Die Winterzeit für die Motorrad-Wartung nutzen
Gut vorbereitet in den Winter
Für Motorradfreunde gilt das Jahr wohl schon als beendet. Etliche Versicherungen laufen zwar noch bis Ende Oktober, doch wettertechnisch sieht es nicht so aus, als wären noch viele Ausfahrten mit Genuss möglich. Die Zeit ist also gekommen, um sich auf den Winter einzustellen und um sich um die Wartung der Maschine zu kümmern. Doch worauf kommt es dabei an und wie schafft es die Maschine gut ins nächste Frühjahr?
Gute Unterstellmöglichkeit finden
Die beste Unterstellmöglichkeit ist natürlich beim Motorradbesitzer selbst zu Hause. Wer eine Garage hat, der findet oft noch neben dem Auto einen guten Platz. Ob dieser sicher ist, hängt jedoch von etlichen Faktoren ab:
- Ausreichend Platz Kann die Maschine in der Garage so platziert werden, dass sie weder durch das Auto noch durch das normale Sich-Bewegen in der Garage gefährdet wird? Der Platz sollte ausreichend sein. Oft sieht es zu Beginn so aus, als sei die Maschine kein Störfaktor. Riskant wird es jedoch, wenn man sich im Winter dann ständig an ihr vorbeischieben muss. Dies stellt ein Risiko sowohl für den Menschen als auch die Maschine dar.
- Sicherheit Gewöhnliche Garagentore mögen ausreichen, um ein abgeschlossenes Auto zu schützen. Viele Garagentore lassen sich jedoch sehr einfach öffnen, weshalb überlegt werden sollte, ob nicht ein elektrisches und somit einbruchsicheres Garagentor die bessere Wahl wäre. Garagen, die direkt ans Haus angeschlossen sind, sollten ohnehin so gesichert werden, dass Einbrecher kein leichtes Spiel haben. Dasselbe gilt natürlich für Garagen, in denen Gartenequipment und weitere Habseligkeiten gelagert werden.
- Pflegemöglichkeiten Bietet die Garage eventuell die Möglichkeit, das Motorrad aufzubocken und vor Ort zu warten? Der Winter bietet sich für die Pflege geradezu an.
- Abdeckung In einer Garage oder in einem Unterstand sollte ein Motorrad niemals mit einer Plane abgedeckt werden. Hüllen und Planen bergen die Gefahr, dass sich darunter Schwitzwasser bildet, welches wiederum zu Rost führen kann. Oft genügt es schon, das Gefährt mit einer weichen Decke zu schützen.
Wer keine eigene Garage besitzt, der kann auch gezielt nach Unterstellmöglichkeiten suchen. Gerade in Städten gibt es viele davon, doch auch im ländlichen Raum stellen etliche Werkstätten oder auch Hausbesitzer gute Abstellmöglichkeiten zur Verfügung. Natürlich sollte der Abstellort eine hohe Sicherheit bieten. Oft sind gemietete Stellplätze sogar versichert.
Das Abstellen im öffentlichen Raum mit einem abgelaufenen Saisonkennzeichen ist nicht erlaubt. Das gilt, je nach Vermieter, sogar für jene Parkplätze, die zum Haus gehören. Hier zählt zwar das öffentliche Recht nicht, doch kann der Vermieter problemlos die Abstellung über die Wintermonate verbieten.
Motorrad-Wartung: Diese Schritte sind wichtig
Der Winter ist zudem die ideale Zeit, um die Maschine zu warten. Wer sein Motorrad winterfit macht und ordentlich einwintert, der hat im Frühjahr einen entscheidenden Vorteil und kann früher wieder losfahren. Die Pflege vor dem Abstellen über die kalten Wintermonate hinweg ist wichtig, da sich sonst beträchtliche Schäden entwickeln können. Das trifft insbesondere auf die Maschinen zu, die noch im Oktober gefahren werden und schon in Kontakt mit Streusalzen kamen. Und welche Punkte sind wichtig?
- Der Tank - Ist der Tank aus Blech gefertigt, so wird er im Winter bis zum oberen Rand befüllt. Das gilt dann, wenn das Rad auf dem Mittelständer zum Ruhen kommt. Ist das nicht der Fall, gelten die Herstellerangaben. Völlig anders verhält es sich bei Kunststofftanks, denn diese sollten vollends geleert werden. Der Kraftstoff könnte sonst mit dem Kunststoff reagieren und sich an der Tankwand ablagern.
- Säubern - Das gesamte Motorrad wird ordentlich gereinigt und schliesslich abgetrocknet. Bei der Reinigung wird das Gefährt auf Schäden hin überprüft. Schäden und Hinweise auf Servicenotwendigkeiten werden notiert und sollten vor der neuen Saison behoben werden. Der Winter ist dafür übrigens perfekt, weil viele Werkstätten Kapazitäten für Motorräder frei haben. Längere Wartezeiten sind also nicht zu befürchten. Allerdings ist für Arbeiten in Werkstätten ein Hänger notwendig, sofern das Motorrad nicht auch über den Winter zugelassen ist.
- Wartungsarbeiten - Alles, was selbst gewartet werden kann, wird ebenfalls vor dem Winter erledigt. So geraten kleinere Arbeiten nicht in Vergessenheit. Das gilt auch für den Check der Kühlflüssigkeit und der Beleuchtung. Bei grösseren Arbeiten lohnt sich ein gut sichtbarer Notizzettel, damit die Massnahmen nicht vergessen werden oder der ersten Ausfahrt im Wege stehen.
- Motoröl - Aus dem noch warmen Viertaktmotor wird das Öl abgelassen. Nach dem Wechsel des Ölfilters kann neues Öl eingefüllt werden. Wichtig ist es auch, die Schwimmkammern zu entleeren bei der letzten Fahrt sollte der Benzinhahn des Fahrzeugs kurz vor dem Abstellen des Motors geschlossen werden. Ist dies nicht möglich, werden die Schwimmkammern über die Ablass-Schraube vor dem Einwintern entleert. Das alte Öl wird über eine Werkstatt entsorgt.
Ob die Batterie ausgebaut wird, hängt vom Fahrzeugstandort ab. Bleibt das Motorrad über den Winter draussen stehen, so sollte die Batterie ausgebaut und an einem frostsicheren Ort kühl gelagert werden. Vor dem Überwintern wird die Batterie einmal komplett geladen. Ob Zwischenladungen sinnvoll sind, verraten die Herstellerangaben.
Und wie wird das Motorrad abgestellt? Damit die Reifen nicht geschädigt werden, sollte der Reifendruck um 0,5 bar erhöht werden. Alternativ oder zusätzlich kann das Motorrad aufgebockt werden das geht auch mit einer Getränkekiste. Wichtig ist, dass die Räder den Boden nicht berühren. Der Hauptständer des Gefährts muss hingegen einen festen Bodenkontakt haben.
Fazit: Gut vorbereitet in den Winter
Es gibt zweierlei Gründe, warum es sich lohnt die Maschine für den Winter fit zu machen: Zum einen lassen sich so Winterschäden vermeiden und bestehende Mängel können sich in der kalten Jahreszeit nicht weiter ausbreiten. Zum anderen lässt sich eine gut vorbereitete Maschine im Frühjahr schneller wieder aus der Garage holen. Sicherlich ist im Frühling erneut ein Check fällig, doch sind weder dringende Werkstattbesuche noch grosse Arbeiten notwendig. Denn die erste Ausfahrt kommt meist früher, als man denkt.
Der Abstellort muss allerdings gut gewählt sein. Die eigene Garage sollte sicher sein, damit kein Fremder Zugriff zur Maschine hat. Zudem darf durch die Garagennutzung keine Gefahr für das Motorrad ausgehen. Im Aussenbereich dürfen Gefährte mit Saisonkennzeichen nur dann stehen, wenn es sich um ein Privatgrundstück handelt und notfalls der Vermieter zustimmt.
Bericht vom 17.09.2020 | 3.034 Aufrufe