Motorrad-Quartett: Kawasaki Versys 1000 Test

Motorrad-Quartett: Kawasaki Versys 1000 Test

4 Fahrer, 1 Motorrad. Die 1000PS-Redaktion testet

Das 1000PS Motorrad Quartett: 4 Fahrer, 10 Motorräder. K.OT, NastyNils, Vauli und Zonko fahren die Bikes der Roadshow on Tour 2016.

Als der Kollege die Möglichkeit einer grünen Bigenduro mit dem Reihenvierzylinder aus der Z1000 am Mittagstisch offen aussprach, hielt ich die Idee für absurd und glaubte nicht an deren Umsetzung. Die ideale Zylinderanzahl für derlei Motorräder ist 2, das Problem ist aber weniger die Anzahl, es ist die Anordnung.

Der Motor ist breit gebaut und nicht nur drehfreudig, sondern drehbedürftig. Wer würde so einen Motor bei seinen Abenteuern auf und abseits der Strasse wollen? Was ich damals noch nicht so deutlich gesehen habe, war, dass sich Bigenduros zunehmend zu modernen Sporttourern entwickeln würden. Bei der vergangenes Jahr vorgestellten BMW S 1000 XR wunderte sich niemand mehr über deren Motorisierung und kaum noch jemand fragt nach ihrer Offroadtauglichkeit.

17" Felgen, hohe Federwege

Die 17“-Felgen dieser Fahrzeuge sind sportlich bereift, das Fahrwerk auf den Asphalteinsatz abgestimmt. Die Federwege sind zwar grösser als bei Sportlern und Naked Bikes, dienen aber mehr dem Komfort auf befestigten Strassen als der Einsatzmöglichkeit auf Schotter. Die Versys 1000 ist mit ihren 250 kg vollgetankt kein Leichtgewicht, was durch ein agiles Handling während des Fahrens aber kaum noch auffällt.

21 Liter Tankinhalt für grosse Reichweite

Viele würden diesen Motorrädern diese Dynamik nicht zutrauen, 120 PS und ein Drehmoment von 102 Nm machen die grosse Versys zu einem harten Gegner im Winkelwerk und auf offener Strasse. Übertragen wird die Kraft über ein Sechsganggetriebe und Kette an den Hinterreifen im Format 180/55-17. Wenn das Gefecht mal wieder etwas länger dauert, hilft nicht nur ein Snickers, sondern auch die 21 Liter Tankinhalt, die den 1043 Kubik grossen, flüssigkeitsgekühlten Viertakter speisen.

Ausstattung wie ein Supersportler

Wenn man an den Ursprung der klassischen Abenteuermotorräder denkt, ist es unglaublich, wie sportlich sich so ein Stelzensportler heute fahren lässt. Aber die Motorradkategorien und –Typen verändern sich, werden weiterentwickelt, verschmelzen oder verschwinden. Früher liess sich hohe Stabilität mit grösseren Federwegen und komfortabler Geometrie nicht vereinen, heute ist das möglich.

In der Versys steckt eine 43 mm Upside-Down-Gabel mit zwei 4-Kolbenbremssätteln, durch die 310 mm grosse Scheiben im Petal-Design laufen. Zusammen mit der Bereifung in den Formaten 120/70-17 und 180/55-17 würde diese Ausstattung auch einem Supersportler gerecht werden. Dazu gibt es noch eine Rutschkupplung für den knackigen Kurveneingang, eine 3-stufige Traktionskontrolle und zwei Leistungsmodi.

Dual Purpose?

Kawasaki selbst führt die Versys 1000 unter der Kategorie „Dual Purpose“, was soviel wie „zwei Einsatzgebiete“ bedeutet. Im Gelände sehe ich das Fahrzeug nicht, also nicht einmal auf Schotter. Es ist ein sportliches Alltagsmotorrad mit hohem Nutzfaktor, das am Wochenende sehr viel Spass machen kann. Mit der Versys haben die Grünen einfach etwas gewagt, das bereits Nachfolger gefunden hat, eine Kreuzung zwischen einer Bigenduro und einem Sporttourer. Das muss einem nicht gefallen, aber Kawasaki hat schon immer polarisiert.

Motorrad-Quartett 2016: Alle Testberichte

Fazit: Kawasaki Versys 1000

Vor einigen Jahren haben wir eine Bigenduro mit Reihenvierzylinder-Motor nicht für möglich gehalten, doch Kawasaki hat uns eines besseren belehrt und mittlerweile sogar Nachahmer gefunden. Allerdings würden wir die Versys mehr zur Kategorie der Sporttourer zählen als zu den Enduros, weil sie zu 100% auf den Strassenbetrieb abgestimmt ist. Dort lehrt sie aber sogar echten Sportlern das Fürchten. Der Motor hängt gierig am Gas, hat satten Druck von unten und lässt sich gleichmässig nach oben drehen. Bei höherem Tempo muss man aufgrund der Geometrie auf ein wenig Stabilität verzichten.

1
Vorteile
  • nachgeschärfte Optik
  • entspannte Sitzposition
  • verstellbares Windschild
  • gut abgestimmter Motor
  • günstiger Preis
1
Nachteile
  • Windschild manuell bedienbar
  • keine Ganganzeige

Bericht vom 18.06.2016 | 26'778 Aufrufe

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