Ducati Diavel Lamborghini

…und Vaulis Exkurs über Motorräder mit Autonamen

Alle Freunde des edlen und gleichsam exzentrischen Designs aufgepasst - euer Traumbike wurde soeben präsentiert! Die, auf 630 Stück limitierte Diavel 1260 Lamborghini trägt ihren Namenszusatz voller Stolz auf der Verkleidung und orientiert sich mit diversen Hommagen auf ihrer Vollcarbon-Verkleidung am ersten Hybrid-Supercar Siàn FKP 37 der Italiener.

Motorräder und Autos, seit über 100 Jahren eng miteinander verbunden, auch wenn es viele Enthusiasten der jeweiligen Sparte nicht wahr haben wollen. Aber schon alleine die Weiterentwicklung des Ottomotors bis zur heutigen, hochtechnisierten Form war wohl nur möglich, weil stets die eine Seite von den Errungenschaften der anderen Seite profitierte. Den ärgsten Umschwung erleben wir vermutlich ohnehin gerade jetzt, wo sich die Vierräder aus Effizienzgründen viel schneller in Richtung alternative Antriebe entwickeln als die Zweiräder.

Auto-Editionen sind bei Motorrädern eher selten

Dennoch scheinen sich die Hersteller der Tatsache bewusst zu sein, dass die Käufer eines Traumbikes eher kaum bis gar nicht an etwaige Verwandtschaften mit irgendwelchen schnöden Autos erinnert werden wollen. Es passiert daher auch sehr selten, dass Motorradhersteller Editionen bringen, die in irgendeiner Form mit Autos zu tun haben. Sogar die Hersteller, die sowohl Motorräder als auch Autos bauen, wie etwa BMW, Honda, Peugeot und Suzuki vermeiden es tunlichst, die Zwei- mit den Vierrädern in Verbindung zu bringen. Erst seit kurzem verwendet BMW (allerdings fast schon exzessiv) das M Motorsport-Label auch bei den Motorrädern und Peugeot lehnt die Optik des Metropolis-Dreiradlers stark an jenes der Autos an. Ach ja, KTM bringt das hauseigene Gokart zwar nicht in Verbindung mit den Ready-to-Race-Eisen, könnte dies aber durchaus voller Stolz mit dem X-Bow tun. Und wie gewohnt gibt es die Ausnahme von der Regel - Yamaha brachte vor wenigen Jahren die XSR900 Abarth mit richtig cooler Retro-Halbschalenverkleidung ganz im Stil der Marke mit dem Skorpion.

Ducati Diavel-Editions: Erst AMG, dann Diesel und jetzt Lamborghini

Am ehesten sind es noch die Italiener, die sich nicht scheuen, namhafte Unternehmen bei ihren Modellen einzubauen: MV Agusta verwendet immer wieder AMG als Kooperationspartner, jenen Mercedes-Edeltuner, den sich die Stuttgarter vor einigen Jahren dann vollkommen einverleibt haben. Weshalb es im Nachhinein auch logisch erscheint, dass Ducati nach einer Diavel AMG nicht mehr mit AMG zusammenarbeiten konnte - Ducati wurde nämlich wiederum von Audi aufgekauft und da macht dann eine Kooperation mit dem hauseigenen Mercedes-Tuner wenig Sinn. Zwischenzeitlich kooperierte Ducati noch mit dem Modelabel Diesel, bevor man nun mit dem berühmten italienischen Hersteller kollaboriert.

Wie wär´s mit einer Ducati Streetfighter Bentley?

Und damit wären wir auch bei der Verbindung zwischen Ducati und Lamborghini: Ducati gehört, wie bereits erwähnt Audi, Audi gehört zum Volkswagen-Konzern und der umfasst wiederum VW, Audi, Seat, Cupra, Skoda, Lamborghini, Porsche, Bentley, Bugatti und sogar die Lastwagen-Hersteller MAN und Scania. Was da wohl noch auf uns zukommen könnte: Eine Multistrada Quattro, eine Monster Boxster oder eine Hypermotard GTI vielleicht?! Wobei mir eine Panigale V4 Bugatti im typischen Babyblau mit von vorne bis hinten durchgezogener Kammlinie wie beim Type 57 Atlantic schon gefallen würde…

Edler Lack und viel Carbon auf der Ducati Diavel 1260 Lamborghini

Nun aber endlich zur Diavel 1260 Lamborghini, die sich nur auf den ersten Blick ausschliesslich durch ihre interessante Farbgebung von den anderen Diavel 1260-Modellen unterscheidet. Denn in Wahrheit sind nahezu alle Anbauteile, die normalerweise aus Plastik sind, aus hochwertigem Carbon. Und da muss man schon näher ran an die Diavel 1260 Lamborghini um die paar, vom Lack ausgesparten Stellen in edler Carbonfaser zu sehen. Ebenso sind die geschmiedeten Felgen in Electrum Gold und die Auspuffform an das typische Sechseck-Design des Siàn angelehnt. Schliesslich kommt auch die vermeintliche Startnummer 63 nicht von ungefähr, Lamborghinis Gründungsjahr war 1963, weshalb es vom sündhaft teuren Siàn FKP 37 auch 63 Stück gibt und von der nicht ganz so sündhaft teuren Diavel 630 Stück.

Die Ducati Diavel eignet sich für Dragsterrennen und Bergstrassen gleichermassen

Technisch bleibt an der Diavel 1260 Lamborghini alles wie gewohnt, wobei dieser Powercruiser-Naked Bike-Zwitter nach wie vor alles andere als gewöhnlich ist. Die 162 PS bei 9500 Umdrehungen und das mächtige Drehmoment von 129 Newtonmeter bei 7500 Touren aus dem 1262 Kubik grossen V2 schieben die Diavel dermassen vorwärts, dass man gewiss sogar im Serientrimm bei Dragster-Rennen mitmischen kann. Diesem Talent zum Trotz funktioniert die Diavel aber auch im kurvigen Geläuf, was man von ihrem fetten 240er-Hinterreifen ja eigentlich nicht erwarten würde. Aber ganz egal, wo man die Diavel 1260 Lamborghini bewegt, der Blicke der restlichen Verkehrsteilnehmer kann man sich sicher sein. Die hochwertigen Federelemente vorne und hinten von Öhlins in Gold sowie die Brembo-Bremsanlage mit roten Zangen tun ihr Übriges dazu.

Was bedeutet eigentlich Siàn FKP 37?

Ach ja, nochmals zurück zum Lamborghini Siàn FKP 37 - wer sich über den seltsamen Namen wundert: Siàn soll in bolognesischem Slang Blitz bedeuten und der Namenszusatz FKP 37 steht für die Initialen und das Geburtsjahr des 2019 verstorbenen Ferdinand Karl Piëch, der bis 2015 Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen AG war. Übrigens handelt es sich um Lamborghinis ersten Versuch eines Hybrid-Fahrzeugs, das sich also auch eines elektrischen Antriebs bedient. Wobei man dabei noch sehr konservativ beim Verhältnis Verbrenner zu Elektro ist, mit einer System-Leistung von argen 819 PS trägt der fette 6,5 Liter-V12 alleine 785 PS bei, der Elektromotor lediglich 34 PS - so etwas nennt man dann wohl Mildhybrid…

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Bericht vom 26.11.2020 | 17'392 Aufrufe

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