Honda Neo Sports Cafe Vergleichstest

Honda Neo Sports Cafe Vergleichstest

125 ccm bis 1000ccm Honda Nakedbike Vergleichstest

Wir Motorradfahrer und Fahrerinnen sind alle verschieden - ob nun der persönliche Geschmack, die Körperstatur oder unsere Ansprüche die wir an ein Motorrad haben. Diesen Grundgedanken haben wir als Anlass genommen, um die scharfen Honda Neo Sports Cafe Nakedbikes einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Klar unterscheiden sich die Modelle von Honda zum Teil gravierend, dennoch sind sie alle Nakedbikes im selben Design aber eben für unterschiedliche Anforderungen. Vier verschiedene Meinungen zu vier verschiedenen Bikes - Vom Praktikanten bis zu Zonko!

Honda Neo Sports Cafe - Ein Nakedbike für jeden Geschmack

Eines haben alle Neo Sports Cafe Modelle von Honda gemein, allesamt teilen sie sich die puristische Retro-Optik und bieten auf der Plattform als Nakedbike den unverfälschten "nackten" Fahrspass. In Sachen Gewicht, Hubraum und auch Leistung hat sich Honda bemüht für jeden/jede Fahrer/in etwas in Petto zu haben. Von 13,3 PS bis 145 PS ist quasi die gesamte Bandbreite an unterschiedlichen "Spasskatapulten" vertreten. Genau aus diesem Grund haben wir fast das gesamte 1000PS Team für den Test zusammengetrommelt. Von unserem Praktikanten Lukas bis hin zu Zonko haben wir alles gegeben, um das Maximun aus den Hondas rauszuholen. Ziel war dabei euch möglichst differenzierte Sichtweisen darzulegen!

Honda CB125R - Cafe Racer Feeling für den smarten Piloten-Alltag

Die Honda CB125R generiert in dem A1 führerscheinkonformen Konzept 13,3 PS bei 10.000 U/min. Der Flüssigkeitsgekühlte Einzylinder-Viertaktmotor produziert ein maximales Drehmoment von 10,4 Nm bei 8.000 U/min und beschleunigt das kleinste aller getesteten Nakedbikes auf maximal 101 Km/h. Das mag zu Beginn nicht allzu beeindruckend klingen, in Anbetracht des fahrfertigen Gewichts von nur 126 Kg jedoch, offenbart die Maschine einiges an Fahrspass! Generell waren wir überaus positiv von der 125er überrascht. Sowohl die angenehm gestalte Sitzposition mit einer Sitzhöhe von 816 mm, als auch die ABS gestützte Bremskraft haben überzeugt. Der kleinsten aller Hondas mag es vielleicht untenrum an Leistung fehlen, dafür kann die Maschine mit einem spielend leichten Handling überzeugen. Besonders positiv aufgefallen ist uns die überaus hochwertige Verarbeitungsqualität, die der japanische Hersteller hier an den Tag gelegt hat und das bei der kleinsten Fahrzeugklasse. Die “kleine” 125er kann zumindest optisch mit ihren grösseren Geschwistern mehr als nur mithalten. Sie weist sogar besonders schöne Details wie den unter dem Motor montierten Endschalldämpfer auf, der sich sehr gefällig in die Fahrzeuglinie integriert - Bravo!

Honda CB300R - Der Exot unter den Cafe Racern

Zugegeben die 300er stellt in unseren Gefielden eher ein Nischenprodukt dar, da sie vor allem für den asiatischen Markt konzipiert wurde, dennoch braucht sie sich keinesfalls zu verstecken. Die CB300R kann mit deutlich stärkeren Bremsen als die 125er punkten, die Wertigkeit des Bikes ist auch gerade im Vergleich zur 125er noch mal einen Zacken höher und zu guter Letzt kann die 300er mit einem deutlichen Leistungsplus glänzen. Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder-Viertaktmotor produziert im grossen Bruder der 125er 31 PS bei 8.500 U/min. Das maximale Drehmoment von 28 Nm liegt bei 7.500 U/min an und sorgt für eine durchaus akzeptable Beschleunigung des 143 Kg leichten Bikes. Die 300er stellt in gewisser Weise die Evolutionsstufe zur Mittelklasse dar. Sie besitzt mehr Leistung, höherwertige Bremsen und ein besseres Fahrwerk als die 125er, zur Mittelklasse fehlt dann eben doch noch was. Die CB300R lässt sich spielerisch wie eine 125er durch die Kurven jagen und suggeriert dem Fahrer das deutlich mehr möglich ist. Dennoch hätten wir uns ein wenig mehr Leistung gewünscht. Gerade in dieser Klasse ist dann doch jedes Pferdchen mehr spürbar und im Vergleich zu anderen Motorrädern in der 300er Klasse liegt die Honda eher im unteren Drittel. Die Honda CB300R ist wohl die perfekte Wahl für alle Einsteiger bzw. Wiedereinsteiger, die ein transparentes und leicht zu steuerndes Motorrad mit moderater Leistung und besonders zeitgemässen Style bevorzugen.

Honda CB650R - Die goldene Mitte als Allzweckwaffe?

Die Honda CB650R ist eines der gefragtesten Nakedbikes unter allen Neo Sports Cafe Racern, doch warum? Der mittlerweile auf 649 ccm angewachsene flüssigkeitsgekühlte Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor produziert spürbare 95 PS bei 12.000 U/min. Das maximale Drehmoment von 64 Nm liegt bereits bei 8.500 U/min an und sorgt für einen spassigen Punch in der Mitte! Die Honda hat dabei sich dabei das agile Handling der kleineren Geschwister bewahren können, wobei man dennoch ganz klar sagen muss, dass das fahrfertige Gewicht von 202 Kg spürbar, aber keinesfalls störend ist. Die CB in der 650er Variante ist eben ein “ausgewachsenes” Motorrad und das spürt man auch. Nicht nur die Motorleistung, auch die Bereifung hat einen kräftigen Sprung nach vorne gemacht. Das 180 mm breite Hinterrad fusioniert mit dem deutlich hochwertigeren Fahrwerk zu einer extrem transparenten Fahrmaschine, die ein unglaubliches Mass an Sicherheit vermittelt.

Die 650er besitzt im Vergleich zu den kleineren CBs eine verlässliche Traktionskontrolle, die den Fahrspass nicht zu früh durch unnötiges “herunterregeln” stört und das Sicherheitsgefühl dennoch deutlich steigert. Kleines Manko: Die Traktionskontrolle lässt sich lediglich an- und ausschalten, wünschenswert wären unterschiedliche Stufen für den Wirkungsgrad der Traktionskontrolle gewesen. Die 650er unter den Neo Sports Cafe Racern ist insgesamt ein solides, spassiges Nakedbike, das wie so oft die goldene Mitte darstellt - zumindest für uns. Übrigens: Für alle Motorradfahrer unter uns die noch mit einem A2 Führerschein unterwegs “müssen”, dürfte die Honda von besonderem Interesse sein. Die CB 650R ist mit ihren 95 PS A2 konform und kann somit problemlos auf 48 PS gedrosselt werden und bietet nach dem Entdrosseln mehr als genügend Leistungspotential.

Honda CB1000R+ kontrolliertes Kraftpaket im Neo Sports Cafe Design!

Der grösste Vertreter aller Neo Sports Cafe Bikes ist mit einem 998 ccm grossen Reihenvierzylinder mit einer Spitzenleistung von 145 PS (10.500 U/min) gesegnet. Das merkliche Leistungsplus in Form von 104 Nm, die bereits bei 8.250 U/min anliegen katapultieren die Maschine bereits von unten heraus kontinuierlich vorwärts - in jeder Lebenslage. Dabei ist sich Honda wirklich treu geblieben - die Maschine erweckt zu keinem Zeitpunkt ein unerwartetes, gar schwer kontrollierbares Fahrverhalten. Das ist allerdings bereits auch schon das grösste Manko der 1000er. Es fehlt einfach etwas an “Thrill”, dieses Gefühl das man ohne elektronische Assistenzsysteme an die Grenzen der Fahrbarkeit geraten würde. Die Honda mit dem Plus in der Modellbezeichnung ist zwar mit vielen elektronischen Helferlein, wie einer stufenweise Regelbare Traktionskontrolle, verschiedenen Fahrmodi und einem sehr gut funktionierenden ABS-System gespickt, allerdings ist der Motor so fein abgestimmt, dass man genauso gut mit deaktivierten Assistenzsystemen unterwegs sein kann - Bemerkenswert!

Die meisten unter uns kennen und lieben Honda für dieses fein abgestimmte Handling und die TOP Kontrollierbarkeit, andere wiederum werden eventuell die gewisse extra Prise Salz in der Suppe vermissen. Dennoch ist die Honda eine "echte Tausender", im direkten Vergleich zu ihrer Konkurrenz eben deutlich zugänglicher. Und wenn man wir mal ehrlich zu uns selber sind, ist man mit 145 PS mehr als ausreichend motorisiert auf der Strasse unterwegs. Das schnelle Vertrauen zum Motorrad, die präzise Linienführung, welche man durch die makellose Antriebseinheit gepaart mit dem guten Chassis wählen kann, in Kombination mit dem Design, haben uns mehr als überzeugt! Leider bekommt man heutzutage immer seltener ein Motorrad das bereits ab Werk eine annähernd einwandfreie optische Basis liefert und sich ebenfalls technisch auf dem aktuellsten Stand befindet - Bravo Honda! Manchmal ist grösser eben doch auch besser, wenn das Gesamtpaket stimmig ist.

Alle Nakedbike Neuheiten 2019 findest Du hier:

Fazit: Honda CB 1000 R

Das es nicht immer die goldene Mitte sein muss zeigt die 1-Liter Variante des Neo Sport Cafe Racers. Man muss ganz ehrlich sagen das sich die grösste unter allen Vertretern auch am "erwachsensten" anfühlt. Die elektronische Ausstattung der 1000er in der + Variante lässt fast keine Wünsche offen und das Handling ist für diese Klasse ausgesprochen fahrerfreundlich. Spielend leichtes Cornering mit einem gut abgestimmten Fahrwerk, bissigen Bremsen und geringem Gewicht scheint das Erfolgsrezept der Leichtgängigkeit zu sein. In Sachen Leistung muss die CB1000R+ leider Abstriche machen, mit 145 PS ist die Honda keine brachiale Rakete, dafür ist sie um so kontrollierbarer. Und 145 PS bei 213 Kg vollgetankt, sind auf der Landstrasse mehr als ausreichend für maximalen Fahrspass!

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Vorteile
  • Makelloses Ansprechverhalten des Aggregats
  • Honda-typisch extrem fahrbare 1000er
  • Gutes Elektronikpaket (ABS, Traktionskontrolle, Fahrmodi..)
  • Leichtgängiges und präzises Getriebe
  • Hervorragend funktionierender Quickshifter
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Nachteile
  • Schwarz/Weiss LCD nicht mehr ganz zeitgemäss und bei direkter Sonneneinstrahlung nicht ideal ablesbar
  • grosse Piloten haben möglicherweise Platzprobleme mit den Knien beim Tank

Fazit: Honda CB125R

Die kleinste Vertreterin unter den Nakedbikes aus dem Hause Honda brauch sich zu keiner Zeit verstecken, denn zumindest optisch steht sie ihren grösseren Neo Sports Cafe Schwestern kaum in etwas nach. Die 13,3 PS Spitzenleistung sind zugegebenermassen nicht das Mass der Dinge im 125er Segment, doch dafür kann die Honda mit einem fahrbereiten Gewicht von nur 126 Kg punkten. Das damit verbundene spielerische Handling eines A1 Motorrads ist gesichert - Einsteigerfreundlicheres Fahren ist kaum möglich! Die CB125R ist wie man es nicht anders vom japanischen Hersteller gewohnt ist, erstaunlich gut für diese Fahrzeugklasse verarbeitet - Bravo!

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Vorteile
  • Gutes Ansprechverhalten...
  • Verarbeitungsqualität für eine 125er Top
  • Sportliches Fahrwerk sorgt für ein spritziges Fahrverhalten
  • Alle Leuchtmittel in LED
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Nachteile
  • ...trotzdem wäre etwas mehr Leistung wünschenswert
  • Sitzposition etwas eingeschränkt

Fazit: Honda CB300R

Die CB300R gehört mit 300ccm und 31 PS ganz klar in die Kategorie der exotischeren Vertretern unter den Nakedbikes. Sie mag zwar nicht das kräftigste Motorrad in ihrer Klasse sein, doch gehört sie mit Abstand zu den handlichsten ihrer Art. Die CB300R besitzt ein überaus leichtgängiges Einlenkverhalten, das fast schon mit der 125er gleichzustellen ist. Dabei kann das Bike jedoch mit einem stärkeren Motor und besserem Fahrwerk Punkte sammeln. Die Retro Optik ist bei der 300er Ausführung zusätzlich nochmals hochwertiger als bei der kleinen Schwester und stellt für uns eine echte Bereicherung für das A2-Segment dar.

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Vorteile
  • Super leichtgängiges Handling
  • Verarbeitungsqualität nochmal eine Schippe besser als die 125er
  • Fahrwerk stellt einen guten Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort dar
  • LED-Beleuchtung und IMU-ABS
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Nachteile
  • Leider geringfügiger ausgestattet als die Konkurrenz
  • Etwas mehr PS aus dem 300 ccm Motor wären wünschenswert

Fazit: Honda CB650R

Mit der 650er hat Honda einen grandiosen Wurf gelandet. Die Maschine stellt für unser Testteam den idealen Allrounder unter den vier Nakedbikes dar. Der Reihenvierzylinder bietet ordentlich Fahrspass und die Vorderrad-orientierten Sitzposition sorgt im Zusammenspiel mit dem reduzierten fahrfertigen Gewicht von 208 Kg für ein ausgewogenes Handling. Da wir die CB650R als Dauertester bei uns im Fuhrpark haben, können wir nach zahlreichen 1000PS Trackday Einsätzen sagen - JA, die Honda lässt sich auch auf der Rennstrecke sehr gut bewegen und bringt unglaublich viel Spass. Generell kann das Motorrad mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis punkten!

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Vorteile
  • Das Allrounder-Motorrad für den Alltag
  • Starkes und günstiges Mittelklassemodell
  • Drehfreudiger Motor mit genügend Leistung
  • A2 konform durch 95 PS --> Motorrad mit Zukunftspotential
  • Sportliche Sitzposition gepaart mit einem komfortablen Fahrwerk...
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Nachteile
  • Fahrwerk für den ein oder anderen unter uns eventuell zu "soft" abgestimmt
  • Traktionskontrolle leider nicht regelbar, nur abschaltbar (An/Aus)

Bericht vom 22.08.2019 | 5'428 Aufrufe

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