Husqvarna Enduro 2020

Husqvarna Enduro 2020

Die neueste Generation der Husqvarna Wettbewerbs Enduros.

Das Modelljahr 2020 ist eingeläutet. Husqvarna präsentiert in Finnland ihre neue Hard Enduros Palette. Neues Bodywork, neue Auspuffsysteme überarbeitetes Fahrwerk sowie neue Zylinderköpfe bei den Viertakteren und neue Mappings für die Zweitakter. In Summe sind 60 Prozent des Motorrades neu.

Seit 2013 gehört der ursprünglich schwedische Konzern nun zu KTM. Seit diesem Zeitpunkt ging es mit der einst Krisengeplagten Marke steil bergauf. Von 11.000 Stk die 2013 ausgeliefert wurden konnte man auf über 48.000 Stk im Jahr 2018 steigern. Die Wettbewerbsendruos machen hier mit 33.000 Fahrzeugen den Löwenanteil aus. Klar also, dass in diesen Bereich ein ziemlicher Aufwand betrieben wird um das hohe Level aufrecht zu erhalten. In weiterer Folge ist aber auch klar, dass man hier Synergieeffekte mit der Schwester KTM sucht und findet. Denn wirft man einen Blick hinter die Kulissen wird schnell klar wie Zeitintensiv die Entwicklung eines neuen Motorrads ist. So verwundert es kaum, dass man bei einigen Komponenten auf das Potential von KTM zurückgreift. Aber trotz der vielen Gemeinsamkeiten, schaffen es die Husky ein eigenständiges und individuelles Motorrad auf die Beine zu stellen.

Die Neuheiten der Husqvarna Modelle 2020

Die augenscheinlichste Neuerung des Modelljahres 2020 ist das neue Bodywork. Doch die Plastikdeckeln haben nicht nur einen ästhetischen Aspekt. Die schmalerere Linie an Front und Heck sowie ein symetrisches Heck soll im extemen Einsatz eine bessere Kontrolle über das Fahrezug bieten. Auf den zweiten Blick fallen die neuen Auspuffanlagen auf. Die gerifftelte Oberfläche der Zweitaktbirnen bringt nun mehr Stabilität bei Kontakt mit Fremdkörpern. Ausserndem sind die Birnen nun schmäler und gehen nicht mehr so weit nach unten. Doch auch die Viertakter erhielten neue Auspuffsysteme. Statt der einst zweiteiligen kommt nun eine dreiteilige Anlage zum Einsatz. Die bringt den Vorteil, dass nun das Federbein ohne Demontage des kompletten Auspuffsystems ausgebaut werden kann. Auch die Linienführung des Auspuffsystems wurde optimiert. Durch den Wegfall des Kickstarter Knubbels am Gehäuse verläuft der Krümmer nun geradlinig nach hinten. Apropos Kickstarter, bei den Viertaktern ist das Nachrüsten des Kickers nun nicht mehr möglich. Auch bei den Zweitaktern fällt der Kickstart, Grund für diese Entscheidung ist zum Einen die neueste Batteriegeneration die noch stärker und langlebiger sein soll, sowie die ausgebliebenen Bestellungen der Kickstarter Nachrüstsets. In Kombination mit den neuen Zylinderköpfen werden hier bis zu 800 Gramm alleine beim Motor eingespart.

Das Eingangs erwähnte neue Bodywork, ermöglichte auch eine Sitzbank. Durch diese veringert sich die Sitzhöhe um 1cm. Mit der neuen Umlenkung und und Fahrwerksetting verringert sich die sitzhöhe um Ganze 2cm. Das ist natürlich ein massives Sicherheitspus für etwas kleinere Fahrer und hilft auch beim sicheren Stand in extremen Situationen.

Ähnlich wie bei der orangen Schwester wurde auch der Rahmen überarbeitet. Zwar ist die Geometrie die Gleiche wie zuvor, allerdings wurde die Längs und Torsionssteifigkeit des Rahmens optimiert. Neu ist auch der Heckrahmen der TE und FE Modelle. Der Composite Rahmen besteht nun mehr aus zwei anstatt aus drei Teilen. Ausserdem wurde der Heckrahmen durch Materialeinsparung um satte 250 Gramm leichter.

Verbesserungspotential sah man auch beim Kühlsystem. Duch einen grösseren Schlauchdurchmesser und einem grösseren Verbindungsstück erhöht sich das Kühlflüssigkeitsvolumen und der eforderliche Pumpendruck sinkt.

Es gibt wieder ganz neue Husqvarna-Modelle!

Neu in der TE Familie ist die TE150i sie löst die TE125 (Vergaser) ab. Somit gibt es weder bei KTM noch bei Husqvarna eine homologierte 125er Wettbewerbsenduro. Grund für diese Entscheidung waren die 16jährigen Kiddies die mit den offenen 125ern illegal auf der Strasse unterwegs waren. Diese problematische Entwicklung unterbindet man mit dem neuen Hubraum. Die 150er kommt wie das "i" schon erahnen lässt, wie nun alle Zweitakter mit Einspritzung. Die Motorcharakteristik ist eigentlich für diese Hubraumgösse sehr atypisch. Die Leistungskurve verläuft sehr linear, die Leistung steigt also nicht schlagartig bei einer gewissen Drehzahl an. Auch im unteren Drehzalbereich hat die TE150i schon annehmbare Leistung mund muss somit nicht mit schleifender Kupplung bei Vollgas gefahren werden. Der Hammer sind natürlich die Handling Eigenschaften, fast schon wie einen Downhiller wirft man die 150er in die Kurven. Mir persönlich ist die Kleine aber dann schon fast etwas zu agil, ich habs da lieber einen Tick stabiler.

Neu ist auch das erste Elektro Motorrad von Husqvarna. Die EE5 ist ein Bike für Kinder ab 4 Jahren. Sie kommt mit 6 verschiedenen Mappings, die für das Fahrkönnen der Kinder von Einsteiger bis zum Race Mode individuell angepasst vwerden können. Durch verschiedene Montagepunkte für das Federbein, kann die EE5 bis zu einem Alter von 10 Jahren quasi mitwachsen. Der Akku hält je nach Beanspruchung für eine Nutzung von 30- 120 Minuten, die Ladezeit für eine 0-100% Ladung beträgt 70 Minuten. Die EE5 leistet 5kw und kommt wie alle Husky Minis mit hochwertigen Fahrwerks und Bremskomponenten.

KTM vs. Husky - die entscheidenden Unterschiede

Wie schon erwähnt sind beide Marken seit mittlerweile 6 Jahren unter einem Dach untergebracht. Da ist es nur logisch, dass man gemeinsam auf vorhandene Ressourcen zurückgreift und Synergien nutzt. Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung wieviel Aufwand hinter der Entwicklung alleine eines Motors steckt. Florian war verantwortlich für die Abstimmung des neuen 450er Aggregats, er gibt einen kleinen Einblick: alleine die Abstimmungsläufe, Tests und Probeläufe verschlingen über 7.000 Arbeitsstunden - dabei ist aber noch keine Planung und Konstruktion berücksichtigt! Somit verwundert es kaum, dass man bei beiden Marken den gleichen Motor mit dem gleichen Mapping verbaut wird. Denn das Ziel ein Motorrad mit optimaler Fahrbarkeit zu bauen ist bei beiden Marken gleich. Trotzdem gibt es ein paar markante Unterschiede, betrachtet man das Bodywork und lässt die Optik mal aussen vor, so findet man bei dem KTM Heck rechts eine kleine Ausbuchtung für den Auspuff, bei den TE und FE Modellen ist da Heck komplett symetrisch. Bleiben wir beim Heck, dieses besteht bei KTM aus Alu Bügeln und bei Husky findet man einen Composit Heckrahmen. Der ist zwar etwas schwerer als die Alu, dafür aber auch stabiler und lässt sich nicht verbiegen. Die vor dem Heckrahmen verbaute Airbox unterscheidet sich ebenso.

Sämtliche Brems- und Kupplungsarmaturen kommen bei Husqvarna von Magura, bei KTM setzt man auf Brembo. Ähnlich ist es bei den Felgen die bei Husky von DID kommen und bei KTM von Giant. Spürbarer wird der Unterschied dann schon bei den Reifen während der Maxxis bei KTM, naja nicht unbedingt der grosse Wurf ist, kommt bei Husqvarna der Jahrzentelang bewährte Metzeler Six Days zum Einsatz. Ausserdem sind bei der Husky standardmässig schon Mappingschalter, gefräste Gabelbrücke und Motorschutz Modellen verbaut die bei KTM erst nachgerüstet werden müssen.

Der wohl markanteste Unterschied (der schon so manchen Stammtisch Glaubenskrieg ausgelöst hat) findet sich aber im Fahrwerk. Neben verschiedenen Settings ist natürlich die Umlenkung der deutlichste Unterschied. Bei der Präsentation in Finnland fuhren wir auf einer flotten Endurosonderprüfung durch einen Wald. Die Strecke war dabei mit Brems und Beschleunigungswellen, die zum Teil richtig massiv waren, übersäät. Mit der KTM bin ich bei solchen Wellen dann doch immer etwas vorsichtig da ich schon ein paar mal die Erfahrung gemacht hatte, das das PDS System zu rasch ausfedert und das Heck in Richtung Himmel kickt. Ganz anders läuft das bei der Husky, da spürt man direkt wie sanft das Heck ausdämpft wenn man mit dem Hinterrad eine Welle voll erwischt. Allerdings kein Licht ohne Schatten, das aufwändigere Linkage System wiegt auch mehr, somit sind die Huskys etwas schwerer als die KTM Modelle.

Unterschiedlich sind auch die Preise der Modelle, grundsätzlich ist Husqvarna je nach Modell ca 2-300€ teurer als die Schwester, berücksichtigt man allerdings das verbaute Zubehör und die wertigeren Reifen wird der kühle Rechner zur Husqvarna greifen.

Ob man sich am Ende nun für KTM oder Husqvarna enscheidet, bleibt dann doch Geschmackssache. Sicher ist nur, dass beide Marktführer mit dem Modelljahr 2020 wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben und sowohl KTM als auch Husqvarna die besten Enduros bauen.

Fazit: Husqvarna FE 250

Das Vernunft Motorrad - ausreichend Leistung und beste Handling Eigenschaften machen die 250er zum Geheimtipp

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Vorteile
  • Handlingwunder, stärkste Viertakt 250er
1
Nachteile
  • nicht die erste Wahl für schaltfaule Fahrer

Fazit: Husqvarna FE 350

Das Motorrad für die Sonderprüfung. Der gelungene Hybrid mit 250er Handlingeigenschaften und der 450er Motorcharakteristik.

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Vorteile
  • schnellstes Bike unter den Viertaktern, Handlingeigenschaften einer 250er
1
Nachteile
  • -

Fazit: Husqvarna FE 450

Der Enduroklassiker, mit ausreichend Leistung und hervorragender Dosierbarkeit

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Vorteile
  • ausreichend Kraft, Dosierbarkeit
1
Nachteile
  • auf der Sonderprüfung unterliegt sie der 350er

Fazit: Husqvarna FE 501

Wenns etwas mehr sein darf, greift man zur 501er. Dank des neuen Motors mittlerweile unter 108kg trocken

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Vorteile
  • Leistung
1
Nachteile
  • etwas träger als die kleineren Hubräume

Fazit: Husqvarna TE 250i

Die Zweitakt Kanone für Leichtfüsse, um den Tick bessere Handlingeigenschaften als die 300er

1
Vorteile
  • noch agiler als die 300er
  • perfekte Zweitakt Einspritzung
1
Nachteile
  • im unteren Drehzahlbereich unterliegt sie der 300er

Fazit: Husqvarna TE 300i

Das Hard Enduro Bike schlechthin, mit Einspritzung und Ausgleichswelle nun der Top Seller unter den Huskies

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Vorteile
  • Kraft immer und überall
  • nur 105kg trocken
1
Nachteile
  • im direkten Vergleich zur 250er etwas unhandlicher

Fazit: Husqvarna TE 150

Die Spassmaschine, irrsinnig wendiges Bike mit einem sehr potenten Motor

1
Vorteile
  • Handlingeigenschaften
  • bereits im unteren Drehzahlbereich ordentlich Leistung
1
Nachteile
  • für schwerere Piloten nicht unbedingt die erste Wahl

Bericht vom 13.06.2019 | 2'124 Aufrufe

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