1/4Meilen Rennen Krems

Karin Mairitsch nimmt mit der K1200R am Beschleunigungsrennen in Krems Teil. Die Idee kam ihr Sonntag Morgen beim Frühstück.
Kraft der Beschleunigung

Dragster-Rennen sind besondere Vergnügungen: Gefahren wird über die Distanz von 402 Metern, volles Rooooooaaaahr, und wer den dickeren Motor hat, gewinnt!
von Karin Mairitsch

 

Ein Sonntagmorgen Anfang Juni. Der Himmel ist blau und der Kaffee tiefschwarz. Ich blinzle in die Sonne, draussen vor der Tür steht die BMW K 1200 R, mein Blick fällt auf die Ausschreibung des Beschleunigungsrennens neben dem Toaster, ich zähle eins und eins zusammen und denke mir: "Was für eine gute Gelegenheit!" Und gleich darauf: "Jetzt aber schnell!" Auf der Autobahn verinnerliche ich den Zustand der freien Beschleunigung. Die Kraft der 163 Pferde und das Drehmoment von 127 Newtonmeter stimmen mich schwer zuversichtlich.

 

Grosser Kirtag
Am Ort des Geschehens herrscht buntes Treiben. Hunderte Zuschauer strömen auf das Gelände des Kremser Flugfeldes, Würste, Cola, Bier, Fleischlaberln und Langos, Hunde, Kinder, Radfahrer, Fussgänger, Sonnenschirme, Kühlboxen, Jung und Alt ... es ist ein riesengrosser Familienausflug. Und im Fahrerlager scharen sich die herrlichsten Autos, Motorräder und Trucks. 300 Starter haben genannt, darunter auch ein Jeep Wrangler mit 1080 PS, ein oranger Karmann Ghia und ein VW Bus Typ 1 in Bosch-Rennlackierung, so schön, Corvetten in allen denkbaren Farben und Ausführungen, ein himmelblauer, leicht angerosteter Ford Escort 2 mit 170 PS unter der Motorhaube, ein BMW 2002 Touring mit einem Pfarrer am Steuer, und die Fast & Furious-Abteilung ist mit Civics und Golf vertreten, die es, der Himmel weiss wie, bis hierher geschafft.

Auf der Seite der Motorräder finden sich eine gelbe Yamaha R1 mit Lachgas-Einspritzung, ein Monster namens Nosfearatu mit rund 240 PS, eine Laverda SFC, die Sechs-Zylinder-Honda CBX, abenteuerliche Harleys und Buells, aber auch Einzylinder aus Oberösterreich und serienmässige japanische Rennstreckengeräte.

 

 

Vollgas ist Vollgas
Dragster - oder Beschleunigungsrennen sind eine uramerikanische Erfindung: Sie basieren auf dem Gedanken des dicken, dicken Motors gepaart mit dem unbändigen Drang zur kleinen Wirtshausrauferei. Gefahren wird paarweise über die Distanz einer Viertelmeile (402 Meter), der Schnellere gewinnt, gewertet wird im K.o.-System. Man hat genau eine Chance, und die gilt es zu nützen! In spätestens 15 Sekunden ist alles vorbei. Die Schwierigkeit besteht darin, die Kraft des Motors auf den Boden zu bringen. Drei Mal (!) steigt mir die BMW beim ersten Trainingslauf ohne mein Wollen auf, und als es in der Mittagshitze zum gezeiteten Rennen geht, bin ich schon ein bisserl aufgeregt.

Der Start ist entscheidend. Also: Visier runter. Sammeln. Im ersten Gang rolle ich vor und lasse mich von einem Helfer an der Lichtschranke einrichten. Tief durchatmen, volle Konzentration. Das erste gelbe Licht leuchtet auf, Gewicht nach vorne, linker Fuss auf die Raste, das zweite gelbe Licht, ganz ruhig den Motor auf 4.000 Umdrehungen vorspannen, das dritte Gelb, Kupplung an den Schleifpunkt, jetzt noch 0,4 Sekunden bis zum Grünlicht, uah, Gaaaaaaas, ab geht's, die ersten 100 Meter, voller Kontakt, es fühlt sich gut an, ich bin gut unterwegs, spüre den Begrenzer kommen, schalte bei 10.000 Umdrehungen, rase vorbei an den Zuschauern, dritter Gang, Vollgas, neben mir nur mehr das Grün der Wiese, was schon roter Bereich?, vierter Gang, vor mir die orange/weissen Zielmarkierungen, ohne Zögern durch, ja, ja, ja, jetzt bremsen, jetzt durchatmen, jetzt freuen!

Das Ergebnis
Adrenalin, höchste Dosis! Ich bin sehr glücklich - und bewältige die Viertelmeile in 12,09 Sekunden, die BMW beschleunigt dabei auf exakt 200 Stundenkilometer. Auch die Konkurrenz schläft nicht: Den goldenen Kranz des Tagessiegers trägt bei den Motorrädern der Lokalmatador Franz Mayr auf seiner getunten Yamaha R1 (10,48 Sekunden) davon, bei den Autos siegt Heinz Schek auf Jeep CJ7 mit 10,13 Sekunden. 

Fazit: I'll be back (wenn mein Schlüsselbein wieder geheilt ist), und zwar auf einer Triumph Rocket III mit 2,3 Litern Hubraum. Ha!

Nächste Termine:
13. August Pettenbach, OÖ
14. August Breitenau (NÖ)
3. September Punitz (Burgenland)

Schauen Sie sich das an!
siehe auch
Text: Karin Mairitsch
Fotos: Sven Rauscher
www.picart.at/
http://www.dragrace.cc  

Bericht vom 27.06.2005 | 7'746 Aufrufe

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