Suzuki DR BIG - der grösste Serien-Einzylinder der Welt

Der grosse Eintopf

Auch bekannt als Doktor Big, der grösste Serien-Einzylinder der Welt.

Suzuki baute früher mit der DR-Baureihe robuste, luftgekühlte Einzylinder Motorräder. Flaggschiff der Baureihe war die DR Big 750 S, welche später noch als 800er heraus kam. Ein zweigeteilter Tank, eine wirklich klein geratene Bremsscheibe und hinten „nur“ eine Trommelbremse sorgten für Aufsehen und Kritik.

Der Eintopf

1988 stellte Suzuki mit dem Motor der DR 750 Big (SR 41B) einen mächtigen Eintopf auf den Markt. Ein luft-/ölgekühlter 727 ccm-Einzylinder mit vier Ventilen und einer obenliegenden, kettengetriebenen Nockenwelle. Der Motor lieferte 50 PS bei 6.800 U/min und 55 Nm bei 5.600 U/min, das war damals eine Ansage. Am Hinterrad blieben davon immerhin noch 45,7 PS bei 6.500 U/min übrig.

Innovative Technik - schon 1988

Der 9,5:1 verdichtete Single wurde von zwei 33 mm MIKUNI Slingshot-Vergasern versorgt und schob, für damalige Verhältnisse, an wie Hölle. Sogar die Vibrationen wurden mit den Einbau zweier unterhalb des Kurbeltriebs liegenden Ausgleichswellen einigermassen in den Griff gebracht. Ausserdem wurde am DR Big-Motor eine Doppelzündung und eine Spritzölkühlung des Kolbenbodens verbaut.

Typische Einzylindercharakteristik – ohne Fersenprellung

Glücklicherweise wurde der bullige Einzylinder mittels Elektrostarter gezündet und musste nicht „angekickt“ werden – also blieben regelmässige Fersenprellungen für den Fahrer aus. Die Startprozedur für den Anlasser wurde durch einen zusätzlichen Dekompressionshebel, der manuell gezogen werden musste, erleichtert. Die Leistung der Suzuki DR BIG war ausreichend, um das fahrfertig über 200 kg schwere Gefährt auf knapp 170 km/h zu beschleunigen. Typische Einzylindercharakteristik - Kraft und Durchzugsvermögen aus dem Drehzahlkeller legte die „Legende“ in allen Lebenslagen an den Tag.

Gross, grösser, DR BIG

Gross trifft bei diesen Motorrad auf nahezu alles zu. Es gilt 86 cm Sitzhöhe zu erklimmen, damit die Enduro balanciert bewegt werden kann. Souverän kann sie auf Reise fahren da das Motorrad eine Zuladung von 203 kg wegstecken kann. Gepäckrolle, volle Koffer und Sozius - kein Thema. Mit ihren langen Federwegen ist die DR BIG in der Lage wie eine Sänfte über Bodenwellen und Schlaglöcher zu gleiten - vorne und hinten kann sie schon richtig harte Schläge einstecken.

Das „Ur-Reiseendurodesign“

Das Design der DR BIG hat die „Schnabel-Ära“ der Reiseenduros eingeleitet, lange bevor BMW es für die GS-Modelle eingeführt hat. Bei der Vorstellung 1988 erregte der Entenschnabel gehörig Aufsehen und erntete zunächst Kritik. Mittlerweile hat sich der Entenschnabel zu einem gängigen Stilmerkmal von Reiseenduros diverser Hersteller entwickelt.

Die "DR Legende"

Es wäre wohl zu schön, wenn sich Suzuki seiner grossen Enduro-Tradition erinnern würde. Die berühmten DR-Modelle galten als stilbildend für eine ganze Gattung. Die DR BIG wurde und wird noch erfolgreich in Rallyes eingesetzt. Weltweit sind Clubs und Einzelfahrer auf dem robusten Koloss unterwegs. Die DR Big-Szene ist jedenfalls immer noch lebendig. Die Doktor Big ist fortwährend bei der ein oder anderen Rallyveranstaltung mit am Start und auch auf Retrobike-Events ist sie immer öfter zu sehen.

Mit der neuen V-Strom hat sich Suzuki zumindest Optisch schon sehr an der „alten“ Legende angelehnt. Über eine Gelände orientierte „Rally-Version“ mit 21-Zoll-Vorderrad, Drahtspeichenrändern und Rallye-Optik würden sich bestimmt viele abenteuerlustige Motorradfahrer freuen. Also, nur Mut Suzuki!

Die Geschichten weiterer Motorrad Legenden

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Bericht vom 04.01.2020 | 19'926 Aufrufe

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