Yamaha WR 250 F 2017 Test

Yamaha WR 250 F 2017 Test

Edi E startet Dauertest

Erstes Dauertest update der Yamaha WR 250F. Dieser Weg wird kein leichter sein, er war bislang steinig und schwer, doch die Yamaha überzeugte auf ganzer Linie.

Im Herbst 2015 hatte ich ja schon das erste Date mit der blauen Maurizius, die Assoziation mit der seltenen Briefmarke ( für die jüngeren Leser, quasi der analoge Handytarif zur Übermittlung von Nachrichten, der nur ganz selten vergeben wurde) deshalb, da die Yamaha in heimischen Fahrerlagern noch eher selten zu sehen ist. Aber die Betonung liegt auf noch. Damals hatte ich Yamaha einige Tage zum Probieren, und das Projekt die Yamaha als Dauertester einsetzen zu können lag auf der Hand, denn es zeichnete sich schon ab, dass sie mehr Potential hat, als ein kurzer Test zeigen kann. Zwischen dem ersten Aufeinandertreffen und dem Beginn des Dauertest wurde die Yamaha nicht geschont und mit 19h und mächtigen Kampfspuren trat sie ihren Dienst Anfang April an.

Die Yamaha ist zwar noch das Modell 2015, doch hat sich bis auf das Dekor und die aktuell schwarzen Felgen nichts geändert. Und ein paar Mehrstunden können bei einem echten Dauertest nicht schaden. Dauertest heisst bei mir, dass sie das ganze Jahr über alles mit machen wird. Hauptsächlich Renneinsätze, Trainings, Touren und jede Menge anderer Fahrer die mal eine Yamaha testen wollen. Werkstattbesuche werden vermieden, ein regelmässiger Ölwechsel muss reichen. So viel zu den Rahmenbedingungen.

Nach den ersten Ausfahrten bestätigte sich das, was sich schon beim ersten Test abzeichnete. Damit die Yamaha motortechnisch ihr wahres Potential ausspielen kann, benötigt sie einen anderen Auspuff. Traditionell stopfen die Japaner ihre Motorräder ordentlich zu. Daher lag hier der Griff ins Yamaha Zubehör Regal nahe und ein Akrapovic Endtopf wurde geordert. Schon nach dem ersten Anstarten fühlte man die Erleichterung der Yamaha. Das unangenehme Ansauggeräusch vom vorne liegenden Luftfilter war wie weggeblasen und der Motor hatte nun keinen Durchhänger mehr im mittleren Drehzahlbereich. Er dreht nun linear von unten bis oben, ohne dabei viel lauter zu werden.

Da ich etwas länger gewachsen bin, bevorzuge ich tiefer gesetzte Fussrasten von Fastway. Bringt echten Komfortgewinn auf langen Ausfahrten. Der Tacho wurde abgebaut und anstatt der Tachowellenaufnahme hat der Schlosser meines Vertrauens eine Distanzhülse angefertigt. Das Eisenheck wurde durch einen Nachbau Sportkennzeichenhalter ersetzt. Bei der Sitzbank hatte ich voreilig einen höheren Schaumstoff geordert, neu bezogen und dann wieder herunter genommen. Die Yamaha ist eher für Japaner untypisch hoch gebaut und auch bei einer Körpergrösse über 185cm noch mehr als ausreichend. Zu guter Letzt hab ich noch eine Rekluse Core EXP verbaut. Mein persönliches Highlight am Zubehörmarkt, perfekt abgestimmt bietet die quasi Halbautomatik unheimlich viel Traktion, es gibt kein Absterben mehr und macht unheimlich viel Spass im schweren Gelände.

Nach nunmehr 3 Monaten im Einsatz wird das erste mal Tacheles gesprochen. Neben normalen Trainingseinheiten begleitete mich die Yamaha bei zwei 5 stündigen Renneinsätzen im Rahmen des Endurocups, bei zwei Juniorendurocup Veranstaltungen inklusive Rennen und der Dalmatien Rallye im Mai. Dass die 250er 4 Takt Yamaha für schwere Enduro Einsätze wie beim Endurocup wie geschaffen ist war klar. Wie sich schon beim ersten Test herausstellte, liefert das Fahrwerk eine absolute top Performance ab. Geniales Ansprechverhalten, Durchschlagreserven und eine unglaubliche Traktion am Hinterrad lassen nicht den geringsten Grund zum Meckern.

Das Grundsetting ist so perfekt getroffen, dass ich noch kein einziges mal daran herumgeschraubt habe. Der Motor beweist im engen Wald, dass die Gewichtsverteilung und Performance perfekt ausgelegt ist. Mit dem Akrapo Endtopf reicht die Leistung für alle normalen Steilhänge. Lediglich bei einem Erzbergtraining ging der kleinen Yamaha beim längsten und schwersten Steilhang am Berg etwas die Luft aus, aber vielleicht war es auch mein Talent das ausging. Wenige Tage darauf musste die Yamaha lediglich mit einem grösseren Tank, Roadbook sowie Tripmaster aufgebaut in Kroatien bei der Croatien Rallye an den Start. 1300km in 5 Tagen standen am Programm.

Schon zu Beginn hat mich der Veranstalter und Dakar Veteran Marco Borsi gefragt, ob das mit der 250er mein Ernst wäre? Aber wie gesagt, ein Dauertest Motorrad muss das ganze Jahr zu mir stehen. Mit einer Übersetzung von 14/48 erreicht die Yamaha auf der Strasse 145km/h. Die Rallye war lang und schwer. Bei Tagesetappen von 470km und 12h Fahrzeit musste die kleine Blaue echte Schwerstarbeit leisten. Der Motor schrie über Stunden aus Leibeskräften auf den langen Schotterpisten, doch am Ende wurden wir mit einem 3. Platz belohnt. Wer hätte das gedacht? Übrigens als einzige 250er 4 Takt im Starterfeld von knapp 100 Teilnehmer.

Noch eine Überraschung

Der beim ersten Test kritisierte Tank mit einem Volumen von 7,5 lt. erwies sich als nicht gerechtfertigt. Bei der Rallye hatte ich nach 155km genau 7,55 lt. nachgetankt (der Nachbautank von IMS fasst 13lt.). Für flotte zweistündige Crosscountry Rennen genehmigt sich die Yamaha 5,5 lt. Also alles im grünen Bereich. Das Tankvolumen von 7,5 lt. ist mehr als ausreichend, der Motor ist sehr sparsam.

Fazit: Yamaha WR 250F

Aktuell hat die Yamaha jetzt 69 Stunden am Buckel. Das Fahrwerk glänzte wie schon beim ersten Test, der Motor nun mit Akrapo Endtopf ebenfalls. Sie ist sehr sparsam und macht ganz viel Spass beim fahren, da sie nicht überfordert und durch das Kayaba Fahrwerk viel Sicherheit vermittelt. Was wurde bislang gemacht: Regelmässiger Ölwechsel und Luftfilter getauscht. Die Gabelsimmerringe sind kurzfristig undicht gewesen, nach vorsichtigem Reinigen mit einer Ventillehre seither wieder dicht. Antriebssatz nach ca. 70%, Bremsbeläge hinten getauscht, vorne noch ca. 30%.

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Vorteile
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Nachteile
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Bericht vom 30.06.2016 | 27'416 Aufrufe

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