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Yamaha's neuer Wurf geht weit - ganz weit!
 

Yamaha mt-07

Yamaha gibt wieder mächtig Gas, nachdem erst vor Kurzem der neue Dreizylinder in der MT09 vorgestellt wurde, schiesst man zu Saisonbeginn die mt-07 nach.

 
Ich will und kann die elende Raunzerei einfach nicht mehr hören – und das sag ich, der Bauer. Also quasi der Erfinder der Suderei und Raunzerei, die Sache mit den zu kleinen Gummistiefeln möchte ich an dieser Stelle aber nicht weiter erläutern.
 

Doch warum geht’s eigentlich? Seit Jahren beschwert man sich in der Zweiradbranche über sinkende Absatzzahlen und ein immer älter werdendes Publikum. Einer der meist genannten Gründe ist, dass Motorradfahren so teuer wäre und mittlerweile nahezu unerschwingliche Ausmasse angenommen hat. Gut, im Falle eines Supersportlers ist dieses Argument auch nicht unbedingt von der Hand zu weisen. Und auch manche Einsteigerbikes liegen preismässig über einem Grundpreis von einem Dacia. Abhilfe schafft hier nun Yamaha, ja richtig gelesen, Yamaha, die blaue Marke mit Qualitätsstandards, die in der Branche Massstäbe setzen.

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5.699€ (Aktionspreis Österreich inkl. Aller Abgaben und Steuern - Preis D 5.495€ mit ABS: 5.995€) sind die Ansage, welche die Japaner mit der mt-07 nun in den Ring werfen. Doch bitte nun nicht naheliegenden Schluss zu ziehen und etwaige Parallelen zwischen dem Rumänenbomber und der mt-07 zu suchen – die gibt es nämlich ganz einfach nicht. Die MT überrascht in jeder Hinsicht und lässt nur eine Frage offen – wie kann man um so kleines Geld so viel Motorrad bauen. Ganz ehrlich, ich habe keine Antwort auf diese Frage. Gebaut wird das Motorrad in Japan, also auch dort, wo eine FJR oder eine R1 vom Band laufen.Bei den Komponenten greift  man ebenfalls nicht wirklich in die Billiglade, so liefert etwa Nissin die Bremserei für die mt-07. Ganz zu schweigen vom neuen P2 Motor, einer der  kompaktesten und leichtesten im Yamaha Sortiment.



Bleiben wir noch kurz beim Triebwerk. Der Zweizylinder Motor mit 689ccm dreht mit 75PS an der Kurbelwelle. „75 PS sind jetzt aber nicht der volle Reisser“ – das war auch bis heute morgen vor der Ausfahrt meine Denkweise. An dieser Stelle lohnt es sich, die Typenbezeichnung MT genauer zu erläutern. Die steht nämlich für „Master Torque“, was in meiner Übersetzung soviel wie „mörder Drehmoment“ bedeutet. 68NM sind hier die magische Zahl, die der mt-07 mächtig viel Punch spendieren. Das bedeutet einen irrsinnig  quirligen und agilen Auftritt.

Wheely gefällig? Gerne, einfach im ersten oder zweiten Gas aufdrehen, schon hebt sich die Front Richtung Himmel – Herrlich. In keiner einzigen Sekund  der heutigen ca. 210Km langen Ausfahrt hätte ich mir mehr Leistung gewünscht.Zweizylindertypisch entfaltet sich die Leistung im mittleren Drehzahlbereich. Doch auch bei sehr geringen Drehzahlen lässt sich mit der MT schön schaltfaul herumnudeln. Naturgemäss kann der massive Schub nicht übers ganze Drehzahlband vorhanden sein, bei höheren Umdrehungen geht dann nicht mehr viel. Der für einen Reihen-Zweizylinder mächtige Druck lässt sich, neben dem Triebwerk selbst, auch mit dem äusserst geringen Gewicht von nur 179kg (182Kg mit ABS) erklären. Nur mal so nebenbei erwähnt: die Konkurrenz schmeisst da deutlich mehr in die Waagschale, auch ihre Schwester XJ6 ist mit 215kg keine leichtfüssige Balletttänzerin.

 

Obwohl die im Herbst vorgestellte MT09 dieselben Buchstaben in der Typenbezeichnung trägt, möchte Yamaha mit der mt-07 ein anderes Segment bedienen. Während man mit der MT09 den sportlich dynamischen Fahrer anspricht, soll mit der 07 eine andere Käuferschicht im Fokus stehen.Zwei wesentliche Punkte standen bei der Entwicklung der mt-07 im Vordergrund – Fun und Usability.

So richtet sich die 07 an den jungen Vielfahrer, der sein Bike in täglichem Gebrauch hat, und auch ab und an am Wochenende eine kleine Tour mit Freunden unternimmt. Nicht, weil er sich als geborenen und bis zum Tod eingeschworenen Motorradfahrer sieht, sondern weil‘s einfach Spass macht und cool ist. Ob Yamaha diese Aufgabenstellung nun gelungen ist? Diese Frage kann ich mit gutem Gewissen mit Ja beantworten. Kaum ein anderes Bike schafft es, in einem nüchtern kalkulierten Fortbewegungsmittel, zu diesem Preis,  so viel Emotionen und Fahrspass zu vereinen.

Wie eingangs bereits erwähnt,  handelt es sich bei den 5.699€ (Preis D 5.495€ mit ABS: 5.995€), die beim Kauf der mt-07 über den Ladentisch wandern sollten, um einen Aktionspreis, der nur  dieses Jahr und  nur auf die Modelle ohne ABS gilt. Die ABS Variante wird um 6.599€ den Yamaha Händler deines Vertrauens verlassen. Und nun mal unter vier Augen, so ganz persönlich und so, wer soll sich um gut 5 Flecken noch eine Gebrauchte kaufen, wenn man ums gleiche Geld ein optisch so wie technisch höchst ansprechendes Motorrad bekommt?


Yamaha MT-07 Die Farben


 


Interessante Links:

Text: Patrick Auer (arlo)
Fotos:
Yamaha

Bericht vom 23.02.2014

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