Derbi Variant Sport 12

Kompakter Stadtflitzer von Derbi im sportlichen Design.
Derbi Variant Sport 125
 

Derbi Variant Sport 125

Der neue Derbi Variant Sport 125 ist ein günstiger Spanier mit bewährtem italienischem Erbgut.

   

Neu angetreten im Modellportfolio der spanischen Piaggio-Konzerntochter Derbi ist der Variant Sport 125. Wem bei diesem Spanier etwas italienisch vorkommt, der liegt nicht falsch: Der Katalane führt die Modellgeschichte des Aprilia Sport City fort. Bei 122 Kilo Fahrfertig-Gewicht kann man in der Stadt mit seinen knapp mehr als zehn PS sehr gut auskommen. Auch mit dem recht niedrig gehaltenen Anschaffungstarif.

Im Piaggio-Konzern geht’s zu wie bei der Fiat-Gruppe: Die Rollen werden neu gemischt und verteilt. Eine Marke wird der günstigen – Derbi -, eine der sportlichen – Gilera -, eine der praktischen – Piaggio -, eine der kultigen – Vespa - Abteilung zugeordnet. Teils wechseln dabei einzelne Modelle die Labels.
So – oder so ähnlich – verhält es sich mit dem Neuzugang bei Derbi: dem Variant Sport 125. Er sieht dem Aprilia Sport City nicht bloß sehr ähnlich, er ist es auch. In der Fachsprache wird das „Brand Engineering“ genannt. Was aber wiederum nicht heißt, dass die Aprilianer das Modell nun abgegeben haben, sie fahren mit dem Sport City Cube – den es in den Hubraum-Varianten 125 bis 300 ccm gibt – auf der sportlichen Stadtlinie weiter, in der Achtelliter-Klasse mit 15 PS.

Derbi Variant Sport

Derbi Variant Sport 125: Die Ähnlichkeiten mit dem Aprilia Sport City sind kein Zufall.

Derbi Variant Sport 125

Von allen Seiten betrachtet: schnörkelloses und sportlich-dynamisches Styling.


Bewährte Technik im sportlichen Design

Ungeachtet dieser Rollenverteilung präsentierte der Piaggio-Konzern im vergangenen Herbst den Variant als typischen Spanier.

Wohl um ihn verbal flotter zu machen fügte man dem an sich faden Namen „Variant“ ein „Sport“ hinzu. Was dem, der sich für ihn entscheidet, ziemlich egal sein kann. Denn hinter dem Neu-Branding steckt, was sich unter dem Aprilia-Logo bewährt hat: solide Technik auf die leichte (Bau-)Art. Mit 122 Kilo fahrfertig wirft sich der 125er nicht allzu schwer auf die Waagschale.

Sein Styling ist sportlich-minimalistisch ohne Schnörkel und ohne Enträtsel-Aufgaben: Dazu gehört unter anderem der unverbaute Durchstieg und das gut überschaubare Cockpit. Optische und technische Auffälligkeit ist das Mono-Federbein, das rechsseitig über dem Motor aufrecht stehend positioniert ist.

Das mögliche Leistungslimit für die B-Schein-Klasse – 15 PS – schöpft der Variant nicht aus, es sind ganze 10,6 PS. Doch angesichts des bereits erwähnten moderaten Gewichts kann man damit gut auskommen. In der Stadt sowie auf der Stadtautobahn. Autobahn-Etappen werden, wenn notwendig, wohl eher auf der ganz linken Spur stattfinden.

Dessen ungeachtet zeichnet sich der luftgekühlte 124ccm-Einzylinder durch hohe Munterkeit aus. Das Vortriebsverhalten der Variomatik erfordert ein klitzekleines Mass an Geduld. Es kann aber auch sein, dass man inzwischen vom neuen Dreiventil-Motor – wie er in der Vespa 125 S und LX heuer debütiert hat – verwöhnt ist. Trotzdem ist man an der Ampel den meisten Autofahrern überlegen und mindestens eine Nasenlänge voraus.

Derbi Variant Sport
Derbi Variant Sport 125

Solide Fahreigenschaften

So solide wie Motor, Fahrwerk und Federung sind auch die Bremsen – vorne Monoscheibe, hinten Trommel - des Grossrad-Kandidaten. Sie packen zwar nicht über die Massen energisch, aber zuverlässig und standfest zu. Auch ist die Geradeausfahr- sowie Kurven-Stabilität über jeden Zweifel erhaben. Die Federung kann, recht stramm und streng sein. Tiefe Löcher und garstige Unebenheiten melden die Aufhängungs- und Dämpfungs-Elemente ungespitzt ans Kreuz oder an die Handgelenke weiter.

Wie gewohnt hoch angepriesen wird von den Piaggio-Leuten das Kapitel Praxis. Der Stauraum unter der 775 Millimeter niedrigen Sitzbank soll einen Integralhelm aufnehmen können. Dieser müsste aber sehr klein geschnitten sein und darf keinen Spoiler haben. Besser dort zu parken ist eine durchschnittlich grosse Damenhandtasche, die man allerdings auch am obligaten Gepäckhaken aufhängen kann. Ein Staufach in der Frontschürze gibt’s auch, sogar verschliessbar, allerdings ist hier das Fassungsvolumen durch das nicht gerade zart gebaute Scharnier ziemlich eingeschränkt. Zwei weitere Details im Kapitel Praxis: einen Seitenständer bietet der variable Sportler nicht. Dafür einen klassischen Kick-Starter.

Derbi Variant Sport 125

An Zubehör offeriert Derbi die klassen-üblichen Optionen: Topcase, Windschild hoch oder sportlich, Rückenlehne, Gepäckträger und Alarmanlage. Die Farbskala ist schnell umrissen: Es gibt Weiss, Schwarz und Rot.

Angesichts der kommenden Änderung des Führerschein-Gesetzes, gemäss der ab 1. 1. 2013 bereits 16-jährige auf 125er-Eisen aufsteigen dürfen, ist das schicke Styling im Verein mit dem bewusst niedrig kalkulierten Preis in jedem Fall ein interessantes Angebot für Neueinsteiger, ebenso für Wiederaufsteiger und Zweiteisen-Aspiranten.


Technische Daten

   
Interessante Links:

Text: 1000ps
Fotos:
Derbi, Beatrix Keckeis-Hiller

Bericht vom 04.09.2012 | 41'660 Aufrufe

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