|
|
Arlo |
Touratech Adventure S |
21.09.2010 |
Druck
|
Strassburg one way - der Fahrer kommt heim, die Touratech Adventure nicht.
 |
|
|
KTM 990
Adventure S Touratech
|
|
Regen, Wind und Sturm können der großen
Abenteurerin nichts anhaben. Ein paar angsoffene
Jugendliche mit einem Kanister Benzin und einem Feuerzeug jedoch schon. |
|
|
|
Die diesjährige 1000PS Incentive Tour sollte uns von der Edelschmiede
für Weltenbummler, Touratech in Niedereschach, über das französische
Elsass durch die Vogesen und dann zurück in den Schwarzwald führen. Die Motorräder
am Start: Tourenikone BMW R 1200 GS, ihre kleine Schwester
BMW F 800 GS, Yamaha Téneré und Wüstenschiff KTM 990 Adventure S. Alle
Bikes wurden uns von Touratech zur Verfügung gestellt und waren
dementsprechend mit allem
nur erdenklichen Zubehör ausgestattet. Beginnend bei den mächtigen Zega
Pro Seitenkoffern, über Zusatzscheinwerfer und
Protektoren bis hin zu den edelsten Navi Halterungen.
Reisefrust kein Vorteil.
Ich bin ja eigentlich kein Freund ausgedehnter Ausfahrten.
Das hat
zum einen damit zu tun, dass ich noch nie weiter als 20 Kilometer von zu
Hause weg war, zum anderen ist Asphalt einfach nicht mein Terrain. Was
natürlich kein Vorteil ist, wenn man mit Oberehrgeizler NastyNils,
Superbike ÖM Meister Klausi Grammer und dem frisch verheirateten Kot
(der somit sein Leben schon abgeschlossen hat und keine Furcht vor
irgendwas mehr zeigt), eine 1000 Kilometer Tour antritt.
|
 |
|
|
|
Die Wahl des Bikes war für mich also sehr entscheidend, um nicht als
Schlusslicht am Tagesziel anzukommen. Zwei Magenstamperl später
entschieden sich Klausi und Kot überraschenderweise nicht für meinen Favoriten,
die KTM 990 Adventure. Die Adventure ist in der 990 ccm Ausführung nun seit 2006 am Markt.
Auf unserer Tour durften wir die Adventure mit dem Kürzel S durch die
Gegend jaucken. Die S unterscheidet sich von der 990 Adventure in zwei
wesentlichen Punkten. Das Fahrwerk der S ist um
35 mm höher als jenes der Standard. Dem Fahrer steht somit mehr Federweg
und mehr Bodenfreiheit zur Verfügung. Die S ist also der absolute
Favorit für den Offroad Part, aber auch in der Kurve bietet der größere
Abstand zum Boden mehr Schräglagenfreiheit. Der zweite Unterschied der S
zur "Normalen" ist jener der Bremsunterstützung - denn auf keinem der S
Modelle findet sich ABS. |
|
|
Instrumente wie aus einem
Russenbomber. |
|
|
Luxusdampfer à la BMW ist die Adventure sicher keiner, alles ist auf
maximale Funktionalität ohne Schnörkel optimiert. Die Bedienelemente
etwa funktionieren einwandfrei, könnten aber genauso aus einem
Russenbomber stammen. Etwas mehr Luxus aber trotzdem sehr funktionell
sind da schon die Anbauteile von Touratech. Die schwarzwälder
Edelschmiede hat die Adventure mit allem zugepflastert was Gott nicht
verboten hat. Nicht alles macht auf den ersten Blick gleich Sinn, wie
etwa die vielen kleinen Protektoren an den Ausgleichsbehältern. Wer aber
mit der Adventure durch den dichten Wald kurvt, ist dankbar, dass die
Äste an den Protektoren abgleiten und nicht die Fuhre stilllegen.
Anderen Teilen sieht man ihre Funktion sofort an, man fragt sich dann
eigentlich nur, warum etwa Sturzbügel nicht schon ab Werk die orangen
Seitenteile schützen. |
|
|
 |
|
Man braucht nicht unbedingt groß zu sein um schnell zu sein - aber beim
Aufsteigen auf die S wär's hilfreich. |
|
|
Unverzichtbar für große Touren auf unbekanntem Terrain ist natürlich
auch die Halterung fürs Navi. Bei Navi Halterungen ist auf zweierlei
Funktionen zu achten. Die Halterung sollte (wenn sie fix mit
dem Bike verschraubt ist) versperrbar sein. Somit kann das Navi während
der Mittagspause oder beim Kaffe ruhigen Gewissens am Motorrad bleiben.
Zweitens sollte man darauf achten, dass die Halterungen über eine
zusätzliche Dämpfung verfügen, denn die Vibrationen des Zweirades können
auf längeren Touren Lötstellen im Navi lose prellen. Es ist fast schon
unnötig zu erwähnen, dass die Touratech Halterungen sowohl versperrbar
sind als auch über vier Gummipuffer verfügen.
Großes Lob verdiente auch die Touratech Sitzbank. Erst nach Stunden auf
dem Bock fing mein Hinterteil an "wässrig" zu werden, ein kurzer
Zwischenstopp im Cafe und etwas Beine vertreten, frischt das
wohlgenährte Hinterteil aber wieder auf und dem nächsten
Streckenabschnitt stand nichts mehr im Weg. |
|
|
|
 |
 |
|
Massives Blech schützt den Motorblock. |
Unverzichtbar für die Weltumrundung:
Touratech Stürzbügel. |
 |
 |
|
Machen die Nacht zum Tag - Touratech Xenon Scheinwerfer mit
Schutzgitter. |
Handguards und Navi Halterung fürs ZUMO natürlich auch von
Touratech. |
|
|
|
Den Tourguide und somit das Pacebike auf unserer Ausfahrt mimte
NastyNils, er kam bei der Wahl des Motorrades zu spät und wurde dafür
übel bestraft - er fasste den 48 PS starken Einzylinder Yamaha Tenere
aus. Da unsere Bikes im Schnitt die doppelte Leistung hatten und wir den Oberehrgeizler Nils nicht
überfordern wollten, schraubten wir unser Tempo
zurück. Während der Chef mit einem Puls von 190 todesmutig
vorausnavigierte - wahnwitzige Überholmanöver inklusive, um wenigstens
irgendwie einen Vorsprung herauszufahren - folgten wir im für
ausgewachsene Enduros lockeren Reisetempo und einem Puls von 85. Leider konnten wir nicht damit rechnen, dass Nasty
seine Leistung dermaßen überschätzte und beim abendlichen Bier damit prahlte, wie er uns mit
der Tenere nicht locker in Schach halten konnte und trotz der 48 PS das Feld
dominierte. Doch niemand konnte NastyNils von seinem Wahn
befreien und so sülzt er heute noch wie ein Großer von seinem Triumph im Elsass. |
|
|
The KTM incident |
|
 |
|
"Einmal jährlich" spricht der Boss,
"wird ausgeritten hoch zu Ross!"
Drum flogen auch zu diesem Zweck
vier Leute rauf zu Touratech.
Schnell die Enduros ausgefasst,
und Richtung Frankreich ohne Rast.
In Straßburg warten im Quartier,
zwar keine Mädels, aber Bier.
Am Morgen sind wir nicht entzückt,
das Bild am Parkplatz scheint entrückt.
Weil niemand fuhr zum Semmeln kaufen,
muss ab sofort ein Fahrer laufen.
Doch Freund und Helfer stets bereit,
macht Meldung schon nach kurzer Zeit.
Die Kante sei gefunden worden,
in einem Park ward sie geborgen.
Es gebe trotzdem Grund zum Flennen,
denn sie sei nicht mehr zu erkennen.
Gewissheit gibt am Schild die Nummer,
der Freude weicht nun schwerer Kummer.
So lasst euch sagen, liebe Leut',
ob gestern, morgen oder heut',
in Frankreich werden ungeniert,
nicht nur Mahlzeiten flambiert. kot
|
|
|
|
Weniger triumphal war der nächste Morgen nach einer mauen Partynacht
in Straßburg. Ein schmerzvoller Blick mit geröteten Augen vom
Balkon der Unterkunft auf den Motorradstellplatz ergab eine einfache
Gleichung: 3 Bikes entspricht nicht 4 Bikes. Beim Frühstück teilte uns
NastyNils mit, dass er bereits die Polizei verständigt hat und es sich
aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Diebstahl handelte. Nur wenige Minuten
später kam unser Vermieter mit Nachricht von der Polizei "Man hat ihr
Motorrad gefunden...". Wir atmeten auf und dachten gleich wieder an die
anstehende Tourenetappe. Von unseren erleichternden Seufzer unterbrochen
fuhr der Vermieter fort "... es ist leider verbrannt". Das Bild in
meinem Kopf, in dem ich mit der 990er durch die Kurve heize, verschwand
plötzlich und wurde von einem Bild mit leicht angekokelter KTM ersetzt.
Doch es sollte weit schlimmer kommen. Die Jungs von der
Hexenverbrennungsabteilung dürften ganze Arbeit geleistet haben, die
Adventure war auch nach mehrmaligem Hinsehen nicht als solche zu
erkennen, kein einziges Teil der KTM ist noch in irgendeiner Art und
Weise zu verwenden. Einzig als Kunstobjekt des Grauens könnte die KTM in
ihrem jetzigen Zustand noch dienen. Keine Lösegeldforderung, kein
Bekennerbrief und nicht einmal die Möglichkeit, die Einzelteile über die
große Hehlerbörse im Internet zurück zu ersteigern. Einfach sinnloser,
mutwilliger und unverständlicher Vandalismus. Es wird doch wohl nicht
auch in Frankreich anti-orange Moto Guzzi Fanatiker geben? |
|
|
 |
|
Da hilft etwas Drüberpolieren auch nicht mehr - die Adventure
ist am Ende. |
|
|
Die Adventure Einkaufsliste:
| Stahlflexleitungen vorn (mit Verteiler) und hinten |
177 Euro |
| Lampenmaske mit Doppelscheinwerfer (Xenon) |
699 Euro |
| Einbauschloss für Staufach |
20 Euro |
| Motorschutz groß |
210 Euro |
| Scheinwerferschutz |
62 Euro |
| Verkleidungssturzbügel |
195 Euro |
| Rahmenprotektoren |
25 Euro |
| Verbreiteter Fußbremshebel |
17 Euro |
| Seitenständerauflageverbreiterung |
20 Euro |
| Lenkererhöhung |
39 Euro |
| Handguards |
53 Euro |
| Aluminium Koffersystem mit 2 Zega Pro Boxen und Kofferträger aus
Stahl |
825 Euro |
| Sportsitzbank |
319 Euro |
| Navihalterung ZUMO abschließbar |
125 Euro |
|
|
|
Touratech Zubehör gibt es für so ziemlich jedes Reisemotorrad.
Relativ neu sind die Sporttourer und Nakedbike Teile aus dem Touratech "Streetline"
Programm. Alles fein sauber gelistet im
Touratech-Shop. In dieser Serie erscheinen:
- Touratech BMW R 1200 GS Kurztest
- Touratech BMW F 800 GS Kurztest
- Touratech Yamaha XT 660 Tenere
- Elsass und Vogesen Reisestory mit großem Finale. 1000PS
hält nun den traurigen Testmotorrad-Wertvernichtungsrekord und muss
mit dem Foto rechts im Bild und nur noch 3 Motorrädern die Heimreise
zu Touratech antreten.
|
|
|
| Aktuelle Produktangebote |
|
|
| |
| Gebrauchte Motorräder |
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
Interessante Links:
|
Text:
arlo
Fotos: kot/nastynils |
|
|
|
|
| 1000ps Data Recording |
Touratech Adventure S |
|
|
|
|
online seit : 613 Tagen |
gelesen: 17589 mal |
 |
| |
|
|
|
|
| 1000ps Userbewertung für Bike: KTM 990 Adventure S |
Optischer Eindruck: |
|
Technischer Eindruck: |
|
Gesamteindruck: |
|
| Kaufkraft: |
ein Kauf heuer kommt für 22,73 % der Bewerter in Frage
ein Kauf später kommt für 36,36 % der Bewerter in Frage
|
| 1000ps Userbewertung: Touratech Adventure S von
Arlo |
Photos: |
|
Text: |
|
|
|
|