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Arlo |
Enduro Leitfaden |
27.04.2010 |
Druck
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Enduro ich komme - doch nicht so schnell, für Einsteiger gibt's hier einen
kleinen Leitfaden.
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Meine erste Enduro Saison - ein kleiner Leitfaden. |
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Obwohl man in Österreich die offiziellen Enduro Strecken auf einer
Hand abzählen kann, wächst
die Begeisterung für den Endurosport immer weiter. Schuld daran
tragen die Veranstalter der Österreichischen Enduro Rennserien, egal ob
ACC, Enduro Trophy, Enduro ÖM, Bachner Cup, etc. Zählt man alle Enduro
Veranstaltungen im Jahr 2010 in Österreich zusammen, kommt man auf über 40 Rennen. Möglichkeiten zum Fahren gibt es also ausreichend. Was zu tun
ist und worauf man achten sollte - hier ein kleiner Leitfaden, um gut
durch die Enduro Saison zu kommen. |
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Schritt # 1 - Such dir Deine Veranstaltungen aus. |
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Der erste Schritt in die Enduro Saison ist, die passenden
Veranstaltungen zu finden. Den besten Rennkalender findet ihr
hier.
Sucht euch am besten Veranstaltungen in eurer Umgebung raus, und stimmt
die Daten mit eurem Terminkalender ab. Es ist auch kein Problem, wenn
ihr bei verschiedenen Veranstaltern fährt, solange es nicht euer Ziel
ist, in der Gesamtwertung vorne mitzumischen. Für 90% der Fahrer, wie auch
für mich, dienen die Rennen als Möglichkeit, das eigene Motorrad entsprechend
seinem Nutzungszweck richtig einzusetzen und nicht unbedingt, um sich mit
anderen zu messen - dementsprechend "layed back" ist auch die Atmosphäre
im Fahrerlager. Kaum eine andere Sportart bietet so ein freundschaftliches
und überaus hilfsbereites Fahrerlager, wie jenes der Enduristen. |
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Wenn ihr die passende Veranstaltung gefunden habt, solltet ihr euch
ehest möglich dafür anmelden. Bei den meisten Veranstaltern geht das
bereits online. Nachdem ihr euch für die Rennen angemeldet habt, müsst
ihr die jeweiligen Startgelder überweisen - das sind je nach
Veranstaltung um die 45 €, also ein doch sehr verkraftbarer Betrag,
das Startgeld dient dem Veranstalter dazu für eine ordentliche Strecke
zu sorgen, und um die äußerst hohen Kosten für die Zeitnehmung zu
decken.
Ein Tipp zur Nennung vor Ort - der Endurosport boomt seit
mittlerweile 5 Jahren ganz extrem, 2010 sind bei einigen Rennen um
teilweise 20% mehr Fahrer an den Start gegangen als im Jahr zuvor. So
kann es leicht sein, dass zwar auf der Homepage des Veranstalters, die
Vor- Ort-Anmeldung als Nennmöglichkeit angeführt ist, diese aber dann
wenige Tage vor der Veranstaltung wieder rausgenommen wird, da bereits
online zu viele Fahrer genannt haben. Wenn man dann also bis zu diesem
Zeitpunkt noch nicht genannt hat, kann man das Rennen ganz normal auf
Storno buchen. |
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Schritt # 2 - Bring Dein Bike auf Vordermann. |
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Habt ihr euch für das jeweilige Rennen erfolgreich angemeldet, geht's
daran, das Motorrad für die Veranstaltung fit zu machen. Für 1000PS gehen
dieses Jahr Nastynils und Arlo an den Start. Während Nasty mit der
Austro Schwedin Husaberg FE 390 in den Kampf ziehen wird, versucht Arlo
mit einer KTM EXC 200 sein Glück. Sowohl Husaberg als auch KTM sind vom
Händler weg für den harten Enduro Einsatz gerüstet, und benötigen keine
besonderen Vorkehrungen, um einen Enduro Lauf gut durchzuhalten. Kein
Vorteil aber ohne Nachteil, während man mit älteren Enduro Modellen des
Öfteren seine traute Zeit mit dem Motorrad in der Werkstatt verbringen
kann, und somit nicht den strengen Worten der Anvertrauten Folge leisten
muss, sieht's mit den Tätigkeiten an unseren neuen Motorrädern doch sehr
spärlich aus. Uns bleiben lediglich das Wechseln der Reifen und das
Erneuern des Luftfilters. Beides aber sehr wichtige Tätigkeiten, die der
Holden verständlich nahe gebracht werden müssen.
Ein neuer Reifen ist
wahrscheinlich die beste und günstigste Tuningmaßnahme, die ihr selbst
ergreifen könnt. Jeder Millimeter verbrauchter Stoppellänge kostet
Unmengen an Schweiß, schießt euch also aufgrund von lächerlichen
Sparmaßnahmen nicht im vorhinein selbst aus dem Rennen.
Der Luftfilter ist ein relativ einfaches Teil, das deswegen aber nicht
weniger Pflege benötigt. Grundsätzlich gibt's zwei Optionen für
verschmutzte Luftfilter. Zum einen den alten wegwerfen und einen neuen verbauen,
zum anderen könnt ihr den verdreckten Luftfilter mit Hilfe von diversen
Reinigungssets auch reinigen - für beide Varianten gilt aber, den Filter
immer gut einölen, damit Staub und Schmutz nicht in den Zylinder
gelangen und den Motor beschädigen. |
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Bei älteren Modellen sollten neben Reifen und Luftfilter noch diverse
Lager (Lenkkopf, Schwingenlager), Bremsen, Kette, Kettengleiter sowie
Kettenführung kontrolliert werden. Ein Tipp zu den Armaturen:
Kupplungs- und Bremshebel sollten nicht zu fest angeschraubt sein. Die
Schrauben nur handfest anziehen, damit sich die Armaturen mit festem
Druck noch drehen lassen - somit verdreht sich im Falle eines Sturzes
nur die Armatur und die Hebel brechen nicht ab, das spart Geld und bedeutet während
des Rennens keinen Ausfall.
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Schritt # 3 - bring Deinen Körper auf Vordermann. |
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Wie das Motorrad sollte auch der Fahrer in einem guten Zustand sein. Die
meisten Rennen gehen über zwei Stunden und diese 120 Minuten können
sehr lange werden - Kindergeburtstag sieht definitiv anders aus. Die
beste Vorbereitung für so ein Rennen ist noch immer das Endurofahren
selbst, findet sich allerdings keine Strecke in deiner näheren Umgebung, sollte
zumindest die Ausdauer trainiert werden.
Neben der Ausdauer werden auch
Beine, Unterarme und Hände während des Rennens stark beansprucht. Etwas
Krafttraining stärkt diese Körperpartien, somit hängst du nach 30
Minuten Fahrzeit nicht wie ein nasser Sack auf dem Motorrad. |
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Schritt # 4 - Präge dir den Zeitplan ein. |
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Vor dem Rennen solltest du den Zeitplan der Veranstaltung gut
studieren. Streich dir die wichtigsten Punkte wie Anmeldung, technische
Abnahme und Rennstart heraus und plane genug Zeit dafür ein. Stress am Renntag
belastet dich nur zusätzlich und kostet Kraft. Wenn du im Fahrerlager
angekommen bist, erkundige dich gleich bei anderen Fahrern, wie der Hase
läuft, wo es zur Anmeldung geht, ob du deinen Helm (für Transponder)
dorthin mitnehmen musst und wo es zur technischen Abnahme geht. Keine
Angst, die Atmosphäre im Fahrerlager ist sehr freundschaftlich, die
anderen Fahrer/innen helfen dir gerne weiter.
Bei der Anmeldung sollte alles relativ rasch gehen, da neben dir noch bis
zu 400 andere Fahrer gemeldet werden wollen. Versuche also gleich alles
parat zu haben, was man von dir verlangen könnte, das ist in den meisten Fällen:
Geld für Transponder oder Nennung, Helm auf den der Transponder geklebt
wird und Fahrernummer (solltest du bei der Registrierung erhalten
haben). Nach der Anmeldung geht's zur technischen Abnahme deines
Motorrades, dort wird dein Motorrad begutachtet und darauf geachtet,
dass niemand mit einer gemeingefährlichen Enduro an den Start geht.Nach der technischen Abnahme solltest
du dich auf das Rennen
vorbereiten, das heißt
iss etwas Energiereiches - Bananen oder Müsliriegel eignen sich dafür am
Besten.
Schau, dass du ausreichend zu trinken mit hast. Füll deinen Trinkrucksack
ausreichend mit Wasser, du wirst es während des Rennens brauchen. |
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Die 1000PS Enduro Eisen |
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KTM EXC 200: Mein absoluter Favorit für harte Enduro Rennen und
für schweres Gelände. Mit nur 97 Kg Trockengewicht ist die EXC 200 eine
der leichtesten Enduros am Markt - dementsprechend handlich auch in sehr
schwerem Gelände. Das schöne der 200er ist allerdings die
Motorcharakteristik, während eine 250er oder 300er dir während eines
Rennens die Arme lang zieht, fährt sich die 200er doch sehr geschmeidig
und hat im unteren Drehzahlbereich noch ausreichend Kraft, um massiv
genudelt zu werden. |
Husaberg FE 390: Der absolute Profi für die ACC. Zwar ist sie mit
114 kg etwas schwerer als die 200er, fährt sich aber durch das neue
Motorenkonzept sehr handlich. Die Motorcharakteristik ist für 2 Stunden
Rennen genau richtig, schön zu dosieren, nicht zu bissig und doch
ausreichend Kraft.
Auch für Einsteiger ist die gutmütige FE 390 genau die richtige Wahl. Im
Gegensatz zur 200er verzeiht sie einen falsch eingelegten Gang oder
kleinere Fahrfehler. |
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Schritt # 5 - Bereite dich auf das Rennen vor. |
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Je nach Strecke und Motorrad musst du möglicherweise einen Tankstopp
einlegen, mit meiner EXC 200 komme ich meistens nicht durch die zwei
Stunden ohne nachzutanken. Mein Chef und größter Konkurrent nastynils
kommt mit der FE 390 auf den meisten Strecken locker durch die komplette
Renndistanz. Stell deinen Kanister in die dafür vorgesehene Tankzone -
Achtung: Da du wahrscheinlich nicht der Einzige bist, der seinen Kanister
dort hinstellt, beschrifte deinen Kanister! Wichtig für Kärnten und
Steiermark, in diesen Bundesländern muss der Tankvorgang auf einer so
genannten Umweltmatte durchgeführt werden, damit wird verhindert, dass
Sprit in die Erde eindringen kann. Die Matte ist aber im Normalfall auch
beim Veranstalter für ein paar Euro erhältlich. |
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Schritt # 6 - Teile dir Deine Kräfte ein. |
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Bei den meisten Events finden sich alle Fahrer ca. 15 min. vor dem
Starttermin zu einer Einführungsrunde zusammen. Fahr die
Einführungsrunde in einem gemütlichen Tempo und sieh dir die Strecke
genau an, such dir eine Spur, die für dich passt, und die dir nicht die
Kräfte raubt.
Während des Rennens solltest du ein Tempo wählen, das du zwei Stunden
durchfahren kannst. Fahr also am Anfang nicht zu schnell, sonst
scheiterst du in Stunde zwei. Nach cirka 20 Minuten wirst du übrigens
wie alle Rookies den ersten Einbruch erleben. Deine Hände werden
verkrampfen und du wirst dich fragen, wie du das nur 2 Stunden durchhalten
sollst. Bleib nicht stehen! Fahr einfach weiter, egal wie langsam, aber
fahr weiter! Du wirst dann locker, dein Fahrstil wird runder und es
läuft wieder besser. Denn schließlich warst du bei Deinem ersten Rennen
total verkrampft und nervös und bist die ersten Runden vermutlich im Sog
der Meute viel zu schnell gefahren.
Bei deinem ersten Rennen solltest du nicht die schnellste, sondern
die am wenigsten anstrengende Linie fahren. Das wird dann über die
volle Renndistanz auch die schnellste Wahl sein. Aber Vorsicht! Das was
in der ersten Runde noch die einfachste Linie war, kann zum Ende des
Rennens schon ein Kräfte raubender Furchenacker sein. Mach die Augen auf
und suche jene Spur auf der Strecke mit den wenigsten Buckeln und den
wenigsten Rillen. Verzichte dafür wenn nötig auch auf Kurvenspeed und
fahr ganz am Rand wo niemand fährt. Deine Arme werden es dir danken.
Augen auf! Hirn einschalten!
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Da du ohnehin nicht um den Sieg mitfährst, musst du nicht an jeder
Stelle der Strecke voll andrücken. Dort wo viel Speed viel Kraft kostet,
solltest du bewusst langsamer fahren. Am Ende des Rennens wird die
Zeitbilanz wieder stimmen. Es gibt jedoch viele Stellen, wo du ohne
Schweiß sehr schnell fahren kannst. Beobachte also die schnelleren
Piloten und versuche Ihnen durch die eine oder andere Passage zu folgen.
Du
wirst überrascht sein, wie locker Dein Motorrad zum Beispiel die kleinen
Bodenwellen auf der schnellen Geraden wegsteckt, wenn du richtig Feuer
gibst.
Während des Rennens werden schnellere Fahrer auf dich auffahren; wenn
du merkst, dass jemand hinter dir ist, lass' ihn vorbei, damit kannst du
selbst stressfreier fahren und du verdirbst den anderen nicht ihr
Ergebnis. Außerdem minimierst du so das Risiko eines Sturzes, der dich
wertvolle Zeit kostet. Denn ein Sturz kostet nicht nur jene Zeit, die du
fürs Aufrichten brauchst, sondern verfolgt dich dann noch eine ganze
Runde lang. Dein Puls schnellt beim Sturz und beim Aufrichten des
Motorrades nach oben und dein Leistungsvermögen sinkt gewaltig. Du
kannst also mit gutem Gewissen viel Zeit in vorsichtige Fahrmanöver
investieren, die einen Sturz vermeiden. Solltest du trotz deiner guten
Vorsätze stürzen, musst du danach unbedingt deinen Puls nach unten
bringen. Mach keine Pause, sondern fahre langsam weiter. Atme bewusst
sehr ruhig, tief und gleichmäßig und nimm mal einen großen Schluck aus
dem Trinkbeutel. Richte den Blick wieder weit nach vorne und löse
bewusst jede krampfartige Haltung am Motorrad.
Mit diesen Tipps solltest du halbwegs gut durch die Saison kommen, und
da die meisten Veranstaltungen ein ähnliches Strickmuster aufweisen,
weist du nach deinem ersten Rennen dann eh wie der Hase läuft.
Das Wichtigste im Endurosport ist allerdings der Spaß an der Sache, sei
nicht zu ehrgeizig und führe keine harten Zweikämpfe im Rennen aus. Das
sichert allen Teilnehmer ein faires und schönes Rennen. |
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Text: arlo/nasty
Fotos: arlo/tobi |
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