GS Trophy Teil 2

Zweiter Teil der GS Trophy. Das Ende naht noch vor dem Schluss. Es wird diffizil.
 

GS Trophy 2

Am Tag vier war es vorbei mit schnellen Schotterpassagen, auf denen man das Gefühl hat, einen Presslufthammer bändigen zu müssen, weil so viele Steine aus den Strassen ragen. Vorbei ist es mit Spitzengeschwindigkeiten von 160 km/h.

 
Nach dem Grenzübergang von Swasiland nach Mosambik wird die Fahrt zur Tortur. Die letzen 30 Kilometer zum Ressort müssen wir durch tiefen Sand. Für die ersten 200 Meter brauchen einige eine ganze Stunde. Das Alps-Team hat aber bald den Dreh heraussen, schnell genug zu fahren, sodass das Vorderrad über den weichen Sand schwimmt. Leicht ist es trotzdem nicht. Jede kleine Unachtsamkeit wird mit einem Sturz bestraft. Bei fast 40 Grad im Schatten – auch wenn es diesen auf den ganzen 30 Kilometern nicht gibt – das Motorrad aufzuheben, ist eine Qual. Das Wasser aus dem Trinkrucksack ist ungewohnt knusprig, und die rund eineinhalb Liter reichen gerade für die halbe Strecke. Dafür ist die Euphorie, es am Ende geschafft zu haben, unbezahlbar. Das schwere Unwetter am Abend kümmert kaum jemanden – ebenso wenig, dass wir in Ponta do Ouro direkt am Meer sind. Um 21:00 Uhr überdeckt der prasselnde Regen die Schnarchgeräusche aus der Zeltstadt.

Elefanten-Stau statt LKW Überlastung.


Am folgenden Tag geht es durch die Sandwüste wieder nach Südafrika ins Phinda Game Reserve. Erst gegen Mittag erkennen wir, dass die Tiefsand-Strecke aber nur eine Generalprobe war. Auf einer engen Strasse fahren wir mitten durch einen Nationalpark. Neben tiefem Sand kämpfen wir gegen Bäume, deren Äste weit auf die Strasse ragen und den Fahrern den Weg abschneiden oder zumindest ins Gesicht schlagen. Ausserdem lockt die atemberaubende Landschaft immer wieder, den Blick von der Strasse zu nehmen. Die Folge: Genau, ein Sturz nach dem anderen.
 
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Belohnt wird das Alps-Team nicht nur mit dem Tagessieg. Wir sehen Löwen, Giraffen, Nashörner, Nilpferde, und in der Früh versperren uns Elefanten den Weg. Wenn die täglichen Staus bei uns auch nur annähernd so spannend und atemberaubend wären. Spannend wird es auch noch am letzten Tag. Tomm Wolf hat einen schwierigen Trialparcours aufgebaut, der die inzwischen müden GS Trophy-Teilnehmer bis aufs Letzte fordert. Bernhard zeigt mit seinen Trialkenntnissen wieder, dass das Alps-Team nicht zu unrecht die GS Trophy mit dem sechsten Platz beenden wird. Auch die Schweizer machen eine gute Figur. Gegen die Lokalhelden aus Südafrika, das skandinavische Team und die Engländer haben die Alpenländer aber trotzdem keine Chance.

Engländer entspannt, Südafrikaner streng.


Und doch geht am letzten Abend ein erleichtertes Raunen durch die Runde der Rennfahrer, als klar ist, dass die Engländer vor den Südafrikanern die GS Trophy für sich entscheiden können. Die Engländer waren stets freundlich, hielten als Team zusammen und fuhren gut. Die Südafrikaner hingegen schotteten sich von den anderen Fahrern ab, kämpften mit überzogenem Ehrgeiz. „Anfangs hat es ja nicht so gut für uns ausgeschaut“, meint Bernhard, „mit der Zeit konnten wir aber beweisen, dass wir gute Fahrer sind und sicherten uns einen Platz im Mittelfeld. Das Wichtigste für mich war aber, dass wir alle vier ein tolles Team waren. Vielleicht das beste der ganzen Trophy.“
 
 
Auch für Johannes war der Teamgedanke so wichtig wie der Sprit für die GS. Er meint aber auch, dass „wir Landschaften gesehen haben, in die man als Tourist so nicht kommt. Wir haben das Land wirklich kennen gelernt. Es war ein anstrengendes Rennen, aber wunderschön.“ Christoph werden die Eindrücke noch lange begleiten: „Da werden wir im Altersheim die Helden sein, wenn wir erzählen, was wir in der Woche alles erlebt haben. Wir werden zurückschauen, und wissen, dass wir unglaublich intensiv gelebt haben.“

Und alle drei haben sie recht. Die GS Trophy war ein hartes Enduro-Event mit selektiven Sonderprüfungen. Was zählte, war der Teamgedanke. Das Verblüffendste war aber, was die Fahrer auf den 2000 Kilometern alles geleistet haben – Menschen, die sonst keine Rennen fahren, eher bei einem Gasthaus auf ihrer Sonntags-Ausflugsrunde zu treffen sind.
 
 
Sie haben sich ein Beispiel an den GSn genommen. Die Strecke hätte manche Hard-Enduro nicht überstanden. Die BMW F 800 GS hat die Strapazen hingegen ganz locker weggesteckt. Sie ist härter im Nehmen als Homer Simpson, wendig wie Bruce Lee und dabei so lässig wie James Bond.

Die nächste GS Trophy findet 2012 statt. Unter der Hand munkelt man, dass Südamerika ein heisser Tipp für den Austragungsort ist. Für die Trophy kann man sich 2012 bei der GS Challenge qualifizieren. Die Challenge 2011 findet im Frühjahr statt und könnte die ideale Generalprobe sein. Bernhard wird sicher wieder starten. Christoph vielleicht sogar mit der F 800 GS, mit der er durch Südafrika fuhr. „Das Motorrad ist mir in den Tagen ans Herz gewachsen, und ich werde es mir vermutlich kaufen.
 

 

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Text: Guido Glu

Fotos: BMW, Glu

   

Bericht vom 07.12.2010 | 5'656 Aufrufe

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