Monster Test x 3

1000PS.at wird zur Monster AG. Drei Modelle des italienischen Naked-Bike Klassikers wurden ausgeführt. Vom erschwinglichen City-Flitzer mit Charakter bis zum High-End Naked Racer.

 


Die 620er Monster ist das "08/15" Eisen in der Monster Modellpalette. Keine unvernünftigen Details, seit Jahren das gleiche klassische Design und seit Jahren treue Käufer. Irgendwann haben wir aufgehört die Modelljahre zu zählen, aber das Dutzend scheint schon lange voll zu sein. Die Monsters sind neben Harleys die einzigen Eisen dieser Erde, welche sich auch mit jahrelangem fast gleichem Design verkaufen. Die 620er wird gerne als City-Flitzer verwendet, und in diese Umgebung passt sie auch perfekt. Kupplung, Bremserei und Schaltung funktionieren sehr geschmeidig. Gerade die Leichtgängigkeit der Kupplung ist im Vergleich zur Racing-Monster S4R ein Gedicht. Das Bike kann auch problemlos von zierlichen Frauen bewegt werden. 

Sowohl Sitzhöhe als auch Bedienelemente stellen hier keine Hürden dar. Erstaunlicherweise fühlten uns auch wir mit 1.85m noch nicht als fahrender Wandschrank. Der Motor der kleinen Monster lässt sich sauber dosieren, dreht auch willig hoch und hat genau die Power, welche man für kürzere Strecken und die City braucht. Bei längeren Ausfahrten oder auf der Autobahn verschwinden die anderen Monsterkollegen sofort am Horizont. Doch auch die japanischen Kollegen mit der SV650 haben mehr Leistung zur Verfügung als der 620er Monster Fahrer. Um weniger Geld.  


Die S2R wurde zu Saisonbeginn vom gesamten 1000PS Team schwer unterschätzt. 77 PS und 800ccm klingen nicht gerade spektakulär und das scharfe Design wird dies auch nicht kompensieren können - oder doch? Nachdem unser dicker Keiler mit der S2R dann des Öfteren seinen täglichen Weg in die Arbeit antrat und ständig von seinem Bock schwärmte, wurden wir hellhörig. Tatsächlich! Es bewahrheitet sich wieder einmal die alte Weisheit, dass man für 95% der Motorradstrecken nicht mehr als 80 Pferde braucht. Das stimmt uns zwar traurig, ist aber so. Die Monster S2R passt eben genau zu den 95% der Motorradstrecken auf denen wir uns täglich bewegen. Nicht nur der Motor, sondern auch das Fahrwerk gibt uns das, was wir brauchen. Es ist kein hartes Racing-Fahrwerk wie an der S4R, aber ein sehr präzises und hochwertiges Fahrwerk, welches auch für energische Gasslhatzer perfekte Performance bietet. Sehr leiwand ist auch die Anti-Hopping Kupplung, die in der S2R perfekt ihren Dienst verrichtet. Beim heftigen Last-Minute Schalt- und Bremsvorgang vor der Lesmo 2 Kurve beim Schloss Esterhazy in Eisenstadt sortge sie für die nötige Ruhe im Heck.

Die Bedienelemente an der S2R sind ähnlich wie jene der 620er absolut frauentauglich. Echte Männer brauchen die Monster aber deshalb nicht meiden - im dichten Stadtverkehr lernt auch ein dicker Henker die geschmeidige Kupplung zu schätzen. Es ist keine Schande, sich beim Schalten nicht zu plagen. Das Design an der S2R ist laut Eisdielenjury über jeden Zweifel erhaben. Lackierung, Auspuff, Upside-Down Gabel und Rahmenlackierung wirken sehr hochwertig und gefallen auf Anhieb. Monsterkäufer sollten auf alle Fälle die S2R in die engere Auswahl nehmen und einer Probefahrt unterziehen. Ist ein grossartiges Motorrad.

S2R Bericht S2R vs. 749s

 


Für alle, die immer nur das Beste haben möchten, kommt aus der Monster Familie nur die S4R in Frage. Die Überdrüber Monster geht beinahe schon verschwenderisch mit feinen technischen Details um. Das voll einstellbare Racing-Fahrwerk ist gut genug für jede Rennstrecke und natürlich auch fürs Winkelwerk. Die edlen goldenen Gabelrohre an der S4R sind kein Blender. Nur feinste Ware wurde hier verbaut. Auch die Bremserei wäre gut genug für einen Ausflug auf den Bremsscheiben-Killer A1-Ring gewesen. Ducati macht bei der S4R keine halben Sachen. Aus Japan gibt es ein solches Motorrad nicht zu kaufen. Naked-Bike mit vollwertigen Racing-Teilen, scharfem Motor und ultraagilem Handling. Sowas baut man nur in Europa. Als ebenbürtige Konkurrenten darf man die Aprilia Tuono und die neue KTM Superduke in die engere Auswahl nehmen. Doch wie immer im Leben eines Motorradfahrers gilt es leider Kompromisse einzugehen. Die geile Monster S4R hat 2 kleine Haken. 

Haken Nr.1: Der Preis von 14.995. Damit liegt die Monster S4R deutlich über dem restlichen Monster Niveau, aber gleichauf mit den Mitbewerbern. 
Haken Nr.2: Als City-Flitzer und Cafe-Racer muss man bei der S4R einige Racer-Details in Kauf nehmen. Die Trockenkupplung muss die 117 echten PS klarerweise schlupffrei übertragen. Dementsprechend hart dimensioniert sind auch die Kupplungsfedern. Mädels und damenhafte Männer werden mit der strengen Kupplung ein Problem haben. V2-Neueinsteiger werden vom etwas rauen Motor mit recht aggressivem Set-up evtl. überfordert werden. Die Monster S4R ist insgesamt eher ein Männer Bike für echte Jungs. Hart, schnell, cool und stark.


Kots Kommentar:

S2R: Dauertester des Abgelederten. Beim Anblick der roten Schönheit mit dem weissen Racingstreifen sticht sofort ein Detail mit Schmerzen ins Auge. Die wunderschönen, weissen Felgen - unter zentimeterdickem Dreck verborgen. Ich glaube dem Abgelederten ja, dass es nicht leicht ist, weisse Felgen immer sauber zu halten, aber DAS! Kann mir diese Sauerei nur so erklären: Entweder, die Hunde in Mödling, der Heimat des Angelederten, verrichten an den Felgen der dortigen Motorräder nicht nur ihr kleines Geschäft, oder der 1000PS-Keiler hat am Speed-Weekend auf eine andere Art Gas gegeben, was ihn zum Schlafen neben der Ducati und nächtlicher Magenentleerung zwang. 

Vielleicht versucht er aber auch, seinen Bock wie ein Aborigine mit Schlamm gegen Mosquitos zu schützen. Fest steht, dass dieser Zustand der Optik der schönen Monster nicht zuträglich ist. Aber das ist der Abgelederte auch nicht. 

S4R: Presslufthammer. Optischer Hammer. Die Kühler sind ein Wahnsinn, die Stahlflexleitungen ein Traum. Viel Carbon verbaut, grauer Tank, dunkelrote Felgen. Und dann der Sound! Wo bitte, geht's zur Rennstrecke? Eine starke Linke braucht man bei der S2R schon, sonst fallen dir nach einer Stunde Kuppeln die Finger ab. Dafür sollte man mit der Rechten schon vorsichtiger zulangen. Obwohl hier alles nach Racing riecht, verfügt auch die S4R wie die anderen zwei Monster über Rundinstrumente, wie ich sie gerne hab, die allerdings nicht in jeder Situation ablesbar sind. Die Vibrationen des 996 Motors sind eben nicht die eines 7-Zonen-Vitalpunkt- Massagepolsters. Die S4R geniesst bei Passanten und Verkehrsteilnehmern sicherlich die grösste Beachtung, nicht zuletzt, weil sie mit dem Doppelauspuff auf der rechten Seite wie ein bass-lastiger Marktschreier ständig auf sich aufmerksam macht. Alles an diesem Kunstwerk ist Emotion. Direkt, kernig, roh. Hätte mir lediglich eine härter eingestellte Gabel gewünscht, die beim strengen Anbremsen nicht gleich in die Knie geht wie eine italienische Dirne. 

620: Zwei Schlüssel lagen im heiligen Tabernakel von 1000PS.at immer bereit. Für die S4R und die 620er. Eigentlich machte das die Wahl zu einer eindeutigen. Das dachte ich zumindest so lange, bis ich die 620er einmal fahren "musste". Danach tat ich mir mit der Wahl schon schwerer. Die 620er lässt sich mit dem kleinen Motor und dem 160er Hinterreifen extrem leicht bewegen, fast Supermoto-like. Und dass auch Wheelies möglich sind, hat Nils nicht nur auf dem Eisenstädter Domplatz (a.k.a. Fahrplatz) bewiesen. Es wurde applaudiert. Ich schäme mich dafür, die kleine Monster so lange verschmäht zu haben, suche nach Ausreden, um mein Gewissen zu beruhigen und finde keine. Der Gestrafte bin nun ich, sie muss wieder hinfort. Aber ich habe endgültig erkannt: Der grosse Spass beim Motorradfahren steht in keinem Zusammenhang mit der Anzahl der Pferdestärken.

 



Monster Familie 2005


Monster 620

Preis: 8.495€
Dark: 7.995€

Motor
Typ Luftgekühlter Zweizylinder in L-Form, 2 Ventile pro Zylinder, desmodromisch gesteuert
Hubraum 618 ccm
Bohrung/Hub 80 x 61,5 mm
Verdichtung 10.5:1
Drehmoment 55.9 Nm - 5.7 Kgm bei 6750 U/min
Leistung 46.4 kw - 63 PS bei 9500 U/min
Gemisch Elektr. Kraftstoffeinspritzung
Getriebe 6 Gänge
Antrieb Kette
Chassis 
Rahmen Stahl-Gitterrohrrahmen
Radstand 1440 mm
Sitzhöhe 770 mm
Trockengewicht 168 kg
Tankinhalt 14 + 3 l
Reifen vorne 120/60 ZR 17
Reifen hinten 160/60 ZR 17


Monster 1000/S

Preis: 11.995€
S: 12.975€

Motor
Typ Luftgekühlter Zweizylinder in L-Form, 2 Ventile pro Zylinder, desmodromisch gesteuert
Hubraum 992 ccm
Bohrung/Hub 94 x 71.5 mm
Verdichtung 10:1
Drehmoment 94.2 Nm - 9.6 Kgm bei 6000 U/min
Leistung 69.2 kw - 94 PS bei 8000 U/min
Gemisch Elektronisch gesteuerte Marelli Einspritzanlage, Drosselklappendurchmesser 45 mm
Getriebe 6 Gänge
Antrieb Kette
Chassis 
Rahmen Stahl-Gitterrohrrahmen
Radstand 1440 mm
Sitzhöhe 800 mm
Trockengewicht 180 kg
Tankinhalt 14 + 3 l
Reifen vorne 120/70 ZR 17
Reifen hinten 180/55 ZR 17


Monster S2R

Preis: 10.495€
Dark: 9.995€

Motor
Typ Luftgekühlter Zweizylinder in L-Form, 2 Ventile pro Zylinder, desmodromisch gesteuert
Hubraum 803 ccm
Bohrung/Hub 88 x 66 mm
Verdichtung 10.5:1
Drehmoment 72.6 Nm - 7.4 Kgm bei 6500 U/min
Leistung 56.7 kw - 77 PS bei 8250 U/min
Gemisch Elektronisch gesteuerte Marelli Einspritzanlage, Drosselklappendurchmesser 45 mm
Getriebe 6 Gänge
Antrieb Kette
Chassis 
Rahmen Stahl-Gitterrohrrahmen
Radstand 1440 mm
Sitzhöhe 800 mm
Trockengewicht 173 kg
Tankinhalt 14 + 3 l
Reifen vorne 120/70 ZR 17
Reifen hinten 180/55 ZR 17


Monster S4R

Preis: 14.995€

Motor
Typ Flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder in L-Form, 4 Ventile pro Zylinder, desmodromisch gesteuert
Hubraum 996 ccm
Bohrung/Hub 98 x 66 mm
Verdichtung 11.6:1
Drehmoment 99.1 Nm - 10.1 Kgm bei 7000 U/min
Leistung 86.1 kw - 117 PS bei 8750 U/min
Gemisch Elektronisch gesteuerte Marelli Einspritzanlage, Drosselklappendurchmesser 50 mm
Getriebe 6 Gänge
Antrieb Kette
Chassis 
Rahmen Stahl-Gitterrohrrahmen
Radstand 1440 mm
Sitzhöhe 800 mm
Trockengewicht 181 kg
Tankinhalt 15 + 3,5 l
Reifen vorne 120/70 ZR 17
Reifen hinten 180/55 ZR 17
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Bericht vom 08.08.2005 | 47'009 Aufrufe

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