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kot |
Ducati Multistrada S |
05.07.2011 |
Druck
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Eine Ducati verlangt ein gewisses Maß an Stil, Haltung und Fahrkönnen. Die Multi assistiert mit Elektronik.
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Ducati
Multistrada
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Hier ist Multi-Kulti nicht gescheitert. Italien und Schweden verstehen
sich prächtig. |
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Eine Ducati war nie ein Motorrad zum dran Rumspielen. Jeder, dem die
große Ehre zuteil wird, eine rote Göttin zu besitzen, sollte wissen, was
er tut, ob er jetzt selbst dran schraubt oder nur damit fährt. Ein
erhöhtes Mindestmaß an geschichtlichem Wissen, fahrtechnischem Können
und sorgfältiger Pflege ist man einer Ducati einfach schuldig. In diesen
Tugenden Zurückgebliebene können so ein Motorrad durchaus verschandeln.
Mein Defizit sehe ich ausschließlich in der sorgfältigen Pflege, wie
hätte ich es aber auch je lernen sollen, wenn ich meine Kräder nach
spätestens 2 Wochen wieder retourniere? (Nur den goldenen Saft Shell
Advance Racing X 4T SAE 20W-60 kenne ich schon.) Was die bologneser Geschichte
anbelangt, so kann ich berufsbedingt auf eine breite Quelle der
Information zurückgreifen. Ich weiß, wo was herkommt, und ich weiß
ungefähr, wo es hingeht. Auch beim Thema Fahrtechnik würde ich mir
mindestens eine 2+ eintragen (überirdische Profirennfahrer und
Hobbyveteranen nicht in der Klasse). Ich bin ganz zufrieden. Und dann
treffe ich auf sowas wie eine Ducati Multistrada und erkenne, dass ich
noch lange nicht dort bin, wo ich geglaubt habe, zu sein. Es gibt
Motorräder, die sind so entwickelt und gebaut, dass sie ihrem Fahrer
kaum etwas abverlangen. Sie geben auch nicht besonders viel, aber das
ist das Gesetz des Energieerhaltungssatzes. Wer nicht bereit ist, viel reinzustecken, der wird auch nicht viel rausbekommen. Bei der
Multistrada ist das anders. Erst wenn man genügend reinsteckt, kommt
richtig was raus. Mit anderen Worten: 90% aller Fahrer werden die Multi
gehörig unterfordern und wahrscheinlich nie verstehen, wozu der mit
Elektroniksteroiden vollgepumpte Abfangjäger im Stande ist. Und ich
behaupte jetzt nicht, dass ich das bereits herausgefunden hätte. |
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Vollgepumpt mit Elektroniksteroiden. |
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Fest im Sattel der Mulstistrada steckend, hat man das Gefühl, man wäre
in den Wagon einer Achterbahn geschnallt. Der kantige Soziuspolster
klemmt das Gesäß zwischen sich und dem Tank fest, Herumrutschen wird
neben dem geringen Platzangebot durch einen griffigen Sitzbankbezug
zusätzlich unterbunden. Die Beine fügen sich perfekt in die schlanke
Taille der Ducati ein. Sie will, dass man eins mit ihr ist. Nicht falsch
verstehen. Die Geometrie der Multi ermöglicht auch groß gewachsenen
Reitern eine komfortable Haltung, aber wer sitzt, der sitzt eben
richtig.
Der von Handprotektoren mit integrierten Blinkern flankierte Lenker
könnte hingegen dem einen oder anderen schon zu breit sein, ich
persönlich steh' da sehr drauf. Nichts gibt mir ein stärkeres Gefühl der
Kontrolle auf einem hochgestellten Powerbike, als ein breiter, wohl
geformter Lenker. Aber selbst wenn es auf der Sitzbank zwickt und der
Lenker zwackt, hat man erstmal den Testastretta zum Leben erweckt,
sind alle anderen Kleinigkeiten vergessen. Dieser Motor macht jedes
Motorrad zum Erlebnis, man kann sich seiner fast furchterregenden Aura
nicht entziehen. Da reicht schon der Serienzustand aus, um Augen und
Hosen feucht werden zu lassen. Und der Sound verspricht nicht zuviel.
Die Leistungsniveau der Multistrada liegt deutlich über jenen von Tiger,
SM-T oder GS. Auch mit ABS und Traction Control an Board ist es nicht
ratsam, den Desmo gedankenverloren zu reizen. Es könnten die letzten
Gedanken sein, die du verlierst. |
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48 mm Öhlins Gabel. 320 mm Scheiben, je 4-Kolben. |
Elektronik, die das Hirn ersetzt. |
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Motorrad fahren. Nicht Playstation
spielen. |
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Mehr Gnade als vom Motor darf man sich vom Handling erwarten. Nicht
nervös und im Winkelwerk mit etwas Nachdruck zu bedienen, ist es das
Fahrwerk, dass die heißblütige Italienerin unter Kontrolle hält. Das
voll einstellbare Öhlins Fahrwerk kann elektronisch dem persönlichen
Fahrstil und Komfortbedürfnis angepasst werden. Nur, damit ungefähr klar
ist, wieviel Elektronik in der Multi steckt: 4 verschiedene Fahrmodi
anwählbar, Ride by Wire System, Keyless Go, elektronische Lenkradsperre,
Traktionskontrolle, Ducati Electronic Suspenion, ABS System. Wer noch
ein paar Elektrogeräte mitnehmen möchte, der kann noch ein Garmin Navi
direkt beim LCD Display und zwei Haushaltsgeräte nach Wahl(z.B. Fön und
Smoothie Maker von Pepi Rössler) an den zwei 12 Volt Steckdosen
anschließen.
Man könnte also annehmen - oder befürchten - dass die Elektronik
nicht nur unser Hirn, sondern auch unsere Eier ersetzt. Nun, noch
scheint es nicht so weit zu sein. Ich hatte das Gefühl, beides noch
selbst kontrollieren zu müssen (womit kontrolliert man das Hirn??) und
vor allem von letzterem brauchte ich mehr als üblich, wenngleich man
sich immer öfter fragen muss, wieso uns die Motorradfirmen - oder das
KfV, oder die EU, oder die CIA, oder die Freimaurer...- nicht mehr das
tun lassen wollen, was wir eigentlich möchten. Motorrad fahren. Nicht
Playstation spielen. Was die Technik übernimmt, das kann der Mensch
lassen. Bald wird die Elektronik beginnen, zu lernen und wir werden
damit aufhören. Die Multistrada entkommt der elektronischen Fußfessel
noch, indem sie ihr mit brachialer Gewalt entgegenwirkt. Wie lange kommt
sie noch dagegen an? |
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Erinnert an die Transalp. Würde aber nie jemand
zugeben. |
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Text: kot
Fotos: PS Sportmotorradmagazin |
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Ducati Multistrada S |
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online seit : 326 Tagen |
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ein Kauf heuer kommt für 28,57 % der Bewerter in Frage
ein Kauf später kommt für 44,90 % der Bewerter in Frage
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kot |
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