Naked Bike Vergleich 2018: KTM 790 Duke

Naked Bike Vergleich 2018: KTM 790 Duke

Das schärfste Paket in der Naked Bike-Mittelklasse?

Es klingt vielleicht etwas kitschig, aber es passt nun mal perfekt: Sie kam, sah und siegte. Die neue KTM 790 Duke ist ein unfassbares Spassgerät, das in Sachen Handling nur ganz schwer zu toppen ist. Der Reihen-Zweizylinder hat mit dem niedrigen Gewicht keine Mühe und das umfangreiche Elektronik-Paket ist einzigartig in dieser Klasse. Der niedrige Preis gibt ihr schliesslich noch den Rest - da muss man schon ganz gründlich suchen, um Fehler zu finden!

Rollen wir es doch einfach von der anderen Seite auf: Was kann die KTM nicht so gut, wie ihre Konkurrentinnen aus der Naked Bike-Mittelklasse? Nun, das Fahrwerk könnte bei all der Sportlichkeit mehr Verstellmöglichkeiten bieten, da hat die Yamaha MT-09 in der edleren (aber auch teureren) SP-Ausführung mit voll verstellbarem Öhlins-Federbein und ebenfalls voll verstellbarer, sensibler Kayaba-Gabel schon Vorteile. Und die Optik ist wie so oft nicht jedermanns Sache, die schmale und hohe Linie im Tankbereich ist gewöhnungsbedürftig, die Rückspiegel scheinen aus den 80er-Jahren übrig geblieben zu sein und das abartig geile Heck der 790 Duke-Studie wird durch den Kennzeichenhalter, das Rücklicht und die Blinker leider schon ziemlich entstellt.

Bei der KTM 790 Duke stimmt einfach das Gesamtpaket

Und sonst? Das war alles? NIchts weiter zu meckern?! Ehrlich gestanden von meiner Sicht aus wirklich nicht, was nun folgt, ist tatsächlich eine ehrliche und ernst gemeinte Lobeshymne an die KTM 790 Duke. Wer sie hässlich findet oder sie aus irgendeinem anderen Grund nicht mag, muss nun nicht weiterlesen. Wer aber so wie ich ganz neutral an ein Motorrad heran geht und den Ablauf "drauf setzen, losfahren, Spass haben" schätzt, wird mir wohl nach der ersten Fahrt Recht geben. Dabei ist aber weder der Motor, noch das Handling oder die Sitzposition alleine für diese abartig gute Performance verantwortlich, sondern das herrlich geschnürte Gesamtpaket. Als Triebwerk kommt ein völlig neu entwickelter Reihen-Zweizylinder mit 799 Kubik zum Einsatz, womit sich KTM erstmals von der typischen V-Bauweise verabschiedet und stattdessen die günstigere Parallel-Bauform wählt. Wenn Sparversionen allerdings so funktionieren, dürften meiner Meinung nach gerne alle sparen. 105 PS bei 9000 Umdrehungen und 86 Newtonmeter Drehmoment bei 8000 Touren lassen bei nur 169 Kilo Trockengewicht erahnen, dass sich die 790 Duke herrlich quirlig und agil bewegen lässt.

Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene - auf der KTM 790 Duke fühlt sich jeder wohl

Hinzu kommt eine gemütlich aufrechte Sitzposition, die ganz dem Credo von KTM entsprechend trotz aller Bequemlichkeit auch die nötige Sportlichkeit nicht missen lässt und eine gute Kontrollierbarkeit bietet. Damit passt also auch das Handling bestens zu Motor und Sitzposition. Na gut, 825 Millimeter Sitzhöhe sind schon höher, als es sich Einsteiger wünschen würden, dank dem niedrigen Gewicht eignet sich die 790 Duke dennoch auch für Ungeübte. Und da bietet sich eine Überleitung zur Bremsanlage an, die 300 mm-Doppelscheiben an der Front mit Vierkolbenzangen haben einerseits kein Problem, die 790 Duke vehement zu verzögern, sind aber trotzdem nicht so brachial, dass sie jemanden erschrecken könnten.

Die KTM 790 Duke bietet ein, in ihrer Klasse unschlagbares Elektronikpaket

Für die volle Sicherheit bietet die KTM 790 Duke ohnehin noch ein Feature, das sie in dieser Klasse wahrlich herausstechen lässt - sie hat ein Kurven-ABS! Wer also in Schräglage plötzlich bremst (sei es wegen zu sporlticher Gangart oder wegen eines plötzlichen Hindernisses) muss dank der ausgeklügelten Elektronik nicht zwangsläufig Bodenkontakt fürchten. Das Elektronik-Paket ist überhaupt sehr grosszügig geschnürt und macht sie auch diesbezüglich in diesem Test als auch in der gesamten Naked Bike-Mittelklasse einzigartig. Einstellbares Kurven-ABS, Leistungs-Modi, verstell- und abschaltbare Traktionskontrolle, Launch-Control, Farb-TFT-Armaturen und ein Schaltassistent mit Blipper-Funktion sind eine ordentliche Ansage, die den Kostenrechnern der Konkurrenz die Schweissperlen auf die Stirn treiben dürfte.

King of Naked Bike-Mittelklasse? Eindeutig ja!

All das wäre schon Grund genug, die KTM 790 Duke im Vergleich mit den Konkurrentinnen als Siegerin zu küren, denn keine andere bietet ein so spielerisches Handling bei solch toller Gesamtperformance. Eine Kawasaki Z900 etwa markiert das klassische Naked Bike, das mit einem formidablen Reihen-Vierzylindermotor und erwachsenem Auftritt punkten will, dadurch aber nicht so jugendlich daher kommt und kein so umfangreiches Elektronik-Paket bietet. Die Triumph Street Triple S spricht wiederum als Einstieg in das Programm der Streetys eher den Fan von röhrigen Dreizylindern an, die auf die besseren Teile der R- und RS-Schwestern verzichten kann. Und die beiden Supermotos Ducati Hypermotard 939 sowie Aprilia Dorsoduro 900 wollen die ganz speziellen Freunde der hohen Sättel abholen.

Ein unschlagbares Preis/Leisutngs-Verhältnis

Nur die Yamaha MT-09 SP hat in der Motorwertung noch mehr Power zu bieten und schindet auch noch mit ihrem tollen Fahrwerk mehr Eindruck. Allerdings ist sie durch das "SP" im Namen auch empfindlich teurer als die KTM 790 Duke, die in dieser Sache das absolute Killerargument auffährt: Sie ist trotz der umfangreichen und ausgezeichnet funktionierenden Ausstattung eine der günstigsten in der Naked Bike-Mittelklasse - daher kann man bei der 790er Duke nicht nur als Fan des coolen Gesamtpakets zuschlagen, sondern auch als Fan eines grossartigem Preis/Leistungs-Verhältnisses!

Was kosten die Maschinen, die beim Naked Bike Vergleich 2018 dabei waren?

Hier findet ihr eine aktuelle Preisübersicht aller Modelle, die bei unserem Test dabei waren.

Naked Bike 2018 Vergleich Preise Österreich

http://bit.ly/NakedbikesPreisvergleichAT

Naked Bike 2018 Vergleich Preise Deutschland

http://bit.ly/NakedbikesPreisvergleichDE

Naked Bike 2018 Vergleich Preise Schweiz

http://bit.ly/NakedbikesPreisvergleichCH

Alle Modelle des Naked Bike Vergleichs 2018:

Fazit: KTM 790 Duke

Selten zuvor habe ich ein Motorrad gesehen, bei dem so viel so gut zusammenpasst: Der Reihen-Zweizylindermotor ist kräftig genug, um der leichten 790 Duke die Sporen zu geben und durch das geringe Gewicht lässt sie sich auch noch ganz spielerisch bewegen. Die Sitzposition findet auch den passenden Mittelweg zwischen Sport und Komfort und das, in dieser Klasse unschlagbare Elektronik-Paket mit Kurven-ABS, Leistungsmodi, Traktionskontrolle, Schaltassistent mit Blipper, uvm. spielt (fast) alle Stückeln. Sogar der Preis ist auf einem so niedrigen Niveau, dass sie in jedem Fall die Preis/Leistungs-Siegerin ist. Lediglich jene, die mit dem Design so gar nicht zurecht kommen, dürfen meckern, alle anderen müssen sie eigentlich lieben!

1
Vorteile
  • kräftiger Motor
  • geringes Gewicht
  • tolles Handling
  • beeindruckendes Elektronikpaket
  • Kurven-ABS
  • Traktionskontrolle
  • Leistungsmodi
  • Schaltassistent mit Blipper
  • Farb-TFT-Cockpit
  • angenehme Sitzposition
  • ausgezeichnetes Preis/Leistungs-Verhältnis
1
Nachteile
  • Optik nicht jedermanns Sache, Fahrwerk nur hinten in Federvorspannung verstellbar

Bericht vom 01.06.2018 | 22'505 Aufrufe

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