KTM & Cairoli feiern sechsten MXGP-Weltmeistertitel

KTM & Cairoli feiern sechsten MXGP-Weltmeistertitel

Erneuter Titel für Cairoli

Zum sechsten Mal und auf zwei verschiedenen KTM-Motorrädern gewinnt Tony Cairoli erneut den Titel in der höchsten Klasse der FIM-Motocross-Weltmeisterschaft. Am vergangenen Sonntag sicherte sich Cairoli mit einem zweiten Platz im ersten Lauf zum Grand Prix der Niederlande einen weiteren MXGP-Titel – in der Saison 2017 erstmals mit der KTM 450 SX-F. Nach dem ersten Titelgewinn für KTM im Jahr 2010 in der MXGP (ehemals MX1), bedeutet der neunte Titel für die #222 einen weiteren Eintrag in die Geschichtsbücher.

In der Saison 2017 dominierte Cairoli so gut wie jede Statistik. Er erzielte die meisten Pole Positions (sechs), führte die meisten Rennrunden an, feierte neun Laufsiege (eine Zahl, die Jeffrey Herlings am Sonntag in Assen einholte), gewann bis zum Rennen in den Niederlanden sechs Grand Prix und stand dreizehnmal auf dem Podium. Nach zwei vom Verletzungspech geprägten Jahren, hatte Cairoli das Red Plate des WM-Führenden seit dem siebten Rennen inne und zeigte mit seinen 31 Jahren, dass er immer noch zu den Topfahrern in einer der am härtesten umkämpften MXGP-Saison gehört.

Herausragende Saison für das gesamte Team

2017 war aber nicht nur für Cairoli, sondern für das gesamte Red Bull KTM-Team eine herausragende Saison. Jeffrey Herlings entwickelte sich während der Saison zu einem starken Konkurrenten, der mit seiner KTM 450 SX-F in der Saison 2018 sicherlich zu den Titelkandidaten gehört und Glenn Coldenhoff stand regelmässig auf dem MXGP-Podium. Auch in der MX2 ist der Titel für Pauls Jonass durch herausragende Leistungen zum Greifen nah und Jorge Prado beeindruckt regelmässig mit seinen Holeshots. Zu den bemerkenswertesten Rennen in diesem Jahr gehört sicherlich der Grand Prix von Belgien, bei dem alle drei KTM-MXGP-Fahrer auf dem Podium standen. Herlings beeindruckte ausserdem mit einem siegreichen Wildcard-Einsatz beim Saisonfinale der Lucas Oil AMA pro National-Meisterschaft in Indiana.

Der Mann der Stunde ist aber Tony Cairoli. Nach einem Armbruch im Jahr 2015 und einer Nervenschädigung in Hand und Nacken im Jahr 2016 (eine Saison, in der er dennoch Vizeweltmeister wurde) entwickelte er sich zum dominierenden Fahrer in der Saison 2017 und kommt so dem Rekord von Stefan Everts zehn Weltmeistertiteln und 101 Siegen (Cairoli steht aktuell bei 83) immer näher.

Tony Cairoli: „Es war eine wichtige Meisterschaft für mich, denn ich bin nicht als Favorit in die Saison gegangen und dieser Titel ist für alle, die geredet [gezweifelt und kritisiert] haben. Ich weiss, was es braucht, um eine solide und konstante Weltmeisterschaft zu bestreiten. Wir haben es geschafft und darüber bin ich sehr glücklich. Es war eine grossartige Saison, eine meiner besten. Es ist erstaunlich, dass ich mich auch nach fast 15 Jahren in der Weltmeisterschaft immer noch verbessern kann. Darauf bin ich stolz und ich denke, es gibt in einigen Bereichen immer noch Verbesserungspotenzial, aber im Moment möchte ich diesen Titel einfach nur geniessen. Für mich ist es der erste mit einer KTM 450 SX-F, das ist etwas Besonderes. Die anderen habe ich mit der 350er eingefahren und als ich verletzt war, waren wir nie wirklich in einer Position, in der ich die 450er ausreichend hätte testen können. Dieses Jahr habe ich mich auf dem Bike sehr gut gefühlt und wir haben uns über den Winter stark verbessert.“

Toni wird nun versuchen, die Saison 2017 mit einem weiteren Erfolg beim Grand Prix von Frankreich nächste Woche zu beenden, bevor er sein Land beim 71. Motocross of Nations in Matterley Basin am 1. Oktober vertritt.

Pit Beirer (Motorsport-Direktor): „Wieder einmal hat die Cairoli-KTM-Kombination uns einen besonderen Moment in unserer langen Motocross-Historie beschert. Dieser Titel ist das Ergebnis der harten Arbeit, die viele Leute investieren. Tonys Saison war fantastisch anzuschauen mit vielen Highlights und er hat bewiesen, dass er immer noch die Referenz in dieser Klasse ist und ein Vorbild für alle Kinder, die eines Tages die Spitze in diesem Sport erreichen wollen. Auch Jeffrey hat starke Leistungen gezeigt und insgesamt hätte die Saison 2017 für uns kaum besser laufen können. Schon bald werden wir uns Gedanken über die Saison 2018 machen, aber das gesamte Team verdient es, diesen Titel zu geniessen.“

Claudio De Carli (MXGP-Teammanager): „Tony hat viele Titel in Folge gewonnen und es ist ungewöhnlich, die WM erneut nach zwei Jahren zu gewinnen. Die KTM 350 SX-F war im Grunde wie für ihn und seinen Fahrstil gemacht, aber als wir auf die 450er gewechselt sind, war Tony verletzt und wir konnten das Bike nicht so entwickeln, wie wir wollten. Als er wieder fit war, lief es auch auf der technsichen Seite gut; das gesamte Paket hat gut zusammengepasst. Er hatte ein fantastisches Jahr. Er wollte den Titel bereits Ende letzten Jahres gewinnen und wir haben alle auf das gleiche Ziel hingearbeitet, aber wir mussten auch dafür sorgen, dass er realistisch bleibt. Wir haben einen guten Weg gefunden. Jeder Titel hat seine eigene Geschichte, aber dieses Comeback war speziell und besonders emotional. Er ist ein unglaublicher Fahrer. Viele haben gesagt, er sei zu alt und würde nicht mehr zurückkommen … denen hat er das Gegenteil bewiesen. Ich möchte mich bei allen Teammitgliedern, bei KTM und bei Pit und Robert für ihre Unterstützung und ihr Vertrauen bedanken. Es ist grossartig, auf diese Weise Teil der KTM-Geschichte zu sein.“

Robert Jonas (Vice-President-Offroad-Motorsports): „Die vergangenen zwei Jahre waren schwierig für Tony und es gab Zeiten, in denen wir nicht sicher waren, ob er zurückkommen würde. Vielleicht hat Jeffreys Aufstieg in die MXGP-Klasse für ein bisschen extra Motivation gesorgt, denn zu Beginn der Saison war er stärker als jemals zuvor. Er hat den jungen Fahrern gezeigt, dass er nach wie vor der ist, den es zu schlagen gilt. Er ist so ein erfahrener Racer und mit so vielen Titeln im Gepäck, ist er einer der selbstsichersten. Die nächste Saison wird nicht einfach für die anderen Fahrer und ihr Ziel wird es sein, Tony Cairoli eines Tages zu schlagen. Ich möchte allen für ihren Einsatz danken, denn manchmal ist die Arbeit eine Herausforderung, aber unser Team ist ausserordentlich gut. Das ist eines unserer Geheimnisse, denn jedes einzelne Mitglied der KTM-Familie kennt das Ziel und arbeitet darauf hin. Tage wie heute und Ergebnisse wie in Belgien und der Schweiz sind etwas ganz Besonders. Es war eine grossartige Saison für uns.“

Ergebnis MXGP Assen 2017

1.Platz Jeffrey Herlings (NED), KTM (1-1)

2.Platz Romain Febvre (FRA), Yamaha (4-3)

3.Platz Max Anstie (GBR), Husqvarna (3-4)

4.Platz Tony Cairoli (ITA), KTM (2-6)

5.Platz Max Nagl (GER), Husqvarna (10-2)

Weitere KTM

10.Platz Glenn Coldenhoff (NED), KTM (6-15)

Meisterschaftsstand MXGP 2017 nach 18 von 19 Rennen

1.Platz Cairoli, 710 Punkte (MXGP-Weltmeister 2017)

2.Platz Herlings, 627

3.Platz Gautier Paulin (FRA), Husqvarna, 571

4.Platz Clement Desalle (BEL), Kawasaki, 544

5.Platz Tim Gajser (SLO), Honda, 485

Weitere KTM

9.Platz Coldenhoff, 398

Ergebnis MX2 Assen 2017

1.Platz Jorge Prado (SPA), KTM (2-1)

2.Platz Pauls Jonass (LAT), KTM (1-7)

3.Platz Jeremy Seewer (SUI), Suzuki (9-3)

4.Platz Calvin Vlaanderen (RSA), KTM (4-4)

5.Platz Thomas Kjer Olsen (DEN), Husqvarna (8-3)

Meisterschaftsstand MX2 2017 nach 18 von 19 Rennen

1.Platz Jonass, 735 Punkte

2.Platz Seewer, 694

3.Platz Kjer Olsen, 556

4.Platz Benoit Paturel (FRA), Yamaha, 504

5.Platz Thomas Covington (USA), Husqvarna, 485

Weitere KTM

7.Platz Prado, 439

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Bericht vom 13.09.2017 | 1'567 Aufrufe

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