Suzuki GSX-S 1000 und GSX-S 1000 F Gebrauchtberatung

Naked Bike ab 2015

Die Suzuki GSX-S1000 und die GSX-S1000F mit Verkleidung hatten von Anfang an einen stotternden Start in ihr Leben. Niemals die populärste aller Maschinen, haben einige Irritationen dazu geführt, dass Rezensionen die Tatsache übersehen haben, dass beide GSX-S-Modelle sehr preisgünstig sind, einen knackigen Motor und eine gute Auswahl an modernen elektronischen Hilfsmitteln bieten und obendrein noch ziemlich schmackhaft aussehen. Hätte Suzuki nur in einen anständigen Stossdämpfer investiert und die Kraftstoffeinspritzung von Anfang an richtig hinbekommen, hätten sie wahrscheinlich mehr Erfolg beim Händler gehabt...

Suzuki GSX-S1000 & GSX-S1000F (ab 2015) Preis

Abhängig vom Baujahr und der Ausstattung variieren die Preise gebrauchter Suzuki GSX-S1000 Modelle. Einen Marktüberblick, sowie aktuelle Preise findest du hier: Neue und gebrauchte Suzuki GSX-S 1000 und GSX-S 1000F kaufen.

Suzuki GSX-S 1000 Motor und Preis

Der Motor der GSX-S basiert auf dem Aggregat der GSX-R1000 K5 mit einem Haufen von Änderungen, die neue Drosselklappengehäuse und einen überarbeiteten Zylinderkopf umfassen. Ein Motor, der bereits für seine starke Mid-Range bekannt war, wurde dank Aktualisierungen für den Einsatz in den GSX-S-Modellen noch stärker. Irritierenderweise gibt es im unteren Drehzahlbereich recht aufdringliche Vibrationen, aber der Motor selbst ist nicht langsam und mit seinen 150 PS und 106 Nm mehr als stark genug für den Strassenbetrieb. Was einen seltsamen Punkt zur Sprache bringt. Im Jahr 2017 hat Suzuki die GSX-S 'aktualisiert', wodurch sie ein wenig mehr Leistung bekommen hat - seltsamerweise haben sie den Motor nicht wirklich berührt und es stellte sich heraus, dass sie die Leistungswerte vor diesem Jahr tatsächlich zu niedrig angesetzt hatten...

Suzuki GSX-S 1000 Getriebe und Auspuff

Ein gut dokumentiertes Ärgernis der GSX-S ist ihre Gasannahme, die ein wenig zu abrupt und für den Strassenverkehr nicht besonders schön ist. Besonders mit einem Sozius, wenn man versucht, geschmeidig zu fahren. Auch hier ist wieder hinzuzufügen, dass Suzuki im Update das Drosselklappenrohr der GSX-S-Modelle geändert hat, um den Nocken zu verändern, an dem das Rohr den Gaszug zieht, wodurch das Motorrad 2017 den Eindruck vermittelt, beim ersten Gasgeben weniger aggressiv auf das Gas zu reagieren. Wenn Ihr bei eurer GSX-S ein wenig zusätzlichen Punch wünscht, tauscht das Gasrohr gegen eine Einheit des Motorrads vor dem Jahr 2017 aus, und wenn Ihr es entspannter haben möchtet, wählt ein Rohr nach dem Jahr 2017. Diese Änderung ist jedoch dauerhaft und so es ist viel besser, das Motorrad auf einem Prüfstand neu abzustimmen (entweder über die ECU oder ein Einspritzmodulmodul), um den unangenehmen Störfaktor (Gasannahme, nicht den Fahrer) loszuwerden. Abgesehen von der Gasannahme hilft das Anbringen schwererer Lenkerendgewichte, die Vibrationen zu dämpfen, und das ist so ziemlich alles, was am Motor der GSX-S zu tun ist, ausser ihn zu warten (Ventilspiel liegt bei 24.000 Kilometer). Es ist ein solider und unterbeanspruchter Klumpen und das Getriebe ist ebenfalls schön und robust. Ein paar Besitzer (ok, viele, es ist eine Suzuki) setzen auf Zubehör-Auspuffanlagen, was ein paar Ponys freisetzt und die GSX-S wie eine GSX-R schreien lässt.

Handling, Fahrwerk, Chassis und Gewicht

Auch hier müssen wir mit einer Beschwerde beginnen, da der Stossdämpfer der GSX-S von schlechter Qualität ist und eine ruckartige Fahrt liefert, da er keine Rückschlagdämpfung hat und stattdessen dazu neigt, beim Aufprall auf eine Bodenwelle zurückzufeuern. Wenn ihr die GSX-S zu einem Schnäppchen gekauft habt, gebt das gesparte Geld für einen hochwertigen Aftermarket-Stossdämpfer aus und entfernt den Schrott dieser OEM-Einheit. Die Gabel ist eigentlich recht gut und voll einstellbar, es ist der Stossdämpfer, der nachlässt. Mit der gut abgestimmten Federung ist die GSX-S ein schön zu fahrendes Motorrad mit einem agilen Fahrwerk und einem stabilen und sicheren Handling. Es ist kein vollwertiges Super Naked im Tuono-Stil, aber man kann es auf jeden Fall an einem Trackday mitnehmen und durch einige Kurven jagen. Seid etwas vorsichtig mit den Aufhängungsgestängen eines Motorrads mit höherer Laufleistung, da sie werksseitig ziemlich schlecht geschmiert sind und möglicherweise demontiert und neu geschmiert werden müssen.

Suzuki GSX-S1000 & GSX-S1000F (ab 2015) Bremsen

Ursprünglich war ABS bei der GSX-S1000 eine Sonderausstattung, während die GSX-S1000F serienmässig damit ausgestattet war. Dies änderte sich jedoch nach dem Update 2017, als beide Motorräder serienmässig damit ausgestattet wurden. Obwohl sie unter dem Markennamen Brembo vertrieben werden, ist Suzukis Wahl des OEM-Pads sehr konservativ, was bedeutet, dass ihnen der erste Biss fehlt. Tauscht die OEM-Pads gegen Alternativen mit hohem Reibungskoeffizienten aus, und sie sind erheblich verbessert. Auf der Rennstrecke ist der beste Rat, das ABS auszuschalten (es gibt eine Sicherung...), da es nicht wirklich für die Rennstrecke geeignet ist und das ABS recht schnell in die Knie geht.

Komfort auf Distanz und auf Reisen

Erfreulicherweise hat sogar das 'sportliche' verkleidete Modell GSX-S einen hohen Lenker und schöne, niedrige Fussrasten, so dass man eine ziemlich entspannte Sitzposition einnimmt. Allerdings, und das ist ein grosses Ärgernis, ist dies kein Sporttourer, da Suzuki keine Seitentaschen für die F verkauft und das Original-Windschild sehr niedrig ist. Ein grösseres Windschild hilft ein wenig, aber der Mangel an Gepäck auf einem (auf dem Papier) scheinbar sportlichen Tourer ist eine sehr schlechte Planung von Suzuki. Man kann dem Naked Bike ein kleines Windschild hinzufügen, aber die exponierte Natur der nackten Version wird es immer schwierig machen, wenn es um lange Hochgeschwindigkeitsfahrten geht. Solo-Touren sind empfohlen, macht Euch sich nicht die Mühe, einen Sozius mitzunehmen, denn die Benzineinspritzung, die Vibrationen und das schlechte Federbein machen es ein bisschen zu einer miserablen Reise.

Fahrhilfen und Zusatzausrüstung/Zubehör

Die GSX-S ist eine neue Generation an Motorrad und als solche erhaltet sie ABS (zuerst als Option und dann als Standardausrüstung), das nicht abgeschaltet werden kann und eine dreistufige Traktionskontrolle, die während der Fahrt deaktiviert werden kann. Keines der beiden Systeme ist schräglagenabhängig, aber sie sind nicht schlecht, es sei denn, man nimmt das Motorrad mit auf die Rennstrecke. Dann beginnt das ABS zu protestieren. Die GSX-S hat auch das Easy Start-System von Suzuki, was kein grosser Punkt am Stammtisch ist und nach 2017 erhalten die Motorräder einen Quickshifter (nur nach oben). Was das Zubehör betrifft, so bietet Suzuki eine Reihe von Bolt-Ons, sowie "Zubehörpakete" an. "Carbon-Sportpaket", "Tourer-Paket" und viele Einzelteile stehen zur Verfügung. Alle Zubehörteile sind separat über Suzuki erhältlich (sind aber billiger, wenn sie zusammen im Packet gekauft werden).

Suzuki GSX-S1000 & GSX-S1000F (ab 2015) Fazit

Brandneu (und trotz einiger heftiger Preisnachlässe von Suzuki) ist es schwer zu rechtfertigen, ein GSX-S-Modell zu kaufen, da es, um brutal ehrlich zu sein, bessere und weitaus versiertere Maschinen für ähnliche Kosten gibt. Auf dem Gebrauchtmarkt ist die GSX-S jedoch ein ziemliches Schnäppchen und das gesparte Geld kann in die Behebung der Mängel investiert werden, so dass man ein eigentlich sehr gutes Motorrad erhält. Nicht brillant, aber sicherlich sehr gut.

Über Jon Urry:

Als begeisterter Motorradfahrer und Weltenbummler, der seit 2001 schon für Motorradmagazine in acht Ländern gearbeitet hat und jährlich über 30.000 Kilometer im Sattel verbringt, behauptet Jon von sich selbst zumindest seit 2003 jedes Modell von jedem (namhaften) Hersteller gefahren zu sein, das er kennt. 1000PS ist es gelungen ihm eine Reihe an Gebraucht-Berichten abzuluchsen, sodass ihr, von unserer Crew auf Deutsch übersetzt und da oder dort erweitert, in den Genuss seiner einzigartigen Erfahrungen kommt.

Autor

Bericht vom 22.11.2020 | 9'297 Aufrufe

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