Kawasaki Z H2 Test - Im Nakedbike Vergleich

200 besonders intensive PS

Die aktuellen Power-Nakedbikes parkten in Reih und Glied im 1000PS Büro. Wie fährt die Z H2 auf der Landstrasse? Zonko und NastyNils machten imposante Erfahrungen.

Nach passenden Vergleichstest Gegnern zu suchen fällt bei der Z H2 nicht einfach. Denn während die anderen Power Nakedbikes eher drahtige und athletische Sportmotorräder sind, ist sie ein bulliges und mit etwas gelassenes grosses Nakedbike. Nur am Gebrauchtmarkt findet man einigermassen vergleichbare Motorräder. Die legendäre B-King würde gut zu einem Vergleichstest passen oder auch die K 1300 R von BMW. Doch in der 1000PS Zentrale standen die aktuelle KTM SuperDuke, die Aprilia Tuono und der neue Ducati Streetfighter V4 S bereit. Der ursprünglich geplante Rennstreckenvergleich am Wachauring fiel dem einzigen Regentag im Monat Mai zum Opfer, also fuhren wir die Motorräder voller Freude auf unserer Lieblingsstrecke auf der Landstrasse.

Kawasaki Z H2 - Sound und Gewicht

Die Kawasaki ging durch das hohe Gewicht mit einem Handicap in den Vergleich. Zonko und ich fuhren das Motorrad unmittelbar zusammen mit dem Streetfighter von Ducati. Kawasaki gibt für das Motorrad 239kg fahrbereit an. Die Ducati steht mit knapp 40kg weniger am Start. Doch gleich vorweg: Die Kawasaki sammelte vom Start weg jede Menge Punkte. Schon im Leerlauf findet man Gefallen am zurückhaltenden aber unverwechselbaren Kompressor-Klang. Die Z H2 klingt weniger aufgeregt als die anderen Kollegen. Sie dürfte für Kenner und Könner und nicht für den jugendlichen Angeber gemacht worden sein. Das Zwitschern vom Kompressor kann man schon mit ein paar Stössen am Gasgriff provozieren und man legt voller Vorfreude den ersten Gang an.

Kawasaki Z H2 beim Ampelstart

Schon in der Stadt begeistert der unverwechselbare Motor. Das Teil hängt direkt am Gas und bietet satten Druck in jeder Lebenslage. Der grosse Pluspunkt: Das irre Beschleunigungsvermögen kann auch in einem tiefen Drehzahlbereich und somit in einem niedrigen Geschwindigkeitsbereich abgerufen werden. Somit wird der grösste Vorteil der Maschine im Vergleich zu den anderen Nakedbikes schon auf den ersten Metern offensichtlich. Die Z H2 braucht keine hohe Drehzahl und keine hohe Geschwindigkeit um dir Freude ins Hirn zu blasen. Schon beim unaufgeregten Ampelstart zerrt sie dir die Arme lang.

Kawasaki Z H2 im Nakedbike Vergleich

Im Sattel sitzt man komfortabel und kann die Maschine einfach und durchschaubar dirigieren. Die Maschine ist keine Handlingrakete aber bietet jenes Mass an Handling und Präzision welches man in dieser Gewichtsklasse erwarten darf. In Kombination mit der guten Sitzposition ergibt sich daraus ein tolles Nakedbike mit dem man gerne auch längere Touren fährt. Dabei wird die tolle Aussicht im Sattel vom etwas kümmerlichen Lenker getrübt. Das mächtige Motorrad hätte einen mächtig breiten und glänzenden Dirigentenstab verdient. Fans der H2 Serie vermissen auch die Einarmschwinge an der exklusiven Maschine. Bei den Komponenten ist guter Nakedbike Standard verbaut.

Damit ist man zwar gut unterwegs, im Vergleich zu den anderen Nakedbikes kann die Kawasaki aber beim Fahrwerk keine Pluspunkte sammeln. Denn Ducati aber auch Aprilia haben feinste Superbike-Ware montiert und seit 2020 hat auch die KTM richtig feine Teile im Chassis stecken. Somit wird die Z H2 allfällige Duelle an der Stoppuhr gegen die genannten Protagonisten verlieren. Das Federbein sackt bei harten Beschleunigungsmanövern am Kurvenausgang zu sehr ein und somit schiebt die Maschine etwas übers Vorderrad. Den schnellen Innenstrich schafft sie unter Druck kaum und in Wechselkurven ist sie natürlich auch behäbiger.

Z H2: Sympathisch und beliebt

Bei den Dreharbeiten für das 1000PS Video stand aber trotzdem die Z H2 bei jedem Stopp am höchsten im Kurs. Warum auch immer - es ist die Faszination der puren Beschleunigung welche uns alle immer in den Bann gezogen hat. Spitzbübisch genossen wir den Druck aus jeder Kehre und machten uns auch von 60 auf 100 jedesmal fast in die Hosen. Dabei ist kein hektisches Gefummel im Getriebe nötig und natürlich auch keine schleifende Kupplung. Die Leistung wird hier spielerisch und leicht serviert - das ergibt die pure Fahrfreude. Somit wird die Kawasaki niemals beim Vergleich der technischen Daten oder mit Rundenzeiten punkten - sondern immer nur bei der Probefahrt.

Ein gelungenes Nakedbike

Die Maschine wird jene Piloten glücklich machen, welche grosse Motorräder lieben und keinen dramatischen Drang verspüren Carbonteile, Titanschrauben und Magnesiumdeckel zu montieren. Die Maschine kann brutal beschleunigen aber fährt in der Stadt sehr angenehm und problemlos. Sie ist ein gelungenes Nakedbike mit dem man gerne und lange fährt.

Kawasaki Z H2 - Informationen, Preisvergleich und Infos vom Test

Fazit: Kawasaki Z H2

Das faszinierende Aggregat der Kawasaki begeistert nicht nur als Motiv für Quartettkarten oder beim Stammtischgespräch. Der Motor ist für die Praxis gemacht. Im Sattel der Maschine kannst Du den Schub in jeder Situation geniessen. Befehle vom Gasgriff werden direkt, intensiv aber auch kontrollierbar umgesetzt. Die Maschine ist jedoch kein athletischer Sportler sondern ein bulliges Nakedbike. Sie punktet immer dann wenn Souveränität und Durchzug gefragt sind.


  • Unvergleichbarer Motor
  • satter Durchzug
  • einfach zu dosierendes Aggregat
  • Angenehme Sitzposition
  • Für ein Nakedbike hoher Fahrkomfott
  • Leiser aber charismatischer Sound
  • Stabiles und durchschaubares Fahrverhalten
  • Trotz des extravaganten Antriebes ein im Alltag sorglos zu fahrendes Motorrad
  • Quickshifter OK
  • macht aber zu langatmige Eingriffe
  • Federbein wird bei sportlicher Fahrweise etwas schwammig
  • Das exklusive Motorrad hätte rundum exklusive Komponenten verdient

Bericht vom 21.05.2020 | 18'162 Aufrufe

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