Adrien Van Beveren (Yamaha) übernimmt Führung bei der Dakar 2022

José Ignacio Cornejo (Honda) gewinnt 7. Etappe

Was für eine dramatische 7. Etappe nach dem Ruhetag bei der Rally Dakar in Saudi Arabien! Yamaha-Pilot Adrian Van Beveren reicht ein 10. Tagesrang, um sich im Gesamt-Klassement an die Spitze zu setzen, weil der bisherige Leader Sam Sunderland (GasGas) und Matthias Walkner (KTM) viel Zeit verlieren. Walkner bleibt aber zumindest Zweiter. Den Tagessieg holte José Ignacio Cornejo für Honda.

Daniel Sanders stürzte auf der Verbindungsetappe – für den Aussie ist die Dakar 2022 vorbei!

Die 7. Etappe von Riad nach Ad-Dawadimi begann mit einem Schock! Daniel Sanders, der sich das "schnellste Wohnmobil" der Dakar mit Matthias Walkner teilt, hätte als Sieger der 6. Etappe die erste Wertungsprüfung eröffnen sollen, erschien dort aber nicht zum Start. Der Australier, der in der ersten Woche einen bärenstarken Eindruck hinterlassen hatte und als heisser Anwärter auf den Gesamtsieg galt, kam auf der Verbindungsetappe auf einer Asphaltstrasse schwer zu Sturz und verletzte sich offenbar den linken Arm. Sanders wurde ins Spital gebracht. Ein schwerer Rückschlag für das so starke österreichische GasGas-Team, das jetzt mit dem Engländer Sam Sunderland nur noch ein Eisen im Feuer hat so wie Husqvarna mit Luciano Benavides, nachdem Skyler Howes ebenfalls nach einem schweren Sturz aufgeben musste.

Joan Barreda kämpft trotz schmerzhafter Schulterverletzung weiter

Anders Joan Barreda Port. Der Honda-Pilot, der Etappensiege bei der Dakar sammelt wie kein Zweiter, aber noch nie am Ende auf dem Podium stand, beisst trotz schmerzhafter Schulterverletzung von seinem Abflug auf Etappe 5 weiter die Zähne zusammen. Und wie er das tut: Zunächst noch im Hintertreffen, lag er am dritten Kontrollpunkt nach 77 Kilometern nur noch elf Sekunden hinter dem Führenden Toby Price auf Rang drei, am Ende reichte es für den ausgezeichneten dritten Tagesrang hinter seinem Teamkollegen José Ignacio Cornejo (Chile) und dem argentinischen Vorjahressieger Kevin Benavides (KTM), der sich damit in der Gesamtwertung lautstark zurück meldete, jetzt schon vor Sam Sunderland auf Rang drei liegt, nur noch 11 Sekunden hinter Matthias Walkner. An der Spitze thront aber erstmals in diesem Jahr der Franzose Adrian Van Beveren (Yamaha), mit immerhin schon mehr als fünf Minuten Vorsprung auf Walkner.

Walkner lag zwischenzeitlich nach 121 Kilometern schon in Führung

Dabei wähnten die KTM-Piloten Toby Price, Kevin Benavides und Matthias Walkner, die am ersten Kontrollpunkt für eine orange Dreifach-Führung sorgten, zu Beginn der Etappe alles unter Kontrolle, nach 121 Kilometern hatte der Österreicher 3:07 Minuten Vorsprung auf Sam Sunderland und lag zumindest virtuell erstmals in der Gesamtwertung an der Spitze. Dann überschlugen sich jedoch die Ereignisse, vom Kontrollpunkt 221 bis zu jenem bei 259 Kilometer büsste der Sieger von 2018 wegen eines Navigationsfehlers gleich 18 Minuten ein, im Ziel fehlten dann als 24. 22:50 Minuten auf Corenjo.

Walkner nach dem Ziel im O-Ton: "Eigentlich war es ein sehr guter Tag. Leider hab ich mich einmal richtig verfranzt. Bei Kilometer 60 konnte ich schon Sam Sunderland, der drei Minuten vor mir gestartet ist, einholen und habe dann voraus navigiert. Bis Kilometer 250 hatten wir ein richtig gutes Tempo und waren voll dabei. Wir kamen dann an ein offenes, riesiges Plateau und laut Roadbook mussten wir der Haupt-Piste folgen, ohne jegliche CAP-Angaben (Anm. Kompasskurs). Sam und ich sind den Roadbook-Angaben gefolgt und waren falsch. Wir haben beide sicher 15 Minuten herumgesucht und dabei viel Zeit verloren. Es ist nun mal so und gehört dazu. Gegen Ende habe ich dann voll gepusht, um den Verlust irgendwie in Grenzen zu halten. Morgen dürfen die Schnellsten von heute die Strecke aufmachen und ich starte wieder von weiter hinten, ich werde versuchen meine gute Startposition zu nutzen. Jeden Tag kann sich schlagartig wieder alles ändern."

Walkner fühlt mit seinem Freund Daniel Sanders

"Für meinen Camper-Kollegen und guten Freund Daniel Sander tut es mir natürlich wahnsinnig leid! Er dürfte in der Früh bei der Verbindung eine Gehsteigkante übersehen und sich bei dem Sturz den Ellbogen gebrochen haben. Wir hätten uns für heute den Plan ausgemacht, dass wir uns vorne abwechseln werden und uns gegenseitig pushen. Er fehlt mir und dem ganzen Team natürlich sehr und ich wünsch ihm auf diesem Wege gute Besserung!", zeigt sich Walkner über das Pech seines für GasGas fahrenden Kumpels sichtlich mitgenommen.

Wie Walkner will auch Sam Sunderland, der von Platz eins auf vier zurückgefallen ist, bei der morgigen achten Etappe wieder voll angreifen: "Viele der Pisten wurden vom Regen einfach weggespült. Es ist ein wenig wie beim Glücksspiel, man wirft eine Münze und hofft die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ehrlich gesagt ist es schon etwas frustrierend, aber morgen wird es für diejenigen, die die Etappe eröffnen genau so sein. Es wird noch viele Möglichkeiten geben anzugreifen und Zeit gutzumachen. So ist das Rennen."

Dakar 2022 Etappe 7 Ergebnis Motorrad

RangNo.NameTeamZeitRückstand
11JI. CORNEJO FLORIMO (CHL)MONSTER ENERGY HONDA03:28:460:00:00
21K. BENAVIDES (ARG)RED BULL KTM FACTORY RACING03:29:300:00:44
388J. BARREDA BORT (ESP)MONSTER ENERGY HONDA03:31:370:02:51
477L. BENAVIDES (ARG)HUSQVARNA FACTORY RACING03:36:360:07:50
515L. SANTOLINO (ESP)SHERCO TVS RALLY FACTORY03:37:150:08:29
627J. RODRIGUES (PRT)HERO MOTOSPORTS TEAM RALLY03:37:430:08:57
72R. BRABEC (USA)MONSTER ENERGY HONDA03:38:350:09:49
829A. SHORT (USA)MONSTER ENERGY YAMAHA RALLY TEAM03:39:010:10:15
912X. DE SOULTRAIT (FRA)HT RALLY RAID HUSQVARNA RACING03:39:160:10:30
1018T. PRICE (AUS)RED BULL KTM FACTORY RACING03:39:230:10:37

Gesamtstand Dakar 2022 nach Etaope 7 Motorrad

RangNo.NameTeamGesamtzeitRückstand
142A. VAN BEVEREN (FRA)MONSTER ENERGY YAMAHA RALLY TEAM23:45:020:00:00
252M. WALKNER (AUT)RED BULL KTM FACTORY RACING23:50:140:05:12
31K. BENAVIDES (ARG)RED BULL KTM FACTORY RACING23:50:250:05:23
43S. SUNDERLAND (GBR)GASGAS FACTORY RACING23:50:400:05:38
515L. SANTOLINO (ESP)SHERCO TVS RALLY FACTORY23:51:360:06:34
67P. QUINTANILLA (CHL)MONSTER ENERGY HONDA23:53:170:08:15
788J. BARREDA BORT (ESP)MONSTER ENERGY HONDA23:53:350:08:33
8142S. SVITKO (SVK)SLOVNAFT RALLY TEAM24:05:200:20:18
911JI. CORNEJO FLORIMO (CHL)MONSTER ENERGY HONDA24:11:390:26:37
1029A. SHORT (USA)MONSTER ENERGY YAMAHA RALLY TEAM24:13:120:28:10

Bericht vom 09.01.2022 | 4'403 Aufrufe

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