Jenseits des Tejo - Motorradreise in Portugal

Der Geheimtipp für Biker in Portugal

Das Alentejo gehört noch zu den Geheimtipps für Portugal-Reisende. Östlich von Lissabon bis zur spanischen Grenze erstreckt sich eine wenig besiedelte, geschichtsträchtige Landschaft, die herrliche Motorradstrecken und einsame Sandstrände bietet.

Text & Fotos: Norbert Meiszies/RKM

Beim Alentejo handelt es sich um eine Region in Portugal, die im Vergleich zur Algarve im Suden oder zum nördlichen Weinanbaugebiet um Porto touristisch einen Dornröschenschlaf hält. Dabei grenzt die Landschaft im Westen an Portugals Hauptstadt Lissabon, der ideale Ausgangspunkt fur Motorradtouren in den Osten des Landes bis an die portugiesisch-spanische Grenze. Bis dahin reicht der Alentejo, der mit knapp einer halben Million Einwohner eher dunn besiedelt ist. Bei dem beschriebenen Teil handelt es sich um den mittleren Alentejo, der vor allem durch seine Korkeichen-Wälder, landwirtschaftliche Nutzung und den riesigen Stausee von Alqueva geprägt ist. Aber auch die einsamen Sandstrände an der Atlantikkuste haben ihren Reiz. Portugiesisch ist eine romanische Sprache, die auch in Brasilien und Teilen Afrikas gesprochen wird. Junge Portugiesen sprechen oft gut Englisch.

Vernab vom Touristentrubel - Idylle in Palafita

Paulo zeigt Mut, schliesslich kann man sich als stolzer Portugiese nicht von einem zugereisten Deutschen die Butter vom Brot nehmen lassen. Sicherheitshalber geht er den Weg dann doch noch vorher zu Fuss ab, der Wasserboxer soll schliesslich seinen Beinamen nicht gleich zu wörtlich nehmen und im Mündungsgebiet des Rio Sado auf Grund laufen. Paulo hat mich zum kleinen Fischerhafen Porto Palafita so im Zickzack durch Dörfer wie Carraqueira und Moitinha geführt, dass ich schon längst die Orientierung verloren habe. Kein Wunder, dass dieses einzigartige Netzwerk aus Pfahlbauten und wackeligen Holzstegen, die Hunderte von Metern ins Wasser hinausragen, noch nicht für den Massentourismus entdeckt wurde so wie zum Beispiel die weiter nördlich am Stadtrand von Lissabon gelegenen Badeorte Cascais oder Estoril, wo man sich vorkommt wie auf der Kirmes. In Porto Palafita dagegen herrscht fast Friedhofsruhe. Einige Fischer gehen bedächtig ihrer Arbeit nach, flicken Netze oder machen ihr bunt bemaltes Boot für den Fischfang fertig. Paulo hat inzwischen mit seiner BMW auf einem schmalen Steg festen Stand gefunden. Es ist ein spektakuläres Bild in der untergehenden Sonne und ein Augenblick völliger Stille.

Ganz im Gegensatz zum heutigen Morgen, als mich Paulo durch den hektischen Verkehr Lissabons über die Ponto 25 de Abril (Brücke des 25. April) hinaus auf unsere Tour durch die Landschaft des Alentejo führt. Der Name bedeutet so viel wie Jenseits des Tejo und bezeichnet das Gebiet in der Mitte Portugals, das im Westen an den Atlantik und im Osten bis an die spanische Grenze reicht. Die mehr als zwei Kilometer lange Hängebrücke erinnert mit ihren roten Pfeilern ein bisschen an die Golden-Gate-Brücke in San Francisco, nur dass unter der Fahrspur für den normalen Verkehr auch noch Eisenbahnschienen verlegt sind. Nicht schwindelfreie Biker sollten den Blick statt 70 Meter in die Tiefe auf den Meeresspiegel etwas weiter nach vorne oben links richten. In der Richtung steht nämlich auf einem Hügel in der Ortschaft Almada die Christusstatue Christo-Rei. Auch hier drängt sich der Vergleich zum bekannten Vorbild des Christus mit den ausgebreiteten Armen in Rio de Janeiro auf. Lissabons Erzbischof Manuel Goncalves Cerejeira hatte 1934 die brasilianische Stadt besucht und seine Kollegen in Portugal überredet, eine ähnliche Statue in Lissabon zu bauen. Von dem rund 100 Meter hohen Monument hat man den vielleicht besten Ausblick über den Tejo auf Lissabon.

Lissabon - Sehenswertes Reiseziel auch abseits des Zweirads

Wäre man nicht mit der Absicht gekommen, Motorrad zu fahren, dann könnte man sich tagelang allein in Lissabon aufhalten. Die grösste Stadt des Landes an der Mundung des Tejo kann auf eine jahrtausendalte Geschichte zuruckblicken, entsprechend gibt es an fast jeder Ecke der Stadt sehenswerte Gebäude und Denkmäler. So zum Beispiel der Torre de Belem oder das Mosteiro dos Jeronimos, die beide zum Weltkulturerbe der Unesco zählen. Der Wachturm an der Tejomundung zählt zu den wenigen bedeutenden Bauwerken der Stadt, die das gewaltige Erdbeben von 1755 uberstanden. Im Mosteiro (Hieronimus-Kloster) befindet sich neben den Königsgräbern auch die Grabstätte des Seefahrers Vasco da Gama. Den portugiesischen Entdeckern ist zudem das monumentale Denkmal Padrao dos Descobrimentos am Ufer des Tejo gewidmet. Wahrzeichen der Stadt ist aber die 113 Meter hohe Christusfigur Cristo- Rei auf der sudlichen Seite des Tejo, die man bei der Fahrt uber die Ponte 25 de Abril mit einer Spannweite von uber tausend Metern erkennt. Abends zählt das Barro Alto, die Oberstadt mit ihren verwinkelten Gassen, der pittoresken Strassenbahn und den vielen Restaurants und Cafés als beliebtes Ziel bei Jung und Alt.

Auf den Spuren der Madonna ... und der Dinosaurier

Wie nahe Hektik und Lärm sowie Gelassenheit und Stille beieinander liegen können, zeigt die anschliessende Fahrt über die Halbinsel des Parque Natural da Arrabida zum Capo Espichel. Ich bin froh, mich bei der Wahl meines Mietmotorrades für die grosse GS entschieden zu haben. Die Strasse zum Kap ist zwar anfänglich asphaltiert, aber die Unebenheiten und zahlreichen Schlaglöcher verlangen nach langen Federwegen. Die letzten zwei Kilometer ist der Weg sogar nur geschottert. Dafür geht es kurvenreich durch eine einsame Region mit nur vereinzelten Ansiedlungen. Plötzlich wird die Sicht frei auf eine atemberaubende Küstenlandschaft mit steilen Felsabbrüchen, menschenleere Buchten mit tiefblauem Meerwasser und einen imposanten Leuchtturm. Am wenigsten erwartet hätte ich hier das auf einer Klippe errichtete Santuario de Nossa Senhora do Cabo. Das Kloster mit den beiden seitlichen, lang gestreckten Gebäuden für die Unterbringung der Pilger ist nicht mehr bewohnt und zerfällt langsam, nur die Kirche ist noch in einem guten Zustand. Und die kleine Kapelle direkt an der Klippe. Die mystische Bedeutung des Ortes beruht auf der Vision eines Pilgers, der im 13. Jahrhundert die Madonna auf einem Esel aus dem Meer aufsteigen sah. Die Fussspuren sollen noch immer auf den Felsen erkennbar sein. Sie stammen aber von echten Dinosauriern, die hier in grauer Vorzeit einst durchzogen.

Santuario de Nossa Senhora do Cabo am Capo Espichel in Portugal
Santuario de Nossa Senhora do Cabo am Capo Espichel in Portugal

Ist die Fahrt über die kleinen Strässchen zum Kap schon ein Erlebnis, dann kommt auf der folgenden Etappe durch die Serra da Arrabida richtig Fahrspass auf. Auf dem guten Asphalt kann man es richtig krachen lassen. Es geht von Meereshöhe einige hundert Meter bergauf auf die höchsten Klippen Portugals mit fantastischen Ausblicken auf die Bucht von Setubal, wo wir mit der Fähre übersetzen wollen auf die Halbinsel Troia. Vorher macht mich Paulo noch auf ein Strassenschild aufmerksam: Avenida Jose Morinho steht da. Der bekannte Fussballtrainer (momentan bei Tottenham unter Vertrag) ist der berühmteste Sohn der Stadt und startete von hier seine Karriere.

Klima und Reisezeit in Portugal

Beste Reisezeit sind die Monate Mai bis Juni und September bis Oktober. Dann liegen die Temperaturen angenehm uber 20 Grad, in den Sommermonaten ist es sehr trocken und heiss. Dann sind allerdings die Wassertemperaturen entlang der Atlantikkuste auch so, dass man im Atlantik gut baden gehen kann.

Anreise nach Portugal

Naturlich kann man Portugal mit dem eigenen Motorrad ansteuern, dann wird allerdings bereits die Anfahrt zur ausgedehnten Motorradtour. Mindestens 2.500 Kilometer hat man bereits zuruckgelegt, bevor das Ziel erreicht ist. Alternativ bucht man einen Flug bis Lissabon der wird mit einem Billigflieger schon unter 100 Euro angeboten und mietet sich vor Ort ein Motorrad.

Von Sandstränden, über grüne Felder bis zu Olivenhainen - Vielseitiges Alentejo

Der grösste Teil der Halbinsel Troia und sein Dünengebiet mit kilometerlangen, herrlichen Sandstränden gehört zum Naturreservat Rio Sado Delta. Der Sandstreifen ist gerade einmal 1,5 Kilometer breit, aber knapp 20 Kilometer lang. Immer wieder zweigen Schotterpisten ans Meer ab zu den bekannten Stränden Ponta do Adoxe, Troianer, Bico das Lulas und Atlantica. Einer der schönsten ist der von Comporta mit einer Launch-Bar, in der man auf dicken Liegekissen einfach nur die Seele baumeln lassen kann. Die erste kleine Stadt auf dem Weg vom Strand ist Alcer do Sal. Der Ort, der zu den ältesten in Europa zählt, ist wegen seiner Reste der phönizischen, römischen und arabischen Kultur auf jeden Fall einen Bummel wert. Wie der Name Salzburg verrät, hat die Stadt einst vom Salz gelebt. Salinen gibt es immer noch, doch heute ist es der Reis, der im Hinterland der Costa de Alentejana in endlosen Feldern angepflanzt wird. Die alte, von Arabern gegründete Burg beherbergt heute ein modern gestaltetes Hotel, eine sogenannte Pousada. Von der Burgmauer hat man einen herrlichen Blick über den Rio Sado.

Comporta Strand in Portugal
Der Comporta Strand lädt zum Verweilen ein

Nach Klippen, Dünen und Meer wirkt die flache Landschaft im Landesinneren eher eintönig. Weite, grün und braun schimmernde Felder prägen die Gegend. Doch dann zieht sich der Weg immer wieder durch grossflächige Korkeichen-Wälder und sorgt für eine fast mystische Abwechslung. Rund 70 Prozent des portugiesischen Korks, der mehr als die Hälfte der Weltproduktion ausmacht, werden im Alentejo erzeugt. Dazwischen tauchen knorrige Olivenhaine auf, die sich mit Eukalyptusbäumen abwechseln. Nur selten steht dazwischen ein Gebäude. Hier spürt man am ehesten die dünne Besiedlung des Alentejo. Ein so weites Land. Ein Mensch kann hier sein Leben lang gehen, ohne sich jemals zu finden, wenn er verloren auf die Welt kam. So beschreibt Portugals Literaturpreisträger José Saramago das einstige Armenhaus Portugals in seinem Buch Hoffnung im Alentejo.

Motorrad-Miete in Portugal

Seit ein paar Jahren bietet Autoverleiher Hertz auf verschiedenen Stationen in Portugal (Porto, Lissabon und Faro) eine grosse Auswahl an BMW-Motorrädern tage und wochenweise zur Vermietung an. Die Preise variieren je nach Ausleihdauer und Modell (www.hertzride.pt). Weitere Stationen gibt es übrigens in Spanien in Barcelona, Madrid und Malaga.

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Über Schotter zu den urigen Ortschaften Portugals

Leicht verirren kann man sich nahe der spanischen Grenze an den Ufern des Stausees von Alqueva. Ein bisschen wirkt er mit seinen unzähligen Seitenarmen und einsamen Buchten wie der Lake Powell in den USA. Seine Uferlänge beträgt beachtliche 1200 Kilometer. Um dem Ufer näher zu kommen, biegen wir in Amierita von der Hauptstrasse auf eine kleine, unbefestigte Schotterpiste ab. In der leicht hügeligen Topografie geht es rauf und runter durch saftig grüne Wiesen und vorbei an unzähligen Kornblumenfeldern, die neben einem für Allergiker unfreundlichen Duft eine schier unbeschreibliche Farbenpracht ausstrahlen ein Paradies für Naturfotografen. Wobei die Durchquerung mehrerer Wasserlöcher für genauso eindrucksvolle Fotos sorgt.

Adega Velha in Mourao
Adega Velha in Mourao

In Mourao stossen wir wieder auf etwas Leben, auch wenn der denkmalgeschützte Ort zur Mittagszeit wie ausgestorben wirkt. Nur aus der Adega Velha ist lebendiges Treiben und der Cante Alentejano, der schwermütige Gesang der einheimischen Zecher an der Bar zu vernehmen. Der alte Weinkeller, wie das versteckt in einer Seitenstrasse liegende Restaurant übersetzt heisst, ist ein echter Geheimtipp. Das Ambiente ist sehr rustikal, mit einer urigen Wanddekoration aus alten Röhrenradios und mehreren riesigen Töpfen aus Ton, in denen Wein gelagert wird. Man sitzt an einfachen Holztischen und Bänken, und die Speisekarte ist eher klein mit traditionellem Essen wie Codorniz, wilder Spargel mit Rührei oder die Sopa de Cacao, eine Brot-Gemüsesuppe mit Fischeinlage. Wirt Jose serviert dazu den Hauswein oder einen Medronho, den typischen Obstschnaps des Alentejo aus den Früchten des Erdbeerbaums.

Unterkunft finden in Portugal

Stimmungsvolle Übernachtungen versprechen die sogenannten Pousadas, Hotels und Gasthäuser, die sich oft in ehemaligen Burgen, Schlössern oder Palästen mit teils bedeutender historischer Bausubstanz befinden. Im Alentejo gibt es z. Zt. neun dieser Übernachtungsmöglichkeiten mit unterschiedlichem Charakter. So gehört zum Pousada de Arraiolos, Nossa Sra. da Assunção eine eigene Kirche, während das Pousada de Alcácer do Sal, D. Afonso II eine moderne Architektur mit zahlreichen Kunstwerken besitzt. Die Preise fur eine Übernachtung liegen ab 100 Euro, die Halbpension in den sehr guten Restaurants kann hinzugebucht werden. Es lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf die Internetseite, wo immer wieder interessante Sonderangebote offeriert werden (www.pousadas.pt).

Monsaraz & Evora - Kultur- und geschichtsreiche Städte Portugals

Hinter Mourao überqueren wir erst einmal den kilometerlang aufgestauten Rio Guadiana. Schnurgerade geht es durch eine Region mit niedrigem Bewuchs, der die Sicht frei lässt bis an den Horizont. Die bisher grünen Weiden gehen langsam in trockene, braune Felder über, lediglich unterbrochen von ein paar Olivenbäumen. Die Verkehrsdichte bewegt sich Richtung null, dabei gewinnt die gewundene Strasse gemächlich an Höhe. Am höchsten Punkt liegt Monsaraz, einer der wenigen Orte im Alentejo, der Touristen in grösserer Zahl anlockt. Monsaraz besitzt nämlich noch eine komplette Stadtmauer und viele historische Gebäude. Vom Hauptplatz an der Kirche kann man durch die kleinen Gassen schlendern oder von der Stadtmauer die Aussicht auf den zu Füssen liegenden Alqueva-Stausee geniessen.

Die Festung über Monsaraz
Die Festung über Monsaraz

Zwischen Reguengos de Monsaraz und Evora folgen wir der Rota do vinho de Alentejo, der hiesigen Weinstrasse. Das eigentliche Weinanbaugebiet im Alentejo liegt allerdings etwas nördlicher, so prägen doch eher wieder Korkeichen das Bild am Strassenrand neben den vereinzelten Weinreben. Die Strecke nach Evora ist recht langweilig, führt wie am Lineal gezogen immer geradeaus. Aber vorbeifahren darf man an der Stadt nicht. Seit 1986 gehört Evora mit einem Mauerring aus dem 14. Jahrhundert nämlich zum UNESCO-Weltkulturerbe. In der einstigen königlichen Residenzstadt haben Römer, Westgoten und natürlich auch die Mauren ihre Spuren hinterlassen. Hoch oben auf dem Hügel stehen noch die Säulen eines römischen Tempels, ein idealer Parkplatz für unsere BMWs, zumal gleich nebenan die Pousada von Evora Betten für die Nacht anbietet. Von hier sind es nur wenige Schritte zur Kathedrale im romanisch-gothischen Stil, die im Inneren mit einer Besonderheit aufwartet: der Darstellung einer schwangeren Maria. Unter den vielen anderen Sehenswürdigkeiten wie etwa der prächtige Marktplatz sticht besonders die Knochenkapelle der Sao-Francisco-Kirche heraus. Franziskanermönche haben sie um das Jahr 1600 errichtet. Schwache Nerven sollte man beim Besuch der Kapelle nicht haben, denn in die Wände und Säulen sind die Schädel und Knochen von 5.000 Toten eingelassen. Nos ossos que aqui estamos pelos vossos esperamus steht über der Eingangstür: Unsere Knochen hier warten auf die Euren.

Landkarten und Reiseführer für Portugal

Nutzlich als Reisefuhrer ist das DuMont Reise-Handbuch Portugal von Lydia Hohenberger fur 24,99 Euro, ISBN-13 978-3770181520. Fur die normale Orientierung reicht die beigefugte Strassenkarte völlig aus. Geschmack aufs Alentejo macht der Roman Hoffung im Alentejo von Jose Saramago, der darin das Schicksal einer Tagelöhnerfamilie uber vier Generationen, von der Jahrhundertwende bis kurz nach der Revolution 1974 beschreibt. Erhältlich für 18 Euro bei Atlantic, ISBN-13 978-3455005035.

Kurvenspass im Nationalpark von Sintra

Nach so viel Kultur und Geschichte kommt der Besuch des Nationalparks von Sintra gerade recht. Hier konzentrieren wir uns mal wieder auf das Wesentliche: das Motorradfahren. Zwischen dem Cabo da Roca, dem nordwestlich von Lissabon gelegenen Leuchtturm, der den westlichsten Punkt Europas markiert und dem in einer Bergregion gelegenen Ausflugsort Sintra, bietet der Parque Natural de Sintra-Cascais ein Fahrerlebnis der besonderen Art. Das wissen offensichtlich auch die portugiesischen Zweirad-Kollegen und bevölkern die Strassen des Parks in grosser Zahl. Dem Ducati-Fahrer in kurzer Hose, T-Shirt, Sandalen und unterwegs mit einer ebenfalls spärlich bekleideten Sozia, hätten wir gerne den Besuch der Kapelle in Evora empfohlen, als er uns halsbrecherisch überholt. Wir geniessen die abwechslungsreiche und kurvenintensive Fahrt in vollen Zügen.

Parque Natural de Sintra-Cascais
Auf Abwegen im Nationalpark von Sintra

Anfänglich riecht die Luft noch nach Salzwasser, geht dann aber in eine Mischung aus Wald- und Moorgeruch über. Die Strasse nach Peninha führt durch eine vorzeitliche Dschungellandschaft mit farnbewachsenen Bäumen, mächtige Felsbrocken zwingen das Asphaltband zu immer wieder neuen Wendungen und Umfahrungen. Die Sonne hat nur wenige Chancen, durch den dichten Bewuchs ein paar Lichtstrahlen zu werfen. Wie Schattenmänner bewegen wir uns von einer Serpentine in die nächste. Und Paulo befindet sich mal wieder auf Abwegen. Er sucht sich seinen eigenen Offroad-Weg zwischen den Felsformationen. Diesmal verzichtet er sogar darauf, vorher die Strecke zu Fuss abzuschreiten.

Wichtige Adressen in Portugal

Reiseinformationen allgemeiner Art erhält man beim Fremdenverkehrsamt Portugal online auf www.visitportugal.com. Speziell fur das Alentejo zuständig ist vor Ort die Agencia Turismo do Alentejo, www.visitalentejo.pt.

Bericht vom 23.02.2021 | 2'590 Aufrufe

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