Retrobike 2018 Vergleich: Husqvarna Vitpilen 701

Retrobike 2018 Vergleich: Husqvarna Vitpilen 701

Retro oder modern?

Husqvarna betritt seit 2018 Neuland und nimmt erstmals Naked Bikes in ihr Modellprogramm auf. Neben den „kleinen“ Svartpilen 401 und Vitpilen 401 präsentiert die Traditionsmarke auch die grosse Vitpilen 701. Wie schlägt sich das Designwunder im Retrobike Vergleich?

Will man streng sein, sind Svartpilen und Vitpilen nicht die ersten Naked Bikes in der Husqvarna Geschichte. Während der Zeit mit BMW wurde die Nuda 900 R geschaffen, die heute noch einen legendären Ruf in der Community und einen entsprechend stabilen Wert in der Gebrauchtbörse geniesst. Seit der Übernahme von KTM war die 701 Supermoto jedoch das einzig strassenorientierte Motorrad von Husqvarna.

Husqvarna Vitpilen 701 Motor und Leistung

In dem Haus, in dem die Kunst der Einzylinder perfektioniert wurde, greift man natürlich auch bei der Vitpilen zu einem einzelnen Topf. Das spart gegenüber anderen Motorenkonzepten nicht nur Gewicht, sondern auch Entwicklungskosten. Der 692,5 ccm grosse Einzylinder stammt nämlich aus dem Schwesternpaar 701 Enduro und Supermoto und leistet im schicken Retrobike ebenfalls 75 PS bei 8.500 U/min und 72 Nm bei 6.750 U/min. Gepaart ist das Aggregat an ein 6-Gang Getriebe, das über einen Quickshifter mit Blipper verfügt. Damit kann während der Fahrt sowohl rauf als auch runter geschalten werden, ohne die Kupplung zu bedienen. Somit ist es eine wahre Freude, Gang nach Gang durchzubeschleunigen, da durch die einfachen Schaltvorgänge auch keine Unruhe ins Fahrzeug gelangt.

Das Motorenkonzept spaltet die Testcrew

Einzylinder muss man jedoch mögen. Während die Motoren früher noch sehr ruppig und vibrationsstark waren, kann man selbst grosse Einzylinder heutzutage als kultiviert bezeichnen. Für Vauli schon zu kultiviert. Als alten Husaberg-Fan fehlt ihm der Charakter im Aggregat, welcher Meinung ich mich (als LC4-Besitzer) vollkommen anschliesse. Juliane und Zonko bemerken hingegen, dass sich der Motor in niedrigen Drehzahlen nicht sehr wohl fühlt. Unter 3.000 Umdrehungen beginnt er zu stottern und der Einzylinder verlangt nach einem niedrigeren Gang. Der Viechdoktor Thomas Enders und NastyNils loben hingegen die Performance und das technische Know-How, das im 75 PS starken Einzylinder steckt.

Leichtgewicht im Vergleich

Ganz nach dem Credo der KTM-Husqvarna Familie, ist auch die Vitpilen 701 ein wahres Federgewicht. Vollgetankt bringt sie nur 166kg auf die Waage, womit sie das leichteste Motorrad in diesem Retrobike Vergleich ist. Entsprechend einfach haben es auch die Fahrwerkskomponenten von WP, die Husqvarna stabil zu halten. In der Front arbeitet eine 43mm breite Upside-Down Gabel und im Heck ein Federbein, die sich vollständig einstellen lassen. Und die Komponenten begeistern. Die gesamte Crew lobt das sportliche Handling der Husqvarna, NastyNils betont ebenso die hohen Kurvenspeeds, welche die 701 Vitpilen erreichen kann. Für den Viechdoktor Thomas Enders ist sie sogar das absolute Funbike für Kurzstrecken.

Die Retrobike 2018 Vergleich Testcrew

Ein paar Namen wurden bereits genannt, aber wer war die 1000PS Crew für den Retrobike 2018 Vergleich? Hier alle Namen inklusive ihrer Instagram Accounts, denen ihr gerne folgen könnt:

Ernste Sitzposition auf der Husqvarna Vitpilen 701

Wer die Husqvarna Vitpilen 701 zum ersten Mal sieht, wird sofort erkennen, dass dieses Motorrad nicht auf Komfort ausgelegt ist. Zwar ist die Sitzbank mit ihrer Höhe von 810mm nicht die höchste im Vergleich, trotzdem könnte es für kurze Beine etwas knapp werden. Auch die Polsterung des Sattels liegt auf der harten Seite des Lebens, vom Soziussitz erst gar nicht angefangen. In Kombination mit den tiefen Stummellenkern ergibt das eine sehr gestreckte Sitzposition, wie sie auf Supersportlern oder echten Café Racer üblich ist. Der circa 12 Liter grosse Tank gibt mit seiner breiten Form aber genügend Halt, um die Handgelenke bei Bremsmanövern zu entlasten.

Man muss die Vitpilen 701 wirklich wollen

Denn auch die gerade genannten Fakten zur Sitzposition polarisieren unsere Testfahrerin und Testfahrer. Für die 169mm grosse Juliane ist die Sitzbank nämlich fast zu hoch, Vauli und der Viechdoktor beschreiben den Fahrkomfort als überschaubar. NastyNils und Zonko sind hingegen Fans der eingespannten Sitzposition und verbinden sie mit dem sportlichen Charakter der Husqvarna Vitpilen 701. Dieses Ergebnis ist aber keine grosse Überraschung. Die Vitpilen 701 ist offensichtlich kein komfortables Motorrad. Entweder man mag sie, oder eben nicht.

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Husqvarna Vitpilen 701 Design – Retro oder Modern?

Was ist die Husqvarna Vitpilen 701? Retrobike, Hipsterofen oder eine moderne Interpretation eines Naked Bikes? Wir können diese Frage leider nicht beantworten, was wir aber sagen können, ist das uns das Design der Vitpilen 701 äusserst gut gefällt. Die gesamte Testcrew nennt auf der Pro-Liste das einzigartige Design der Husqvarna mit Stichworten wie „einzigartiger Gesamtauftritt“ (NastyNils), „GEILES Design“ (Juliane), oder „optischer Wahnsinn“ (Viechdoktor). Selbstverständlich ist die Optik immer Geschmacksache, bei uns ist die Begeisterung aber vielleicht bemerkbar.

Hier die Preise der Retrobikes aus unserem Vergleichstest

Hier findest du alle Preise zu den getesteten Retrobikes:

Alle Retrobike 2018 Tests

Fazit: Husqvarna Vitpilen 701

Die Husqvarna Vitpilen 701 ist ein wahres Highlight der Saison 2018. Ihr Auftritt ist einzigartig und auch die Technik unter dem hübschen Design lässt sich sehen. Die Kombination von 75 PS aus dem bekannten Einzylinder, gepaart mit einem hervorragend schaltendem Quickschifter schafft irrsinnig viel Freude auf der Strasse. Der Motor braucht jedoch Drehzahl und auch die Sitzposition wird nicht jedem gefallen. Die Husqvarna Vitpilen 701 ist somit ein Motorrad, auf das man sich vollkommen einlassen muss. Wenn man das schafft, ist aber viel Spass garantiert.

1
Vorteile
  • fantastisches Design
  • kraftvoller Motor
  • Quickshifter mit Blipperfunktion
  • kompetentes Fahrwerk
  • sportliche Sitzposition
  • niedriges Gewicht
1
Nachteile
  • unbequeme Sitzposition
  • muss über 3.000 U/min gefahren werden
  • auf langen Strecken wahrscheinlich unbequem

Bericht vom 08.05.2018 | 5'134 Aufrufe

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