Triumph Tiger

Triumph lässt den Tiger von der Leine. Volle Leistung, volles Fahrwerk, volle Performance. 1000PS prüft in Ronda.

Die Bergstrasse hinauf nach Ronda verlangt viel Performance und viel Mut. Die Radien sind schnell und die Abhänge neben der Strasse tief und steil. Doch die Tiger zeigte sich unbezwingbar.

Triumph Tiger - Das Video

Die Triumph Tiger auf herrlichem andalusischem Asphalt. Hinauf nach Ronda, in den Bergen, an der Küste. Diesmal gibt es sogar zwei Videos. Nicht weil unser Videofreak Cimple Moritz so kreativ ist, sondern weil NastyNils ein unglaublicher Eierbär beim Filmen ist. Cimple Moritz schwafelt beim Sichten des Materials nur "Oida, das Onboard Zeug hast mit NTSC-HDV gefilmt und die Standbilder mit PAL in Standardauflösung. Das passt nicht zsam".

 Ich senke demütig mein Haupt und präsentiere diesmal 2 Videos. Teil 1: Landschaft, Tiger und Technik, Teil 2: Kurven, Kurven und Kurven.

Schnitt: Cimple Moritz
Videodreh: NastyNils

Vertonung: Putz & Stingl

   
   

Die Tiger in Fahrt

   

50km Kurven - Nur zum Aufwärmen

Nachdem wir bereits seit 50km kein gerades Strassenstück mehr gesehen haben, taucht hinter der nächsten Kurve ein verheissungsvolles Verkehrsschild auf. „Vorsicht! kurvenreiche Strasse!“ Alles klar. Die letzen 1000 Kurven waren also nur eine Aufwärmübung für das grosse Finale. Ich schalte einen Gang zurück und hebe den 3-Zylindermotor auf Drehzahlniveau 6.000. Die perfekte Ausgangsbasis für ein grandioses Inferno.

Die halbe Modellalette in einem Bike

Triumph bringt für die Saison 2007 ein extrem interessantes Motorrad. Die Triumph Tiger wurde nicht mit Gewalt in vorhandene Produktsegmente gezwängt , sondern cool und lässig über jegliche Vorgaben der Konkurrenz hinweg entwickelt. In diesem Bike finden sich Zutaten aus den verschiedensten Motorradkategorien. Auf dem Papier eine perfekte Mischung, mal sehen was die nächsten 1000 Kurven dazu sagen.

Eine grosse Supermoto mit Komfort!

Beim Umlegen ist die Tiger ein echtes Universaltalent. Das Fahrwerkslayout ist eine Mischung aus Supermoto, Nakedbike und Big-Enduro. Das Bike lässt sich mit unterschiedlichsten Stilrichtungen in die Kurve legen. Immer super exakt und wenn nötig auch verdammt schnell. Die blinden Ecken hier in Andalusien nehme ich mit der Tiger sehr aufrecht sitzend und mit breiten Ellenbogen. So habe ich im gesamten Kurvenverlauf die meisten Reaktionsmöglichkeiten und bin Bergziegen und Lastwägen nicht hilflos ausgeliefert. Sitzt man so im Sattel der Triumph, könnte man meinen eine wendige Supermoto zu dirigieren. Einzig der relativ breite und komfortable Sattel erinnert daran, dass man eigentlich auf einem „vernünftigen Reisemotorrad“ (so wird der Neukauf in Mehrpersonenhaushalten verteidigt) sitzt. In den wenigen Spitzkehren warte ich mit dem Umlegen besonders lange, drücke dann mit einem kräftigen Impuls auf maximale Schräglage und bleib hier nicht länger als unbedingt nötig. Auch hier sind die 6000 Touren am 3-Zylindermotor eine perfekte Ausgangsbasis für eine Demütigung der Reisekollegen. Traktion liefert die Kombination Motor, Fahrwerk und Reifen genug und so brilliert die Triumph am Ende jeder Kurve. Hier ist es tatsächlich so, dass man mit dem 3-Zylindermotor einfach einen Gang weniger braucht als mit jedem anderen Motorkonzept.

Volle Stabilität in langen Kurven

Eine liebenswerte Eigenheit hat auch die neueste Triumph bei langen, schnellen Radien behalten. Das Motorrad folgt mit strenger britischer Ordnung den Befehlen des Piloten. Stellt man sich die gewünschte Schräglage am Kurveneingang ein, könnte man im Prinzip die Hände vom Lenker nehmen und das Bike fährt die Kurve mit exakter Schräglage zu Ende. Mit dieser Ausgeglichenheit kann man in langen Kurven total relaxed den Gasgriff immer weiter öffnen. Die Linie wird stur zu Ende gezogen.

Hang off mit Komfort

Doch auch Akrobaten am Bike werden nicht enttäuscht. Im Hang off fährt sich die Tiger fast wie ein Naked Bike oder ein Sporttourer. In die Jahre gekommene Supersportpiloten können hier ihren sportlichen Fahrstil beibehalten, erfreuen sich aber über vollen Komfort für Bandscheiben, Genick und Unterarme.

Erste Zweifel machten sich breit! Rechts ran!

Als der Asphalt schlecht und wellig wurde, begann ich für kurze Zeit an der Tiger zu zweifeln. Der Kollege auf dem Naked Bike im Rückspiegel hatte mit den starken Bodenwellen zwar noch viel stärker zu kämpfen, doch von der Tiger mit den üppigen Federwegen hätte ich mehr erwartet. Ich fuhr rechts ran und begann nachzudenken. Normalerweise rühr ich beim Fahrwerk keine Schraube an, doch diesmal war es an der Zeit den geistigen Horizont zu erweitern. Das Tiger-Fahrwerk bietet volle Einstellmöglichkeiten und somit viel Potential für ein lausiges Setup. Bei der Tiger ist es tatsächlich so, dass sowohl Zug- und Druckstufen Schrauben nicht bloss zur Show zum Verdrehen sind, sondern tatsächlich Wirkung zeigen. Mit ein paar Handgriffen stellte ich mir ein überraschenderweise tadelloses Setup ein und erfreute mich an einem neuen Fahrgefühl. Fahrwerkstüfteleien sind in der Klasse der Big Enduros im Normalfall ein spanisches Dorf für die meisten Piloten. Bisher bietet einzig die KTM Adventure ein voll einstellbares Fahrwerk mit extrem vielen Möglichkeiten. Doch zukünftige Tigerkunden, welche bisher japanische Wahre gewohnt waren, sollten sich die Mühe machen damit zu experimentieren. Es macht Spass mit ein und demselben Motorrad sowohl eine echt komfortable Reiseenduro als auch ein sportliches Nakedbike in der Garage zu haben.

Unantastbar - Der Dreizylindermotor

Für Triumphfans ohnehin eine Bank ist der Dreizylindermotor. Gebetsmühlenartig predigen mir Speed Triple Piloten und Tiger Fahrer die Vorteile ihrer Bikes. Drehmoment im unteren Drehzahlbereich vom 2-Zylinder und Drehzahlreserven fast wie bei einem Vierzylinder. Die Triumph Fans haben im Prinzip recht. In ein kurvengieriges Motorrad wie die Tiger 1050 passt ein Dreizylinder besonders gut. Bei den ersten Kilometern mit einem Dreizylinder fahr ich mit dem Motor leider viel zu oft in den Begrenzer. Für meinen Geschmack macht der Motor genau dort Schluss wo es gefühlsmässig am schönsten ist. Sound, Vibrationen und Punch sind gerade am Zenit wenn die Steuereinheit Schluss macht. Doch es dauert nicht lange und die japanisch kreischende Drehzahlsensorik im Kopf wird britisch.

230 kein Problem, langsames Cruisen ebenso

Vom tiefsten Drehzahlkeller bis ca. 4000 Umdrehungen halte ich den Motor wenn es sanft zur Sache geht. Laufkultur und Gasannahme lassen auch hier keine Wünsche offen. Auch im Sechser kann man hier schaltfaul aus den 80er Zonen cruisen. Bis 6000 Touren fahre ich immer dann, wenn ich unentschlossen im Sattel sitze. Erst wenn es ernst wird, lass ich die Nadel über 6000 Touren steigen. Hier haben Tiger Fahrer ein perfektes Drehzahlband bis 10.000 Touren zur Verfügung. Man braucht keinen Prüfstand um zu spüren wie vehement hier die Tiger aus den Kurven schiebt. Sämtliche Mitbewerber im Bereich der Big-Enduros sind hier unterlegen. Die Tiger fährt hier in einer Liga mit den sportlichen Naked-Bikes. Die Tachonadel winkt schnell in mühelos über die Marke 230 km/h und auch das Fahrwerk zeigt bei den schnellen Autobahn-Passagen noch keine Schwächen.

Männermoped

Die Triumph wird vermutlich ein echtes Männermotorrad werden. Erstens wegen der Sitzhöhe, welche jener von klassischen Reiseenduros sehr nahe kommt und zweitens wegen den Hebeln für Bremse und Kupplung. Für beide sind lange Finger nötig und die mechanische Kupplung benötigt auch ein wenig Schmalz in den Fingern. Die hydraulischen Gegenstücke der Mitbewerber bieten hier mehr Komfort. Nichts zu meckern gibt es jedoch bei Dosierbarkeit und Wirkung.

Sportliche Bremsen

Beide Bremsen wurden richtig, nämlich für ein sportliches Motorrad, dimensioniert. Auch hier griffen die Triumph Ingenieure nicht ins Teileregal der Tourenbikes, sondern zu den Sportlern. Gediegene Reiseenduristen werden bei den ersten Bremsmanövern noch überrascht sein. Das agile Fahrwerk, gepaart mit den kräftigen Bremsen führt zu etwas mehr Unruhe in der Bremszone als man es von Reisedampfern in der Big-Enduro Klasse gewohnt ist.

Trotz Sportlichkeit auch Komfort

Trotz der sportlichen Abstimmung kommt aber auch der Geniesser nicht zu kurz. Denn bei Triumph wusste man wo Komfort, und wo Sportlichkeit gefragt ist. Bei der Sitzbank hatten klar die gemütlichen Ingenieure das Sagen. Lange Touren, alleine oder zu zweit, werden sicherlich nicht durch Schmerzen am Hintern scheitern.

In Sachen Windschutz ist die Tiger sicherlich nicht Klassenprimus der Big-Enduro Liga sondern spielt hier eher bei den Sporttourern mit. Für mich wurde hier der richtige Mittelweg gewählt. Die Optik passt und der Windschutz ist okay.

Die breiteste Käuferschicht!

Insgesamt ist die Triumph ein Bike, welches derzeit theoretisch die wohl breiteste Käuferschicht anspricht. Reiseenduristen, Tourerpiloten, Naked-Biker oder Sport-tourer werden hier eine interessante Mischung vorfinden. Einzig echte Hardcore Weltenbummler, welche mit einer Big-Enduro echte Offroad Passagen bezwingen möchten, werden mit der Triumph Tiger nicht bedient.  Eingefleischte und langjährige Lenker einer der oben genannten Gattungen sollten einmal einen Blick über den Tellerrand wagen und sich dieses interessante Konzept im Sattel ansehen. Triumph ist es gelungen ein Bike für viele Klassen anzubieten ohne dabei in einzelnen Bereichen zu grosse Kompromisse einzugehen.

 

Die wichtigsten Tiger Features auf einen Blick

Impressionen - Triumph Tiger (Klicken zum Vergrössern)

Triumph Tiger 1050 Triumph Tiger 1050 Triumph Tiger 1050
Radial verschraubte Bremssättel mit Upside Down Gabel. Diese ist auch voll einstellbar. Würdige Hinterbremse und hochwertige Schwinge.
Triumph Tiger 1050 Triumph Tiger 1050 Triumph Tiger 1050
Aggressive Frontverkleidung. Zu aggressiv für biedere Big-Enduro Kunden? Der Pilot sitzt perfekt integriert im Bike. 3-Zylinder Herz mit 115 Pferden. Neue Big-Enduro Dimensionen. Klare Nummer 1.

Triumph Tiger - Die Farben

 

 Am schönsten ist die Triumph Tiger 1050 in..

Schwarz
Blau
Gelb
Weiss

 

 
 

Triumph Tiger - Technische Daten

 
Motor
Typ Flüssigkeitsgekühlter DOHC-Reihen-Dreizylinder
Hubraum 1050cm³
Bohrung/Hub 79 x 71,4mm
Verdichtung 12.0:1
Gemischaufbereitung/Abgasreinigung Elektronische Mutlipoint-Kraftstoffeinspritzung / G-Kat
Zündung Digital induktiv über elektronisches Motormangement

Kraftübertragung

Primärantrieb Zahnrad
Sekundärantrieb X Ring Kette
Kupplung Mehrscheiben-Ölbad
Getriebe 6-Gang

Fahrwerk

Rahmen Leichtmetall-Brückenrahmen
Schwinge Leichtmetall-Zweiarmschwinge
Vorderrad Leichtmetall-Guss, 17 x 3.50
Hinterrad Leichtmetall-Guss, 17 x 5.50
Reifen vorn 120/70 ZR17
Reifen hinten 180/55 ZR17
Radaufhängung vorn 43 mm Upside-Down-Telegabel, einstellbar in Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung
Radaufhängung hinten Zentralfederbein, einstellbar in Federbasis und Zugstufendämpfung
Bremse vorn 2 x 320 mm schwimmend gelagerte Scheiben, radial montierte 4-Kolben-Festsättel
Bremse hinten 255 mm-Scheibe, Doppelkolben-Schwimmsattel

Abmessungen

Länge 2110mm
Breite (Lenker) 840mm
Höhe 1320mm
Sitzhöhe 835mm
Radstand 1510mm
Lenkkopfwinkel/Nachlauf 23,2º/87,7mm
Trockengewicht 198kg (ABS-Version 201kg)
Nennleistung 84 kW (115 PS) bei 9.400 U/min-1
Maximales Drehmoment 100 Nm bei 6.250 U/min-1
   
Preis Österreich:

12.490.- €, ABS-Version 13.490.- € (inkl. Nova und MwSt.)

Preis Deutschland: 10.240.- €, ABS-Version 11.240.- € (zzgl. Überführung und NK 250.- €)
 

Die Triumph Tiger wird auf der Messe Motorrad 2007 LIVE in Österreich zu sehen sein.
Wann: Von 26.-28. Jänner 2007
Wo: Design Center Linz
Link: http://www.bikelinz.at/

   
 

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Bericht vom 21.01.2007 | 69'017 Aufrufe

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