Int. ADAC/VFV Schottenring Classic Grand-Prix 2015, 15./16.08.

Int. ADAC/VFV Schottenring Classic Grand-Prix 2015, 15./16.08.

Legenden und Frischlinge am historischen Stadtrundkurs

Schwarzes Leder, blauer Qualm, röhrende Motoren. Historische Motorräder und Gespanne locken bereits seit 1989 beim Classic Grand-Prix die Fans zum lebendigen Kräftevergleich der Rennmaschinen aus vergangenen Zeiten ins Mittelalter-Städtchen Schotten.

Die Rennstadt Schotten machte bereits im Jahr 1925 von sich Reden, als das erste Rennen 'Rund um Schotten' im hessischen Vogelsberg-Kreis ausgetragen wurde. Damals noch auf einem 26 km langen Kurs. Nach Jahren der Umstrukturierungen fand 1989 das erste Rennen in der neuen Version auf dem auf 1,4 Kilometer verkürzten Kurs innerhalb des Ortskerns statt.

So dicht wie hier steht man nirgends sonst an einer Strecke, die, nur geschützt von in Folie eingeschlagenen Strohballen gesäumt, fast durch die Vorgärten der Einwohner führt. Das Fahrerlager am Dorfanger ist denn auch gespickt voll mit all den wertgeschätzten Pretiosen, die aber kaum geschont werden, sobald es im sportlichen Wettkampf auf den heissen Asphalt geht. Immer ebenso dabei: Prominenz aus den frühen Jahren der Motorrad-Rennsport-Historie.

Urgesteine der Motorsportgeschichte

Allen voran beehrte bei dieser 27. Austragung des Classic Grand-Prix Mitte August der mittlerweile 66 Lenze zählende Toni Mang aus Bayern die Veranstaltung, der zum Urgestein der Motorsportgeschichte aus deutscher Sicht zählt. Immerhin fünf Weltmeister-Titel zeichnen ihn aus, neben zahllosen weiteren Ehrungen. Zur Liga der prominenten Senioren zählen auch Rolf Steinhausen, Werner Schwärzel, Adolf Hänni sowie Ralph Bohnhorst, die im Gespannfahren das weltmeisterschaftliche Renngeschehen der 70er und 80er Jahre stark prägten.

Als Frischling präsentiert die Marke Kawasaki bei den nun zweiten Kawasaki-Days in Schotten ihren erfolgreichen Superbike-WM-Fahrer Jonathan Rea, der nach Tom Sykes als Weltmeister von 2013 den 'Grünen' auch in diesem Jahr den begehrten Titel bescheren kann. Das Jubiläum '40 Jahre Kawasaki Deutschland' feierten die Teilnehmer und Gäste gebührend im Festzelt bei Live-Musik, auf der eigenen Tribüne mit ihren Fans und luden zudem als weiteren, internationalen Star Kork Ballington ein, der eigens aus Australien anreiste. Die Händlermeile im Kawasaki-Eventbereich präsentierte dazu Autogrammstunden, Stuntshows und Bikes der ersten Stunde, die im Rahmen eines vorangegangen Wettbewerbs eingeladen waren. Über 300 Teilnehmer zählte auch in diesem Jahr das Teilnehmerfeld, das im Rahmen der DHM (Deutsche Historische Meisterschaft) solch illustre Läufe wie die der Vintage-Kräder aus den Jahren 1920 bis 1949 im Gleichmässigkeitslauf präsentierte. Weitere Classic-Mopeds aus 1950 bis 1967 gingen bis 250 Kubik an den Start. Im Clubsport-Lauf präsentierten sich die Ein- und Zwei-Zylinder-Boliden bis 500 Kubik. Sonderläufe der Marken MZ und NSU vereinnahmten ebenso die Fans historischer Motorräder wie die Gespanne, unterteilt in die 'Meisterklasse', den 'WM-Sonderlauf' und den Lauf für die 'Klassic Kneeler Gespanne'.

Wetterkapriolen

Noch am Samstagabend waren auch alle guten Mutes, als sie auf den Wiesen nahe der Rennstrecke ihre kapriziösen Rennmaschinen aller Altersklassen und Arten für die Läufe am Sonntag auf Vordermann brachten. Klaus und Werner aus Böblingen basteln an ihrem schmalen Zweitakt-Geschoss: „Do! Des isch Masse“. „Noi! Des isch doch koi Masse!“. „Jo, hasch recht. Masse is' dahanna.“ Der Schweizer Franzel winkt neben der smarten Triumph T100 sitzend mit Peacezeichen rüber: „ Die gehört dem Toni, nöscht mirrr!“ Doch am Sonntagmorgen schon holt der Wettergott ohne Gnade alle wieder vom Asphalt: „Aufgrund von anhaltenden Regenfällen wurden die Wertungsläufe am Sonntag gegen 10 Uhr unterbrochen und um 12 Uhr abgebrochen. In Zusammenarbeit mit der Rennleitung des veranstaltenden MSC Rund um Schotten und den Organisatoren der Deutschen Historischen Motorradmeisterschaft wurde die Entscheidung getroffen. Wir mussten dies aus Sicherheitsgründen leider tun. Dennoch bedanke ich mich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz und hoffe, dass wir uns nächstes Jahr zur 28. Auflage wieder hier sehen“, meinte der MSC-Vorsitzende Wolfgang Wagner-Sachs gegenüber den Helfern.“ Bis Samstagabend zählte der wackere Verein über 5 000 Zuschauer. Für nächstes Jahr möge der Wettergott besser gestimmt sein und wieder Besucherscharen aus vergangenen Jahren von um die 20 000 Fans an den einzigartigen Stadtkurs bringen!

Text und Fotos: Sabine Welte

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Bericht vom 26.08.2015 | 6'550 Aufrufe

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