Beta RR 200 vs Beta RR 350 - Einsteiger Hard Enduros 2020

Wir werfen einen Blick auf die Enduro Einstiegsdrogen von Beta

Nachdem 2019 die KTM Gruppe den grössten Konkurrenten kurzerhand inhaliert hat, gibt es gerade mal noch eine Hand voll Alternativen zu den Enduro Bikes aus Mattighofen. Wir haben einen Blick auf die Enduros einer der ältesten Motorradmarken der Welt geworfen.

200 und 350 als Einsteiger Enduros?

Die im Titel erwähnte Kategorie der “Einsteiger Enduro” Enduros lässt sich nur bedingt über die beiden Enduros stülpen. Denn, Ja die 200 und die 350 (mit Ausnahme der 125 2-Takter) sind die kleinsten Hubräume in Betas Zwei- und Viertakt-Range. Aber, Nein die beiden Modelle sind nicht nur was für Anfänger, sondern werden auch so manchen alten Hasen zufrieden stellen. Doch kurz mal der Reihe nach, warum eigentlich RR 200 und nicht RR 125? Wir wollten ein vielseitiges Bike, das uns in allen Facetten des Endurosports zufrieden stellt. Und während die RR 125 uns auf der Sonderprüfung jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubert, möchten wir sie nur bedingt auf eine ausgedehnte Enduro-Wanderei mitnehmen.

Zweitakt vs Viertakt - ein Glaubenskonflikt der so alt ist wie die Menschheit selbst (oder zumindest so alt wie der Ottomotor)

Während sich beim Marktführer die Charakteren der verschiedenen Motorbauarten immer mehr ähneln, gibt es bei Beta noch immer massgebliche Unterschiede. Zwar wurde die Beta Enduro Modellpalette 2020 gravierend überarbeitet, doch die RR 200 kommt noch immer ohne Ausgleichswelle und ohne Einspritzung aus. Ein klassischer Zweitakter also, mit den typischen Eigenschaften. Die Beta RR 350 hat deutlich mehr Überarbeitungskur abbekommen. Der neue Motor und die damit verbundene Zentralisierung der Massen wirkt sich deutlich auf das Handling des Motorrads aus. Auch die Leistungsentfaltung der RR 350 kommt butterweich und so hat die Viertakt-Beta quasi ab Standgas schon ein mächtiges Drehmoment um auf jeden Berg zu nudeln.

Beta verbaut in der Standard RR Variante ein ZF Sachs Fahrwerk. Das Fahrwerk funktioniert einwandfrei und arbeitet dabei auf der komfortablen Seite. Lediglich auf der Sonderprüfung und auf einem schnellen Cross Country Kurs würden wir uns eine straffere Abstimmung wünschen. Hier schafft Beta mit der Racing Modellreihe Abhilfe. Die Racing Modelle bilden quasi die Premium Linie der RR Modelle. Sie kommen ab Werk mit einem flotteren Design, Mischölschmierung bei den Zweitaktern und einer KYB Closed Cartridge Gabel. Sowohl die ZF Sachs als auch KYB Fahrwerkskomponenten sind voll einstellbar.

Beta RR 200 und Beta RR 350 - die Unterschiede im Fahrbetrieb

Der naturgemäss grösste Unterschied der beiden Modellen spiegelt sich in der Motorcharakteristik wieder. Während der gutmütige Viertakter, schon ab Standgas über ein mächtiges Drehmoment verfügt, braucht der Zweitakter dann doch immer etwas Drehzahl. Gerade beim Anfahren in schwierigen/steilen Sektionen tut man sich mit der 350er etwas leichter. Die RR 200 hingegen verbindet das quirlige und drehfreudige Verhalten einer 125er mit dem Drehmoment und dem gleichmässige Leistungsentfaltung einer 250er. Die verschiedenen Motorenkonzepte machen sich auch beim Handling bemerkbar. Die deutlich geringeren rotierenden Massen der Beta RR 200 lassen uns wieselflink durch die engsten Kehren huschen. Hier hat die etwas trägere RR 350 eindeutig das Nachsehen. Doch wie so oft kein Vorteil ohne Nachteil, auf schnellen und flüssigen Streckenabschnitten liegt der Viertakter spürbar satter und ruhiger auf der Bahn, als seine nervöse Schwester.

Also, welche solls nun werden?

Egal ob Zwei oder Viertakt, die neuen RR Modelle von Beta überzeugen mit guter Verarbeitung und vollwertigen Komponenten. Die um ca. 10 Kilogramm leichtere RR 200 kann man den jungen lernwilligen Enduristen ans Herz legen. Warum? Die 200er verbindet zwar die Vorteile von 125 und 250, allerdings sollte man bei langen steilen Auffahrten schon immer den richtigen Gang wählen. Die 200er erzieht den Piloten somit richtig zu schalten. Ihre Stärke liegt im Bereich des Extrem-Enduros hier machen sich das geringe Gewicht und die einhergehende Wendigkeit bemerkbar. Die RR 350 hingegen ist ein Allroundtalent, sie leistet sich in keinen Bereich grobe Schnitzer und überzeugt vor allem in flüssigen Passagen. Ausserdem zehrt der Viertakter aufgrund seiner ruhigen und gesetzten Art weniger an den Kraftreserven, ein klarer Vorteil für ausgedehnte Endurowanderungen.

Fazit: Beta RR 350 4T

Die Allroundmaschine - kommt mit nahezu jeder Situation gut zurecht. Schon ab Standgas ein beachtliches Drehmoment, genug um jeden Berg zu erklimmen. Die Wahl für ein vielseitiges Einsatzgebiet.


  • ruhiger gutmütiger Motor
  • solide Bauweise
  • höheres Gesamtgewicht im Vergleich zu einem 2-Takter
  • etwas träger als der 2-Takter

Fazit: Beta RR 200 2T

Die Beta RR 200 verbindet das leichte und quirlige Handling der 125er mit dem satten Drehmoment der 250er. Das Motorrad für ambitionierte Jungtalente, die sich auch gerne im Extrem Enduro versuchen.


  • leichtes Handling
  • geringes Gesamtgewicht
  • nichts für schaltfaule Fahrer
  • nervöses 2 Takt-typisches Fahrverhalten

Bericht vom 20.05.2020 | 11'344 Aufrufe

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