kastilien leon katalonien

Touren-Länge:
2'965 km
Touren-Dauer:
64 Std.
Art der Tour:
Rundkurs
Terrain:
On-/Offroad

Beschreibung der Tour

Regionen: Kastilien und León, Katalonien
Carcassonne ist eine Wucht an Bauten aus der Zeit der Templer. Die Kirchen und Wehranlagen sind von gigantischem Ausmaß und toll erhalten. Innerhalb der Befestigungsanlagen ist eine lebende Stadt, mit Geschäften, Hotellerie, Gastronomie, Museen ja sogar einem Kindergarten, alles erfüllt mit Leben und dazu noch herrlichstes Sommerwetter, Herz was willst du mehr. Eine Fahrt in das Umland führt durch Getreidefeld an Getreidefeld, aber wie überall in der Landwirtschaft sieht man an den Häusern, dass mit der Hände Arbeit keiner reich wird. Es wird höchsten der tägliche Bedarf erwirtschaftet, aber es bleibt nichts für zusätzliche Investitionen.

Über bewaldete Pässe um die 600 m geht es in die Pyräneen welche zusehends höher werden und sich in einem wunderschönem Grün präsentieren, wie ich es bei uns noch nie gesehen habe. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht mehrmals von der geplanten Route abkommen, ja zum Teil auch schon umplanen. So auch Heute wieder 15 km zurück; sonst landen wir in Andorra und das steht erst in zwei Wochen am Programm.

Da wir die Nächtigungen von zu Haus aus gebucht haben, heißt es die vorgegebene Route einzuhalten und den nächsten Aufenthalt in Pamplona wahrzunehmen. Zuerst müssen 4 Pässe überwunden werden, da kommt Freude auf. In den Pyräneen sind aber nicht nur erfreute Motorradfahrer unterwegs, sondern auch Radfahrer, die mit ebensolcher Begeisterung die grünen Höhen erklimmen. Auf spanischer Seite geht es abwärts in schönen weiten Kurven mit bestem Asphalt und es schließt sich uns ein Paar auf einer GS an, die es ebenfalls laufen lassen.
In Ainsa trennen sich unsere Wege, wir fahren nach Westen sie nach Süden, war ein Mords Spaß, es so laufen zu lassen.
In einem steinigen Tal, alles sehr im hellen Braunton außer ein paar grünen Büschen geht es auf Pamplona zu. Tiefe Schluchten wechseln mit weiten Ebenen und etliche Stauseen zieren die Landschaft.

Je näher man der Stadt kommt, desto dichter ist der Verkehr und das Straßennetz immer aufwendiger, nun sind schon zwei Autobahnen parallel zueinander und Kreisverkehr folgt Kreisverke hr. Plötzlich finden wir uns in der Autobahnmeisterei wieder und während ich mich von Helm und Handschuh befreie um mich mit dem Kartenmaterial auseinander zu setzten, kommt ein Polizist auf uns zu und bietet Hilfe an. Er hat uns den Weg zu unserem Hotel gut erklärt, nur hat er sich bei der Nummerierung der Ausfahrt 83 vertan, es wäre 82 gewesen und so sind wir wieder nicht dort hin gekommen, wohin wir eigentlich wollen. Den gleichen Weg zurück zu fahren, funktioniert leider selten, da Ausfahrten in die eine Richtung, zurück nicht zwangsläufig in die andere führen. Mit weiterer Hilfe eines älteren Ehepaares kommen wir dann doch zu unserem Hotel. Bei über zwei Millionen Einwohnern liegt eben nicht alles um die Ecke.


Im Lauf der drei Tage, die wir in Pamplona verbringen, finden wir uns gut zurecht und unser Hotel immer wieder. Da wir ja noch nicht viele km gefahren sind, oder meine Sozia hat sich inzwischen auf diese Etappen gewöhnt. Sie meint, wir können an dem freien Tag einen Abstecher zum Atlantik machen. So kommen wir ungeplant nach San Sebastian span. und Irun frz. und es hat was zu bieten. Eine Briese Meerluft, lecker Eis und schöne Passstraßen bis 1400m und dies heißt etwas, wenn man am Meer beginnt.

Zurück in Pamplona müssen wir unbedingt die Gassen der Altstadt aufsuchen in denen die Stiere zur Arena getrieben werden, unter der johlenden Menge von tausenden angetrunkenen Touristi, die extra zu diesem Spektakel anreisen. Die Arena ist schnell gefunden, auch wenn wir dazu ein paar Verbotsschilder ignorieren müssen.
Von Pamplona aus führt unser Weg eine Zeit lang parallel zum Pilgerpfad nach Kompostella und da es besonders heiß, sehen wir so manchen Pilger an seine Grenzen stoßen. Eine ganz besondere Szene war ein etwa 60 jähriger, der sich über der Leitschiene gebückt, übergib und seine Frau hält ihm fürsorglich den Kopf, bei etwa gefühlten 42 Grad im Schatten, aber leider ist hier nirgends welcher. Nach diesen und anderen Erlebnissen komme ich mir mit meiner Reise zu den Burgen Kastiliens und Leons nicht mehr so sonderbar vor. So tragen zum Beispiel zu einem bestimmten Feiertag, 80 junge Männer mit einem Tuch ums Haupt gewickelt einen ca. 400kg schweren Altar in kleinen Schritten um die Kirche, oder Kinder verkleidet wie Ku- Kluks- Klaner nur in Purpurrot zur Firmung oder Kommunion schreiten. Es gibt so viele verschiedene Bräuche, jede Region hält ihren Brauch für den wichtigsten.
Alles Land liegt in dieser Gegend in hellem Braunton und wo es möglich, steht Getreide auf außergewöhnlich kurzen Halmen zum Teil keine zwanzig Zentimeter hoch. Wo Flussläufe auch nur andeutungsweise, ist grünes Buschland und wo fließend Wasser auch schon mal Weiden ähnlicher Baumbestand bis hin zu Schwarzpappel. Bis Logrono hält dieses Landschaftsbild an, dann biegen wir ins Tal des Rio Tobia, so steht er in der Karte. Vor Ort nennt man ihn Najerilla, diesen aufwärts wird es immer gebirgiger und es ist auch wieder schön grün. Lange sind wir schon alleine unterwegs, niemand folgt uns und keiner kommt uns entgegen. Kurve um Kurve geht es dem klaren Wasser entlang aufwärts, nur die Kotablagerungen auf der Fahrbahn geben uns Rätsel auf. Bis wir hinter einer Kurve auf die Verursacher stoßen. Es sind dies ein Hirte, zwei Esel und etwa dreihundert Schafe welche sofort eine Gasse bilden und uns ohne irgendwelche Zeichen von Aufregung vorbeilassen. Gerade als ich meine Freude über diese schöne Straße mit so gut wie keinem Verkehr und guten Asphalt wie er eigentlich in Spanien überall anzutreffen ist, kundtun will, ist es damit vorbei und wir müssen mit einer Holperpiste vorlieb nehmen und dies über 15 km. Wo ein Wasserlauf, da auch ein Stausee, so auch hier und Weideland wo sich Tiere frei bewegen ohne Einzäunung und ohne Aufsicht. Hier wartet geduldig ein Bulle auf das Bespringen der Kuh bis ihr Kälbchen mit dem Trinken fertig ist. So eine Mutterkuhhaltung gibt es in unseren Breiten nicht mehr, da werden Kalb und Mutter getrennt und das arme Kleine wird mit Milchpulver aufgezogen statt mit Liebe. Bei solcher Tierhaltung hat ein Tierarzt selten was zu tun! Nun bin ich vom Thema abgekommen.
Kurz darauf treffen wir nämlich drei span. Motorradreisende. Erst kommen sie uns entgegen, einige Zeit später überholen sie uns, um uns wieder entgegen zu kommen. Leider sind an den Kreuzungen nicht immer die Orte angeführt, nach denen man sich richten wollte und das führt dann zu solchen Irritationen denen wir uns täglich mehrmals stellen müssen. Manchmal haben wir aber auch einen Tag alle Abzweigungen richtig gedeutet, aber eben nur manchmal. Meine Sozia ist deshalb oft verwundert, wenn ich am Ende eines 500km Tages anhalte und direkt vor dem gebuchten Hotel stehe. Ein blindes Huhn findet auch Körner!
Nun folgen wir dem Duero schon über hundert Kilometer. Er führt viel Wasser für dieses trockene Land und die Vegetation ist dem entsprechend. Als sich endlich die erste Festung blicken lässt, derentwegen ich diese Reise geplant habe.

Penafiel, ein beeindruckendes Gemäuer, scheint beinahe aus weißem Stein zu sein in der tief stehenden Sonne. Liegt lang gestreckt auf einem hundert Meter hohen Felsen über Weizenfeldern so weit das Auge reicht. Von hier sind es noch kappe 50 km zu unserer Unterkunft in Valladolid aber erst müssen wir uns noch in eine Tankstelle retten vor einem gewaltigen Regenguss, der uns überrascht. Ein Kaffee und ein paar Kekse später ist das Wetter weiter gezogen und schon scheint wieder die Sonne.
In Valladolid bleiben wir mehrere Tage um die Burgen im Umland ausgiebig zu inspizieren. Alle in bestem Zustand, doch innen nichts Geschichtsträchtiges zu sehen sondern Moderne, Geschäfte oder Hotels und viel Souvenirläden. Torrelebaton, Fuensaldan oder La Mota auch Coco und


Iscar haben wir besucht gigantische Bauten aus Stein oder Ziegel wie La Mota und gut erhalten, da eingedeckt. Valladolid hat schöne Kirchen einen üppigen Park und wie in Spanien üblich entweder ein Denkmal zu Ehren Columbus oder Don Quichotte (Don Quijote) und Sancho Pansa. Gesehen in St. Sebastian, in Pamplona, Valladolid und Madrid ja sogar in Roses am Mittelmehr an der Costa de Sol stehen sie, in dem überall gleichen Bronzeguss.
Auf dem Weg nach Avila geht es wieder über Hochebenen von1400 müdM, die hier nennt sich Sierra de Malagon. Da wir heute nicht besonders viele Kilometer zu leisten haben, fahren wir über Land, so würde man dies bei uns bezeichnen. Hier sind es bestens ausgebaute Straßen, meist wenig befahren aber mitunter sind sie plötzlich unauffindbar und man muss auf die Autobahn. Linke Seite endet die Straße in einem Dorf, rechts über eine Bahnanlage, steht man in der Pampa. Hier wurde die Landstraße einfach in die Autobahn integriert und man bezahlt dafür auch keine Gebühr. 30 oder 40 km weiter kann man wieder abfahren und befindet sich auf der ursprünglich angepeilten Straße. An einem Stausee entlang ist es uns auch so ergangen. Straße aus, noch ein befestigter Weg über die Autobahn und dann ein Schranken der den Weg in den Landwirtschaftsgrund sperrt. In der Folge gibt es auf dieser Autobahn auch Tunnels, die von Radfahrern befahren werden.
Avila präsentiert sich auf der Anfahrt aus dem Norden als moderne Industriestadt, mit den wie überall gleichen 5- 7 stockigen Wohnsilos aber sehr sauber. Sehr enttäuscht stellte ich fest, dass von der Stadtmauer, derentwegen ich hierher meine Reiseroute legte, nichts zu sehen ist. Nun sind wir schon herum oder durch und gehen frustriert in ein Cafe an der Tankstelle. Für mich Kaffe für meine Sozia die lang schon notwendige Pause. Ich blätterte derweil im Tablet um unser Quartier ausfindig zu machen. Danach fahren wir den nächsten Hügel an um einen Blick zurück zu werfen und werden der prachtvollen Mauer ansichtig. Im Vordergrund weidende Rinder und dahinter die ganze Hügelkette entlang diese ausnahmslos schön zu einer gewaltigen Mauer geschlichteten Steine.

Zweitausendfünfhundert Meter lang mit 88 Türmen und 9 Stadttoren. Hinter dieser Mauer liegt unser Hotel in einer tausendjährigen Casa, der Innenhof überdacht zum Speisesaal umfunktioniert. Von den Laubengängen rundum gelangt man in die elegant altmodisch eingerichteten Zimmer. Alleine der darin befindliche Sekretär würde bei unseren Antiquitätenhändlern gutes Geld bringen. Die gegenüber unserem Hotel liegende Kathedrale, auf einem röm. Kastell errichtet, über tausend Jahre alt, ist es wert, die 10 Euro für die Besichtigung auszugeben. Hier in Avila länger zu verweilen wäre schön, aber wir haben noch viel vor. In den engen Gassen reiht sich Geschäft an Geschäft in denen vom span. Degen bis zur Kalaschnikow alles zum Verkauf angeboten wird. Aber es gibt auch Souvenirs wie sie überall in unseren Fremdenverkehrsorten an den Seen angeboten werden. So angetan von dem altertümlichen Ort wir auch sind, es heißt weiter ziehen, das nächste Hotel ist ja schon gebucht.
Über der Sierra weht ein schneidiger Wind und in der folgenden Ebene wiederum an die 40 Grad im Schatten. Hier hilft nur Wasser trinken und Obst essen. Ein kg Nektarinen, die saftigsten die ich je aß, kosten 0,99 Euro. Ein Espresso und ein Tonic kostet € 3,60. Bestell in Spanien keine Cola! Cola heißt das männliche Geschlechtsteil. Der Kellner serviert es mit breitem Grinsen; wenn er dies schon mehrmals erlebt hat, oder er schaut furchtbar böse, dann war es das erste mal, dass ihm dies passierte. Hier bestellt man Coke.
In der Millionenmetropole Madrid wird das Auffinden unserer Unterkunft schon etwas aufwendiger als bisher. Aber auch hier kommen wir mit Hilfe der Einheimischen an unser Ziel und für unser geliebtes Motorrad gibt es eine Garage, für unser Wohl ein Schwimmbad im 8. Stock mit Blick auf den Trubel der Stadt.
Als erstes steht ein Besuch von Felipe VI und Letizia auf dem Programm, ihr Palast ist beeindruckend aber auch Renovierungs bedürftig. Am auffälligsten ist dies bei den Fenstern, die stark verwittert sind. Wenn man auf Führungen verzichtet, kann man nach eigenem Gutdünken durchwandern. Dabei muss man sich an Hundertschaften von Japsen und anderen Besuchern vorbei mogeln, eine Führung in deutscher Sprache wurde nicht angeboten.Ob man dies unbedingt gesehen haben muss, liegt im Ermessen des Betrachters und auch der weiß es erst im nach hinein. Jedenfalls sind die Schlösser groß, in U Form gebaut, ergibt dies einen großen Platz.Von diesem Platz aus genießt man den Blick über den Park, welcher vom Fluss Manzanares begrenzt wird.
Am Abend sieht man zu, wo man am besten speisen könnte. Die verkehrsfreien Gassen sind mit Fähnchen überspannt, um Schatten zu spenden. So ab 20:00 geht es richtig los, überall treten Künstler auf und Musikgruppen. Es ist ein buntes Treiben und die Sonne scheint bis kurz vor 22:00 Uhr. Für gutes Essen, bei all can eat haben wir die Flucht ergriffen, muss man schon tief in die Tasche greifen. Die Tische sind schön, mit weißen Tüchern für jeden Gast neu gedeckt , zur Begrüßung gibt es ein Glas Sekt, Grammelschmalz und Weißbrot und eine kalte Tomatensuppe als Präsent. Danach kommt was man bestellt, mit einem Getränk bei zwei Personen bezahlt man um die 65 Euro, es gibt aber auch für einen verwöhnten Gaumen nichts zu meckern. Nach dem Essen trifft man sich am Plaza Mayor und wird von hunderten Künstlern gegen einen freiwilligen Obolus unterhalten.
Auch diese Stadt muss mal verlassen werden, welches einem zweifach schwer fällt, erstens Abschied von schönen Erlebnissen fällt immer schwer, zweitens dauert es 70 km um den Häuserschluchten zu entfliehen. Drei Autobahnen führen in die gleiche Richtung und nur mit der Hilfe meiner Sozia finde ich die jeweils richtige Spur. Halleluja, wir sind wieder in der Pampa und kaum hat man die Stadt hinter sich, ist man allein auf der Straße nach Zaragoza. Von Guadalajara geht es entlang an mehreren Stauseen und einem Atommeiler durch La Alcarria, sehr steinig mit wenig Bewuchs, ergibt in Summe bei Sonnenschein eine „Affenhitze“ .
Auch diese Stadt muss mal verlassen werden, welches einem zweifach schwer fällt, erstens Abschied von schönen Erlebnissen fällt immer schwer, zweitens dauert es 70 km um den Häuserschluchten zu entfliehen. Drei Autobahnen führen in die gleiche Richtung und nur mit Dudas Unterstützung kann ich jeweils die richtige Spur finden. Halleluja, wir sind wieder in der Pampa und kaum hat man die Stadt hinter sich, ist man allein auf der Straße nach Zaragoza. Von Guadalajara geht es entlang an mehreren Stauseen und einem Atommeiler durch La Alcarria, sehr steinig mit wenig Bewuchs, ergibt in Summe bei Sonnenschein eine „Affenhitze“ .
Zum Glück können wir in die Berge flüchten und auf 1400 m weht ein kühles Lüftlein zwischen den dicht behangene Kirsch- und Pfirsichbäumen. Zaragoza ist die bisher schmutzigste Stadt, aber auch hier gibt es Schönes zu schauen und gewaltige alte Baudenkmäler. Weiter geht es nach Lleida, erst den Ebro entlang. Wie überall wo Wasser ist, ist es auch hier schön grün und dann säumen auf über hundert km Weizenfelder unseren Weg. Von Lleida in Richtung Pyräneen, wird es wieder hügelig und dann gebirgig. Grüne Buschlandschaften lassen es kühler erscheinen als es ist. In der Serra del Montsec überwinden wir mehrere Pässe so bis 1500 m um bei Salsona in immer dichteren Verkehr zu geraten. Da Sonntag ist scheint es als hätten mehrere Motorradclubs ihre Ausfahrten unserer angeschlossen. Schon 70 km vor Barcelona nur mehr Kolonnenverkehr. Vorbei am Montserrat, vergleichbar mit unserem Gosaukamm, erreichen wir die Vororte der Millionenmetropole mit dem entsprechend Smog und schlechter Sicht. Da wir müde und geschlaucht vom dichten Verkehr, sind wir es leid mühselig unser Hotel zu suchen und ersuchen der Einfachheit halber einen Taxilenker, uns den Weg zu weisen. Es geht auf und ab, in Unterführungen und auf Stadtautobahnen und am Hotel angelangt bezahlen wir 12 Euro. Auch in Madrid war ich schon ob des günstigen Tarifes der Taxis verblüfft.
Abgesehen vom unfreundlichen Personal im Hotel,würden wir immer wieder Barcelona besuchen, es ist mit Sicherheit die interessanteste Stadt auf unserem Trip. Gleich nach der Dusche und in leichter Kleidung geht es in die Straßen der Stadt. Zur Stierkampfarena, auf deren Dach man mit Hilfe eines Liftes für 2 € gelangt und von der aus man bis zum Hafen und über das Meer blickt. Unter einem, ein Kreisverkehr mit etwa 150m Durchmesser, unter dem Kreisverkehr eine 6 spurige Autobahn. Parkanlagen mit Springbrunnen und Terrassen, dahinter eine Kathedrale. An die fünf haben wir in Barcelona besichtigt und das sind sicherlich nicht alle. Die Sagrada Familia hinterlässt den größten Eindruck, obgleich sie fast gänzlich eingerüstet ist und man an die drei Stunden aufwenden muss um hinein zu gelangen.
So wie der Hafen mit dem Columbusdenkmal und –Museum, oder die Gärten des Botanicums. Interessant auch eine Hafenrundfahrt, oder eine Fahrt auf den Tibitabo mit Motorrad und Schrägseilbahn. Der Smog lässt leider keine tollen Bilder der Stadt zu. In einer Altstadtgasse zwei alte Herrn die spanische Gitarren spielen und schöner Lieder vortragen. Hier könnte man sicher Wochen verbringen und hätte nicht alles gesehen, vielfältig sind die Angebote und interessant wie die allabendlichen Gaukler, die hier ihr Zubrot verdienen.
Von Barcelona nach Andorra will ich unbedingt die Gegend besuchen, in der ich 1996 bei der Europameisterschaft im Orientierungsreiten zugegen war. Dazu müssen wir an der Küste entlang, nur ist dies nicht so einfach wie es scheint. Schon wieder befinden wir uns auf einer Autobahn und die Orte die für uns relevant sind , sind wieder einmal nicht angeführt. So heißt es raten und das bringt uns wiederum in Orte, die auf meiner Karte nicht verzeichnet sind, was uns aber auch auf durchaus topografisch interessantes Terrain bringt. Und wenn man die Nerven behält, ist irgendwann auch wieder ein Ortsname angeführt, der mit unserer vorher geplanten Route übereinstimmt.
Der Himmel verdunkelt sich neuerlich, als wir die Berge ansteuern. Auf einsamen Wegen, sehr einsamen treffen wir auf gut 80 km einen Holztransporter und vier Straßenbedienstete, die dabei sind das Gras am Straßenrand mit der Motorsense zu schneiden. Dieses verteilt sich dann über die Fahrbahn und einer; im offenen Kombi sitzend bläst es im Entlangfahren mit dem allseits und überall einsetzbaren Laubbläser zurück an das Bankett. Den Ort El Brull haben wir gefunden, das Hotel mit der Reitanlage aber nicht und Suchen war bei unserem Tagespensum nicht drin. In Vic gibt es wiederum die obligatorische Suche, nach der für uns richtigen Straße. Alle Hinweisschilder führen auf die Autobahn, dort fährt aber meiner einer ungern. Neues System: auf der Autobahn nach Westen „Grundrichtung“ und dann an der ersten Ausfahrt darauf hoffen, dass sie auf die gewünschte Landstraße führt. Funktioniert nicht immer aber immer öfter. So kurven wir durch Wälder und über Hügel und mitunter stimmt die Richtung, in die wir wollen. Nerven sind ganz, ganz wichtig und dazu bedarf es hin und wieder einer Rast mit Kaffe oder der hier üblichen, unwahrscheinlich guten Würste. Salami ähnlich, roh mit viel Paprika und Pfeffer. Wollte gerne eine mit nach Hause bringen. Zu erst war es noch zu Früh hätte wahrscheinlich die Tage am Mittelmeer nicht überlebt und danach gab es sie nicht mehr. So nähern wir uns wieder den Pyräneen und durch eine Unachtsamkeit fahren wir in einen Tunnel, statt davor abzubiegen, ich habe sofort gewusst dass ich dies nicht wollte, getraute mich aber auch nicht im Tunnel zu wenden. Und so fahren wir angewidert 12 km durch den Berg anstatt darüber.Als wir draußen sind, verlangt man auch noch 12 Euro für das kalte Loch. Auf Dudas Anraten wollen wir nun von der anderen Seite auf den Pass, aber dies geben wir wegen des hereinbrechenden Wetters nach den ersten Kehren und Kühen auf und konzentrierten uns auf das Tagesziel Les Escaldes Andorra. Das Hotel ist schnell gefunden und so kann man den frühen Abend noch für erste Erkundungsmärsche nützen. Hier heißt es, alles was wir an warmer Kleidung besitzen anziehen. Tageshöchsttemperatur 12 Grad. Das sind wir nicht gewohnt, am Morgen noch stöhnten wir unter der Hitze beim beladen des Motorrades.
In dem schmalen Tal umgeben von Dreitausendern reit sich im Ort Hotel an Geschäft und Bank und umgekehrt. Nach Wikipedia hatte Andorra in den 50ern 6.000 Einwohner und heute sind es 76.000. Alles lebt vom Handel und von den vielen Banken in diesem Steuerparadies. Der Kaufrausch hat dich schnell im Griff. Zu unserem Glück ist die Zuladekapazität eines Motorrades schnell erreicht und so beschränkt sich unser Kaufrausch auf Navi, Stiefel und Fotoapparat alles um ein Drittel bzw. die Hälfte von dem, was es in Österreich kosten würde. Einheimische, bei denen wir uns nach dem Wetter erkunden berichten, dass am Morgen blauer Himmel sei und entweder um viertel vor oder viertel nach 3 sie das tägliche Gewitter erwarten. Und wirklich so kommt es auch: zu Mittag noch 25 Grad, scheppert es um Drei, dass dir die Ohren dröhnen und die hohen Berge links und rechts wirken wie ein Verstärker. Als wir Les Escaldes um 7Uhr des Morgens in Richtung Frankreich verlassen, zeigt das Thermometer 4 Grad.
Über einen Pass 2400 m geht es nach Frankreich. Es gäbe auch einen Tunnel aber, wie gesagt, nicht meins. An der Grenze hier ist das Schigebiet Pyrenee`s mit 7 stöckigen Hotels und gleich hohen Parkgaragen, diese sind allerdings zur Hälfte im Berg versteckt. Es sieht nicht gerade preisgünstig aus, aber von den Anlagen her steht es Sestriere oder Val de Isere in nichts nach. Wäre es nicht so weit entfernt, einen Versuch könnte man wagen. Der nächste Pass ist gerade mal 1888m und dann kommen wir zu dem Pass, den wir vorgestern versäumt haben. Aber erst noch müssen wir frühstücken. Im Hotel gab es ja noch nichts, als wir aufbrachen, und da es separat gekostet hätte, haben wir auch nichts verloren. Nebenbei bemerkt war es eher „loab“ würde der meine sagen. In einem kleinen Ort halten wir vor einer Bäckerei und tatsächlich gibts hier auch Frühstück im Angebot. Barquet frisch aus dem Ofen mit Butter und Marmelade und einen Kaffee wie zu Hause, herrlich! Weniger herrlich ist, dass wir uns kaum 5 km gefahren, in die Regenhaut zwängen müssen es geht wieder einmal ein Schauer gerade auf unserer Strecke nieder.

Als wir so gedankenverloren im Dauerregen dahinfahren, nähert sich von hinten ein Polizeiauto mit Blaulicht. Ich halte am rechten Straßenrand und will gerade meinen Helm abnehmen, als der aussteigende Beamte an mir vorüber geht und an der anderen Straßenseite einen Ast von der Fahrbahn räumt ohne mich eines Blickes zu würdigen. Ich dachte schon, nun sei es so wie man die Polizei im südlichen Ländern gerne darstellt. Wir jedenfalls können uns nicht über Polizei weder in Spanien noch in Frankreich oder auch in Italien beschweren. Mit dem Wetter ist es wie vor drei Tagen, dies hält uns aber nicht davon ab, diesmal den Pass und nicht den Tunnel zu nehmen. Er lässt sich nicht leicht finden und die Schiorte an seinem Fuße scheinen alle verlassen zu sein. Niemand kann um Auskunft gebeten werden und das neu erworbene Navi will uns in den Tunnel schicken. So schnell gibt Hans aber nicht auf und so gelingt es uns nach viel hin und her zwischen leeren Hotels doch noch eine Straße zu finden, die nach oben führt. Es hat sich bezahlt gemacht, trotz des nebeligen Wetters. Die Almwiesen sind von einem einzigartigen Grün, wie ich es nur hier in den Pyräneen gesehen habe und die Kühe sind fast so weiß wie Schnee. Ein einziges Auto fährt in die gleiche Richtung und auf 65 km begegnet uns keines über den Col de la Creueta.
In Sant Joan de les Abadesses gibt es im Park, im Schatten einer Kirche ohne Dach, dem Verfall preisgegeben, eine vorzügliche Jause. Während meine Sozia sich nach dem passenden Örtchen umsieht, bin ich zum Einkauf in einem Obstladen, beim örtlichen Spar und beim Bäcker und so gibt es vom Paradeiser über Paprika, Salami, Käse und knusprigem Weißbrot alles was dein Herz begehrt und schmeckt um vieles besser als das ewig gleiche Pizza, Lasangne oder Entrecotte und kostet nebenbei bemerkt einen Bruchteil davon.
Über den Col Area den letzten Pass heute wenden wir uns bei Argeles sur Mer dem Meer zu. Entlang der Küste, herrliche Ausblicke aber um beinahe 30 Grad wärmer als bei der Abfahrt heute früh. Meine neu erworbenen Stiefel drücken so dermaßen auf meinen Halux, dass ich gezwungen bin, meine Zehen zu lüften, was wiederum den Vorteil verschafft, sich aus der Regenbekleidung zu schälen. Die spärlich bewachsenen Hänge zieren Löfflkakteen mit tausenden gelben Blüten. Und wir freuen uns auf ein paar Badetage in Roses am Mittelmeer span.
Abends schlendern wir in Richtung Zentrum. Künstler formen am Strand schöne Skulpturen aus Sand und erhoffen sich den einen oder anderen Obolus. Einkaufen ist bis 22 Uhr und die Straßenkaffees sind gut besucht. Dort und da spielt eine Band; es kommt keine Langeweile auf. In jedem Lokal sind mehrere Riesenfernseher, um die Fußballweltmeisterschaft sehen zu können und die Deutschen erfreuen sich stimmgewaltig an jedem erfolgreichen Spielzug. Drei Ducatis fallen mir auf, mit schwarzwälder Kennzeichen und die dazugehörigen Fahrer, die das Spiel mit der notwendigen Leidenschaft verfolgen. Sie machen aber große Augen, als ich sie anspreche: „Gehören die Duc`s euch?“ was bejaht wird, „Dann ward ihr vor zwei Tagen in Andorra!“ worauf verwundert mit einem Nicken geantwortet wird. Wir lassen die Fußballfans rätselnd zurück und ziehen lachend weiter.
Entlang der Küste fahren wir nach Portbou. Wenige Häuser, aber ein riesiger Bahnhof. War einmal der Zollbahnhof auf spanischer Seite, das Pendant ist hinter dem Tunnel auf französischem Terrain. Wir aber fahren über einen kleinen aber feinen Pass, den man durch einen Tunnel umgehen könnte. Die Straße ist gesäumt mit unzähligen blühenden Kakteen und einem Blick auf das schöne blaue Meer. Da Sonntag ist, an dem unsere Rückreise beginnt, ist auch entsprechend Verkehr, zumindest auf französischer Seite. Und wir gehen wieder einmal unter. Das neu erworbene Navi, mit dem ich noch so manche Missverständnisse zu klären habe, schickt uns in einen Kirchtag, dem wir ausweichen und damit kommen wir wieder einmal auf eine Autobahn; wo wir nicht hin wollten. Nach fünf km ermöglicht uns eine Abfahrt die Flucht von dieser, die wiederum führt jedoch auf eine Baustelle und von dieser flüchten wir in die Unendlichkeit der Camarc ähnlichen Sümpfe.
In dichtem Nebel geht es nach Canet Plage jetzt haben wir genug von der Pampa und flüchten auf die Autobahn in Richtung Monpellier. Mit 130 geht es km um km nordwärts. Auf einmal überholt uns ein Pickup mit einem Hänger und auf diesem Hänger befinden sich die drei Ducatis, die wir schon in Andorra und in Roses gesehen haben. So macht man Motorradreisen auf Schwarzwälder -Art. Auch mit der Maut haben wir wieder einmal unsere liebe Not. Für das Stück Perpingnan – Montpellier werfen wir die geforderten 16 Euro in den Behälter worauf sich die Schranke öffnete, wir aber kein neues Ticket bekommen, was bei der nächsten Zahlstelle Probleme bereitet. Diese kann man auch nicht beheben, weil Automaten nicht verhandeln. Aber Motorräder sind nicht so unbeweglich wie Autos, und so drängt man sich am geschlossenen Schranken vorbei und weg. Durch diese Aufregung ist wieder einmal das Tanken in den Hintergrund gelangt und nun sind wir schon 60 km auf Reserve unterwegs und weit und breit kein Ort und auch keine Zapfsäule. Dies sind so die größten Aufregungen auf unserer Reise, gehts noch oder kommen wir zum Stehen. Es bleibt bei geht noch und mit vollem Tank geht es durch die schönste Allee die ich jemals befahren, liegt wahrscheinlich auch an der Sonneneinstrahlung am späten Nachmittag. Da sind wir wieder in Frankreich und streben auf Italien zu, dass ist aber eine andere Geschichte.

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Eingetragen am: 05.03.2016
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