Moto Morini: KSR Swiss übernimmt den Import ab März 2026

Neuer Importeur für die italienische Nischenmarke in der Schweiz

Die KSR Swiss GmbH übernimmt ab dem 1. März 2026 den Import von Moto Morini für die Schweiz.

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Die KSR Swiss GmbH übernimmt ab dem 1. März 2026 den Import von Moto Morini für die Schweiz. Der in Happerswil ansässige Importeur ist kein Unbekannter: KSR Swiss verantwortet unter anderem bereits den Schweizer Vertrieb von Royal Enfield - einer Marke, die 2025 mit 275 Neuzulassungen und einem Plus von über 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu den am stärksten wachsenden Motorradmarken in der Schweiz gehörte. Ob sich dieses Wachstum auf Moto Morini übertragen lässt, bleibt abzuwarten. Die Ausgangslage ist jedenfalls bescheiden: Mit 43 Neuzulassungen im Jahr 2025 (Vorjahr: 37) rangiert Moto Morini auf Platz 39 der Schweizer Motorrad-Zulassungsstatistik. Das ist auf dem Niveau von MV Agusta oder Can-Am - weit weg von der Sichtbarkeit, die es für ein nachhaltig profitables Händlernetz braucht.


Fünf Moto Morini Modelle für den Schweizer Markt im besonderen Fokus

Das Portfolio, mit dem KSR Swiss antritt, deckt verschiedene Segmente ab: Die X-Cape 700 als vielseitiges Adventure-Motorrad für Strasse und leichtes Gelände, die X-Cape 1200 als leistungsstärkere Variante für lange Touren, der Calibro als sportlicher Cruiser mit italienischem Design, der Calibro Bagger als Touring-Version im Bagger-Stil und das AllThrike 450 als leichtes Modell für urbane Mobilität. Moto Morini betont, dass alle Modelle am italienischen Hauptsitz entworfen und entwickelt werden, wo Designstudio, Technik und Ersatzteillager unter einem Dach sitzen. Die Ersatzteilversorgung - auch für ältere Modelle - wird direkt ab dem Zentrallager in Italien abgewickelt.


Nicht nur Adventure: Mit dem Calibro Bagger hat Moto Morini auch einen markanten Touring-Cruiser im Schweizer Portfolio
Nicht nur Adventure: Mit dem Calibro Bagger hat Moto Morini auch einen markanten Touring-Cruiser im Schweizer Portfolio

Was steckt hinter der Marke Moto Morini?

Die Geschichte von Moto Morini reicht zurück bis 1937, als Alfonso Morini in Bologna seine eigene Motorradmarke gründete. Zuvor hatte er bereits gemeinsam mit Mario Mazzetti unter dem Namen MM Motorräder gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Produktion von Strassenmotorrädern, und in den 1950er-Jahren machte sich die Marke vor allem im Rennsport einen Namen. Giacomo Agostini - später einer der erfolgreichsten GP-Fahrer aller Zeiten - begann seine Rennkarriere auf einer Moto Morini. 1963 verpasste Tarquinio Provini auf einer einzylindrigen 250er den WM-Titel gegen Hondas Vierzylinder nur um zwei Punkte - diese Morini gilt bis heute als der schnellste Einzylinder-Viertakt-Renner in der 250er-Klasse.
Ab 1973 wurde der legendäre 72-Grad-V-Twin zum Markenzeichen, entworfen vom ehemaligen Ferrari-Ingenieur Franco Lambertini. Über 85'000 Exemplare der darauf basierenden Modelle wurden in den folgenden zwei Jahrzehnten gebaut. Danach wurde es turbulent: Cagiva übernahm 1987, es folgten weitere Besitzerwechsel, eine Insolvenz 2010 und ein Neustart 2012. Seit 2018 gehört Moto Morini zur chinesischen Zhongneng Vehicle Group, die erhebliche Mittel in die Weiterentwicklung investiert. Design, Entwicklung und Engineering sitzen aber nach wie vor in Italien - laut dem Unternehmen entsteht dort alles von der Skizze bis zum fertigen Modell, ohne Einfluss aus China. Die X-Cape war das erste Modell unter neuer Eigentümerschaft und hat der Marke in mehreren Märkten wieder Sichtbarkeit verschafft.


Die Moto Morini 175 Settebello - ab 1954 das Spitzenmodell aus Bologna, entwickelt für Langstreckenrennen wie die Milano-Taranto und den Motogiro d'Italia
Die Moto Morini 175 Settebello - ab 1954 das Spitzenmodell aus Bologna, entwickelt für Langstreckenrennen wie die Milano-Taranto und den Motogiro d'Italia

Bestehendes Händlernetz für Moto Morini in der Schweiz bleibt erhalten

Das bestehende Moto Morini-Händlernetz in der Schweiz wird laut KSR Swiss beibehalten und soll schrittweise ausgebaut werden. Die Händler erhalten direkten Zugang zum Importeur und Hersteller. Lukas Bieri, Geschäftsführer der KSR Swiss GmbH, formuliert das Ziel nüchtern: Man wolle die Marke schrittweise etablieren und setze auf Zuverlässigkeit, Qualität und eine klare Strategie. Das klingt nicht nach Revolution, sondern nach langfristigem Aufbau - was angesichts der aktuellen Zulassungszahlen vermutlich auch der realistischere Ansatz ist.


Bericht vom 10.03.2026 | 906 Aufrufe

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