Triumph Tiger 1050 (2007-2013): Test & Kaufberatung

Geheimtipp für sportliche Reisen?

Als die 1050 im Jahr 2007 auf den Markt kam, schlug die Tiger von Triumph eine völlig neue Richtung für den britischen Hersteller ein. Worauf muss man beim Kauf achten? Hier die Antwort.

Frühere Versionen des grossvolumigen Adventure-Bikes hatten ungewöhnliche Raddimensionen, um ihr ein robusteres Aussehen zu verleihen. Mit der 1050 erkannte Triumph jedoch, dass dieser Motorradstil sich schnell entwickelte, um das Segment der Sporttourer zu übernehmen, und stattete die neue Tiger 1050 mit 17-Zoll-Rädern aus. Das war ein kluger Schachzug, der die Tiger zu einem sofortigen Hit in den Ausstellungsräumen machte.

Fahreindrücke auf dem Tiger

Obwohl sie manchmal fälschlicherweise als "grosse Supermoto" bezeichnet wird, ist die Tiger 1050 ganz sicher kein solches Motorrad. Ja, sie hat 17-Zoll-Räder und ist daher kein echtes Adventure-Bike, aber sie verfügt über einen grossen 20-Liter-Tank, eine wunderbar geräumige Sitzposition und eine Federung mit langem Federweg, die Adventure-Bikes ideal für Langstreckenfahrten macht. Ausserdem lässt sich die Tiger 1050 dank dieser Räder erstaunlich gut fahren.

Obwohl die Tiger bei niedrigen Geschwindigkeiten zunächst etwas einschüchternd wirkt, weil sie sich ziemlich hoch anfühlt (in Wirklichkeit beträgt die Sitzhöhe nur 835 mm, niedrigere Sitze sind erhältlich) und mit vollem Tank kopflastig ist, fällt das Gewicht der Tiger gar nicht mehr auf, sobald man ins Rollen kommt. Unterwegs ist sie ein wunderbares Motorrad, mit dem man viele Kilometer zurücklegen kann, und auch Kinder scheinen sich mit der Tiger sehr wohl zu fühlen, was immer gut zu hören ist. Während der Wetterschutz im Vergleich zu einem vollwertigen Abenteurer ein wenig zu wünschen übrig lässt, macht eine höhere Scheibe einen grossen Unterschied und ruiniert das gute Aussehen des Motorrads nicht allzu sehr. Aber das Beste an der Tiger wird enthüllt, wenn ihr euer Ziel erreicht....

Die Triumph Tiger 1050 als echter Allrounder

Nehmt die Packtaschen ab, setzt euren Sozius am Hotelpool ab und ihr könnt die Tiger auf kurvigen Strassen richtig geniessen. Obwohl die Serien-Federung etwas schwammig ist, ist sie voll einstellbar (das Federbein hat keine Druckstufeneinstellung). Die Radialbremsen haben ordentlich Biss, die Bodenfreiheit ist kein Problem, und der Dreizylinder (abgesehen vom Getriebe) ist nicht nur eine Freude, wenn er von den Berghängen widerhallt, sondern auch, wenn er mit minimalem Aufwand und viel Drehmoment aus den Kurven feuert.

Wenn ihr ein Motorrad sucht, das alles kann, aber trotzdem ein bisschen Charakter hat, solltet ihr eine Triumph Tiger 1050 ausprobieren!

Gebrauchte Triumph Tiger 1050 kaufen

Die Auswahl an gebrauchten Triumph Tiger 1050 ist am Markt gross. Je nach Ausstattung und Laufleistung variieren die Preise. Hier ein Überblick: Preis von gebrauchten Triumph Tiger 1050 Modellen.

Worauf es bei einer gebrauchten Tiger zu achten gilt

Das Gute an der Tiger 1050 ist, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen 1050er-Modellen eine Zweiarmschwinge hat, so dass man sich keine Sorgen über festsitzende Radnaben machen muss. Allerdings hat die Aufhängung immer noch die Angewohnheit, sich festzufressen, wenn sie nicht alle 20.000 Kilometer abgenommen und neu gefettet werden (dies ist ein Mindestwert, ein regelmässigeres Nachfetten wird empfohlen). Das Gleiche gilt für das Federbein, das nach Berichten von Besitzern bei einer Laufleistung von 30.000 bis 50.000 Kilometern seine Dämpfung verlieren kann. Fairerweise muss man sagen, dass dies kein schlechter Wert für ein OE-Federbein ist und ein Ersatzteil auf dem Zubehörmarkt je nach Ausstattung mehr oder weniger Geld kostet. Gabeldichtungen halten in der Regel länger, aber lasst die Frontpartie einmal ordentlich durchfedern und untersucht dann die Dichtungen auf eventuelle Lecks.

Wenn ihr ABS wollt, müsst ihr eine SE-Version der Tiger 1050 kaufen, aber das ist ohnehin keine schlechte Idee, da sie etwas besser ausgestattet ist als die Serienmaschine. Dasselbe gilt für die Packtaschen (43 Liter Stauraum), die farblich auf das Motorrad abgestimmt sind, und die Heizgriffe, die man besser bereits montiert kauft, als sie auf dem Gebrauchtmarkt zu suchen und nachzurüsten.

Triumph Tiger 1050 Probleme

Wenn es um Schrauben und Muttern geht, bringt Korrosion die Besitzer oft zur Verzweiflung. Die beschichteten Ölleitungen befinden sich an der Vorderseite des Motors, wo sie mit dem Strassenschmutz in Berührung kommen und ihr Lack blättert sehr schnell ab. Ein weiterer Grund zur Sorge ist der Kühler, der an der Stelle, an der die Wasserrohre auf ihn treffen, verrotten und brechen kann, da die Verbindungsstücke nicht sehr robust sind. Einige wenige Besitzer haben Startprobleme, was sich zunächst drastisch anhört. Aber oft ist das auf den Mikroschalter an der Kupplung zurückzuführen, der erkennen muss, dass die Kupplung gezogen ist, damit das Motorrad anspringt. Dieser kann aber mit dem Alter klebrig werden. Eine gute Reinigung bringt das Problem in der Regel aus der Welt, aber ein Ersatzschalter ist relativ billig und einfach zu tauschen.

Besorgniserregender ist der Stator, der durchbrennen kann, wenn die Elektrik des Motorrads mit zu vielen stromfressenden Nachrüstteilen überlastet wird. Einige Besitzer berichten von Getriebeproblemen und der Schwierigkeit, den Leerlauf zu finden, aber das liegt im Wesentlichen daran, dass das Getriebe des 1050-Motors, nun ja, ein bisschen lahm ist... Eine gut eingestellte Kette macht es ein bisschen besser.

Wartungsintervalle des 1050er Tigers

Der grosse Ventilservice des Tigers findet alle 20.000 Kilometer statt und sollte nicht verpasst werden, da die Ventile zwar selten nachjustiert werden müssen, aber gelegentlich ein wenig nachgestellt werden müssen. Wenn das Motorrad mit einem Zubehörauspuff ausgestattet ist, vergewissert euch, dass das Triumph-ECU-Remap dazu passt, und achtet auf Sturzschäden, da die Tiger recht kopflastig ist.

Und schliesslich solltet ihr über optionale Extras nachdenken. Besitzer berichten, dass der Original-Sitz etwas zu straff ist. Ein Gel-Sitz (serienmässig bei der SE) ist daher eine lohnende Ergänzung, neben einem grösseren Windschild, wenn ihr viele Kilometer zurücklegen möchten. Ein Hauptständer (ebenfalls serienmässig bei der SE) eignet sich hervorragend zum Einstellen und Schmieren der Kette, und Besitzer berichten, dass die HID-Leuchten eine willkommene Ergänzung sind, da die OE-Scheinwerfer ziemlich schlecht sind. Oh, und ignorieret die Tankanzeige, sie ist notorisch ungenau!!!

Gab es Modellpflegen?

Die Tiger 1050 kam Ende 2006 als 2007er Modell auf den Markt und wurde während ihrer gesamten Lebensdauer nicht wesentlich weiterentwickelt. Im Jahr 2009 kam ein SE-Modell hinzu, das serienmässig mit ABS, farblich angepassten Koffern und Handprotektoren ausgestattet war. Im Jahr 2010 wurde die Ausstattung der SE leicht verändert und umfasste nun auch einen Gel-Sitz und einen Hauptständer. 2012 wurden die Tiger 1050 und die SE einem grösseren Update unterzogen. Optisch erhält die 2012er Maschine schwarze, konische Lenker, die 20 mm niedriger sind als zuvor, während einige Teile "entchromt" und andere schwarz lackiert wurden (Räder, Ritzelträger, Bremssättel).

Der Motor blieb im Wesentlichen unverändert, die Federung wurde jedoch mit neuen Federn und veränderten Innenteilen steifer gemacht. Die serienmässige Tiger 1050 und SE wurden Ende 2013 aus der Modellpalette von Triumph gestrichen, denn 2014 kam die Tiger Sport auf den Markt. Ein weitaus sportlicheres Modell, das auf der Tiger basierte, aber mit zahlreichen Updates an Motor, Fahrwerk und Elektronik ausgestattet war. Obwohl einige wenige Tiger 1050 bei den Händlern verblieben, weshalb es 2014 und 2015 zugelassene Motorräder gibt, endete ihre Produktion technisch gesehen mit dem Modelljahr 2013.

Über Jon Urry

Als begeisterter Motorradfahrer und Weltenbummler, der seit 2001 schon für Motorradmagazine in acht Ländern gearbeitet hat und jährlich über 30.000 Kilometer im Sattel verbringt, behauptet Jon von sich selbst zumindest seit 2003 jedes Modell von jedem (namhaften) Hersteller gefahren zu sein, das er kennt. 1000PS ist es gelungen ihm eine Reihe an Gebraucht-Berichten abzuluchsen, sodass ihr, von unserer Crew auf Deutsch übersetzt und da oder dort erweitert, in den Genuss seiner einzigartigen Erfahrungen kommt.

Autor

Bericht vom 12.09.2021 | 6'344 Aufrufe

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