Interview mit Edi Fischer, CEO BUCHER-MOTOREX-GRUPPE

Interview mit Edi Fischer, CEO BUCHER-MOTOREX-GRUPPE

100 Jahre Motorex

Wie feiert Motorex sein 100-jähriges Bestehen, was ist das Erfolgsrezept und was bringt die Zukunft? Edi Fischer, CEO der BUCHER-MOTOREX-GRUPPE, gibt Antworten.

Was ist das Erfolgsrezept von MOTOREX? Wie schafft es das Unternehmen, sich gegen die grossen Multikonzerne im Schmiermittelgeschäft zu behaupten?

Wir definieren uns nicht einfach über Masse und Volumen, sondern sehen uns als Problemlöser, der auch Nischenprodukte anbieten kann, als Berater und Begleiter unserer Kunden. Es ist doch überall so: Man kauft die Dinge, die man braucht, bei Menschen, die man mag. Unser primäres Erfolgsrezept ist deshalb eine hohe Qualität nicht nur bei den eigentlichen Produkten, sondern auch in der Beratung und bei den dazugehörenden Dienstleistungen. Qualität aber auch im Umgang mit den Kunden, wir sind kein Grosskonzern, sondern auf Augenhöhe mit unseren Kunden und Anwendern. Wir haben viel in unsere Produktentwicklungsfähigkeit investiert, damit wir flexible, individuelle und auf die Kundenwünsche massgeschneiderte Lösungen anbieten können. Das bedeutet auch, dass wir höchsten Wert auf gute und motivierte Mitarbeitende legen. Denn diese sind der Grundstein dafür, dass wir über eine enorme Sortimentstiefe und -breite verfügen: Unser Angebot umfasst rund 8000 Artikel.

Wie wird das 100-jährige Jubiläum des Unternehmens zelebriert?

Wir planen zahlreiche Aktivitäten rund ums Jubiläum. Darunter auch einen Tag der offenen Tür, an dem wir, zusammen mit unseren langjährigen Kunden, Partnern, Mitarbeitenden und allen Interessierten ein grosses Fest feiern werden. Denn dank ihnen können wir dieses Jahr unser 100-jähriges Bestehen feiern. In erster Linie sagen wir DANKE. Unser Dank gilt unseren Kunden und Geschäftspartnern genauso wie unseren Lieferanten und Mitarbeitenden. Aber auch die lokalen Behörden und unsere Nachbarn hier in Langenthal haben es massgeblich ermöglicht, dass sich MOTOREX 100 Jahre lang immer wieder weiterentwickeln durfte. Wir sind sehr glücklich darüber, hier einen idealen Standort zu haben – einen echten Industriestandort.

Welche Rolle nimmt die Gründerfamilie ein?

Die Gründerfamilie ist in erster Linie unser Stabilitätsanker. Sie sichert unsere langfristige Entwicklung und ermöglicht diese mit der Genehmigung entsprechender Investitionen. Darüber hinaus pflegen die Vertreter der Familie einen guten und einvernehmlichen Umgang mit unseren Mitarbeitenden. Und das wird hier ausserordentlich geschätzt.

Welchen Einfluss hat der Standort Langenthal auf die verschiedenen Geschäftsbereiche wie Produktion, Forschung & Entwicklung und die Rekrutierung von hochspezialisierten Fachleuten? Ist es nicht schwi

Wie bereits erwähnt, ist der Standort in keiner Weise ein Nachteil. Auch internationale Mitarbeitende kommen gerne in unsere Region und lassen sich hier in der Gegend nieder. Und wenn jemand di Stadt sucht, Bern oder auch Basel sind ja sehr attraktive Wohngegenden und nicht weit von Langenthal entfernt. Nein, ich kann wirklich nicht sagen, dass wir bei den Rekrutierungen einen Standortnachteil haben.

Welcher Wert wird bei MOTOREX dem Bereich Forschung und Entwicklung zugeschrieben?

Im Verhältnis zur Unternehmensgrösse verfügen wir über eine ausserordentlich grosse und hoch qualifizierte Abteilung für Forschung und Entwicklung. Das ist bei unserer Spezialisierung und bei rund 2500 Rezepturen auch notwendig. Wir beschäftigen momentan zwölf Chemikerinnen und Chemiker aus sieben Nationen. Diese sind zudem enorm gut mit Bildungs- und Branchenorganisationen oder mit Universitäten und Forschungsstätten wie zum Beispiel der ETH, oder der EMPA vernetzt.

Wie gelingt es MOTOREX, Tradition und Moderne, regionale Werte und weltweite Relevanz zu vereinen?

Zunächst schufen wir spezialisierte Geschäftsbereiche, die es uns ermöglichten, in jedem Marktsegment wie z.B. Motorrad, Landtechnik oder Metallverarbeitung eine professionelle Spezialisierung mit hoch qualifizierten Mitarbeitern zu erreichen. Diese ausgeprägte Marktsegmentierung ermöglicht es uns, sehr breit aufzutreten und je nach Branche Tradition und Moderne gleichermassen anzusprechen. In der Schweiz hat MOTOREX ja natürlich bereits eine 100-jährige Geschichte und man kennt MOTOREX als solides qualitativ hochstehendes und zuverlässiges Unternehmen. Diese Grundwerte werden wir auch weiterhin hochhalten. Die Marke ist aber auch hierzulande jung und dynamisch. Denn unsere weltweiten Geschäftsaktivitäten im Bereich Motorrad prägen die Wahrnehmung der Marke MOTOREX stark, besonders bei jüngeren Menschen. Und ausserhalb der Schweiz wird MOTOREX auch heute noch primär als Premiummarke aus dem Motorradsport gekannt. Auf diese Weise ist es uns gelungen, den Spagat zwischen Tradition und Moderne recht gut zu meistern.

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Wie positioniert sich MOTOREX im Ausland? Mit welchen Herausforderungen ist MOTOREX konfrontiert, wenn es um die Expansion im Ausland geht?

Hier möchte ich etwas ausholen. In der Schweiz sind wir sehr breit aufgestellt, wir bedienen die Bereiche Auto, Land- und Forstwirtschaft, Bauwesen, Industrie, Metallverarbeitung, Bergbahnen, öffentlicher Verkehr und Motorrad flächendeckend und umfassend. International unterscheiden wir zwischen Ländern, in denen wir mit eigenen Firmen aktiv sind, und jenen, wo wir ausschliesslich mit unabhängigen Vertriebspartnern zusammenarbeiten. Mit eigenen Verkaufsorganisationen sind wir in Deutschland, Frankreich, Österreich und in Skandinavien unterwegs. Darüber hinaus haben wir eine Zusammenarbeit mit 130 Vertriebspartnern, die unsere Produkte in 85 Ländern vertreiben. Unsere Vertriebspartner suchen wir sehr sorgfältig aus. Sie müssen eine Spezialisierung in ihrem Marktsegment ausweisen können, technisch versiertes Know-how mitbringen und eine ähnliche Unternehmensphilosophie verfolgen wie wir. Nur so wird es möglich, dass wir heute über eine ganze Reihe von Vertriebspartnern verfügen, die bereits über Generationen mit uns zusammenarbeiten.

Wie geht MOTOREX mit der Tatsache um, dass die fossilen Ressourcen schwinden? Wie schafft es MOTOREX, diese Herausforderungen zu bewältigen?

Erdöl ist längst nicht mehr der einzige Rohstoff, um Schmiermittel herzustellen. Alternativen sind tierische oder pflanzliche Grundstoffe. Aber abgesehen davon: Unser Beitrag, Energie zu sparen, liegt in der immer besseren Qualität unserer Schmiermittel. Denn optimale Schmierung hilft, Energie zu sparen.

Wo liegen die Schwerpunkte von MOTOREX für die Zukunft?

Wir möchten weiterhin erste Wahl als Partner für technisch anspruchsvolle Kunden sein. Heute können wir Kunden aus dem Motorradsektor, aus dem Bergbahnsektor oder aus der Zerspanungs-Industrie eine weitgehend weltweite Abdeckung mit Beratung, Logistik und Services anbieten. In den Bereichen Land-, Bau-, Forst- und Transporttechnik können wir Kunden heute in grossen Teilen Europas mit eigenen Mitarbeitern betreuen und über unser Netz an europäischen Vertriebszentren sehr effizient beliefern. Diesen Weg werden wir weiter beschreiten. Unsere Forschung und Entwicklung werden wir auch zukünftig hochhalten, einerseits um den stetig steigenden technischen Anforderungen gerecht zu werden, andererseits, um immer wieder mit echten Innovationen der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Damit uns das gelingt, werden wir Wert darauf legen, ein attraktiver Arbeitgeber für gute und die Herausforderung suchende Mitarbeiter zu sein.

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Bericht vom 07.07.2017 | 3'189 Aufrufe

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