KTM SX Motocross 2016 Test

KTM SX Motocross 2016 Test

Ossi Reisinger testet die 2016er Offroad-Kanten

Gerade erst wurde Ossi Reisinger Zweiter beim Erzberg Prolog (den er schon zweimal gewinnen konnte) hinter Jungstar Jonny Walker und dem fünfmaligen Erzberg-Sieger Taddy Blazusiak. Davor hat er sich beim KTM Motocross-Test 2016 warmgefahren.

Wenn ein Motocross-Test auf einer ernsten WM-Strecke bei Mailand mit mehr Airtime als in einer gesamten NBA-Saison stattfinden soll, dann tust du als strassenorientierter, erdgebundener Motorradjournalist nur eins: Du rufst Hilfe. Auf einem Rundkurs kann jeder fahren, der ein motorbetriebenes Zweirad lenken kann, ob er für eine Runde 2 oder 4 Minuten braucht. Auf einer Offroadstrecke herumzueiern macht dagegen null Sinn, weil man erstens früher oder später von einem KTM-Kometen wie ein Dino auf der Flucht erschlagen werden wird, und zweitens, weil die Strecke ja nicht das ist, was wir mit freiem Auge erkennen können, sondern weite Teile davon durch die Luft führen.

Selbst Reisinger sprach danach von "weiten Sprüngen" und "hohem Niveau", wobei "hoch" wahrscheinlich zweideutig zu verstehen war. Anfangs noch etwas matschig, trocknete es bis Mittag auf und es konnte sauber angeschraubt werden. Die Strecke war gut in Schuss, fast zu gut, denn Ossi konnte mangels fehlender Unebenheiten und Schläge das Fahrwerk nur bedingt fordern, also auch die neue Luftfedergabel der SX-Modelle. Die gute Abstimmung und die Tatsache, dass die Gabel nie durchgeschlagen hat, haben ihn aber überzeugt. KTM verspricht ausserdem, dass die Gabel absolut dicht hält und bei längerer, intensiver Beanspruchung nicht an Kraft verliert.

Die 125/150er sind die perfekten Einsteigermotorräder, nicht nur für die ambitionierte Jugend. Die 450er ist die Endstufe, ein echtes Männermotorrad, ein Monstertruck auf zwei Rädern, der nur mehr knapp 100 kg wiegt.

Neue Chassis

Ein leicht geändertes Profil da, um Millimeter versetzte Fussrasten dort und natürlich ein optimiertes Fahrwerks-Setup. Damit erschöpfen sich meist die "umfangreichen" Änderungen der aktuellen Motocross-Modelle, weil man eben das Rad nicht Jahr um Jahr neu erfinden kann. 2016 aber hat KTM seine Off-Räder neu erfunden und nicht weniger als 90% der Teile am Kantenkörper neu entwickelt. Rahmen, Fussrasten, Schwinge, Umlenkung und Stossdämpfer, dazu eine mit WP Suspension entwickelte AER 48 Air Gabel (ein Ventil, um den Luftdruck einzustellen, Zweikammernsystem, Zug- und Druckstufe in 30-Clicks einstellbar) - bei den Gatschhupfern blieb kein Stein auf dem anderen (alle Modelle ausser 250 SX). Im Zentrum stand auch diesmal die Zentralisierung der Massen, was beim Motocross extreme Änderungen im Handling zur Folge hat, die unser Testfahrer Ossi Reisinger auch ganz klar spüren konnte. Neutrales Flugverhalten, abartiges Abbiegen, hochgelobtes Handling. Bewegungen, die neben dem ersten 450 SX-Weltmeistertitel noch mehr World Domination aufbauen werden.

Neue Motoren

Wer viel weiss, will noch mehr wissen, lautet ein kluger Satz. Leider weiss ich nicht mehr, wer ihn gesagt hat. Aber umgelegt auf die Mattighofener Masterminds müsste er lauten: Wer schnell ist, will noch schneller werden. So das einzig erklärte Ziel der Ingenieure und Testfahrer bei der Entwicklung der neuen, kompakteren und leistungsstärkeren 4-Takt-Motoren und des neuen 125 ccm-Zweitakters. Die Viertaktmodelle verfügen jetzt über ein modernes Launch Control System, ein modernisiertes EMS mit schnellerer ECU sowie eine neue Drosselklappe und verschiedene Fahrmodi. Motocross-Profi Ossi Reisinger bleibt ehrlich und meint, er vertraut auch bein Start immer noch sich selbst und seinem Gefühl in der linken Hand am meisten. Er allein will diesen Moment kontrollieren und dass er das kann, beweist seine Erfolgsserie beim Erzberg und bei nationalen Meisterschaften. Nur ist nicht jeder ein Reisinger und je weiter runter man im Talenteregister geht, desto mehr Bedarf wird für die Launch Control sein.

Gewichtsreduktion KTM SX Modelle 2016

EU ModelleMY 15MY 16Gewichtsersparnis
125 SX90.4 kg87.8 kg-3,00%
250 SX-F102.2 kg98.5 kg-3,60%
350 SX-F104.5 kg99.9 kg-4,40%
450 SX-F105.5 kg100.4 kg-5,00%

Viertakt-Motormanagement

Engine Management System (EMS)
Keihin EMS mit elektr. Benzineinspritzung
44 mm Drosselklappendurchmesser
Angetrieben von einem um 100g leichteren AC Generator
Schnellere ECU
Optional: Einheit zum Einstellen individueller Mappings

Motoren 250 SX-F / 350 SX-F

  • Neue Motorengehäuse
  • Neue Motorendeckel
  • Kompakteres Design
  • Längere Serviceintervalle
  • Luftfilter noch einfacher zu wechseln
  • Neuer Zylinderkopf
  • Kürzerer Zylinder (78/88 mm Bohrung)
  • Geschmiedeter Kolben
  • Verdichtung 14.4/14.0:1
  • Neue Kupplung
  • Neues 5-Gang Getriebe
  • Neuer Schaltmechanismus
  • Neuer "No-Dirt" Schalthebel
  • Leistung: 46 / 58 PS
  • 1.1/1.0 kg Gewichtsreduktion
  • Motoren um 20 mm kürzer

Motor 450 SX-F

  • Neue Motorengehäuse
  • Neue Motorendeckel
  • Kompakteres Design
  • Nockenwelle mit 13% mehr Massenträgheit, aber 100 g weniger Gewicht
  • Verbesserte Balance
  • Kürzeres Pleuel
  • Um 6 mm kürzerer Zylinder
  • Minimierte Vibrationen
  • Neuer SOHC Zylinderkopf
  • Vier ultraleichte Titanventile
  • Optimierte DDS Kupplung mit integriertem Dämpfungssystem
  • Überarbeitetes Getriebe - 4-Gang (EU) und 5-Gang (US)
  • Leistung: 62 PS
  • Drehmoment: 52 Nm
  • Um 1.8 kg leichter
  • Extrem kompakter Motor: 23 mm kürzer, 9 mm niedriger, 27 mm schmäler

Motoren 125 SX/150 SX

  • Neues Kurbelgehäuse
  • 600 Gramm leichter
  • Neuer Zylinder, Zylinderkopf und Powervalve
  • Bessere Kühlung
  • Überarbeiteter Kolben
  • Neues 6-Gang Getriebe, Breite um 6 mm reduziert, Gewicht um 200 g reduziert
  • Kurbelwelle um 50 g leichter, 54.5 mm Hub
  • Kupplung hydraulisch von Brembo
  • Motor um 2 kg leichter

Bericht vom 10.06.2015 | 57'312 Aufrufe

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