Head-Up-Display EyeLights für das Motorrad im Test

Head-Up-Display EyeLights für das Motorrad im Test

Zukunft zum Anfassen. Das neue Head-Up-Display von EyeLights

Eine "Modernisierung des Motorradfahrens" verspricht das französische Unternehmen EyeLights mit ihrem gleichnamigen Produkt. Nach dem schnellen Einbau der wichtigsten Hauptkomponenten: Kabel, Mikrofon, Lautsprecher, Holo-Display und Halterungen, krönt die Anzeige auf dem kleinen Plexiglaswürfel direkt vor dem rechten Auge. Mit 160 Gramm ist das Head-Up-Display leicht und kompakt. Mit 499 € zumindest preislich noch ein ganz schöner Brummer. Dafür bekommt man jedoch feinste Technik geboten. Der Akku reicht für ca. 8 Betriebsstunden!

EyeLights - Einbau und Start

Der Einbau des Geräts ist wirklich spielend leicht und nahezu selbsterklärend. Zur Unterstützung hat das Unternehmen ein Video auf YouTube veröffentlicht, was Dir den Einbau genauer zeigt. Das Video ist zwar in Französisch, wer allerdings schon einmal ein Sena Bluetooth Gerät oder Ähnliches verbaut hat, weiss wie leicht die Montage von der Hand geht. Die Lautsprecher werden in die dafür vorgesehenen Aussparungen im Helm mit Hilfe von Klett-Pads positioniert und das Mikrofon mit einem Klebe-Pad vorne im Kinn Bereich des Helmes. Dann das Holo-Display mit der Kletthalterung verbinden und zwischen Polster und Helm schieben. Anschliessend müssen alle Kabel hinter dem Helmpolster verlegt und mit der aussen festgeklebten Steuereinheit verbunden werden. Zwei normale Klinkenstecker müssen dafür in die Steuereinheit - fertig. Das Gerät ist mit nahezu allen modernen Helmen kompatibel und wird ebenfalls zusätzlich mit verschiedenen Montagehalterungen ausgeliefert. Somit kann man das EyeLights mit circa 95% der Klapp-, Jet-, oder Integralhelme nutzen. Wenn Du auf Nummer sicher gehen möchtest kannst Du die Komptabilität Deines Helmes ganz einfach auf der Webseite überprüfen – Vorbildlich! Die Montagezeit des Geräts beläuft sich übrigens je nach Helm auf in etwa 5 bis 10 Minuten. Nach dem Einbau muss das System per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden, dabei ist die EyeLights-App obligatorisch. Ein paar kleine Hürden musst Du bei der Konfiguration eventuell überwinden, da die App vom französischen Hersteller noch nicht perfekt ins Deutsche übersetzt wurde. Einige kleinere "Bugs" und Aufhänger sind ebenfalls bei der Nutzung der App aufgetreten. Hier herrscht noch Verbesserungspotential.

EyeLights – App und Anwendungsbereiche

Die App ist trotz kleinerer Übersetzungsfehler benutzerorientiert und bietet eine Vielzahl an nützlichen Funktionen wie beispielsweise: Navigationsauswahlmöglichkeiten, das Einprogrammieren der Heimatadresse „Zuhause“ und des Arbeitsplatzes können hinterlegt werden. Mit der Funktion "Roadtrip" könnt Ihr kinderleicht längere Touren inklusive Etappen planen. Ein tolles Feature für uns Zweiradfahrer ist die Auswahlmöglichkeit von besonders kurvigen Strecken für die Navigation. Die Navigation lässt sich ausschliesslich über die hauseigene App starten, wenn man etwas auf dem Holo Display sehen möchte. Alternativen wie Google Maps wären wünschenswert, sind zurzeit jedoch lediglich akustisch nutzbar. Das heisst Du startest Google Maps, gibst Dein Ziel ein und hörst die Navigationsansagen über die Lautsprecher. Eine Visuelle Unterstützung gibt es derzeit noch nicht. Der Betrieb des Head-Up-Displays macht sich beim Akku des Smartphones schon bemerkbar, aber auf langen Touren ist eine Power Bank oder eine Lademöglichkeit sowieso empfehlenswert. Toll umgesetzt ist auch die Auswahlmöglichkeit bevorzugter Routen. So lassen sich beispielsweise Schnellstrassen und kostenpflichte Mautstrassen umgehen.

EyeLights - Holo Display-Zukunft für den Helm!

Das Head-Up-Display sitzt sobald es richtig montiert ist genau vor dem rechten Auge. Der Betrachtungswinkel ist für so ein kleines Display enorm. Trotzdem ist es notwendig das Display richtig zu justieren, da das Bild ansonsten abgeschnitten wird. Durch das wiederholende Auf- und Abziehen des Helms ist es möglich, dass Du das Display immer wieder mal nachjustieren musst. Bei offenem Visier könnte die direkte Sonneneinstrahlung und grelles Licht ggf. die Ablesbarkeit des Displays stören. Bei normalem Tageslicht ist die Ablesbarkeit des HUDs aber sehr gut! An den neuen Blickwinkel beim Motorradfahren mittels HUD muss man sich zu Beginn noch etwas gewöhnen. Es braucht ein wenig Zeit, um sich mit den eingeblendeten Elementen der Anzeige vertraut zu machen und diese nicht als ablenkend zu empfinden. Ich glaube am besten vergleichen lässt sich das Ganze mit einer VR-Brille. Mit dem Unterschied, dass man beim EyeLights selbstverständlich keine „Motion Sickness“ (Schwindelgefühl beim Tragen einer VR-Brille) erleidet, man sich aber dennoch an das veränderte Sichtfeld gewöhnen muss. Ist einem der neue Blickwinkel beim Fahren erst einmal geläufig geworden, möchte man diesen selten missen. Es ist einfach sehr praktisch nicht immer auf den Tacho gucken zu müssen, um seine Geschwindigkeit zu überprüfen. Ein toller Luxus, sich den Blick auf das Smartphone während der Navigation einzusparen und vor allem ein deutliches Plus an Sicherheit!

Ein kleiner Tipp: Ein abgedunkeltes Visier wäre für besseres Ablesen des HUDs empfehlenswert, so werden die Angaben auf dem HUD etwas schärfer und vor allem intensiver. Insgesamt ist die Auflösung des Bildschirms sehr gut und die Helligkeit in der Regel absolut ausreichend!

EyeLights - Navigation, Geschwindigkeitsanzeige und mehr!

Das Display zeigt einem je nach Bedarf eine ganze Palette an unterschiedlichen Informationen. So kann man zwischen verschiedenen anzuzeigenden Elementen auswählen. Möglich ist es unter anderem sich seine aktive Geschwindigkeit, Navigationsbefehle, und die zulässige Höchstgeschwindigkeit anzeigen zu lassen. Wenn Du mal ohne Navigation unterwegs bist, kannst Du Dir auch lediglich eine Geschwindigkeitsanzeige einblenden lassen. Die GPS-gemessene Geschwindigkeit färbt sich orange, sobald man die im Kartenmaterial hinterlegte Höchstgeschwindigkeit überschreitet. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wird Dir übrigens neben Deinem aktuellen „Speed“ angezeigt. Ein tolles Feature was Dich vor lästigen "Blitzer-Bildern" bewahren kann! Die Navi-Ansagen werden ohne Unterbrechung über die aus dem Smartphone kommende Musik gelegt. Paralleles Musik hören und navigieren ist somit problemlos möglich. Die Sprachansagen haben bisher zwar noch mehr Ähnlichkeit mit einem Roboter als mit einer menschlichen Stimme, dass schadet der Verständlichkeit aber nicht. Die Navigationspfeile sind übersichtlich gestaltet. So kannst Du problemlos erkennen, ob links abgebogen werden muss, oder welche Ausfahrt Du im Kreisverkehr verlassen solltest. Übersichtlich, funktional und schlicht!

EyeLights - Soundprobe aufs Exempel!

Die Kopfhörer liessen sich genauso wie der Rest des Geräts sehr gut und einfach verbauen. Durch die kompakte sowie flache Bauweise der Lautsprecher entsteht kein unangenehmes drücken an den Ohren bei langen Fahrten. Die Sound Qualität ist gut, sie wird auch mit zunehmender Lautstärke nicht blechern. Zeitweises Kriseln bei maximaler Lautstärke haben den Klanggenuss jedoch etwas gestört. Die Lautstärke, die die kleinen Lautsprecher hervorzaubern, ist alle Male ausreichend. Jedoch gilt die Devise: "Viel hilft viel". Das verbinden über Bluetooth ist mit den Kopfhörern problemlos möglich. Auch ohne die App, über andere Musikapps wie z.B. Spotify, geben die Lautsprecher einen top Sound ab. Die Sprachqualität während des Telefonierens war sehr gut. Du und Dein Gesprächspartner sollten sich ausgezeichnet verstehen können. Natürlich werden die Störgeräusche wie Wind massgeblich von Deinem genutzten Helm beeinflusst. Ein windschnittiger, geräuscharmer Helm macht sich in so einem Falle gleich doppelt bezahlt! Das Gerät verfügt übrigens auch über eine Sprachsteuerung. So kannst Du beispielsweise den nächsten Song abspielen oder Anrufe über einen Sprachbefehl tätigen. Die Kommunikation mit Sozius oder anderen Fahrern in einer Gruppe gestaltet sich etwas schwieriger und weniger praxistauglich. So müsst Ihr Euren EyeLights mit der Discord© App koppeln um miteinander sprechen zu können. Dafür benötigen alle Beteiligten zu jeder Zeit einen aktiven Internetzugang auf dem Handy und die Smartphones müssen zum selben Zeitpunkt mit dem EyeLight verbunden sein. Vorteil: Unbegrenzte Reichweite.

EyeLights - Pro

  • Einbau ist unkompliziert

  • Einrichtung über die App ist sehr einfach

  • Klare Wegbeschreibungen

  • Cooles Design der Anzeige, welche gut ablesbar ist

  • Plus an Sicherheit, da Geschwindigkeit und Navigationsbefehle stets im Blick

  • Gute Klangqualität der Lautsprecher

  • Kommunikation mit Sozius und anderen Fahrern möglich

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EyeLights - Contra

  • Steuergerät ist fix am Helm angeklebt, Ladevorgang an der Micro-USB Buchse mit dem Helm ist sperrig

  • HUD bedarf eine Eingewöhnungsphase - Anfangs ist es im Sichtfeld unangenehm

  • Geschwindigkeitsanzeige ist etwas verzögert

  • Übersetzung der App ins Deutsche ist noch verbesserungsbedürftig

  • Kein Autarkes Intercom

Fazit

Das EyeLights Head-Up-Display ist eine gute Kombination aus Bluetooth-Headset, modernen Mini-Display und einer Navi-App. Die Hardware funktioniert, dazu auch noch schlank und leicht; die Software hingegen könnte noch eine kleine Überarbeitung mit den kommenden Updates vertragen. Das HUD ist wirklich ein tolles Gadget und ein grosser Schritt in Richtung Zukunft, wenn gleich noch ein wenig teuer. Ab und zu wird Dir auf der offiziellen Webseite ein 50€ Gutschein per Pop-Up Seite angeboten, dadurch wird das Gerät preislich richtig „scharf“. Meiner Meinung nach ist das EyeLights wirklich ein nützliches Gerät, was uns ein weiteres praktisches Stück Technik auf den „Bock“ bringt. Wenn Du bereit bist, einige Abstriche in Puncto Übersetzung und Appsteuerung zu machen, kannst du mit dem EyeLights zum echten „Zweirad Pionier“ werden! Alle Infos zu den Produkten von EyeLights findest Du HIER.

Autor

Bericht vom 11.06.2019 | 5'410 Aufrufe

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