Schalten ohne Kupplung am Motorrad - das musst du wissen

Wie funktioniert es? Schadet es dem Getriebe?

Es ist eine Fahrtechnik, die nicht nur auf der Rennstrecke gerne genutzt wird: Schalten ohne Kupplung. Doch was steckt dahinter und schadet es dem Getriebe? Hier die Antwort!

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Themen in diesem Bericht

  • Wozu kuppeln wir?
  • Hochschalten ohne Kupplung am Motorrad
  • Runterschalten ohne Kupplung - etwas schwieriger, aber möglich
  • Schadet Schalten ohne Kupplung dem Getriebe?
  • Was ist der Unterschied zu einem Quickshifter?

Wozu kuppeln wir?

Beginnen wir das Thema mit dem Bauteil, das wir nicht mehr verwenden wollen: Der Kupplung. Sie trennt Motor von Getriebe und sorgt für den Kraftschluss, der letztendlich das Hinterrad antreibt. Beim Anfahren verwenden wir sie, um eben jenen Kraftschluss geschmeidig zu gestalten, sodass der Motor nicht abstirbt und wir flüssig losfahren. Beim Stehenbleiben arbeiten wir nach demselben Prinzip: Die Kupplung wird gezogen, damit wir Motor und Hinterrad entkoppeln und die Motordrehzahl nicht auf dasselbe Niveau wie die Raddrehzahl - nämlich Null - fällt. Die Folge wäre dann natürlich ein absterbender Motor.

Während der Fahrt hat die Kupplung eine andere Aufgabe. Denn egal ob beim Beschleunigen, bei konstanter Fahrt oder beim Schubbetrieb übertragt der Motor immer Last auf das Getriebe. Die Zahnräder sind unter Zug und lassen somit keinen Gangwechsel zu. Zieht man die Kupplung wird das Getriebe lastfrei, die Zahnräder stehen nicht unter Zug und man kann in den nächsten Gang schalten. Doch es geht auch ohne.

Hochschalten ohne Kupplung am Motorrad

Wir wissen also: Will man einen sauberen Schaltvorgang durchführen, muss das Getriebe lastfrei sein. Das kann nicht nur per Kupplung geschehen, sondern auch mit dem richtigen Einsatz des Gasgriffs. Zwischen Beschleunigung und Schubbetrieb gibt es einen kurzen Moment, in dem das Getriebe nicht auf Zug ist und genau den will man erwischen. Für einen sanften Gangwechsel spannt man während der Beschleunigung den Ganghebel sanft vor und sobald der Gashahn geschlossen wird und wir in den lastfreien Moment fallen, erhöhen wir den Druck am Ganghebel und der nächste Gang springt ins Getriebe.

Auch wenn dabei keinerlei Gewalt angewendet werden sollte, darf der Zug am Ganghebel durchaus bestimmt sein. Denn das Letzte was man will, ist zwischen Gängen zu landen, oder einen Gang der nicht korrekt eingelegt wurde und nach kurzer Zeit wieder herausspringt. Mit ein wenig Übung kann diese Technik aber meist schnell gemeistert werden, was bedeutet, dass man sich an den nächsten Schritt heranmachen kann: Dem Runterschalten.

Runterschalten ohne Kupplung - etwas schwieriger, aber möglich

Im Prinzip gehen wir hier demselben Ziel nach: Getriebe entlasten, nur dieses Mal wählen wir den nächstniedrigeren Gang. Gleichzeitig muss die Motordrehzahl angehoben werden, um an die kürzere Abstufung des niedrigen Gangs angepasst zu werden. Befindet man sich im Schubbetrieb wird also der Ganghebel wieder leicht vorgespannt und ein kurzer Gasstoss gegeben. Der Gang flutscht ins Getriebe und die Drehzahl wird gleichzeitig angehoben. Hierfür braucht es mehr Übung, da man genau die richtige Menge an Gas geben muss, damit der Schaltvorgang geschmeidig passiert.

Schadet Schalten ohne Kupplung dem Getriebe?

"Darf man ohne Kupplung Schalten?" oder "Beschädige ich mein Getriebe?" sind häufige Fragen, die man in Motorrad-Foren bei diesem Thema liest. Im Gespräch mit Experten Martin Bauer hat er aber klar betont: "Nein, es schadet dem Getriebe nicht." Wichtig ist jedoch, dass man es richtig macht und das bedeutet, saubere Schaltvorgänge vornehmen und die Bewegungsabläufe zwischen Gashand und Schaltfuss einprägen. Dann muss man auch keinen Schaden am Getriebe befürchten, denn wie wir bereits geklärt haben, fällt nur die Verwendung der Kupplung aus, die lediglich die Last von den Zahnrädern nimmt. Einen erhöhten Verschleiss an der Kupplung muss man ebenfalls nicht befürchten, denn diese bleibt ja während des Schaltvorgangs geschlossen.

Was ist der Unterschied zu einem Quickshifter?

Die Schritte, die ein Quickshifter erspart. (Quelle: Suzuki)
Die Schritte, die ein Quickshifter erspart. (Quelle: Suzuki)

Überraschend wenig! Denn mit dieser Vorrichtung wird dasselbe Prinzip ausgenutzt, nur übernimmt die Elektronik die ganze Arbeit. Erkennt der Sensor Druck am Schalthebel wird über verschiedene Art und Weisen (Zündung, Einspritzung) die Leistung des Motors gekappt und der gewünschte Gang wird eingelegt. Der grosse Vorteil des Quickshifters ist, dass wenn er ab Werk, oder nachträglich von Profis verbaut wurde, die Unterbrechung perfekt abgestimmt ist, was geschmeidige Gangwechsel bedeutet.

Bericht vom 03.01.2023 | 29'960 Aufrufe

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