Tauris Freccia 50 2T

Dank Zweitaktmotor geht der Tauris Freccia 50 erstaunlich flott.
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Tauris Freccia 50 2T Test

 

So wie die Technologie wird auch das Design bei Motorrädern stetig weiterentwickelt. Nur bei den Rollern hemmt eine italienische Stilikone permanent den Fortschritt - und wir freuen uns sogar darüber! Auch Tauris springt mit dem feschen Freccia 50 2T auf den klassischen Zug auf und gönnt dem herzigen Roller einen erstaunlich kräftigen Motor.

 
Grundsätzlich bin ich offen für alles - zumindest motorisierte Zweiräder betreffend. Irgendwo ist aber auch mal Schluß, ein 50 Kubik-Moperl wollte ich eigentlich nie wieder in meinem Leben fahren. Ich bin schon froh, diese Erfahrung ab 16 gemacht zu haben, als ich mit 18 Jahren dann aber auf ein Motorrad wechseln durfte, war diese Ära der schleichenden Fortbewegung endgültig vorbei - dachte ich. Nun stand er aber da, der Tauris Freccia 50 2T mit seinen herzigen Formen, nicht unabsichtlich einer Vespa sehr ähnlich. Und niemand wollte ihn fahren, ich eigentlich auch nicht, hatte ich doch noch von meiner Jugend in Erinnerung, dass ich mein Moped von damals bergauf im Zickzack bewegen musste, um vor lauter Schwäche nicht umzufallen und bergab schonungslos von ambitionierten Radfahrern geschnupft wurde. http://www.motorrad-bilder.at/thumbs/500x375/slideshows/291/011286/tauris_freccia-34.jpg?new

Tauris Freccia 50 2T (33 Fotos) - hier klicken!


Als langjähriges Vier-Pfoten-Mitglied habe ich aber ein hohes Maß an Mitleid in mir und nahm mich sogleich des geschmähten Rollers an - und sollte überaus positiv überrascht werden. Bereits die erste Sitzprobe fällt ganz gut aus, immerhin ist der Freccia 50 mit seinen 89 Kilo sehr schlank, mutet aber keineswegs fragil oder unterdimensioniert an. Ganz im Gegenteil, die Sitzposition entspricht dem 125er-Modell und besitzt damit eine Geometrie, die auch größeren Piloten passt. Der Fußraum hinter der schützenden Schürze ist luftig, was aber auch an der langen und gut gepolsterten Sitzbank liegt, auf der man weit nach hinten rutschen kann. Zu zweit bekommt man mit meiner Statur gewiss Platzprobleme.

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Der agile 2-Takter bringt Leben ins 50er-Segment.


Beim Starten kommt dann wieder die Erinnerung, dass es sich hierbei nicht um einen herzigen 125er-Roller handelt sondern um ein noch herzigeres 50erl, das sich nun gleich mit dem doppelten Eigengewicht herumplagen muss. Also Gasgriff voll umdrehen und die Füße unten lassen, damit ich nicht umfalle. Aber siehe da, alles ganz anders als erwartet, der Tauris Freccia 50 2T zieht agil weg und erinnert eher an einen 125er-Roller als an ein Moped. Dem luftgekühlten Zweitakt-Motor sei Dank, bis 50 km/h ziehen die läppischen 4,4 PS bei 8500 Touren erstaunlich flott an. Auf der Geraden schwingt er sich dann auf stolze 70 km/h und bergab ginge durch die fehlende Motorbremse des Zweitakters sogar noch ein bisserl mehr. http://www.motorrad-bilder.at/thumbs/500x375/slideshows/291/011286/tauris_freccia-29.jpg?new

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Die Armaturen orientieren sich stark am italienischen Vorbild, 80 km/h sind keine Utopie. Das Fach unter der Sitzbank ist für einen Helm zu klein, dafür frisst das Topcase sogar einen INtegralhelm.
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Mit seinem Retro-Look passt der Tauris Freccia 50 2T bestens in die derzeitige Roller-Mode. die Verarbeitung ist gut, der Zweitakt-Motor überraschend kräftig.

All jenen, die nun aufschreien und darauf hinweisen, dass solch ein Moped doch nur 45 km/h gehen dürfte, sei gesagt, dass es ganz kontrovers sogar sicherer ist, wenn Mopeds etwas schneller fahren - ich wurde damals mit meinem wirklich schwachen Moped nicht nur einmal von Autofahrern als Freiwild eingestuft und rücksichtslos abgedrängt. Das Argument, die Bremsen wären nicht auf diese Geschwindigkeit ausgelegt, kann ich ebenfalls in der Luft zerfetzen: Die Bremsanlage des Freccia 50 2T mit jeweils einer Scheibe vorne und hinten basiert auf jener des 125er-Modells, das mit seinen 8 PS definitiv noch schneller geht.

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+ Stärken:
Coole Retro-Optik, kräftiger Zweitakt-Motor, gute Bremsen, bequeme Sitzposition, ordentliche Verarbeitung, ausgewogenes Fahrwerk, geräumiges Topcase, angemessener Preis.

- Schwächen:
schlechtes Kaltstartverhalten, wenig Platz unter der Sitzbank, kein Handschuhfach in der Schürze.

 

Vaulis Fazit:
Am Ende bin ich sehr froh, dass ich die Zeit um über zwei Jahrzehnte zurück gedreht habe und mir noch einmal einen 50 Kubik-Roller "angetan" habe. Erstaunlich, wie flink so ein erwachsen wirkendes und stabil gebautes Moped beschleunigt - und auch wieder stehen bleibt. Wer nicht weiß, dass es sich um ein 50erl handelt, könnte zumindest im Stadtbetrieb meinen, auf einem schwachen 125er-Roller zu sitzen. Okay, das Startverhalten in der Früh könnte etwas besser sein und das Fach unter der Sitzbank ist ziemlich klein geraten, da schafft aber das serienmäßige Topcase am Heck Abhilfe indem es einen Vollvisierhelm schluckt. Selbst der Preis von knapp 1500 Euro geht für die gebotene Leistung voll in Ordnung - tja, blöd, jetzt wäre ich doch gern wieder 16...

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Interessante Links:

Text: Vauli
Fotos:
Kaptain Kukl-Air

Bericht vom 21.07.2014 | 26'886 Aufrufe

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