BMW C 400 GT vs. Kymco AK 550i 2019

BMW C 400 GT vs. Kymco AK 550i 2019

Die Luxusroller-Mittelklasse im direkten Vergleich

Roller sind praktisch, komfortabel, bei (nahezu) allen Wetterlagen einsetzbar und mittlerweile ausreichend motorisiert, um sowohl im Stadtgewühl als auch Überland punkten zu können. Die Vielfalt ist enorm und so sehr unsere beiden Kontrahenten BMW C 400 GT und Kymco AK 550i das Gleiche wollen, so unterschiedlich sind die Ansätze, wie diese beiden Luxusroller auf ganz eigene Weise Spass und Funktion verbinden.

Gemeinsamkeiten findet man zwischen BMW C 400 GT und Kymco AK 550i natürlich endlos viele, auf den Punkt gebracht, sind beide Luxusroller, die motorisch ohne Probleme Autobahntempi schaffen und preislich knapp unter 10.000 Euro rangieren. Wem das schon reicht, kann getrost einzig und alleine nach optischen Vorlieben entscheiden – denn fesch sind beide eindeutig. Der Kymco mit seinem scharfen Blick, dem flachen Windschild und der dynamischen Linie eindeutig auf der sportlichen Seite, der BMW-Roller mit der kantigen Front und der edlen Verarbeitung in einem teutonisch unterkühlten, aber extrem stimmigen Look.

Der Kymco AK 550i holt mehr Power aus zwei Zylindern

Ähnlich verhält es sich mit dem Fahrspass, der bei beiden auf völlig unterschiedliche Weise generiert wird. Der Kymco AK 550i macht bereits mit seinem Namen alles klar – 550,4 Kubik Hubraum aus einem Reihen-Zweizylindermotor, der knapp 54 PS und 56 Newtonmeter Drehmoment abliefert, legt in Sachen Fahrleistungen Einiges vor. Jedenfalls so viel, dass der BMW C 400 GT nicht mithalten kann. Allerdings passt er mit seinem 350 Kubik grossen Einzylindermurl, aus denen 34 PS und 35 Newtonmeter gewonnen werden, perfekt in die Luusroller-Mittelklasse. Dass der Kymco bei ähnlichem Preis eine Klasse höher kommt, soll dem potentiellen Kunden nur recht sein.

Mit seiner guten Bremse kann es auch der BMW C 400 GT sportlich angehen

Der BMW C 400 GT glänzt derweil mit einer ausgezeichneten Bremsanlage, die das Fahren sportlicher macht, als man vermuten würde. Die vordere Doppelscheiben-Anlage mit 260 mm Durchmesser und Vierkolbenzangen packt richtig sportlich zu und macht beherztes Anbremsen vor Kurven zum Vergnügen. Schlecht ist zwar auch die Bremse des Kymco AK 550i nicht, allerdings unterstützt man die beiden 270er-Scheiben, die von etwas zu zahmen Brembo-Vierkolbenzangen gebissen werden dann doch gerne durch die 260er-Einzelscheibe im Heck. Da würde eben der bärige Motor und das tatsächlich viel bessere Fahrwerk als beim C 400 GT mit seiner Triebsatzschwinge Lust auf mehr Sportlichkeit auch an der Bremse machen.

Sowohl der BMW C 400 GT als auch der Kymco AK 550i punkten mit viel Ausstattung

Dafür punktet der BMW C 400 GT mit wirklich praktischen Komfortfeatures, die ihn schliesslich auch auf den recht ambitionierten Preis im Vergleich zum stärkeren Kymco AK 550i bringen. Keyless Go, also schlüsselloses Starten können noch beide serienmässig, das fein ablesbare TFT-Display des BMW ist aber schon aufpreispflichtig, ebenso wie die Heizgriffe und die tatsächlich sinnvolle Sitzheizung. Letztere kann beim AK 550i gar nicht geordert werden, dafür sind Heizgriffe in Serie dran und auch drei Farb-TFT-Bildschirme, die nicht nur aufgrund ihrer Verspieltheit weitaus schlechter ablesbar sind als der perfekt gegliederte Bildschirm am BMW-Roller.

Der Stauraum des Kymco AK 550i hat mehr Tiefgang, der BMW C 400 GT setzt auf FlexCase

Weitestgehend unentschieden geht meiner Meinung nach das Rennen beim Kofferraum aus – der Stauraum unter der Sitzbank des Kymco ist bauchiger und kürzer ausgeführt, jener des BMW länger gestaltet, dafür mit weniger Tiefgang. Das sogenannte FlexCase ist eine praktische Lösung, um das Heck relativ kompakt und flach zu halten, denn nur im Stand kann der Stauraum nach unten Richtung Hinterreifen ausgeklappt werden, während der Fahrt muss die Erweiterung wieder eingeklappt sein. Das macht es zwar unmöglich, einen Vollvisierhelm unter dem Sitz spazieren zu führen, ein Jethelm passt aber in das kleinere Fach unter dem Fahrer und sollte theoretisch für den Notfall reichen.

Leistung? Kymco AK 550i. Komfort? BMW C 400 GT.

Also lässt sich bei diesem Test tatsächlich recht einfach eine Abgrenzung treffen: Mehr Power, ein besseres Fahrwerk und somit mehr Sportlichkeit vermittelt eindeutig der Kymco AK 550i. Wirklich schlecht ist auch seine Bremse nicht, wenn auch der BMW in diesem Kapitel noch mehr punkten kann. Allerdings hat der Deutsche klarerweise mit jeweils 20 PS und Newtonmeter weniger bei den Fahrleistungen keine Chance gegen den Taiwanesen. Spass macht aber auch der BMW C 400 GT und punktet zusätzlich voll mit hervorragender Verarbeitung und Funktionalität.

Horvaths Meinung zum BMW C 400 GT:

Roller oder BMW Limousine? Beim Blick in die wunderschönen Angel Eyes mit den angedeuteten BMW-Nieren war ich sofort hin und weg. Meiner Meinung nach die coolste BMW Frontpartie im aktuellen BMW Motorrad Modellprogramm! Punkt. Aber auch fahrerisch hat der Grand Tourismo (GT) Roller einiges drauf! Dank dem hohen Lenker fühlt man sich tief integriert und kann den C 400 GT sehr spielerisch durch den Verkehr oder über Landstrassen wedeln. Mit Vollausstattung thront man sowieso wie ein König auf den Strassen - auch wenn der Einkaufspreis dadurch deutlich in die Höhe schiesst! Eine klare Empfehlung bekommt das TFT-Display, das mit seiner tollen Ablesbarkeit eigentlich Pflicht ist! Hätte ich also 10.000 Euro für einen Roller zur Verfügung, würde ich mein Geld auf den BMW setzen!

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Horvaths Meinung zum Kymco AK550i:

Der AK550i lässt sich fast schon als schizophren bezeichnen. Optisch böse und seriös, das Display jedoch verspielt und jugendlich! Als verspielt lässt sich das Fahrverhalten aber nicht beschreiben, das dank der hochwertigen Fahrwerkskomponenten und dem kraftvollen Zweizylinder richtig Freude bereitet und stabil in der Spur liegt! Leider merkt man dem Taiwanesen an, dass er im Sinne der Ausstattung nicht an die bayrische Ingenieurskunst herankommt - obwohl man ihm zugute halten muss, dass er nur in einer Version erhältlich ist: Vollausstattung! Trotzdem leidet der Kymco AK550i hier und da an kleinen Schwächen, wie der fehlenden Traktionskontrolle und dem kompliziert verstellbaren Windschild, das den Gesamteindruck unter den des BMWs stellt.

Fazit: Kymco AK 550i ABS

Der erste Eindruck auf dem Kymco AK 550i ist durchwegs positiv ausgefallen! Als besonderes Highlight sticht bei jedem Aufstieg das NOODOE System ins Auge, das mit personalisierbaren Anzeigen den Tag immer wieder aufs Neue versüsst. Dank der grossen Kraftreserve des Reihenzweizylinders klappen Überholmanöver vollkommen sorgenfrei, auch wenn der Kymco einiges an Gewicht um die Hüften hat. Der Schwerpunkt liegt jedoch sehr tief - sobald der AK 550i einmal rollt, sind die Kilos schnell vergessen. Erst in den Detaillösungen schwächelt der Kymco. So lässt sich das Windschild nur mit Werkzeug verstellen und die Ablesbarkeit der Instrumente ist bei direkter Sonneneinstrahlung auch nicht ideal.

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Vorteile
  • durchzugsstarker Motor
  • komfortabel
  • coole Optik
  • viel Ausstattung ab Werk
  • NOODOE Connectivity Paket
  • lässt sich sportlich bewegen
1
Nachteile
  • hohes Gewicht
  • Windschild nur mit Werkzeug verstellbar
  • Ablesbarkeit der Instrumente
  • keine Traktionskontrolle

Fazit: BMW C 400 GT

Mit seinen 350 Kubik, 34 PS und 35 Newtonmeter Drehmoment spielt der C 400 GT perfekt in der Luxusroller-Mittelklasse mit. Das Gewicht von 212 Kilo fahrfertig relativiert sich beim Handling dank niedrigem Schwerpunkt, stattdessen sorgt die kräftige Bremse an der Front für erstaunlich viel Sportlichkeit. Dennoch kommt der Komfort nicht zu kurz, die Sitzposition ist bequem, das Fahrwerk bietet ausreichend Reserven und die Verarbeitung ist ausgezeichnet. Dass viele Features wie Heizgriffe, TFT-Display und Sitzheizung Aufpreis kosten, sollte dem BMW-Roller nicht angekreidet werden, immerhin hat man so die Wahl, ob man sie extra dazu nimmt, oder nicht.

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Vorteile
  • edle Optik
  • super Bremsanlage
  • viel Komfort
  • variabler Stauraum
  • LED-Licht
  • gutes Ansprechverhalten des Motors
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Nachteile
  • Windschild nicht verstellbar
  • viele coole Features aufpreispflichtig

Bericht vom 27.04.2019 | 4'036 Aufrufe

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