Peru auf den Spuren der Inkas

Touren-Länge:
3'300 km
Touren-Dauer:
60 Std.
Art der Tour:
Strecke
Terrain:
On-/Offroad

Beschreibung der Tour

Region: Unbekannt
Die Gruppe: 14 Leute unterwegs mit dem Motorrad auf den Spuren der Inkas in Peru.



Eine spannende Abenteuerreise von Lima aus der Küste entlang ins Andenhochland, vom Titicacasee zu der Inka Hauptstadt Cusco. 3300 km und über Höhen von über 4600 m.ü. Meer.



1. Tag - Ankunft der Teilnehmer
Bruno von Arx, Tourguide: Es freut mich sehr, dass alle Teilnehmer gut in Lima auf dem Flughafen Jorge Chavez angekommen sind. Ein spannender Moment ist bestimmt immer wieder, dass alle das Gepäck erhalten. Die Teilnehmer freuen sich schon mal über die sommerlichen Temperaturen in Lima. Der lange und sehr kalte Winter in Europa hat bestimmt dazu beigetragen.

Die lange Reise macht schon etwas müde, Franz hat nach dem Essen schon mal ab und zu seine Augen geschlossen. Für einige wurde es halt dann schon Zeit, nach 24 Stunden auf den Beinen haut es eben auch die Stärksten ins Bett. Ein harter Kern gibt aber noch nicht auf, wir warten ja schliesslich noch auf Hannes und Daniel. Beide sind unterwegs aus den USA und treffen erst um 01.30 Uhr ein. Wir warten in der Pizzastrasse im Old Pub auf sie, Beat und Oliver sind schon müde von der langen Reise, nichts desto trotz trinken wir noch einige Pisco Sauer. Die Freude ist gross als Hannes und Daniel zu uns stossen, ein Bierchen noch für die Beiden. Dann wird es aber auch für uns Zeit, ist es mittlerweile doch auch schon 02.30 geworden.

Franz aus der Schweiz, Claudia aus der Schweiz Karl (Charly) aus der Schweiz, Susanne aus der Schweiz, Daniel aus der Schweiz / USA Adelheid aus der Schweiz Michael aus Deutschland, Ingrid aus Deutschland Beat aus der Schweiz Friedhelm aus Deutschland, Oliver aus der Schweiz,Hannes aus Deutschland, Bruno Tourführung aus Schweiz/Peru, Luis Fahrer Begleitfahrzeug aus Peru.



2. Tag - Stadtbesichtigung von Lima
Claudia und Charly: Unser erster Tag beginnt mit einem grossartigen Frühstück bestehend aus einem riiiiiiiiiiiiiiesigen frischen Fruchtsalat, Toast mit Ei, Schinken und Käse. Danach treffen wir uns vor dem Hotel Las Palmas wo wir mit zwei Bussen Richtung San Christobal wegfahren. Lima ist enorm gross und erstreckt sich bis zum Horizont. Anschliessend fahren wir in das Altstadtquartier zum Plaza Major wo unter anderem auch der Präsidentenpalast steht. Dort wurden wir gebührend von der einheimischen Blasmusik empfangen (welch Zufall hihihi). Danach gings zum Kloster San Francisco und seinen Katakomben mit den Knochen von 25‘000 Toten. Zur Stärkung gings in ein nahgelegenes Restaurant auf ein Sandwich und ein Bier. Nach einem kurzen Abstecher zum Meer fuhren wir zum Hotel zurück wo dann das Briefing sich „osennig“ hinzog. Wir haben nämlich schon lange wieder Hunger.



3. Tag - Von Lima nach Nasca 450 km auf der Panamericana
Claudia, Oliver, Dani: Wir können es kaum erwarten, auf die Motorräder zu steigen. Nach einem üppigen Frühstück verteilt Bruno die Schlüssel für die Motorräder und Luchio belädt den Jeep mit unserem Gepäck. Nun kann es endlich losgehen. Bruno lotst die 8 Bikes händeringend und hupend durch das dichtbefahrene Lima. Alle Fahrer gewöhnen sich erstaunlich schnell an die handlichen Maschinen. Es geht vorbei an Spargelplantagen, Baumwollfelder und Weinanbaugebiete. Wir sind überrascht, dass in dieser kargen Landschaft so viele Agrarprodukte angebaut werden können. Auch sehen wir Hunde in allen Formaten zu. An zwei Beinen hängend, am Strassenrand, abgemagert und auch plattgefahren.Die Strecke führt uns entlang der Panamerika mit fantastischen Ausblicken auf den Pazifik, ins Wüstengebiet und in der Ferne sieht man das Hochland.

Nach dreistündiger Fahrt erreichen wir die wunderschöne Oase Huacachina. Zu Mittag gibt es für alle Fisch und ausnahmsweise kein Bier oder sonstige alkoholische Getränke. Während des Essens herrscht erstaunliche Ruhe, demnach schmeckt es allen bestens. Nach der Mittagspause geht es weiter durch wunderschöne Wüstengebiete und Ausläufern der Anden. Zu schaffen macht uns der starke Seitenwind, jedoch ist es eine willkommene Abkühlung bei den herrschenden 35° Celsius in der Wüste.Gegen 17.00 Uhr erreichen wir Nasca, beziehen sofort die Zimmer und gönnen uns eine Abkühlung im Pool. Alle freuen sich bereits auf das Nachtessen. Nach dem Essen werden wir uns bestimmt einige Pisco sauer genehmigen und das Nachtleben von Nasca kennenlernen.



4. Tag - Flug über die Linien von Nasca
Claudia: Heute Morgen steht ein Flug über die Nasca-Linien bevor. Einige Teilnehmer sehen dem Unterfangen mit bangen Gefühlen entgegen, sind wir doch nicht alle schüttelfest. Um 9.00 werden wir von Bussen abgeholt und nach kurzer Fahrt erreichen wir den kleinen, lokalen Flugplatz. Mehrere Kleinflugzeuge stehen am Rande der Piste bereit. Die Teilnehmer werden in kleine Gruppen von 5 Personen eingeteilt. Das Abenteuer an und für sich ist toll aber die Schüttlerei scheint kein Ende zu nehmen. Auch macht uns die Hitze sehr zu schaffen. Für einige, zum Beispiel Heidi war das zu viel des Guten, der Sack lag bereit………..

Die Zeichnungen sind faszinierend jedoch nicht sehr gut erkennbar auf den ersten Blick. Die Piloten weisen jedoch mit den Flügelspitzen auf die einzelnen Zeichnungen hin. Nach ca. 30 Minuten endet die schüttlerei. Wir werden wiederum von einer Begleitung abgeholt. Anschliessend geht’s zu einer Shoppingtour durch Nasca. Am späteren Nachmittag steht noch ein Fahrtraining an, was wegen der Hitze auf später verschoben wird. Wir geniessen einige Stunden am Pool mit lesen und „bädele“.von ………………..

Michael und Ingrid: Wer traut sich? Wer kommt mit? Sollen Ehepaare lieber getrennt reisen? Wird mir schlecht werden? Diese und ähnliche Fragen wurden am Morgen des heutigen Tages beim Frühstück gestellt. Nachdem bekannt wurde, dass der letzte Absturz erst in der vergangenen Woche passiert ist (7 Tote!), haben sich einige doch mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch in das Taxi zum Nasca International Airport gesetzt. Am Ende war aber die Aussicht auf spektakuläre Bilder doch stärker und es sind bis auf eine Person, die den Rundflug schon vor ein paar Jahren gemacht hat, alle mitgeflogen. Es war ja auch interessant, aus der Luft Affen, Kolibris und sogar Astronauten zu sehen, die da schon seit hunderten von Jahren als Scharrbilder im Wüstenboden auf Hunderttausende von Touristen warten. Der Sinn und der Anlass für die Erdzeichen sind bis heute ein Rätsel, aber die Formen faszinieren durch ihre Einfachheit und ihre künstlerische Perfektion. Aber noch viel spektakulärer waren die Ausblicke auf die umgebende Natur. Wilde, schroffe, ungastliche Wüstengebirge, 2.800 Meter hohe Sanddünen und endlose Steinebenen wurden dort, wo ein trockenes Flussbett gelegentlichen Wassersegen anzeigte, von grünen fruchtbaren Bändern durchzogen. Alles in allem ein schönes Erlebnis mit kleine Flugzeugen, gelenkt von Buschpiloten, in denen das Fliegen noch sehr direkt erlebt wird.

Zurück mit etwas weichen Knien bot sich ein Stadtbummel an (es mussten schliesslich noch für Franz mit vereinten Kräften Flip-Flops angeschafft werden). Internetcafe reihte sich an Internetcafe, die Hitze hielt niemanden davon ab, mit dem Auto in die Stadt zu fahren und die Minitaxis machen hupend auf sich aufmerksam. Es ist laut, es ist staubig, es ist heiss - und doch macht es Spass zu beobachten, wie das Leben hier so funktioniert. Die Schuster und Schneider arbeiten quasi auf der Strasse, die Friseure warten im Hinterhof auf Kundschaft und die Schulkinder in ihren hübschen Uniformen ziehen rückenschonend ein kleines Köfferchen mit den Schulsachen hinter sich her. Unser Fazit: Nasca ist eine nette, quirlige Kleinstadt!



5. Tag - Nasca-Puerto Inka 180 km
Michael: Zum „geschtrige Abig“: den Teilnehmern mit einem Pass der Bundesrepublik Deutschland wurden von den Schweizer Teilnehmer aussergewöhnliche Einblicke in die sonst eher geschlossene Gesellschaft der Eidgenossen gewährt: es wurde glaubhaft versichert, dass es eine wachsende Anzahl von Wanderern gibt, die splitterfasernackt importierte Lamas über den Katzenstreckerpass führen und dafür auch noch gutes Geld bezahlen……

Es kann aber auch sein, dass der Autor aufgrund von unbekannten Mengen Pisco Sour und ungeniessbarem Cuba Libre einiges durcheinander gebracht hat!Der Mittwoch begann entspannt mit einem Frühstück um neun und Aufladen um zehn. Gegen elf ging es dann langsam zur Tankstelle. Aber das war alles nur die Ruhe vor dem Sturm - vor dem Sandsturm. Gleich hinter Nasca wurde es sehr sehr einsam, die Strasse gehörte uns und einigen Lastwagen. Endlos scheinende Wüste fing uns ein, gleichzeitig abschreckend und schön. Pro Kilometer fanden sich mindesten zwei peruanische Marterl. Das sind meist aus Beton gefertigte hundehüttenartige Gedenksteine für genau an dieser Stelle verstorbene Menschen; manchmal müssen auch ein kleiner Reifenstapel und ein Holzkreuz die Erinnerung an einen lieben Menschen aufrecht erhalten.Schon bald begann der Wind stärker zu werden, zerrte am Helm und zwang uns in Schräglage, obwohl es nur geradeaus ging. Die Reifen haben sich bestimmt einseitig abgenutzt! Aber das gleicht sich ja bei der Rückfahrt in zwei Wochen wieder aus…Und dann kam der Sand! Verwehungen wie im Winter, die Sandkörner fanden irgendwie einen Weg hinter das Visier und tanzten im Fahrtwind vor unseren Augen. Denen trauten wir kaum, als plötzlich eine Planierraupe auftauchte, die einen fast vergeblichen Kampf gegen den Sand auf der Panamericana kämpfte. Da wurde uns dann doch langsam mulmig. Die Orte auf dem Weg lagen so richtig „in the middle of nowhere“, wir konnten uns nicht vorstellen, wer hier freiwillig aus welchem Grund in den windschiefen Hütten wohnt.Hinter der nächsten Kurve erwartete uns dann ein riesiger Olivenhain, eine Erholung für die Augen und auch für die Fahrer. An den Ständen an der Strasse kann man die verschiedensten Olivenarten probieren und erwerben. Seit unserem Besuch heute gibt es dort eine neue Spezialität: eingelegte Motorradhandschuhe a la Charly: eine kleine Unachtsamkeit, ein Windstoss und schon waren seine Handschuhe in einer grossen Tonne gelandet, in der Oliven eingelegt waren….

Zum Ausgleich für die strapazierende Fahrt, die wieder mal Training für unsere Halsmuskulatur war, erwartete uns an einer Bucht eine kleine Oase, das Bungalowhotel Puerto de Incas. Die Koffer wurden von hilfreichen Händen flugs auf die Zimmer gebracht, die Schuhe von Susi neu verleimt und wir alle konnten am Strand mit kräftiger Brandung Aussicht und ein wirklich feines Essen geniessen.Aber wie immer bei den Touren von Bruno: das dicke Ende kommt noch: die boshafte Seite seines sonst sehr ausgeglichenen und fröhlichen Charakters konnten wir bei einem Geschicklichkeitsparcour kennenlernen. Wieder und wieder verringerte er die Abstände der Pylonen beim Slalom und freute sich über jeden abgewürgten Motor oder abgestellten Fuss. Beim abschliessenden Schneckenrennen hat er uns dann gezeigt, wer der Meister ist.

Somit ist alles weiter im Lot und wir freuen uns auf die nächsten „Gemeinheiten“ von ihm….



6. Tag - Puerto Inka nach Arequipa 420 km
Michael: Ein friedlicher Morgen begrüßt uns in der Bucht von Puerto Inka mit sanftem Meeresrauschen. Die "Wächter des Paradises" (so nennen sich die Ober auf ihren sonnengelben Shirts) servieren uns auf der Terrasse über dem Strand in perfekter Haltung Nescafe und Fruchtsalat. Hier könnten wir es noch eine Weile aushalten...., auch weil uns der grüne Papagei am Eingang jedesmal beim Vorbeigehen mit seinem fröhlichen Lachen und Glucksen begrüsst. Aber wir sind ja nicht zum Vergnügen da! Ein hartes Stück Arbeit liegt vor uns, die rund 400 km nach Arequipa.

Es ist eine Arbeit, die sich lohnt: wir er "fahren" einen weitgehend unberührten Küstenabschnitt, an dem für tausende von Kilometern Wüste und Meer zusammentreffen. Dabei wird uns nicht langweilig, Sanddünen und schroffe, spitze Felsen wechseln sich ab, lange breite einsame Sandstrände locken zum Spaziergang, gelegentlich taucht ein Straßendorf mit Tankstelle und Kiosken auf. Darum herum gruppieren sich dann weitere Häuschen, deren Bewohner erkennbar über nicht viel Einkommen verfügen. Wir fragen uns sowieso, wovon die Leute eigentlich leben. Das ist bei den Fischerdörfern klarer. Wobei wir unsere romantische Vorstellung von Fischerdorf mit einer netten Bucht, kleinen Restaurants am Hafen und bunten Booten im Wasser hier über Bord werfen müssen. Ein Fischerdorf sind hier vielleicht zwanzig armselige Behausungen, jeweils ein Holzgestell mit Planen irgendwo im Sand errichtet. Sie bieten nicht viel mehr Schutz als ein Zelt. Und der starke Wind zerrt unablässig daran.

Ein karges Leben im noch wilden Westen Amerikas. Apropos Wilder Westen: es funktioniert hier noch wie früher. Wer ein Stück Land, oder besser Wüste, in Besitz nehmen möchte, steckt mit Steinen seinen Claim ab und errichtet schon mal ein paar Mauern. Dann heisst es fünf Jahre warten. Und wenn niemand sonst oder der Staat Anspruch auf den Grund erhebt, ist man Grundbesitzer und Häuslebauer auf peruanisch. Solche Rusticos begegnen uns immer wieder auf der Strecke, die ansonsten von Reifenfetzen und den kleinen Gedenkstätten (wie heissen die nochmal auf bayrisch?) gesäumt ist. Hinzu kommt nur noch eine Menge Plastikmüll als Zeichen eines fragwürdigen kleinen Wohlstandes.

Wir verlassen die Küste und fahren ins Landesinnere Richtung Hochland. Auch hier Wüstenlandschaften der unterschiedlichsten Art. Manchmal meint man im Hochgebirge zu sein, wo es in der Nacht ganz leicht geschneit hat. Aber was wie Schnee aussieht ist grauer heller Sand zwischen den Steinen. Wir kommen in ein grünes Hochplateau, das primär der Milchproduktion dient. Links und rechts der Straße grasen Holsteiner Kühe (wie die wohl hierher gekommen sind?) zwischen Kakteenplantagen der Kosmetikindustrie. Bruno lädt uns an einem Stand auf eine Runde Trinkjoghurt ein (Danke Bruno!), der richtig gut schmeckt. Die Pause war auch notwendig, weil sowohl Fahrern als auch Beifahrern fallen manchmal schon die Augen zu. Frisch gestärkt machen wir uns an die letzten hundert Kilometer. Die sind nochmal anstrengend, weil der Verkehr genauso zunimmt wie die Zahl und die Größe der Reklametafeln. Wir nähern uns offensichtlich Arequipa. Das liegt aber doch auf über 2000 Metern Meereshöhe. Wann sind wir eigentlich hochgefahren? Wir haben von dem allmählichen Anstieg nichts gemerkt und sind doch plötzlich am Ortsschild angekommen. Echt seltsam! Bruno führt uns auf Schleichwegen und über eine schmale Brücke, die Gustave Eiffel in der für ihn typischen Art konstruiert hat, sicher durch diese belebte Stadt zu einem abgesperrten Garten, in dem wir die Mopeds sicher abstellen können. Zum Hotel sind es nur ein paar Schritte, auf denen wieder Blut in die eingeschlafenen Beine kommt. Auch das lahme Kreuz kann sich wieder erholen. Das Hotel empfängt uns mit einer gewagten Treppenkonstruktion (ob die wohl erdbebensicher ist?) und einfachen, aber sauberen Zimmern. Nach einer Dusche und einem kleinen Nickerchen machen wir uns mit vier Taxen auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Schnell wird klar, warum uns Bruno auf Nebenwegen in die Stadt geführt hat: der Verkehr scheint ohne jede Regeln nach dem Gesetz des Stärkeren, Schnelleren, Mutigeren abzulaufen. Eben Wilder Westen, auch hier. Im Gegensatz dazu das Restaurant Zig Zag. Ruckzuck erhielten wir hier künsterlisch präsentierte kleine Häppchen, bevor die Alpakasteaks zischend und duftend auf einem heissen Stein serviert wurden. Aufmerksamer Service und ein guter Wein rundeten den schönen Abend ab.

Die Heimfahrt durch die langsam sich leerende Stadt mit ihren mächtigen weissen Fassaden weckte die Vorfreude auf die morgige Stadtbesichtigung.



7. Tag - Arequipa zur freien Verfügung
Michael: Kontraste.Peru und damit auch Arequipa ist voll von Kontrasten. Nicht nur die Landschaft wechselt von einem Moment zum anderen komplett ihr Aussehen, von braun zu gruen, von blau zu braun, von Stein zu Sand.Uns ging es heute bei der Stadtbesichtigung ähnlich: Ruhe, Harmonie und Ausgeglichenheit im Kloster Santa Catalina, Hektik, Lärm und Gestank im und rund um den Markt.Aber der Reihe nach. Zuerst empfingen uns Natalia mit ihrer Freundlichkeit und rote Klostermauern. Natalia ist eine BWL-Studentin, die sich ihr Studium durch Führungen im Kloster finanziert. Sie hat uns kompetent, geduldig und mit einem bezaubernden Lächeln durch die Räumlichkeiten geführt. Dabei hat sie uns nicht mit Jahreszahlen voll gepumpt, sondern versucht, uns das Leben im Kloster, seine Besonderheiten aber auch seine Anehmlichkeiten zu schildern. Wer als Tochter reicher Eltern das Pech hatte, nur eine aeltere Schwester und sonst nur juengere Schwestern zu haben, der musste ins Kloster. Die Mitgift war üppig, durfte aber nicht für private Zwecke benutzt werden. Einmal im Monat durfte man für eine Stunde durch ein Gitter mit der Aussenwelt Kontakt aufnehmen - natürlich unter strenger Aufsicht. Und einmal die Woche war Beichten angesagt. Was haben diese Frauen wohl zu beichten gehabt? Wir verliessen diese Oase der Besinnung mit vielen neuen Eindrücken und auch ein wenig nachdenklich.

Ganz anders der Markt: schon die Strassen dorthin waren voll lauter Musik aus jedem Laden, voll hupender Autos und hektischer Menschen. Ein Polizist gab uns Verhaltenstipps, die uns nicht unbedingt beruhigt haben: Rucksäcke vorne tragen, Kameras wegpacken, Geld sicher verwahren. Die Markthalle selbst hat riesige Dimensionen und ist bis unters Dach vollgestopft mit allem, was man so täglich braucht. Die Fischverkäuferinnen schnipselten schon die Reste klein, wir waren spät dran, manche Stände waren schon geschlossen. Die Obststände haben auf rund fünf Metern Höhe alle erdenkbaren Früchte in Reih und Glied ausgestellt, jeder Apfel sorgfältig poliert. Hühner und Gänse werden vor Ort gerupft und dann an den Beinen in die Auslage gehängt. Wenn sie noch leben würden, fiele ihr Blick auf Truhen mit traurig dreinblickenden Schweinsköpfen. Hier findet man Lebensmittel noch in ihrer urspruenglichen Form, nicht abgepackt und tiefgefroren wie bei uns im Supermarkt.

Was wohl die Lebensmittelaufsicht in der Schweiz oder Deutschland zu manchem Stand sagen wuerde?Wir ziehen wieder weiter, es gibt ja noch ganz viel Kirchen anzusehen…



8. Tag - Arequipa-Puno Titicacasee 320 km
Michael: Ein klarer frischer Tag. Durch auswuchernde Vorstädte in der Art, wie wir sie nun schon kennen, verlassen wir Arequipa. Bruno hat uns nochmal eindringlich vor den Hündchen mit Bewachungsauftrag gewarnt. Die halten uns für zu attackierende Ziele zur Verteidigung ihrer -manchmal nur imaginären - Herde. Sie sind nicht die einzigen Tiere, die uns begegnen. Schon bald sind wir deutlich höher, es wird grüner, es gibt Landwirtschaft. Wir sehen die ersten Lamas und die allerliebsten Vikunjas. Daneben Kühe, Ziegen, Schafe und Esel („zum Heimnehmen“). Wir machen öfter Pause, z.B. zum Einkaufen in einem der typischen Strassendörfer, die Höhe schlägt auf die Konzentration.

Dann kommt es zum Höhepunkt des Tages: eine Modenschau der Regenkombis! Ein Hagelschauer und etwas Regen bringen es an den Tag, dass einige bei Louis eingekauft haben.Wenn man so dahinfährt, kommen einem allerlei Gedanken in den Kopf. Wie wäre es, wenn man diese Tour alleine unternehmen würde? Vermutlich ein unmögliches Unterfangen. Die Erfahrung von Bruno und das gute Gefühl, das Begleitfahrzeug mit dem stets hilfsbereiten Lucho hinter sich zu wissen, lässt einen entspannt durch die Landschaft mit ihren vielen Kurven wedeln. Wichtig ist aber auch der Zusammenhalt in der Gruppe. Die hat seit dem ersten Abendessen in Lima eine sehr gute Entwicklung genommen. Jeder kann sich auf jeden verlassen, alle bringen sich ein, jeder hält sich an die Vorgaben, z.B. die Abfahrtszeiten. Es herrscht eine ausgesprochen fröhliche und freundschaftliche Atmosphäre, der Umgang miteinander ist sehr herzlich. Da dies nicht selbstverständlich ist, soll es an dieser Stelle ausdrücklich Erwähnung finden.

Aber weiter nach Puno. Die kleine Stadt empfängt uns mit einem schönen Ausblick auf See, den Ort und die sie umgebenden grünen Hügel. Und einige von uns mit Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Coca Mate....Charli und Dani:Fürs Nachtessen überrascht uns Bruno mit einer speziellen Reservation bei einem traditionellen Lokal (Las Terracas). Auf dem Menu gibt es sehr verschiedene Auswahlen, jedoch haben sich viele schon für die Spezialität des Landes entschieden: Meerschweinchen!Während dem Essen wurden wir mit verschiedenen einheimischen Tänzen und Musik unterhalten, ein nicht nur musikalisches sondern auch ein sehr farbenfrohes Erlebnis.Nur 2 der Gruppe konnten noch Platz finden für einen feinen Dessert!Claudia:Einige nimmermüde zog es noch in eine nahegelegene Bar, „KamiKaraze“ auf einen späten Pisco! Bruno und Oli zogen dann noch weiter, weitere Informationen fehlen…



9. Tag - Uros Inseln auf dem Titicacasee Grabtürme von Sillustani
Michael: Das erste Ereignis des Tages war eine Demonstration anlässlich des Weltfrauentages. Es war den kleinen dunkelhäutigen Frauen offensichtlich ein großes Anliegen, auf die Rolle und ihre Bedeutung in der Gesellschaft hinzuweisen. Gleich im Anschluss kam die Militärparade auf der Plaza Mayor vor dem Dom. Andächtig wurde die Fahne über den Platz getragen und unter Marschmusik gehisst. Bunte, knatternde Mopedtaxis bringen uns später zum Hafen, dort entern wir einen kleinen Dampfer.

Wir fahren zu einer der schwimmenden Schilfinseln, auf der 6 Familien leben. Der Präsident der Insel persönlich begrüßt uns und erklärt kurz, wie die Inseln gebaut werden. Später lässt er es sich nicht nehmen, uns zum Kiosk auf der Nachbarinsel zu rudern. Vorher zeigt er uns noch sein Haus und das auf der Insel erzeugte Kunsthandwerk. Die Stimmung ist freundlich und einladend, trotzdem fühlt man sich als Eindringling in eine fremde Welt. Es ist sehr interessant zu sehen, wie das Leben auf so ganz einfache Weise funktionieren kann, aber ob der Tourismus hier ein echter Segen ist, blieb in unseren Diskussionen offen. Am Nachmittag werfen wir wieder unsere Bikes an, um einen Ausflug zum Aymayo--See mit seinen Grabtürmen zu unternehmen. Keiner konnte sich so recht vorstellen, was uns erwartet. Schon die Anfahrt war traumhaft, eine grüne, weite Hochebene nahm uns in ihren Bann. Hier scheint die Welt - im Gegensatz zu den Städten - noch in Ordnung zu sein. Die Bauern in traditioneller Kleidung bleiben den ganzen Tag bei ihrem Vieh auf dem Feld, am Abend treiben sie es in ihre kleinen Vierseithöfe zurück. Die Lamas vor den Höfen blicken uns leicht hochnäsig und distinguiert nach. Am Ende der Strasse kommen wir an einen kleinen Parkplatz. Ein kurzer Anstieg und es öffnet sich der Blick auf einen See und eine schottisch anmutende Landschaft. Die gesamte Anlage kann von ihrer Magie ohne weiteres mit Orten wie z.B. Stonehenge mithalten. Hier möchte man gern beerdigt sein.... Aber einige Stammesfürsten waren schneller und haben sich dort diese Grabtürme noch vor den Inkas errichten lassen.

Auf der Rückfahrt haben wir dann noch feststellen müssen, dass über die Strasse laufende Schweine mindestens so gefährlich sein können wie Hündchen. Zum Glück ist nichts passiert und der Tag klingt gemütlich aus.



10. Tag - Puno-Cusco 390 km
Michael: Eine halbe Stunde nach der Abfahrt saugt uns die wilde, lärmende, staubige Stadt Juliaca ein, würgt uns durch ihr Zentrum und spuckt uns am anderen Ende wieder aus. Wir sind froh, diesen Vorraum zum Fegefeuer hinter uns zu haben. Vor uns liegt eine herrliche Strecke, die Landschaft wechselt ständig ihr Gesicht. Viel Landwirtschaft wird betrieben mit grossen Rinderherden und die Felder sind weit hinauf angelegt, entweder in Terrassenform oder als sehr die steilen Hänge.

Den Teilnehmern, die aus dem Alpenraum kommen, ist die Szenerie vertraut, man könnte manchmal meinen, man wäre zuhause. Allerdings passen weder die Lamas noch die einfachen, mit Wellblech gedeckten Häuschen dazu. Alle sind von dieser Landschaft begeistert. Und manch einer betätigt sich bereits als Landwirt hier; Beat fing mit Todesmut in 4400 Metern ein entlaufenes Alpaka wieder ein. Etwa 50 km vor Cusco stossen wir auf die ersten Anzeichen der überschwemmungen und Erdrutsche der letzten Wochen. Schon länger fahren wir an einem Fluss entlang, der erkennbar noch vor kurzem Hochwasser geführt hat. Jetzt aber kommen wir in einen Ort, wo der Fluss viele Häuser weggespült oder zum Einsturz gebracht hat. Die Bewohner wurden in sehr windige Notunterkünfte evakuiert. Wie lange sie dort wohl warten müssen? Warten scheint überhaupt die Hauptbeschäftigung der Peruaner zu sein. Immer steht, sitzt oder liegt jemand am Strassenrand und wartet. Worauf? Auf den Bus, auf ein Familienmitglied, auf den morgigen Tag, auf bessere Zeiten? Wir wissen es nicht! mañana.....

Recht bald nach dem letzten Stopp erreichen wir den Ortsrand von Cusco. Oder besser die Hölle von Cusco. Schlagloch an Schlagloch, Sand, schmieriger Lehmboden, Staub in der Luft und ein absolut chaotischer Verkehr verlangen von den Fahrer äusserste Konzentration. Und die Beifahrer helfen mit, sie warnen vor besonders tiefen Löchern und gut versteckten Ampeln. Kopfsteinpflaster und enge hügelige Gassen sind weitere Herausforderungen. Entschädigt für diesen Stress werden wir an der Plaza de Armas, auf den ersten kurzen Blick ist das ein sehr schönes Wohnzimmer der Stadt. Und nach einem Coca Tee in unserem Hotel sind wir wieder ganz versöhnt.



11. Tag - Ausflug ins heilige Tal
Michael: Der Weg führt zunächst durch die Hügel von Cusco, fast überall sind deutliche Spuren der massiven Regenfälle und Erdrutsche zu sehen. Die Strassen sind noch mit getrocknetem Schlamm bedeckt, viele Schlaglöcher haben sich aufgetan, an manchen Stellen ist die Strasse gänzlich weggerutscht. Aber die Strassen sind bereits in Reparatur, dafür sorgen die Behörden. Schlimmer ist die Situation für die Bewohner der Häuser. Nicht wenige sind komplett den Hang hinuntergespült, die Existenz ist zerstört. Andere versuchen die Mauern so zu stützen, dass das Haus nicht endgültig einstürzt. überall sind Kunststoffplanen zu sehen, mit denen versucht wurde, das Durchweichen des Erdreiches oder der Mauern zu verhindern. Man kann nur ahnen, was diese Menschen in den Zeiten des wochenlangen Regens durchgemacht haben und was sie jetzt an Kraftanstrengung für den Wiederaufbau brauchen. Unser erstes Ziel sind die Salinenanlagen von Maras. Schon die Inkas haben hier in der Sonne Perus Salz durch Verdunsten von Wasser gewonnen. Die Anlage ist noch heute in Betrieb und beeindruckt durch ihre Grösse und ihre Lage in einem engen Talkessel, der nur über eine staubtrockene Schotterpiste erreicht werden kann. Natürlich machen wir es den Starköchen in aller Welt nach und nehmen ein paar Tütchen Salz mit.

Weiter nach Moray. Das ist das eigenartigste Labor der Welt. In einer amphitheaterähnlichen Anlage riesigen Ausmasses wurden verschiedene Klimazonen simuliert und die Bedingungen für den Anbau verschiedener Feldfrüchte erprobt. Angesichts der hohen Temperaturen und unserer schweren Motorradkluft haben wir auf ein Durchsteigen der Anlage verzichtet und statt dessen das Echo mit alpenländischen Jodlern getestet.Wir kommen in das Tal des Urubamba. Das ist jener Fluss, der auch die Bahnlinie zum Machu Picchu so geschädigt hat, so dass wir dieses Hauptdenkmal der Inkas nicht besuchen können. Aber auch hier auf der Strecke nach Pisac kann man sehen, wie sehr er über seine Ufer getreten ist und alles mit Schlamm bedeckt hat, was er nicht mitgenommen hat. Wir steuern ein Lokal an, nach längerer Suche stellt sich heraus, dass es der Fluss zerstört hat, wir fahren in das Ersatzquartier des Lokales. Dort werden wir freudige und sehr zuvorkommend empfangen. Wir sind die einzigen Gäste, den wegen der Sperrung der Brücke und der gesamten Situation verirrt sich kaum noch jemand hierher. Das Wort Brücke sollte noch eine besondere Bedeutung für uns bekommen. Wir mussten nämlich überlegen, ob wir den ganzen Weg wieder zurückfahren wollten oder ob wir eine Fussgängerbrücke zum überqueren des Flusses nutzen, was uns über 100 km Strecke ersparen würde. Nach kurzer Beratung entschieden wir uns für die Brücke. Die Szenerie ist fast unvorstellbar. Auf beiden Seiten wurde ein provisorischer Bus- und Taxibahnhof eingerichtet, das totale Chaos von Bussen, Fussgängern, Mopeds und Autos. Dazwischen haben Händler ihre Stände aufgebaut, um hier ein wenig Geschäft abzustauben. Dazwischen blieb vielleicht ein Durchgang von einem halben Meter. Am Brückenkopf angekommen, musste man einen günstigen Moment abwarten, um auf die heftig schaukelnde, aus losen Holzbrettern bestehende Hängebrücke zu fahren. Unten tobte mit schmutzigbraunen Wellen der Fluss, wer da hineinfällt hat keine Chance. Auf der drüberen Seite galt es „nur noch“ einen kurzen, engen, steilen, felsigen Anstieg zu bewältigen und schon konnte man sich wieder durch Busse, Autos und Fussgänger quetschen.

Bis wir endlich die Rückfahrt nach Cusco antreten konnten, war es Nacht geworden. Die Fahrt war abenteuerlich, wir blieben nah zusammen, so konnte man wenigstens versuchen, im Lichtkegel des Vordermannes die grössten Schlaglöcher zu erkennen. Fast die ganze Strecke war mit Staub bedeckt, immer wieder umfuhren wir massive Steinschläge und abgebrochene Strassenränder. Bei Gegenverkehr fuhr man praktisch blind weiter, zum Glück waren nur wenige Fahrzeuge unterwegs. Für zusätzliche Spannung sorgte ein Gewitter in den Bergen, das uns aber verschonte. So waren wir alle froh und erleichtert, als wir wieder vor dem Hotel standen. Bei einem Coca Mate wurde der Erleichterung Ausdruck verliehen.



12. Tag - Cusco zur freien Verfügung
Michael: Heute nähern wir uns der Stadt Cusco aus verschiedenen Perspektiven. Nach einem ausgiebigen Frühstuck geht es entweder eine Stunde lang zu Fuß oder für die bekennenden Weicheier mit dem Taxi, hinauf nach Sacsayhuaman. Das ist die alte Inka-Festung über der Stadt. Neben dem Blick auf die Stadt beeindruckt die Bauweise der Befestigungsanlagen mit ihren exakt behauenen Quadersteinen. Zurück in der Stadt gehen wir mit dem Heidi zum Heidi Mittagessen. Etwas versteckt findet sich hier ein sehr hübsch eingerichtetes Lokal mit einer interessanten Speisekarte und gutem Service. So gestärkt brechen die einen zum Kappen-Marathon (Einkauf einer Unzahl von peruanischen Norwegermützen) auf, die anderen wandern von Kulturdenkmal zu Kulturdenkmal. Am Abend trifft man sich wieder - logisch - zum Nachtessen.

Das Nachtleben wird dann wissenschaftlich von zwei Trupps in unterschiedlichen Lokalen erforscht. über das Ergebnis der Forschungsarbeiten kann hier leider noch nicht berichtet werden, die Auswertungen sind noch nicht abgeschlossen......



13. Tag - Cusco in der Hauptstadt der Inkas
Michael: Cusco die Zweite. Wir setzen die Eroberung Cuscos in der Kathedrale, dem Inka-Museum und den Markthallen fort. Aber unser Favorit ist und bleibt die Plaza de Armas. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit, man fühlt sich wohl hier und kann sich nicht satt sehen. Es ist immer ein Plätzchen auf einer Bank frei, Beine ausstrecken, Sonne geniessen und das Treiben auf und rund um den Platz beobachten, das ist gut für die Seele. Störend sind nur die vielen, manchmal aufdringlichen, fliegenden Händler. Alle 30 Sekunden könnte man sich die Schuhe putzen lassen, Schmuck oder Bilder kaufen oder sich zu einer Massage einladen lassen. Mit der Zeit lernt man die erfolgreichste Strategie qualifiziert Nein zu sagen.

Momentan ist es relativ ruhig auf dem Platz, wegen der Schliessung von Machu Picchu fehlen die Touristen. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie es hier im Juli oder August aussieht. Oder bei einem kirchlichen Fest. Einen kleinen Vorgeschmack lieferte heute eine Demonstration, bei der vermutlich Ausschreitungen befürchtet wurden. Die begleitenden Polizisten wollten nach Ende der Demo offensichtlich schnell nach Hause, unter Ignorierung sämtlicher Sicherheitsüberlegungen bestiegen sie ihren Mannschaftsbus.

Wie wird der Platz in zehn oder zwanzig Jahren aussehen? Ein Pseudo-McDonalds ist schon da. Wann kommen Burger King, Bennetton, Gucci und Versace? Wir sind froh, den Platz noch weitgehend ursprünglich erlebt zu haben.



14. Tag - Cusco-Tambumayo 290 km
Michael: Nach zwei Tagen Abstinenz juckt es uns wieder in die Gashand. Noch dazu hat Lucho die Töffs wieder auf Hochglanz gebracht und durchgecheckt. Bei schönstem Wetter machen wir uns auf, im Grunde beginnt heute die Rückfahrt. Tendenziell geht es von nun an mit uns bergab, auch wenn noch der eine oder andere Pass von über 4.000 Meter zu überwinden sein wird. Es geht durch landwirtschaftliches Gebiet, umrahmt von schneebedeckten Fünftausendern.

Die Fahrt ist wie ein Film aus den Fünfzigern: da pflügt ein Bauer mit zwei Ochsen ein kleines Feld vor seinem Haus, dort suhlen sich Schweine im Schlamm des Dorfbachs, da drüben treiben ein paar Hütebuben eine kleine Schafherde vor sich her. In vielen schönen Kurven geht es nach oben, wir müssen beim Fahren aber sehr auf Steinschlag, Schlaglöcher und jede Menge anderer Strassenschäden achten.. Oft ist die Straße vom Fluss ganz weggespült, wir weichen über behelfsmässig angelegte Schotterpisten aus. Heute bewährt es sich, dass wir Enduros und keine Strassenmaschinen fahren. Mehrfach holen wir das Regenzeug raus, es kommt zu leichten Schauern. Richtig schlimm ist es auf dem XXXL-Pass, dort sind wir mitten in den Wolken, das Fahren wird zu einem Eiertanz auf regennasser Fahrbahn im Nebel. Nur mit offenem Visier gelingt es, dem Vordermann zu folgen.Der Ort Abancay, unsere Mittagsstation, will und will nicht auftauchen, obwohl es schon nach 15 Uhr ist. Endlich sieht man die Häuser weit unten, es sind noch 35 km Kurven zu bewältigen. Unten angekommen ist es wieder angenehm warm, die Rast beim Chinesen gibt uns wieder Kraft für die Schlussetappe. Hinter Abancay taucht ein neues Phänomen auf: breite Bäche, die quer über die Fahrbahn fließen. Das ist abwechslungsreich, aber auch eine nasse Angelegenheit für die Füsse, wenn die Stiefel nicht dicht sind. Langsam wird es immer dunkler und einsamer.

Wir haben noch 50 km in einem eigentlich schönen Tal zu fahren, aber leichter Regen, Steinschlag und ein Kamikaze-Bus-Fahrer lassen uns das Ende dieser sehr abwechslungsreichen Tagesetappe herbei sehen. Endlich stehen wir nach insgesamt 295 km vor einem großen Tor - versperrt und alles finster. Müssen wir wieder nach Abancay zurück oder weiterfahren? Hat da was mit der Reservierung nicht geklappt? Nein, da rührt sich was, wir werden in einem sehr schönen Hotel empfangen, das auch irgendwo in der Schweiz stehen könnte mit seinen kleinen Häuschen und den Edelweiss in den Bodenfließen.



15. Tag - Tambumayo-Nasca 360 km
Michael: Der Regen ist vorbei, ein strahlend blauer Himmel lässt einen schönen Motorradtag erwarten. Wir machen noch ein paar Fotos von einer Lamafamilie, verabschieden uns von der Schweizer Enklave und fahren das Flusstal entlang. Hohe Felswände zu beiden Seiten, die Strasse schön geschwungen, wir fahren uns warm. Das ist auch notwendig, denn bald führt uns der Weg wieder auf über 4.000 m und dort ist es ziemlich frisch, das Winterfutter oder ein dicker Pullover sind sehr hilfreich. Wir halten auf der Passhöhe Ausschau nach den versprochenen Kondoren, die sind aber offensichtlich in den Herbstferien. Es geht weiter auf gut ausgebauten Straßen -diesmal auch ohne Schlaglöcher - in einer Hochebene. Hier finden sich immer wieder kleine Höfe, die aussehen wie aus der Steinzeit: ein kleines, vom Rauch schwarz gewordenes Haus, Strohdach, ein Stall, das Ganze mit einer Mauer aus aufgeschichteten Steinen umzäunt. Vorbei an Bergseen mit Flamingos geht es dann hinunter nach Puquio, unserer Mittagsstation.

Plötzlich sitzt bei Bruno, der etwas vorausgefahren war, jemand hinten drauf. Die überraschung ist groß, als sich beim nächsten Stopp nach ca. 30 km herausstellt, dass er zwei ausgewachsene Männer mitgenommen hatte. Die Pause ist eine staubige Angelegenheit. Der gar nicht so kleine Ort hat es bisher nicht geschafft, seine Straßen zu teeren. So wirbeln Lastwagen, Autos und Mopedtaxis ständig den Staub auf. Die Verkäuferin in dem Laden, in dem wir uns versorgen, wischt jede Flasche mit einem Tuch ab, bevor sie uns diese reicht. Wir kauen trockenes Brot und Kekse, trinken Wasser und Cola dazu und beäugen das Treiben der Dorfbewohner so wie diese uns beäugen. Danach geht es wieder schwungvoll in die Berge auf 4.300 Meter.

überall auf der Strecke begegnen uns Tiere: Lamas, Alpakas, Kühe, Esel, Pferde, Schafe und natürlich Hunde. Einmal überholen wir eine scheinbar allein laufende Esel-Quadriga, die immer schneller wurde, als wir uns von hinten näherten - die sind erstaunlich schnell, wenn sie wollen! So kommen wir in die Pampa Galeras, ein Naturschutzgebiet mit ca. 10.000 Vikunjas. Diese scheuen, rehartigen Tiere durchstreifen in kleineren Gruppen das Reservat und sind gut zu beobachten. Fast unmerklich ändert sich die Landschaft, plötzlich finden wir uns inmitten eines unendlich scheinenden Wüstengebirges wieder.

Es wird auch wieder wärmer. Aber bevor wir die Klamotten wechseln, müssen wir erst viele Kilometer eine nagelneue Straße genießen, breit, griffig, lange Kurven - einfach gigantisch! Mitten in der Wüste bleiben wir nochmal stehen und bewundern die 2.800 Meter hohe Düne von Nasca. Wir kennen sie ja schon vom ersten Besuch auf der Hinfahrt. Sie ist unverändert schön. Unverändert ist auch sonst alles in Nasca: das hübsche, schnuckelige Hotel, die hohen Temperaturen, der pinselschwingende Maler und der krähende Gockel..... Neu ist, dass wir diesmal an einem Samstagabend in Nasca sind. Alle haben sich rausgeputzt und flanieren über die Plaza oder den Boulevard, Gruppen von Chicas lassen sich von den jungen Burschen bewundern, die ganz cool an der Ecke die Szene checken. Wir lassen bei einem Pisco Sour alle viere gerade sein und ziehen Resumee über den Tag. Im Grunde ist auf dieser Etappe alles, was Peru für den Biker ausmacht, ganz intensiv zu erleben: faszinierende abwechslungsreiche Landschaft, Kurven satt auf bestens ausgebauten Bergstrecken, wenig Verkehr - wahrlich die Königsetappe!16. TagDie Gräber in der Wüste von NascaMichael:

Das sollte ein "anstrengender" Tag werden. Nach dem Frühstück ruhten wir uns vorsorglich gleich mal am Pool von den Mühen des Tages aus. Da das Wasser im Hotel so teuer (1 Flasche = 2 Soles = 80 Rappen = 50 Eurocent) und in der Stadt viel billiger ist (1 Flasche = 1 Soles) sind ein paar Damen in die Stadt gezogen. Sie haben auch tatsächlich drei Flaschen Wasser, aber auch ein paar neue Kleidungsstücke mitgebracht. So wird gespart! Für den Nachmittag war ein kleiner Ausflug in die Wüste vorgesehen. Angesichts der Mittagshitze von weit über 30 Grad haben wir ihn soweit nach hinten verlegt als möglich. Das sollte sich noch als kluger Schachzug erweisen. Zunächst fuhren wir gegen vier Uhr zu einem Gräberfeld mit mumifizierten und bekleideten Leichen, meist in Kauerstellung. Auf dem Weg dorthin kam auf den letzten Kilometern zum ersten Mal ein Hauch "Rally Paris-Dakar’ auf. Stehend fuhren wir über eine sandige Piste, lange Staubfahnen hinter uns herziehend. Das weckte die Lust auf mehr. Den "Gräberumgang" absolvierten wir so schnell als möglich. Dann baten wir Bruno, noch ein wenig mit uns in der Wüste herum zu fahren. Wir mussten ihn nicht lange bitten, denn er hat selbst den größten Spaß daran, über losen Untergrund zu brettern. Wir fuhren zurück Richtung Nasca und suchten uns eine geeignete Stelle. Der Boden besteht hier aus einer Mischung aus Sand (logisch, wir sind ja in der Wüste!) und kleinsten Schiefertäfelchen mit messerscharfen Kanten, die senkrecht nach oben stehen. Hier zu stürzen ist bestimmt sehr schmerzhaft. Darum legt Bruno zunächst eine Vorführung hin, was man mit den Bikes alles machen kann. Knatternd und kraftvoll fährt er den Grat einer Düne hoch um dann in einer Sandrinne wieder Nacht unten zu schlittern. Wir sind beeindruckt.

Ein Teilnehmer mit Wüstenerfahrung tut es ihm nach und fährt den Hang gleich mal viel zu weit hoch. Nun muss er sich einen anderen Weg zurück suchen. Etwas besorgt beobachten wir anderen, auch die im Geländewagen mitgekommenen Nicht-Fahrer, das Manöver. Aber er löst die Aufgabe mit Bravour und kommt - eine tiefe Furche ziehend - heil wieder unten an. Bravo! Den weniger Erfahrenen wird versprochen, dass in den nächsten Tagen noch Gelegenheit besteht, das Fahren in der Wüste zu üben. Langsam senkt sich die Sonne, der Himmel verfärbt sich. Das Schauspiel eines Sonnenunterganges in der Wüste wollen wir uns nicht entgehen lassen. Eine gute halbe Stunde lang beobachten wir den Himmel, die Wolken, die Sonne und das Farbspiel auf den Hügeln. Besonders beeindruckend sind die Effekte, die das Restlicht zaubert, nachdem die Sonne bereits hinter den Hügeln am Horizont verschwunden ist. Die Fotoapparate klicken unablässig. Daheim werden die Bilder vielleicht wie kitschige Postkarten aussehen. Wir aber stehen hier und genießen leicht ergriffen die Ruhe und das Naturschauspiel.....



17. Tag - Nasca nach Paracas 215 km
Michael: Transfer von Nasca nach Paracas (Pisco). Zuerst gibt es kein 90er bleifrei. Auch nicht an der zweiten Tankstelle. Dafür aber 95er. Nehmen wir halt das, vielleicht tut es dem Motoren gut. Mit bestem Sprit im Tank geht es wieder vorbei an den Linien von Nasca, am Himmel können wir ein Kleinflugzeug ausmachen, das über den Figuren seine Kurven zieht. Wir wissen, wie sich die Passagiere fühlen. Die Route ist kerzengerade, kein Baum, kein Strauch. Nur Steine und Sand. Und brütende Hitze. Alle Lüftungsschlitze an dem Motorradkombi sind offen, trotz Fahrtwind bei 100 km/h und mehr gibt es keine Kühlung. Nach einer Stunde hängt man auf dem Bike wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Die Pause scheint noch weit zu sein, Bruno fährt an allen Rastgelegenheiten vorbei. Ich träume von einem klimatisierten Restaurant mit einem Krug eisgekühlter Sangria......

Am Ende bleiben wir an einem Tankstellen-Kiosk mit pappsüßer Limonade und üppigen Sandwiches hängen. Wir ordern fleissig bei der freundlichen Besitzerin und der Ventilator gibt sein Bestes. Aber es hilft alles nichts, es ist einfach zu warm! Aber es sind ja nur noch 80 km bis zu unserem Ziel. Die schaffen wir auch noch. Als am Horizont das Meer auftaucht, halten wir es zuerst für eine Luftspiegelung. Aber dann sehen wir die ersten Fischerboote und Hotels in der Bucht. Wir sind da.



18. Tag - Islas Ballestas und Paracas
Michael: Das sollte ein Tag voller Highlights werden. Allerdings begann er mit etwas Aufregungen. Das Hotel "Piratennest" ist extrem hellhörig und Peru ist einfach laut. Zum ständigen Hupen aller Fahrzeuge kommen lautstarke verbale äusserungen aller Art bis tief in die Nacht. Das sind wir ja inzwischen gewöhnt. Hier kamen jetzt intensiv bis zum frühen Morgen feiernde Engländer unter dem Fenster, nächtliche Herbergssuchende und eine unerträgliche Hitze im Zimmer sowie eine kalte Dusche hinzu. Für einige von uns zu viel. So wurde ein neues, schickes Hotel organisiert, wer umziehen wollte, konnte - gegen Mehrpreis - umziehen. Um dreiviertel Acht (das ist 7 Uhr 45!) wurden wir von Jesus (der hieß wirklich so) zur Bootsfahrt auf die Islas Ballestas abgeholt. Am Fischerhafen gibt es einen langen Steg, nun voll von Touristen. Wo kommen die plötzlich alle her, gestern hat man doch kaum jemanden gesehen am Strand und im Ort?

Geduldig stellen wir uns wie in der Schulzeit in Zweierreihen auf und warten bis unser Boot anlegt. Das ist die "Coral", ein schickes Speedboat mit 30 Plätzen und 2 x 200 PS. Eine echte Rakete! Wie steigen rasch ein, legen die Schwimmwesten an und schon geht es los. Der Tipp, die Hüte und Kappen gut fest zu halten, war goldrichtig, der Wind weht einem bei der Geschwindigkeit fast alles vom Kopf.

Erster Stopp ist eine kleine Landzunge, auf der Pelikane sich gerne vom Fischen ausruhen. Elegant fliegen sie in Formation oder einzeln an. Andere gleiten wenige Zentimeter über dem Wasser dahin. An Land wirken sie etwas ungelenk, aber in der Luft und im Wasser sind sie in ihrem Element. Weiter geht es zu einem Fischkutter, der sich gerade den Bauch mit 6 Tonnen Anchovis füllt. So pralle Netze würden sich die Fischer in Europa (zurück) wünschen! Wir schauen eine Weile zu, aber unser eigentliches Ziel sind ja die Felsen ein paar Kilometer weiter draussen. Das ist Kalksedimentgestein, in dem sich durch Wind- und Wellenerosion tiefe Höhlen und Brücken gebildet haben. Schön anzusehen! Und ideale Brutplätze für Seevögel wie den Blaufusstölpel (oben) und Seelöwen (unten). Die Brutzeit ist jetzt gerade zu Ende, tausende Jungvögel und Seelöwenbabys müssen jetzt lernen zu fliegen bzw. zu schwimmen. Wir beobachten eine Seelöwenmutter dabei, wie sie ihrem Zögling das elegante Auf - und Abtauchen zwischen den Felsen beibringt. Eine putzige Vorführung! Die anderen Seelöwen liegen eher faul und gelangweilt auf Felsvorsprüngen in der Sonne. Während wir die zerklüfteten Inseln umrunden, wird uns erklärt, dass auch hier Guano, also der Kot der Vögel, als Dünger für die Gärten in aller Welt abgebaut wird. In Handarbeit! Für Peru ist das ein wichtiges Exportprodukt, immerhin 15.000 Tonnen pro Jahr. Hier wird tatsächlich aus Sch...e Gold gemacht!

Nach gut einer Stunde müssen wir uns leider von all den niedlichen Tieren einschl. Pinguinen verabschieden und es geht mit Vollgas zurück nach Paracas. Das war wirklich ein toller Ausflug, ein schönes Erlebnis! Der Nachmittag wurde dann zu einem Höhepunkt für die Motorradfahrer, wobei auch die Beifahrer auf ihre Kosten kamen. Wir fuhren mit den Bikes in einen nahegelegenen Nationalpark am Meer. Er besteht aus schönen Buchten und Felsformationen, hauptsächlich aber aus Sanddünen. Und auf die hatten wir es abgesehen. Bruno führte uns etwas abseits zu zwei hintereinander liegenden Dünen, die ein ideales übungsgelände darstellen, weil der Sand recht fest ist und es breite Auslaufzonen gibt. Nach einer kurzen Einweisung kann jeder, der will, mal selbst den Hang hinauf düsen. Hinauf ist gar nicht so schwer, man muss nur kräftig Anlauf nehmen und dann das Gas nicht auslassen. Schwieriger ist der Weg nach unten, es kostet schon ein wenig überwindung, die schwere Maschine den steilen Hang hinunter zu steuern. Aber nach ein paar Versuchen hat man es raus und es macht richtig Spaß!

Die Beifahrer lassen sich bei Bedarf einfach von den geübteren Fahrern einen Lift geben und können so auch das Achterbahngefühl und die herrliche Aussicht genießen. Wären da nicht Hunger und Durst, wir würden noch stundenlang rauf und runter brausen. So fahren wir wieder ein Stück zurück in eine kleine Bucht mit blauem Wasser, Pinguinen und frechen Pelikanen sowie gemütlichen Restaurants. Dort machen wir es den Tieren nach und genießen den Fischreichtum dieser Region. Zurück im Hotel ruhen wir uns erst mal aus und verarbeiten die Erlebnisse des Tages. Um acht bringt uns dann ein Kleinbus nach Pisco, eine Stadt, die noch immer stark von einem Erdbeben vor drei Jahren gezeichnet ist. Aber zwischen all den Baustellen, Häuserlücken und Abraumhaufen finden sich auch Kleinode, z.B. das Lokal "As de Oro". Dort lassen wir uns von der guten Küche verwöhnen und den Tag bei Sangria, Wein oder Pisco puro ausklingen.



19. Tag - Ausflug nach Huaytara und Tambo Colorado
Michael: Der Tag schlich sich an. Spätes Frühstück auf der Terrasse, das Meer ganz ruhig, irgendwie lag eine bleierne Schwere über der Bucht. Wer Lust hatte, konnte sich um 11 Uhr in Motorradklamotten zu einem kleinen Ausflug einfinden. Etwa die Hälfte der Teilnehmer hatte Lust, die anderen wollten lieber "lädelen", d.h. die örtlichen Läden inspizieren, insbesondere im Hinblick auf das Schmuckangebot.

Die Biker fuhren ein Stück die Panamericana entlang, dann zum Tanken. Bruno hatte sich entschieden, statt die bekannte Inka-Stätte Tambo Colorado zu besichtigen, etwas weiter hinten im Tal nach einer Ruine zu suchen, die noch nicht so erschlossen ist, aber sehr schön sein soll. Ein weiser Entschluss! Nicht dass wir die neue Ausgrabung gesehen hätten, nein, aber die Strecke nach Huaytara ist ein Gedicht. Ca. 80 km Kurve an Kurve, den Fluss entlang, langsam ansteigend bis auf 2600 Meter, kein Verkehr und wir mit Freude am Durch-die-Kurven-schwingen. Das war eine Hatz! Links, rechts, runter in eine Bachfurt, beim Rausfahren fast abgehoben, die Maschine um die nächste Biegung gedrückt und dann Fullspeed die kurze Gerade hinauf bis zum nächsten Bremspunkt.......

Das ist Motorradfahren in seiner schönsten Form! In Huaytara angekommen steuern wir den hübschen Hauptplatz an, die Leute beäugen uns mit ängstlichem Blick als etwas seltsame Gestalten von einem anderen Stern. Die Polizisten grüßen aber wie immer freundlich zurück und die Wirtin in dem kleinen Restaurant freut sich nach anfänglicher Unsicherheit über den unerwarteten Umsatz. Das Wetter hat zugezogen, es ist kühl geworden und es sieht nach Regen aus. Da es schon spät am Nachmittag ist, kippen wir die Suche nach der unbekannten Ruine und fahren zurück. Wieder ist die Strecke ein Genuss. In Tambo Colorado machen wir dann doch Halt und besichtigen kurz dieses Verwaltungs- und Regierungszentrum an der Küste mit seinem an die Gegebenheiten angepassten Baustil. Der Wächter, den wir beim Autowaschen gestört haben, zeigt uns den Ausstellungsraum, reisst die Tickets ab und sperrt die Anlage für uns nochmal auf. Dabei verrät er uns das Ergebnis jüngster Forschungsarbeiten der Universität Lima; die Inkas haben vor über 500 Jahren alle den ganzen Tag miteinander "Indianer" gespielt!



20. bis 22. Tag - Paracas-Lima 235 km Lima zur freien Verfügung
Michael: Ein letztes Mal wird der Jeep mit dem Gepäck beladen, ein letztes Mal steigen wir in unsere Motorradkluft. Allen ist klar, mit der Rückfahrt nach Lima geht diese Tour zu Ende. Auch wenn noch zwei Tage in Lima zur Verfügung stehen, die Gespräche drehen sich um Abflugzeiten und das Wetter daheim.

Wir machen Zwischenhalt an einer perfekt durchorganisierten Raststätte namens "El Piloto" und schlagen uns die Bäuche mit elefantenohrgroßen Wiener Schnitzeln voll. Dann geht es allmählich nach Lima hinein, die ersten Siedlungen beginnen schon 40, 50 Kilometer vor Lima. Was motiviert die Leute, hier in der kargen Landschaft direkt an der Autobahn ein Haus zu bauen? Dann schluckt uns die Metropole, es ist stickig, laut, voll, hektisch, chaotisch. Aber man sieht, dass dies die Hauptstadt ist. Solchen Luxus, wie ihn hier manche Geschäfte oder Hotels zur Schau tragen, haben wir die letzten drei Wochen nicht mehr zu Gesicht bekommen. Die Autos sind teurer und neuer, die Menschen - zumindest zum Teil - elegant und chic gekleidet.

Schon ein markanter Unterschied z. B. zum Hochland. Dort ist es dafür beschaulicher, heimeliger. Wo man lieber leben möchte? Schwierig zu sagen. Für uns Europäer ist die Stadt sicher das Umfeld, in dem wir uns leichter zu Recht finden - entsprechendes Einkommen vorausgesetzt.

Aber Lima? Der Stadtteil Miraflores wirkt vom Doppeldeckerbus aus an der Küste mit seinen Parks und Wohnstraßen sehr aufgeräumt und einladend, fast europäisch. Es sieht so aus, als ob man es hier gut aushalten könnte. Aber keiner von uns will hierbleiben. Zwei werden zwar noch weitere sechs Wochen durch Südamerika reisen, doch dann werden auch sie nach Hause fliegen. Wir anderen machen die letzten Einkäufe, packen unsere Koffer und verabschieden uns von Bruno und Lucho. Sie haben uns drei Wochen lang professionell und engagiert durch das Land geführt, haben unsere Eigenheiten ertragen, hatten für jede und jeden immer ein Lächeln parat und haben uns stets das Gefühl gegeben, gut aufgehoben zu sein. Ihr Arbeitstag war manchmal zwanzig Stunden lang - trotzdem waren sie immer gut gelaunt und haben im Hintergrund alles vorbereitet und geregelt.

Man merkt einfach, dass Bruno sein Job Spass macht und vor allem, dass er Peru und die Menschen hier sehr liebt.



Herzlichen Dank für die schöne Zeit!
Bruno von Arx, Tourguide: Vor 3 Wochen konnte ich die Gruppe am Flughafen Jorge Chavez in Lima in Empfang nehmen. Seit dem 20. Dezember 2009 bin ich nun wieder auf Tour, ca. 10‘500 km habe ich auf dem Motorrad verbracht. Die 3.200 km die nun folgten machen meinen Po nur noch härter!

Die Freude ist nach wie vor gross und ich freue mich immer wieder aufs Neue meinen Teilnehmer/innen dieses wunderschöne Land zeigen zu dürfen. Unterschiedliche Menschen kennen lernen, es sind Motorradfahrer, die Faszination Motorradfahren ist unser gemeinsames Interesse, das schweisst zusammen und somit werden wir auch immer sehr schnell Freunde. Es spielt keine Rolle aus welcher Ecke man kommt, Angestellter oder Unternehmer, Weiblein oder Männlein. Alle wollen das Selbe, mit dem Motorrad durch Peru fahren und ganz viele schöne Erlebnisse mit nach Hause nehmen.



Die Eckdaten dieser starken Gruppe:
Schweiz - Deutschland 12 Menschen 4 Frauen und 8 Männer Jüngster 31 Jahre ältester 55 Jahre Alter Total 563 Jahre Gesamtgewicht 918 kg Grösse Total 21.26 m ……………………….

oder das heisst auch: diese Gruppe kann ein 8 stöckiges Haus übertreffen, einen Büffel hochheben oder das Alter der Riesenschildkröte erreichen. Eben, eine starke Gruppe!



Liebe Leserinnen und Leser ich hoffe ihr hattet ebenfalls Spass unsere Tour aus der Ferne zu verfolgen, vielleicht sehen wir uns ja auch einmal im Land der Inkas!



Einen besonderen Dank geht an Michael der die meisten Berichte dieser Tour geschrieben hat.Muchos saludos Bruno ,
,,,,,

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Bewertung vom 21.04.2010 von DJAndy
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Eingetragen am: 01.04.2010
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