotorrad?


Doch weiter im Text über die neue Hypermotard - der Typenzusatz EVO weist nicht nur auf eine neue Evolutionstufe der Hypermotard hin, sondern auch auf das komplett neue Herz der Ducati. Der Desmodue Evo Motor stellt nun die neue Speerspitze der Ducati Zweiventil Motoren dar. Neue Zylinderköpfe, neue Kolben, neues Motorgehäuse, geänderte Schwungmasse sowie die neue Siemens Elektronik sind nur einige der zahlreichen Änderung, mit denen die italienischen Ingenieure ihr Streben nach einem leichteren und stärkeren Motor verwirklichen. Konkret leistet der Desmodue Evo Motor nun insgesamt 95 PS bei 7500 U/min(+5 PS mehr) und das nach einer Abmagerung von 5,2 Kg. Nicht nur auf dem Papier machen sich die Neuerungen am Motor gut, auch auf der Straße zeichnet sich das neue Aggregat durch eine sehr gleichmäßige Leistungsentfaltung über das gesamte Drehzahlband aus, lediglich ein kaum spürbares Leistungsloch bei 6500 U/min. unterscheidet die Leistungskurve des EVO Motors noch von jener eines Elektromotors. Ähnlich wie beim Elektromotor sind auch die Serviceintervalle, denn der regelmäßige Besuch in der Ducati Werkstatt ist nun nur mehr alle 12.000 Kilometer notwendig.
 
Ducati Hypermotard EVO SP
 
Ducati Hypermotard EVO SP

Abspeckkur auf der ganzen Linie.


Die Herren von der Motorenentwicklung erleichterten das Aggregat um über 5kg, ganz klar also, dass sich die Kollegen aus der Designabteilung nicht auf den Lorbeeren der alten Hyper ausruhen konnten. Auch bei Rahmen und Verkleidung wurden nochmals knapp 2 Kg eingespart. Somit bringt die EVO nun leichte 172 Kg trocken auf die Waage. In Sachen Fahrwerk setzt man noch immer auf Bewährtes, vorne arbeitet eine voll einstellbare 50mm Marzocchi Gabel mit 165mm Federweg. Die Einarmschwinge hat, wie schon bei der vorigen Generation, ein voll einstellbares Sachs Federbein mit 141mm Federweg fest im Griff. Dass es fahrwerksseitig nichts Neues gibt, stimmt so nicht ganz, zwar bleiben die Komponenten die gleichen, das Setting hingegen wurde verfeinert. Im Fahrbetrieb verhält sich die neue Hypermotard dadurch deutlich humaner, kein Einkippen in der Kurve, kein nervöses Fahrverhalten mehr. Es wirkt, als wäre die Hyper in der neuen Generation nun erwachsen und deutlich reifer geworden..

Ducati Hypermotard EVO SP
 
Die Hyper EVO lässt eine viel größere Bandbreite an Fahrern in ihrem Sattel zu, ohne sie wie ein wilder Stier abwerfen und zerstampfen zu wollen. Diesen Satz bitte vergessen, wenn vor Ihnen eine Hyper EVO mit dem Typenzusatz SP steht.

Scharf - Schärfer - SP


Handhabte Ducati es bis dato so, dass man neben einer Basis Version eine (optisch) etwas schärfere, zumeist mit Öhlins Teilen verfeinerte, "S" Version anbot, geht man nun neue Wege. Die von Ducati angebotene Hypermotard EVO SP ist im Prinzip ein eigenes Motorrad, und fährt sich auch komplett anders. Den ersten Unterschied merkt man bereits beim Aufsitzen auf das Bike. Stehen 1,80 m Fahrer bei der EVO noch mit beiden Füssen auf festem Boden, berühren auf der SP nur mehr die Zehenspitzen den Asphalt. Grund dafür ist das edle Fahrwerk der SP. Vorne sorgt nun eine Marzocchi Gabel mit DLC Beschichtung und 3 Zentimeter mehr Federweg für einen reibungslosen Ablauf, das Sachs Federbein der EVO wurde bei der SP gegen Öhlins getauscht.

Der längere Federweg der Gabel vergrößert zum einen den Radstand um einen Zentimeter, zum anderen aber auch die Sitzhöhe um ganze 3 Zentimeter (!), Fahrer unter 1,70 m sollten also entweder nur mit Plateauschuhen oder mit einer Kiste Bier als Aufstiegshilfe auf die SP steigen. Apropos längerer Federweg, dieser steht bei der SP nicht im Widerspruch zu einem strafferen und sportlichen Fahrverhalten. Wie schon eingangs erwähnt unterscheiden sich Hypermotard EVO und Hypermotard EVO SP grundlegend voneinander, findet die Hyper EVO im Urbanen und auf Passstraßen ihr Einsatzgebiet, so verlangt die SP nach regelmäßigem Auslauf am Ring oder auf der Supermotostrecke.

 
Ducati Hypermotard EVO SP
 

'Sanft' ist das Adjektiv mit dem ich die Bremserei der EVO bezeichnete, für die Bremserei der SP fällt mir aber kein passendes ein, da messerscharf und extrem bissig wohl zu milde Worte sind, um der SP damit gerecht zu werden.
In punkto Bremse trennt sich auch unter den Fahrern die Spreu vom Weizen, während routinierte Fahrer mit einem sanften Fingerzug ein kerniges Bremsmanöver einleiten, leiten Fahranfänger mit dem gleichen Zug eine mörder Brezn ein. Diese Abstimmung wird mit Sicherheit Kritiker und Moralaposteln aufschreien lassen, doch mal ehrlich, die lästern doch gegen alles was gefährlich ist und Spaß macht.

Neben dem aggressiveren Fahrverhalten hebt sich die SP natürlich auch designtechnisch von ihren Schwestern ab. Vom Kotflügel über den Tank bis hin zur Heckverkleidung ziehen sich je nach Farbausführung wunderschöne schwarz-weiße oder schwarz- rote Streifen, die die Sportlichkeit zusätzlich unterstreichen. Zusätzlich unterstrichen wird das Aussehen der SP auch durch die geschmiedeten Leichmetall Felgen.


Welche Hyper für welchen Fahrer?


Die neue EVOlutionsstufe der Hypermotard bietet sich nun zwei verschiedenen Käuferschichten an. Einerseits paßt sie zu Fahrern, die ein geiles Gerät für gemütliche, aber durchwegs motivierte Wochendausfahrten suchen, andererseits hat sie genug Potenzial, um übermotivierten Rennfahrern die Möglichkeit zu geben, alles zu richten, was sich auf zwei Reifen über den Asphalt bewegt. Aber egal ob Hyper EVO oder EVO SP, beide Modelle werden auf der Sonderprüfung wieder für Sorgenfalten bei den Gegnern und vorm Eissalon für schmale Augen bei den Neidern sorgen.

Ducati Hypermotard EVO - Details

Ducati Hypermotard EVO SP Ducati Hypermotard EVO SP
Ducati Hypermotard EVO SP Ducati Hypermotard EVO SP
Ducati Hypermotard EVO SP Ducati Hypermotard EVO SP

Ducati Hypermotard - Technik Video

Video: Ducati
Schnitt: Ducati

Ducati Hypermotard - OnBoard Video

Video: Ducati
Schnitt: Ducati

Ducati Hypermotard EVO - Farben

Ducati Hypermotard EVO SP Ducati Hypermotard EVO SP

Ducati Hypermotard EVO SP - Farben

Ducati Hypermotard EVO SP Ducati Hypermotard EVO SP

Ducati Hypermotard EVO 1100 und EVO 1100 SP - Technische Daten

  EVO 1100 EVO 1100 SP
MOTOR: Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-L-Twin
BOHRUNG x HUB: 98 x 71,5 mm
HUBRAUM: 1078 ccm
LEISTUNG: 69,9 kw ( 95 PS) bei 7.500 U/min.
STARTER: 105 Nm bei 5750 U/min.
RAHMEN: Gitterrohrrahmen
SCHWINGE: Aluminium Einarmschwinge
GABEL: Marzocchi 50 mm voll einstellbar, 165mm Federweg Marzocchi 50 mm voll einstellbar mit  DLC Beschichtung, 195mm Federweg
FEDERBEIN: Sachs Monoshock, voll eintellbar Öhlins Monoshock, voll eintellbar
BREMSE VORNE: Doppelscheibenbremse 305 mm, Vierkolben-Radialsättel Doppelscheibenbremse 305 mm, Vierkolben-Radialsättel Monobloc
BREMSE HINTEN: Scheibenbremse 245 mm, Zweikolben-Festsattel
RÄDER: Alu Gussräder Alu Schmiederäder
BEREIFUNG: 120/70 ZR 17, 180/55 ZR 17
RADSTAND: 1455 mm 1465 mm
LENKKOPFWINKEL: 66 Grad
NACHLAUF: 100 mm
SITZHÖHE: 845 mm 875 mm
TANKINHALT: 12,5 l
GEWICHT (trocken): 172 kg 171 kg
FARBEN: schwarz, rot rot, weiss
     
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    Text: arlo
    Bilder: Ducati


    1000ps Data Recording
    Hypermotard 11 EVO/SP
    Bericht von: Arlo

     

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     1000ps Userbewertung für Bike: DUCATI Hypermotard 1100

    Optischer Eindruck:


    Technischer Eindruck:


    Gesamteindruck:


    Kaufkraft: ein Kauf heuer kommt für 21,13 % der Bewerter in Frage
    ein Kauf später kommt für 32,39 % der Bewerter in Frage

     1000ps Userbewertung: Hypermotard 11 EVO/SP von Arlo

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