Kawasaki Ninja 400 Dauertest - Erfahrungen, Kosten, Fazit

Kawasaki Ninja 400 Dauertest - Erfahrungen, Kosten, Fazit

Wie lebt es sich mit Kawasakis 400er Supersportler?

Die Kawasaki Ninja 400 kam 2018 auf den Markt und ist bestens für Besitzer des A2-Führerscheins geeignet. Der neu entwickelte Zweizylinder besitzt 399 cm³ und leistet 45 PS bei 10.000U/min. Zudem wiegt sie fahrfertig 170 Kilogramm und ist somit am Limit der zugelassenen Leistungs-Gewicht–Verhältnisregelung. 1000PS Fan David Pyrrek besitzt sein Exemplar seit knapp einem Jahr und hat uns seine Erfahrungen, sowie seine Ausgaben mit der Kawasaki Ninja 400 mitgeteilt!

Einfahren mit der Kawasaki Ninja 400

Zuerst muss ein neues Motorrad eingefahren werden und die Einfahrzeit meiner Ninja 400 betrug 1.600km. In der Einfahrzeit eines Motorrades muss auf viele Faktoren geachtet werden wie:

  • die Drehzahl: Die ersten 800km durfte ich mit maximal 4.000U/min fahren und dann nochmal 800km mit maximal 6.000U/min.
  • Reifen und Bremsen: sowohl der Reifen, wie auch auf den Bremsbelägen haben noch eine Schmierschicht ist, welche sehr rutschig sein kann. Wenn Bremsen und Reifen rutschig sind kann dies gerade beim Motorradfahren schwerwiegende Folgen haben.

Also beim Einfahren des Motorrades vorsichtig und behutsam fahren. Denn wenn man das nicht beachtet dann kann dies zu Motorschäden führen.

Kawasaki Ninja 400 Verbrauch

Die Ninja 400 hat einen 14 Liter Tank mit dem man gut 300 Kilometer fahren kann. Zum Verbrauch kann man sagen, dass sie recht sparsam ist. Mit guten 4 Liter auf 100 Kilometer befindet sie sich unter den A2 Motorrädern im guten Mittelfeld. Doch wenn man den Gashahn offen lässt (wie z.B. auf der Autobahn), braucht sie 10 Liter auf 100 Kilometer.

Kawasaki Ninja 400 Dauertest - über 18.000 km Erfahrung!

ZeitraumKilometerstandErfahrung
1. August 2018 0 KilometerDa rollt die nagelneue Kawasaki Ninja 400 los und zeigt auf den ersten Metern schon wie handlich und leicht sie sich fahren lässt.
August 20181.000 KilometerNach 1000 Kilometern kam wie üblich die erste Inspektion mit Öl- und Ölfilterwechsel. Bisher zeigt sie keine Auffälligkeiten, Störgeräusche oder ähnliches. Sie läuft perfekt!
August 20181.800 KilometerJetzt ist die Ninja eingefahren und man kann langsam anfangen etwas höher zu drehen. Der Tacho geht bis 15.000U/min. doch der Drehzahlbegrenzer ist bei 13.000U/min.
Oktober 2018 7.000 Kiloeter Nachdem ich mich mit Ninja angefreundet hatte wurde es langsam Zeit etwas mehr Gas zu geben und was gibt es dafür besseres als eine lange, freie Autobahn, die zudem noch ein wenig bergab geht? Sie ist 220 Km/h gefahren!! Das zauberte mir ein breites Grinsen ins Gesicht, worauf ich sehr stolz war, da diese Geschwindigkeit für ein A2 Motorrad mit 45PS sehr schnell ist. Zudem fiel mir auf, dass die Ninja etwas lauter geworden ist, doch störend empfand ich das nicht.
Januar 201912.000 Kilometer Zeit für die 12.000 Kilometer Inspektion mit Öl- und Ölfilterwechsel. Ich habe mir Pirelli Diablo Rosso 2 in den Grössen 110/70 R17 vorne und 150/60R17 hinten gekauft, mit denen ich auch sehr zufrieden bin, da sie bei höheren Temperaturen ein grösseres Gripniveau haben und ein sicheres Gefühl bei Schräglage vermitteln.
Januar 201913.000 Kilometer Selbst nach 13.000 Kilometern läuft sie wie am ersten Tag. Doch langsam macht die Bremse vorne schlapp. Also müssen die Bremsbeläge getauscht werden. Doch zuerst musste ich welche finden, was nicht einfach war, da die Ninja noch relativ neu ist. Schlussendlich habe ich Sintermetallbremsbeläge von EBC gefunden, die richtig zupacken.
April 201915.800 Kilometer Jetzt hat sich die Kette auch ihre Pension auch verdient. Doch bei dem Wechsel des Kettensatzes habe ich gesehen, dass das Ritzel hinten Gerissen ist. Warum? Wieso? – keine Ahnung vielleicht Material Fehler? Man weiss es nicht. Auch der Luftfilter muss gewechselt oder gereinigt (wie es jeder für richtig hält) werden, da es ein in Öl gelagerter Luftfilter ist. Ich habe einen Sportluftfilter von BMC eingebaut.
April 201916.600 KilometerNach 10 Kilometern auf der Autobahn musste ich eine Gefahrenbremsung durchführen da ein LKW beim Ausscheren mich übersehen hatte, doch ich griff ins Leere. Die Vorderradbremse hatte keinen Druckpunkt mehr und bei 200Km/h bringt allein die Hinterradbremse auch nichts. Nachdem ich dreimal an der Bremse gezogen hatte, war der Druckpunkt wieder da, doch ich war schon zwischen den beiden LKW durchgefahren. Ursache des Problems war, dass meine Bremsscheibe verbogen war und mit jeder Umdrehung der Bremskolben zurück gedrückt wurde. Warum die Scheibe verbogen war wusste selbst der Kawasaki Händler nicht. Dann habe ich bei Kawasaki in Hamburg eine neue, originale Bremsscheibe einbauen lassen, da es noch keine Alternativen gibt.
April 201917.920 KilometerGenau eine Woche später musste ich aus ca. 130 km/h eine Gefahrenbremsung mit einer erkalteten Bremsscheibe durchführen. Danach stellte ich fest, dass die Vorderradbremse kein Druckpunkt mehr hatte und meine Scheibe noch stärker verbogen war, als das mal davor. Anschliessend musste ich mit nicht funktionierender Vorderradbremse 20 Kilometer nach Hause gefahren, was extrem gefährlich war. Die Scheibe wurde diesmal von Kawasaki auf Kulanz getauscht.
Mai 2019 18.400 KilometerDie neue Bremsscheibe läuft super und es gibt keine weiteren Probleme.

Ergonomie auf der Ninja 400 - alltagstauglicher Supersportler?

Obwohl es sich um einen Supersportler handelt, kann man den ganzen Tag ohne Schmerzen im Sattel sitzen. Weder in den Armen, noch im Rücken oder in den Handgelenken tut es weh. Bis zu 560km bin ich ohne Probleme mit einer einzigen Pause gefahren. Doch trotz der bequemen Sitzposition kann man sportlich und aktiv durch die Kurven heizen. Untypisch für einen Sportler sitzt man auf der Ninja relativ aufrecht, da man im und nicht auf dem Motorrad sitzt.

Kawasaki Ninja 400 Fahrverhalten

Das Fahrverhalten der Ninja ist sehr gut! Die Ninja ist für jeden Fahrstil geeignet, ob für Anfänger, A1-Umsteiger oder Rennfahrer. Die Agilität und Wendigkeit hängt auch mit dem schmalen 160er Hinterreifen zusammen, durch welche die Ninja sich einfacher in S-Kurven bewegen lässt. Auch das geringe Gewicht trägt zu dem guten Fahrverhalten bei. Sie fährt sich am besten in dem Drehzahlbereich zwischen 7.000 – 11.000U/min, denn ab 8.000U/min hat die Ninja ihr volles Drehmoment von 38Nm erreicht. Bei 10.000U/min hat sie ihre maximale Leistung von 45 PS.

Wie schlägt sich die Grüne im Winter? Batteriecheck!

Diesen Winter hatten wir in Norddeutschland Glück und es hat nicht einmal geschneit oder geregnet. Optimale Testbedingungen, um der Batterie auf den Zahn zu fühlen. Trotz bis zu -12 Grad Celsius in der Nacht ist die Ninja morgens super angesprungen und dies auch mehrere Tage in Folge. Nachdem sie angesprungen ist, hat sie automatisch die Leerlaufdrehzahl auf ca. 2.200U/min erhöht, um den Motor schneller auf Temperatur zu bekommen.

Tipp: Wenn es sehr kalt ist sollte man ungefähr 10 Kilometer untertourig warmfahren, bevor man beginnt Gas zu geben, damit sie geschmeidig läuft und keine Motorschäden entstehen.

Kawasaki Ninja 400 Wartungskosten

Die erste Inspektion (1.000km) wurde bei einem offiziellem Kawasaki-Händler durchgeführt. Was wurde gemacht?

  • Öl- und Ölfilter wurden getauscht
  • Alles wurde auf Festigkeit und Stabilität kontrolliert
  • Kosten: 237€

Auch die zweite Inspektion (12.000km) wurde bei Kawasaki gemacht. Was wurde gemacht?

  • Schmierung der Federelemente
  • Öl- und Ölfilter wurden getauscht
  • Zündkerzenwechsel
  • Alles wurde auf Festigkeit und Stabilität kontrolliert
  • Kosten: 535€

Die dritte Inspektion (18.000km) habe ich selbst durchgeführt. Dadurch erlischt aber der Anspruch auf Garantie. Was wurde bei dieser Inspektion gemacht?

  • Luftfilterwechsel
  • BMC Luftfilter mit Öl
  • Alles wurde auf Festigkeit und Stabilität kontrolliert
  • Kosten: 60€ + eigene Arbeitszeit

Zusätzliche Kosten:

  • Diablo Rosso 2: 274€
  • Neuer Kettensatz: 96€
  • Bremsbeläge: 35€
  • Bremsscheibe: 370€ (+Montage bei Kawasaki 512€)
  • Bremsscheibe auf Kulanz: 0€ (+1 Woche Wartezeit)

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David Pyrreks Fazit zur Kawasaki Ninja 400

Da die Ninja noch relativ neu ist, gibt es noch wenig Auswahl an Zubehör-und Ersatzteilen und die Originalteile von Kawasaki sind sehr teuer. Zudem besteht das Problem mit der zweimal verbogenen und nicht funktionierenden Bremsscheibe vorne. Der Grund dafür ist noch unklar, doch Kawasaki Deutschland untersucht zurzeit die fehlerhafte Bremsscheibe. Auch der Riss im Kettenblatt hinten ist auch nicht normal und sollte nicht sein. Doch trotz den knapp 20.000 Kilometern fährt die Kawasaki Ninja 400 wie am ersten Tag. Sie ist handlich, schnell und auch Langstreckenfahrten sind entspannt möglich. Sie springt immer zuverlässig an und lässt einen motortechnisch nicht im Stich. Ein gutes Bike für A2 Neulinge die jeden Tag fahren wollen, egal, ob bei Sonne, Regen oder Schnee.

Für weitere Fragen oder Bilder der Kawasaki Ninja 400 findet ihr hier David Pyrreks Instagram Profil.

EDIT: Kawasaki Deutschland meldet sich zu Wort

Laut Kawasaki Deutschland konnte keine der durchgeführten Servicearbeiten im zentralen System gefunden werden. Somit handelt es sich bei dem gebrochenen Ritzel um ein unbekanntes Problem, ebenso kann nicht bestätigt werden, dass es sich bei der erneuerten Bremsscheibe um ein Original handelt. Auch die selbst durchgeführten Inspektionsarbeiten stellen Schwierigkeiten dar, da dadurch die Garantieansprüche verfliegen.

Bericht vom 14.05.2019 | 4'674 Aufrufe

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