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Die Shiver von Aprilia ist nun schon 2 Saisonen auf dem Markt und hat das
Angebot von Aprilia beträchtlich erweitert. Während die nackte
Mittelklasse bisher hauptsächlich von den Japanern bedient wurde, gibt
es nun mit der Shiver einen würdigen Mitspieler. Mitteklasse klingt
für viele oft ein wenig abwertend und man tut Bikes wie der Shiver damit
unrecht. Mitteklasse bedeutet nämlich auch, dass ein Motorrad vieles gut
kann und nur wenige Disziplinen gar nicht beherrscht. Wir fuhren die Shiver zum Beispiel schon mal auf der Rennstrecke – und es hat Spaß
gemacht. Wir fuhren sie in der Stadt – und sie war sehr komfortabel und
einfach zu fahren. Wir fuhren sie auf der Landstrasse – und genossen die
Kurven. Die Aprilia Shiver über ein Ride by Wire System gesteuert,
das heißt der Motor gehorcht den Bits und Bytes und nicht direkt via
Drahtseil dem Gasgriff.
Das verschreckte zu Beginn noch einige Käufer,
im Jahr 2010 kratzt das aber niemanden mehr. Vor allem in der
Supersport-Fraktion sind einige Motorräder mit solchen Systemen
unterwegs und besonders für Einsteiger oder nicht so routinierte Fahrer
bietet das System angenehme Vorteile. Normalerweise verhalten sich V2-Motoren
manchmal etwas ruppig. Wenn man zu schnell ans Gas geht oder eben zu
schnell den Gasgriff schließt, gehörte es bisher zum Charakter eines V2,
dass er eben ein wenig stotterte und Unruhe in den Sattel bringt. Bei
der Shiver wird dieser ganze Vorgang geglättet. Der Motor hängt sehr
sanft am Gas und verzeiht viele Anfängerfehler. Ohne die Maschine in
irgendwelche Klischees pressen zu wollen, ergibt das gemeinsam mit der
niedrigen Sitzhöhe ein einfach zu fahrendes Motorrad, das mit wirklich
jedem Fahrer oder jeder Fahrerin entgegen kommt.
In das Bild des einfach zu fahrenden Motorrades passt auch das Fahrwerk.
Eher etwas weich und nicht zu direkt überfordert es nie. Die
Schräglagenfreiheit passt jedoch und so kann man das Motorrad flott
durch die Kurven fliegen lassen. Klar ist sie dabei nicht so präzise und
straff wie die Hardcore-Nakedbikes, macht aber keinesfalls einen
schwammigen Eindruck. Wer längere Touren fährt, sollte die Shiver
übrigens mit einem Windschild ausstatten, dann erweitert man den
Aktionsradius beträchtlich. |